Der Unbekannte

Du schaust dich am vereinbarten Ort intensiv um. Es ist spät und dunkel unter der Straßenlaterne. Du kannst keine Leute auf der Strasse entdecken, auch nicht deine Verabredung. Du bist lange unschlüssig, was du nun tun sollst.

Schließlich übermannt dich die Neugier und entledigst dich der Unterwäsche unter deinem Rock. Du bindest dir einen Schal um die Augen, der dir vollständig die Sicht nimmt. Schließlich steckst du die Hände durch die Handschellen, die du etwas ausserhalb des Lichts der Laterne an einem Zaun gesehen hast. Du bist gezwungen auf den Zehen zu stehen und zu warten, auf die Dinge, die da passieren mögen. Dies war die Vereinbarung.

Nach einiger Zeit hast du das Gefühl, dass du nicht allein bist, bist dir aber natürlich nicht sicher. Du fragst dich, was nun passieren mag und findest zunächst keine Antwort darauf. Schliesslich war ja auch nicht vereinbart, was passieren soll. Du kennst deine Verabredung ja nur aus dem Internet.

Du stehst am Zaun, die Hände stecken in Handschellen über deinem Kopf und wartest. Die Hitze des Tages hat etwas nachgelassen und du spürst den Luftzug unter deinem Rock. Das Gefühl ist etwas ungewohnt. Schließlich bist du im Prinzip ein anständiges Mädchen, das dergleichen nicht gewöhnt ist. Wieso nur steckst du dann in dieser Situation? Ganz einfach, Neugier! Das Unbekannte übt einen magischen Reiz auf dich aus.

Es fühlt sich allerdings so schlecht nicht an, von der Nervosität abgesehen. Du beruhigst dich, was soll schon passieren. Schließlich schien deine Internet-Bekanntschaft ganz nett zu sein. Da fällt die ein, dass du auf dem Weg eine Gruppe Jugendlicher gesehen hast. Was, wenn die nun hierher kämen?

Du wartest. Was wenn er nun ein Perverser ist? Du fühlst dich ausgeliefert. Das Gefühl magst du, auch wenn du nicht verstehst warum. Macht ja auch nichts. Du bist ja selbst etwas pervers. Mehr oder weniger?

Du trägst einen schwarzen Minirock, ein weißes Top und einen roten Schal. Den roten Schal musstest du extra kaufen. Du ärgerst dich etwas über dich selbst und wartest. Das macht aber nichts. Schließlich suchst du ein Abenteuer.

Du hörst Schritte. Jemand nähert sich. Wieso hast du nur diesen Schal so fest gebunden. Es wäre doch allemal schlauer gewesen, einen Blick zu riskieren. So bist du eben. Das zu tun, was man dir sagt, gibt dir ein gutes Gefühl.Du erschrickst. Du spürst eine Hand an deiner Wange. Das verabredete Erkennungszeichen. Als deine Wange berührt wird, bist du etwas erleichtert. Also keine Bande Jugendlicher und auch niemand, der seinen Hund ausführt. Du wartest. Was passiert nun? Nichts? Da wird dir klar, dass du betrachtet wirst. Du willst dir durch die Haare streichen. Das geht aber natürlich nicht. Da merkst du, dass dir jemand durch die Haare streicht. Dein Rücken fängt etwas zu kribbeln an.

Die Hand findet sich auf deinem Rock wieder, der kurz darauf auf den Boden fällt. Dann spürst du, wie dein Körper erkundet wird. An Stellen, die ein anständiges Mädchen verbirgt. Macht aber nichts. Wer will schon ein anständiges Mädchen sein? Du spürst, wie dein Top nach oben geschoben wird und du weiter betrachtet wirst.

Du hörst eine Tüte rascheln. Das wird das „Spielzeug“ sein, wie vereinbart. Du bist etwas entsetzt. Macht aber nichts. Das warst du ja vorher schon. Schlimmer kann es nicht werden. Oder? Er streichelt dein Gesicht, liebkost dich etwas, verschließt deine Nasenlöcher. Du erschrickst, öffnest den Mund um etwas zu sagen. Es gelingt dir nicht. Du spürst wie sich dein Mund füllt, wie etwas Rundes in deinen Mund geschoben wird. Was ist denn das? Ein Knebel natürlich. Du denkst, so ein Unsinn, ich würde ja hier in der Öffentlichkeit nicht schreien. Egal, dann macht es ja auch nichts. Du beißt ärgerlich in den Knebel und fühlst dich dabei ausgeliefert.

Du verstehst den Sinn dahinter, du sollst nicht schreien… bei allem was da kommen mag. Du findest das überflüssig. Du würdest doch sowieso nicht schreien. Du willst es ja. Weiß er das denn nicht? Du willst ihn fragen, was das denn soll, mit diesem Knebel. Tja, das geht jetzt natürlich nicht mehr… Andererseits, vielleicht hat er auch Recht. Du weißt ja nicht, was kommt. Vielleicht würdest du ja doch schreien. Vielleicht wäre es sogar besser, du könntest schreien. Die Angst kriecht dir in den Bauch und verkrampft sich dort.

Da sagt er: „Meine Kleine, hab keine Angst, alles wird gut werden“. Das erste Mal, dass du seine tiefe Stimme hörst. Der Verstand sagt dir, glaube es nicht, Mädchen, sei nicht so dumm. Dein Gefühl glaubt ihm allerdings sofort. Es fühlt sich so gut an. Du fühlst dich geborgen, auch ausgeliefert, aber doch zu allem bereit.

Du stellst dir vor, wie dein Gegenüber aussieht, groß, schlank und attraktiv, nicht zu alt und nicht zu jung. Das ist sicher Quatsch, so etwas gibt es nicht. Andererseits, wieso sollte das nicht so sein? Vielleicht bittest du ihn das nächste Mal, um ein Foto. Vielleicht wenn du ganz demütig danach fragst? Oder du schaffst es, diesen Schal loszuwerden. Es stört dich nur die
Unverbindlichkeit. Wieso kann das nicht alles „normal“ ablaufen, das ist doch nicht normal, oder? Das macht nichts. Schliesslich liegen der Reiz und das Abenteuer im Neuen. Und etwas Unbekanntes ausprobieren wolltest du ja.

Du spürst, wie deine Schuhe von den Füßen gestreift werden und gleich darauf die Knöchel von Metall umschlossen werden. Die Füße werden auseinander gezogen, deine Beine spreizen sich. Du spürst die Luft zwischen deinen Beinen. Und du spürst eine Hand auf deinem Bein. Er streichelt dich, liebkost dich etwas, erhöht langsam den Rhythmus, es erregt dich, du wirst immer heißer… Nein, Nein, er streichelt dich natürlich nur am Bein, an der
Außenseite wohlgemerkt, was denkst denn du?

Deine Handschellen lösen sich, nicht von den Händen, sondern nur vom Zaun. Auch an den Füßen. Jemand zieht dich hinter sich her. Du spürst den Boden unter den Füßen und hast etwas Angst, gegen ein Hindernis zu stoßen. Du wirst ja „geführt“, da kann nichts passieren. Aber wohin nur? Du bist erregt. Du wirst ganz feucht zwischen den Beinen. Hoffentlich merkt er das nicht? Wie sollte er auch. Er merkt das nicht? Natürlich merkt er das! Er sagt es dir auch sofort. „Du bist ja ganz feucht geworden, du kleines geiles Stück“. Du schämst dich etwas… und wirst dabei noch feuchter, was du dir nicht erklären kannst…

Es geht weiter in den angrenzenden Wald. Du erkennst das Gefühl des Waldbodens unter den Fußsohlen. Du läufst fast gegen einen Baum, spürst aber rechtzeitig die Hand, die dich leitet. Die Handschellen öffnen sich, allerdings nur kurz. Deine Hände verschwinden in Schlaufen über dem Kopf. Du spürst Baumrinde an deinen Oberschenkeln und an deiner Brust. Ein Höschen hast du ja auch nicht an. Du fühlst dich plötzlich sehr nackt. Die Tüte raschelt und du spürst Hände auf deinem Körper. Was passiert nun?

Dein Herz klopft so laut, dass du dich konzentrieren musst, seine Geräusche zu erhaschen. Du wartest, aber nichts geschieht. Du wirst nervös, weißt nicht ob er noch da ist, ob er nicht doch ein Psychopath ist. Dir wird schwindelig, Angst kriecht deinen Rücken rauf und du fängst unruhig an hin und her zu rutschen. Ein Windstoß erfasst dich und du bekommst eine Gänsehaut. Du zitterst vor Kälte. Doch plötzlich fühlst du seine Hand auf deinem Gesicht und
seine Lippen an deinem Ohr. „Ruhig meine Kleine, hab keine Angst, ich bin bei dir“, ruhig und dunkel, du fällst in diese Stimme, in den Klang und die Farbe. Du spürst wie deine Muskeln sich entspannen und merkst erst jetzt dass du die Luft angehalten hast. Er haucht einen Kuss auf deine Lippen und entfernt sich.

Du hörst wie ein Feuerzeug schnappt. Er zündet ein Feuer auf dem Waldboden an. Du kannst den Widerschein des Feuers durch den roten Schal sehen. Du spürst die Wärme auf der nackten Haut. Du freust dich, es fühlt sich gut an und es wärmt. Du spürst, wie er sich betrachtet. Du kannst seine Augen auf deiner Haut brennen fühlen und wünscht dir, dass er dich begehrt.

Er entfernt sich wieder und du hörst den Reißverschluss einer Tasche und ein leises Rascheln. Dann fragt der Fremde: „Bist du bereit du kleine geiles Ding?“ Du errötest, schämst dich und wirst noch geiler. „Antworte!“ kommt es barsch, aber du bist unfähig zu sprechen. Erst der harte Griff in deine Haare lässt dich ein kaum hörbares „Ja“ unter deinem Knebel hauchen. Er lässt von dir ab und du beruhigst dich.

Plötzlich schiebt sich seine Hand zwischen deine Beine, du versuchst vergebens die Beine zu schließen und als seine Finger deiner Kitzler streicheln, stöhnst du unbeherrscht auf. „Ruhig meine Kleine“ kommt es von dem Fremden vor dir. Seine Finger wandern weiter deine Spalte entlang und verlieren sich in deiner feuchten Grotte. Als du seine Finger auf deinen Lippen spürst leckst du artig seine Finger sauber und schmeckst dich selbst. Er
nimmt die Finger weg und schließt seine Lippen auf deine, als ob er noch etwas von dem kostbaren Saft erhaschen möchte.

Das nächste was du fühlst ist die Peitsche auf deiner Wange, sie fährt sanft über dein Gesicht. Als nächstes spürst du sie auf deinen Schultern wie sie über deinen Busen streicht. Du kannst kaum atmen bist erregt und fürchtest den Schmerz. Du hörst ein sausen und sie landet klatschend auf deinem rechten Oberschenkel, du schreist mehr aus Überraschung als aus Schmerz. Die Peitsche streicht weiter liebevoll über deinen Körper um hin und wieder
klatschend auf dir zu landen. Die Schläge nehmen stetig zu genauso wie deine Erregung, du stöhnst laut und hemmungslos und windest dich in deinen Fesseln.

Er fährt fort dich zu streicheln, an den Stellen deines Körpers, die in deiner Fantasie von Fremden gestreichelt werden. Es dauert nicht lange bist du deinen ersten Orgasmus bekommst und als die Zuckungen langsam verebben spürst du auch schon den zweiten Anrollen. Als auch dieser verebbt, spürst du wie jemand deine Hände losmacht und dich sanft auffängt.

Deine Hände sind noch gefesselt, du atmest schwer, bist verschwitzt und klebrig, du merkst wie er vorsichtig das Tuch löst, du blinzelst etwas… und siehst… tja, was siehst du denn nun? Gar nichts… das Feuer ist aus und es ist dunkel im Wald… es dauert etwas, bis sich deine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben… du siehst was? Das ist wieder eine andere Geschichte.

***

Perspektivenwechsel…

Er hat da ein junges hübsches Ding gefunden, an diesem Zaun. Sie ist es sicher Wert, dass man sich um sie kümmert. Aber eben so jung und so unerfahren. Zumindest geht er davon aus, dass sie unerfahren ist, denn sonst müsste er ja denken, dass sie ungezogen ist.

Da steht sie an diesem Baum und hat mehrere Höhepunkte. Nun ja, ist natürlich hübsch anzusehen, wie der junge Körper zuckt und sich windet. Andererseits, hat sie denn keine Erziehung? Sie müsste doch nachfragen? Devot heißt ja nicht, selbstverliebt zu sein. Sie müsste nach Erlaubnis fragen, einen Orgasmus haben zu dürfen. Und dabei kann es durchaus sein, dass es keine Erlaubnis gibt. Sie muss schließlich auch lernen, ihre Lust zu
bezähmen beziehungsweise in den Dienst ihres Herrn zu stellen. Das nächste Mal wird er eine andere Peitsche nehmen, um dieser Lust Herr zu werden…

Dann denkt er, sie wird wahrscheinlich schon im Kino feucht, wenn man ihr die Hand aufs Knie legt und drückt also ein Auge zu. Sie muss noch viel lernen…

**

Nachwort: Es handelt sich um reine Fiktion. Niemand, den Autor eingeschlossen sollte Geschichten wie diese wahr werden lassen.
74% (8/3)
 
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Posted by sub-silence
4 years ago    Views: 828
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transomat
retired
4 years ago
Echt grossartig und mit viel Stil. Kompliment Kleine