Die Fremde V2 - Erster Teil

Die Fremde

By plusquamperfekt ©

Vorwort:
Hier eine neue Version meiner im Jahre 2010 veröffentlichten Geschichte, die ich aufgrund der Länge in vier Teile aufgebrochen habe. Viel Spaß damit.

Vier Wochen noch. Vier Wochen und dann war es endlich geschafft, das Abi in der Tasche und erst mal Schluss mit der Penne. Endlich auf das Wesentliche konzentrieren können. Mein Blick schweifte automatisch auf meine göttliche E-Gitarre in der Ecke neben dem Schreibtisch. Nein, jetzt nicht, reiß dich zusammen.

Wahrscheinlichkeitsrechnung kommt dran in der Mündlichen in Mathe. Um das Lernen kommst du mit großer Wahrscheinlichkeit nicht herum. Formeln, so ein Quatsch, wer braucht denn so ’n Scheiß. Kinder, nee, nicht jetzt am Handy gaukeln, ich muss doch was tun.

„Hallo?“

„Steffen? Ich bin’s, Ute. Du, es ist was passiert … Mama hatte einen Unfall. Ich bin im Krankenhaus, sie ist auf der Intensivstation.“

„Was … um Himmels Willen … was ist los? Was ist passiert?“

„Ich weiß es nicht, nur, dass es ein Autounfall war. Sie wird gerade operiert … komm doch bitte her, ich schaff das nicht alleine. Nimm dir ein Taxi, aber komm bitte schnell.“

„Taxi … ich hab kein Geld. Ich komme mit dem Rad, das geht fast genauso schnell.“

„Gut … mir egal … aber komm bitte. Ich dreh hier durch“, sagte Ute mit echter Verzweiflung in der Stimme.

„Sicher, bleib ganz ruhig … soll ich irgendwas mitbringen für Mama, Klamotten oder so?“

„Scheiße, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ja, mach ruhig … paar Nachthemden, Waschzeug, sowas halt. Nimm einfach einen Koffer und schmeiß rein, was du meinst das sie brauchen könnte …“

„Koffer ist nicht, ich komme mit dem Fahrrad. Wir können ja immer noch mehr bringen. Vielleicht ist es ja auch nicht so schlimm und sie kommt bald wieder raus.“

„Komm, red jetzt nicht und mach lieber. Ich halte das hier alleine echt nicht aus.“

„Ist okay, ich bin gleich da. Wird schon. Tschüss.“

Verflucht. Das hatte gerade noch gefehlt. Ich war wie betäubt. Irgendwie trat das alles gar nicht an mich heran; es war, als würde ein Film vor mir ablaufen, oder ein Videospiel. Rauf in Mamas Zimmer, alles, was mir sinnvoll erschien schnell in einen Rucksack gestopft und aufs Rad geschwungen. Es war kurz vor fünf, der Feierabendverkehr hatte bereits angefangen. Es war ein Wunder, dass ich in keinen Unfall verwickelt wurde, denn ich fuhr wie ein Henker.

Meine Hände zitterten, als ich das Fahrrad anschloss. Ich war schweißnass von meinem Höllenritt, das Haar klebte an meiner Stirn. Ich stammelte der Frau an der Aufnahme den Namen meiner Mutter und „Unfall“ ins Gesicht. Sie sah kurz auf ihren Monitor und erklärte mir den Weg zur Intensivstation. Ich fand Ute weinend im Wartebereich. Alles schnürte sich in mir zu. War ich zu spät gekommen?

„Hey … was ist … ist sie …“

„Nein … immer noch im OP. Warum muss immer uns so eine Scheiße passieren?“

Ich setzte mich neben sie und nahm sie zögernd in den Arm. Was meine sechsundzwanzigjährige Schwester damit meinte, war, dass in den letzten Jahren Tod und Trauer unsere ständigen Begleiter gewesen waren. Erst war unser Vater vor vier Jahren an einem Herzinfarkt verstorben, dann letztes Jahr unsere Oma, die zu uns gezogen war. Dazu Onkel, Tanten, Großtanten, unsere einst große Familie wurde wie mit einer Sense vom Schicksal niedergemäht. Und jetzt … es war nicht auszudenken.

Wir warteten eine endlose Stunde, bevor ein Arzt zu uns kam und uns erklärte, dass sie außer Lebensgefahr sei. Die Operationen wären gut verlaufen, die inneren Blutungen seien gestoppt. Er führte uns zu ihrem Zimmer, und gestattete uns einen kurzen Blick auf unsere arme zerschundene Mutter, bevor er uns nach Hause schickte.

Sie hatte den Kopf verbunden und ihr Gesicht sah blass und verquollen aus. Über ihrem rechten Auge war ein großer Bluterguss, ein langer Schlauch führte in ihre Nase. Stumm machten wir uns auf den Weg und warteten bereits auf den Fahrstuhl, als mir einfiel, dass ich die Sachen gar nicht abgegeben hatte, sondern immer noch in meinem Rucksack bei mir trug. Ich rannte schnell zurück, und übergab sie einer asiatisch wirkenden Schwester.

Ute wartete auf mich. Sie bot an, mein Fahrrad im Auto mitzunehmen. Mir war nicht wohl dabei, aber ich nahm ihren Vorschlag an. Sie stand noch immer völlig neben sich und während der Fahrt musste ich sie ein ums andere Mal zur Konzentration anhalten. Ich hatte mit dem Führerschein gerade erst angefangen, sonst wäre ich wohl gefahren. Wir standen halt beide unter Schock, obwohl die Nachricht, dass Mama außer Lebensgefahr war, doch schon eine gewisse Beruhigung war.

Beim Einbiegen auf unser Grundstück nahm Ute prompt den Begrenzungspfeiler unserer Garagenauffahrt mit. Ein hässlicher Kratzer am Kotflügel, mehr war nicht passiert, aber jetzt brach Ute völlig zusammen. Ich brachte sie ins Haus und parkte danach das Auto selbst, nach endloser Kurbelei. Einparken war damals noch nicht eben meine Stärke.

Wir saßen bis zum Einbruch der Dunkelheit stumm und engumschlungen im Wohnzimmer. Auch dies war leider keine neue Situation für uns. Ute hatte eigentlich schon ausziehen wollen, kurz bevor mein Vater starb. Um meiner Mutter willen, die von der ganzen Situation völlig überfordert gewesen war, blieb sie dann.

Ute war Rechtsanwaltsgehilfin und kümmerte sich dann auch um den ganzen Papierkram; das hatte vorher alles mein Vater gemacht. Insgesamt rückten wir enger zusammen, versuchten die entstandenen Lücken zu schließen, füreinander da zu sein. Dabei war Ute immer die gewesen, die alles geregelt hatte, stark geblieben war, alle anderen getröstet hatte. Wir gingen spät und ohne Essen ins Bett.

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Am nächsten Morgen weckte mich Ute; ich hatte verschlafen, kein Wunder. Sie hatte das Frühstück vorbereitet und machte wieder den gewohnt souveränen Eindruck. Ein Grund dafür war, dass sie bereits im Krankenhaus angerufen hatte und der Zustand meiner Mutter als stabil bezeichnet wurde. Ute wollte zwar zur Arbeit, aber deutete an, dass sie versuchen würde, zumindest ein paar Stunden am Nachmittag frei zu bekommen. Ich hatte sieben Stunden und wollte gleich nach der Schule ins Krankenhaus.

Dort kam ich klatschnass an, da ich auf den letzten halben Kilometer in einen Regenguss geriet, der mich binnen weniger Minuten bis auf die Knochen durchnässte. Mir knurrte der Magen hörbar im Fahrstuhl; Ute hatte mir Geld für Essen und mein Taschengeld gegeben, aber außer einem Brötchen in der ersten Pause hatte ich nichts runter gekriegt. Meine Mutter war in ein Mehrbettzimmer verlegt worden, was mich nach der kurzen Panik, als ich sie nicht gleich finden konnte, dann eher beruhigte.

Der Schlauch in der Nase war bereits entfernt worden, aber sie hing an einem Tropf und neben ihr standen kompliziert aussehende Geräte, an die sie jedoch nicht angeschlossen zu sein schien. Ich setzte mich leise links neben sie, da sie ihre Augen geschlossen hatte und ich annahm, dass sie schlief. Ihr rechtes Auge war ohnehin fast völlig zugeschwollen; das Rot des Blutergusses hatte sich über Nacht in ein gelbliches Braun verwandelt. Sie atmete gleichmäßig, aber etwas rasselnd. Im Bett neben ihr röchelte eine alte Frau und eine andere hustete unentwegt. Als ein Anfall dieser Frau etwas lauter wurde, öffnete meine Mutter ihre Augen, das rechte jedoch nur als schmalen Schlitz.

„Hallo Mama.“

Ich stand auf, damit sie mich besser sehen konnte und setzte mich vorsichtig auf den Bettrand. Ihr Hals steckte in einer Manschette. Ich hatte noch nicht mit den behandelnden Ärzten oder den Schwestern gesprochen, das wollte eigentlich auch Ute machen. Die Augen meiner Mutter tasteten das Zimmer ab und blieben dann an mir hängen. Sie wollte etwas sagen, aber es kamen nur komische Laute über ihre Lippen. Sie räusperte sich und schluckte. Auf ihrem Nachtschrank stand eine Flasche mit Wasser, also goss ich ihr etwas zum Trinken ein und führte den Plastikbecher vorsichtig an ihre Lippen. Sie trank mit kleinen Schlucken und seufzte dann hörbar.

„Krankenhaus?“

„Ja, du hattest einen Autounfall. Kannst du dich nicht erinnern?“

„Nein.“

Die Tür öffnete sich, und eine Schwester trug Tabletts mit Kaffee und Kuchen herein. Ich weiß noch, wie lächerlich mir das vorkam – so, wie die vier Patienten hier aussahen, würde keiner davon selbstständig Kaffee trinken können.

„Wer … bist … du?“

Mir wäre fast der Becher aus der Hand gefallen, den ich gerade zurück auf den Nachtschrank stellen wollte. Ich sah mich hilfesuchend nach der Schwester um, die kurz von ihrer Tätigkeit abließ und sich zu uns begab.

„Steffen … ich bin Steffen … Mama, weißt du nicht … erinnerst du dich nicht an mich?“

Meine Mutter schien in sich hineinzuhorchen, schloss gar kurz die Augen. Als sich diese wieder öffneten, war Angst darin zu sehen.

„Nein. Ich … erinnere … mich … nicht.“

Die Schwester fasste mir an die Schulter und zog mich langsam, aber bestimmt vom Bett.

„Hat noch keiner mit dir gesprochen? Sie hat einen starken Gedächtnisverlust. Im Moment weiß sie nicht einmal, wer sie selbst ist. Rede mal mit Doktor Schleifer, er ist hinten im Bereitschaftszimmer. Es ist besser, wenn du jetzt gehst. Sie ist noch sehr schwach und kann Aufregungen nun überhaupt nicht vertragen.“

Ich taumelte aus dem Krankenzimmer, nachdem ich mich mit einem kurzen Kuss auf die Wange von meiner Mutter verabschiedet hatte. Das Blut rauschte in meinen Ohren, ich ging automatisch in die falsche Richtung, zu den Fahrstühlen. Ute kam mir entgegen; sie hielt einen Blumenstrauß in der Hand. Sie erstarrte, als sie meinen Zustand bemerkte.

„Was ist passiert?“

„Nichts. Sie ist wach … aber sie kann sich an nichts erinnern.“

Ute atmete hörbar auf.

„Na, das ist halt manchmal so bei Unfällen. Ich kenn das von der Arbeit, fast keiner kann sich an den genauen Unfallhergang erinnern.“

„Nein, du verstehst nicht. Sie weiß nicht, wer ich bin, und die Schwester sagte, sie weiß nicht mal, wer sie selbst ist. Wir sollen mit dem Arzt sprechen …“

„Ach du Scheiße …“

Sie ergriff meine Hand und zog mich mit sich; erst in diesem Moment bemerkte ich, dass ich in die falsche Richtung gelaufen war. Der Arzt war nicht im Bereitschaftszimmer, wie die Schwester gesagt hatte und wir mussten fast zwanzig Minuten auf ihn warten. Ute wollte zwischendurch ein paar Mal aufstehen und nach ihm suchen, oder nach Mama sehen, aber ich hielt sie zurück.

Das Gespräch war kurz und voller medizinischer Fachwörter, die weder Ute noch ich verstanden. Klar aber wurde, dass sie sich mit ihrem Wagen überschlagen hatte und sich dabei ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen hatte. Eine lebensgefährliche Schwellung hatten sie durch Bohrungen in ihre Schädeldecke beseitigen können.

Sie hatte einige gebrochene Rippen und einen Milzriss, der gestern jedoch operativ versorgt worden war, dazu waren einige gerissene Blutgefäße von ihrem „Gefäßklempner“, wie er sich ausdrückte, geflickt worden. Für seine distanzierte, gefühllose Art und seinen völlig deplatzierten Humor hätte ich ihm am liebsten ins Gesicht geschlagen. Kein Wort der Anteilnahme oder der Beruhigung.

„Was ist mit dem Gedächtnisverlust?“

„Zu früh, um da etwas zu sagen. In fast zwei Dritteln dieser Fälle kehrt die Erinnerung vollständig oder zumindest partiell zurück. Wir behalten ihre Mutter noch ein, zwei Tage hier bei uns zur Beobachtung, dann wird sie auf Station Zwei verlegt. Therapiemaßnahmen werden dann dort ergriffen.“

Sein Beeper beendete das Gespräch. Er drängelte uns aus dem Bereitschaftsraum.

„Machen sie sich keine unnötigen Sorgen. Es gibt exzellente Heilungschancen. Bitte gestalten sie ihre Besuche in den nächsten Tagen kurz und versuchen sie, ihre Mutter nicht aufzuregen. Ich muss jetzt zu einem Patienten. Guten Tag.“

Mit diesen Worten ließ er uns stehen und verschwand in einem nahegelegenen Zimmer. Zwei Drittel. Exzellente Chancen? Es klang wie Hohn. Ich war wütend, über die Art, wie er uns abgefertigt hatte. Uns allein gelassen hatte, in unserer Hilflosigkeit. Ich umklammerte Utes Hand, vielleicht als Reaktion darauf. Wir sahen uns stumm an. Erst nach einer Minute setzten wir uns langsam in Bewegung.

„Willst du noch zu ihr rein?“

„Ich … nein. Ich kann das jetzt nicht. Lass uns nach Hause, bitte. Mir platzt gleich der Kopf.“

Im Auto zündete sie sich nervös eine Zigarette an. Sie hatte das Rauchen eigentlich vor zwei Jahren aufgegeben. Wortlos nahm auch ich mir eine aus dem Päckchen, das sie achtlos in die Ablage fallen gelassen hatte.

„Und jetzt?“

„Weiß nicht. Wir müssen da durch. Irgendwie. Du musst dich auf dein Abitur konzentrieren. Du hast doch noch die mündliche Prüfung nächste Woche.“

„Das ist alles so was von egal …“

„Nein, sag das nicht. Du musst jetzt ganz schnell erwachsen werden. Was mit Mama wird, wird sich zeigen, aber wir können da erst mal gar nichts machen. Wenn es dir zu schlecht geht, geh einfach zum Arzt und erkläre was los ist. Vielleicht kann man die Prüfung verschieben oder wiederholen, wenn es schief geht.“

In mir regte sich ein Widerspruch, aber ich schluckte ihn herunter. Natürlich hatte sie recht. Im Gegensatz zu gestern schien sie sich heute besser im Griff zu haben. Unter ihrem Make-up sah sie dennoch sehr blass aus. Ich bewunderte sie für ihre Stärke, denn ich kannte sie gut genug, um zu wissen, wie es jetzt in ihr aussehen musste.

Ich versuchte mich am Nachmittag auf das Lernen zu konzentrieren, aber es gelang mir nicht. Wir aßen schweigend zu Abend, Ute machte eine Dose Ravioli für uns warm. Danach zogen wir uns beide wieder auf unsere Zimmer zurück. Nach einer weiteren halben Stunde vergeblicher Mühe machte ich meine Bücher und Kladden zu, und suchte nach meiner Purpfeife und dem letzten Miniklumpen Dope, den ich für besondere Gelegenheiten aufgehoben hatte. Ich nahm ein paar Züge und klimperte dann angenehm betäubt auf meiner Gitarre rum. Mir fiel nicht einmal auf, dass ich den Verstärker lauter als vereinbart aufgerissen hatte.

Meine Tür flog auf, und Ute stand mit wütendem Gesichtsausdruck im hell erleuchteten Flur. Sie trug nur ein Handtuch, das sie um ihren Körper geschlungen hatte; ihre Haare waren tropfnass, sie hatte wohl gerade geduscht.

„Spinnst du? Hoffentlich machst du bald deinen Scheiß-Verstärker aus.“

Bevor ich etwas entgegnen konnte, stürmte sie in mein Zimmer und drückte selbst auf den Aus-Knopf. Sie hielt kurz inne und schnüffelte, sah sich dann suchend um und entdeckte meine Purpfeife auf dem Nachttisch neben meinem Bett.

„Na klasse. Bist du noch ganz dicht? Was soll das denn?“

„Mann, nun komm mal runter. Was ist denn dabei? Du hast doch früher auch geraucht.“

„Das hat doch damit nichts zu tun. Wir brauchen jetzt beide einen klaren Kopf, verstehst du? Wir können es uns nicht leisten, uns gehen zu lassen … und du am allerwenigsten.“

Wie das halt so ist, Einsicht hin oder her, so wollte ich mich von ihr auch nicht runterputzen lassen.

„Das geht dich gar nichts an. Spiel dich doch nicht so auf, du dumme Kuh, ich bin volljährig und weiß genau, was ich tue.“

Sie zitterte vor Wut und setzte zu einer Entgegnung an, besann sich dann aber anders und stürmte aus meinem Zimmer. Die Tür zu ihrem Zimmer fiel mit einem lauten Knall zu. Ich weiß nicht, warum ich aufstand und ihr folgte. Ein schlechtes Gewissen hatte ich eigentlich nicht. Das bekam ich aber, als ich sie schluchzend auf ihrem Bett fand. Sie drehte mir kurz den Kopf zu.

„Hau ab. Lass mich doch in Ruhe, du Arschloch.“

Ich stand wie angenagelt vor ihrem Bett, beschämt über ihren Ausbruch, oder auch nur darüber, dass ich wohl dafür verantwortlich war.

„Tut mir leid Ute. Ich wollte nicht … komm, unsere Nerven liegen halt blank … lass uns jetzt nicht rumstreiten …“

Sie drehte sich auf ihre Seite und sah mich mit ihrem tränengefüllten Augen an. Mein Impuls, zu ihr aufs Bett zu gehen und sie in den Arm zu nehmen, verpuffte, als ich sah, dass sich ihr Handtuch bis zu ihren Beckenknochen hinaufgeschoben hatte. Ich starrte auf ihren nackten Unterleib, den schmalen Streifen ihres dunklen Schamhaars. Ihre Augen folgten meinem Blick und rasend schnell zog sie an ihrem Überdeck und bedeckte ihre Blöße damit. Ich errötete, aber dafür konnte ich nun wirklich nichts. Das schien sie auch so zu sehen.

„Ist schon gut. Hau jetzt ab. Und reiß bitte nicht den Verstärker wieder so laut auf. Ich hab Kopfschmerzen.“

„Ja, sorry, tut mir echt leid. Im Badezimmerschrank sind noch Aspirin.“

„Ich weiß, ich hab gerade zwei genommen. Und nun mach den Abgang, ich will mich anziehen.“

Ich kehrte zitternd in mein Zimmer zurück. Wir stritten uns öfters, das war nichts Neues. Sie übertrieb es manchmal mit ihrer Fürsorge und spielte sich fast wie mein Vater auf, dessen Rolle sie in vielen Bereichen wirklich hatte übernehmen müssen. Vom Charakter her war sie ihm sehr ähnlich; ihr Aussehen hingegen erinnerte stark an meine Mutter.

Wenn man in unseren Familienalben blätterte und Fotos zeitlich nicht gut zuordnen konnte, hätte man die beiden für Schwestern oder manchmal gar für ein und dieselbe Person halten können. Ich hatte mehr Züge von meinem Vater geerbt.

Ich stellte die Gitarre wieder weg und begab mich stattdessen an meinen Computer. Einige meiner Freunde waren online auf MSN, aber ich hatte keine Lust zum chatten. Außerdem war ich von der Pfeife breiter, als ich angenommen hatte. Die Geschichte mit Ute gerade beschäftigte mich mehr, als ich mir eingestehen wollte. Nicht nur der sinnlose Streit.

Auch der unverhoffte Blick auf ihren Körper. Wenn ich ehrlich sein soll, war dies nicht das erste Mal. Im Gegenteil, ich schielte öfter mal unter ihre kurzen Röcke, die sie zur Arbeit und zum Ausgehen trug; einmal war ich auch aus Versehen in ihr Zimmer gestürmt, als sie sich gerade umzog. Da trug sie noch ein Höschen. Wenn man das kleine Stoffdreieck als solches bezeichnen wollte.

Einfach war das wirklich nicht für mich, mit zwei so wahnsinnig attraktiven Frauen wie meiner Mutter und meiner Schwester in einem Haus zu leben. Beide hatten diese unselige Vorliebe für Kleider und Röcke, und ob ich es wollte oder nicht, ich bekam doch so das eine oder andere zu sehen. Das waren aber auch die beiden einzigen weiblichen Wesen, die ich so aus der Nähe sah.

Ich war nie der Typ gewesen, der sich in einer Clique wohlfühlt. Ich hatte seit meiner Kindheit einen besten Freund namens Kevin, mit dem ich bis zur zehnten fast alles zusammen gemacht hatte. Sogar mit unseren ersten Freundinnen hatten wir immer gemeinsam geschmust. Mehr war da noch nicht gelaufen.

Er ging dann nach der zehnten ab; am Anfang hielten wir den Kontakt noch aufrecht, auch wenn sich die Qualität unserer Freundschaft irgendwie verändert hatte. Wir spielten nur noch miteinander am Computer und manchmal zusammen Gitarre, aber redeten nicht mehr so viel, tauschten uns nicht mehr wirklich aus.

Dann kam er mit Ronnie zusammen, und der Kontakt brach schlagartig ab. Ich hatte die beiden in der Vorwoche erst getroffen. Sie waren immer noch zusammen, fast zwei Jahre nun. Wahnsinn. Mir war schon klar, dass es einen geheimen Kitt gab, der die beiden zusammenhielt. Sex.

Ich aber hatte irgendwie das Fenster verpasst, wo aus Schmusen, Küssen und „miteinander gehen“ Beziehungen und Sex wurden, war ohnehin ein wenig schüchtern. Die Mädchen, die mir gefielen, waren alle immer gleich etwas älter. Und mit Sicherheit sexuell erfahren. Ich hatte einfach Schiss, mich als blutiger Anfänger zu blamieren.

Dabei wurde die sexuelle Anspannung immer größer. An einem Tag, wo meine Mutter mit Ute mal irgendeinen Tagesausflug machte, habe ich nicht weniger als neun Mal meinen Kasper geprügelt. Das war mein bisheriger Rekord. Was nicht heißen soll, dass das nicht noch steigerungsfähig gewesen wäre.

Eine Viertelstunde und circa zweihundert Bilder nackter Frauen später musste ich dann erstmalig meine Taschentücher bemühen. Mir fiel auf, dass ich bei Frauen mit einer halbrasierten Maus, wie ich es bei meiner Schwester gesehen hatte, deutlich länger hinsah. Die Bilder überlagerten sich und ich dachte mir den Teil, den ich noch nicht gesehen hatte, in allen Details dazu. Es war nicht das erste Mal, dass ich beim Palme-Schütteln an Ute dachte. Und ich wage zu behaupten: Jedem Mann, der wie ich auf engstem Raum mit ihr zusammengelebt hätte, wär es genauso ergangen.

Sie war ein Chamäleon. Wenn sie zur Arbeit ging, sah sie professionell aus, fast ein wenig hart und spröde, unnahbar. Zu Hause war sie eher locker, aber wenn sie mit ihren Freundinnen wegging, verwandelte sie sich in etwas, was ich eigentlich nur als personifizierten Sex bezeichnen kann. Nicht ludermäßig oder so, nein, einfach eine sinnlich-erotische Ausstrahlung, die dir das Blut in den Schwanz treibt, ob du es willst oder nicht. Ich musste ihr mal beim Aussuchen von Klamotten für eine Party helfen. Ich drehte mich immer brav um, gab dann meine Kommentare zu jeder neuen Kreation ab, die sie in sexy Posen präsentierte. Am Ende blieb ich noch blöd quasselnd fast zehn Minuten sitzen, damit mein aufgeschrecktes Pony sich beruhigte.

Ich spielte noch eine Weile am Computer, dachte viel an meine Mutter und ging dann ins Bett. Ich verbrauchte noch mein letztes Taschentuch und schlummerte dann befriedigt ein. Ich habe nicht unbedingt einen leichten Schlaf, aber irgendein Geräusch weckte mich auf. Ute hatte auf dem Flur Licht gemacht und war in mein Zimmer gekommen. Ich starrte sie verschlafen in dem Halbdunkel an.

„Was ist los?“

Sie sah aus, als würde sie sich ertappt fühlen.

„Ich kann nicht schlafen. Kann ich mir deine Pfeife und was zu rauchen borgen?“

„Ich hab aber fast nichts mehr, das waren fast schon die letzten Brösel, die ich hatte. Es sind vielleicht noch ein paar Züge in der Pfeife drin. Bedien dich.“

„Echt? Ich will dir jetzt nicht deine trüben Reste vernichten.“

„Ist schon okay. Warte, ich tue den Rest, den ich noch habe, auch mit rein und rauche mit. Kannste aus der rechten Schublade holen, in der kleinen Film-Dose. Ja, genau. Die ist es.“

Mannomann, ihr weißes Nachthemd sah in dem Schein der Flurlampe fast durchsichtig aus. Sie musste sich auch noch etwas bücken, um an die Schublade zu gelangen; ihr kurzes Hemdchen hob sich bis zu ihren Po-Backen an. Mir gingen die Nackenhaare hoch. Und nicht nur die.

Sie setzte sich zu mir aufs Bett und überließ mir die Vorbereitung der Pfeife. Als ich fertig war, kletterte sie zu mir aufs Bett und schlüpfte unter meine Decke.

„Ist zu kalt. Ich hab ganz kalte Füße.“

Ich schob mich soweit es irgend ging an die Wand. Wir rauchten schweigend und schnell.

„Okay. Danke. Bist ein Schatz. Na, dann lass ich dich auch schlafen. Gute Nacht.“

„Nacht. Meinst du denn, du kannst jetzt einschlafen?“

Sie lehnte sich wieder zurück.

„Weiß nicht, ich hoffe es zumindest. Mir gehen halt so viele Sachen im Kopf rum. Was jetzt zu tun ist, wenn es mit Mama nicht besser wird und so.“

„Da mag ich gar nicht dran denken.“

„Ich auch nicht, aber ich krieg‘s nicht aus dem Kopf.“

„Geht mir auch nicht anders.“

Ute sah mir direkt in die Augen.

„Ich wollte mich auch noch entschuldigen für vorhin. Ich hätte nicht so ausrasten sollen. Es war alles ein bisschen zu viel.“

„Das war völlig okay. Ich hätte nicht … ich war halt breit …“

Ute seufzte.

„Es erinnert mich alles so an Papa … denkst du auch manchmal dran?“

„Nein, eher selten. Weiß auch nicht warum. Das ist alles so komisch weit weg.“

„Hm, verstehe. Jetzt will ich dich aber schlafen lassen. Tut mir leid, dass ich dich geweckt hab.“

„Ach, mach mal nichts. Meinethalben kannst du … auch gerne noch etwas bleiben … wenn du reden willst oder was.“

„Das ist echt lieb, aber ich glaube … nee, lass mal, wir sollten beide besser versuchen zu schlafen.“

„Kannst auch hier pennen.“

Sie lächelte überrascht.

„Hier? Dein Bett ist ganz schön eng. Da müssten wir uns schon richtig aneinander kuscheln.“

„Ja, stimmt.“

„Und das würde dir nichts ausmachen?“

„Nö, das ist okay.“

Sie wirkte belustigt, was mich irgendwie nervös machte.

„Na gut, warum nicht. Dann tu mir aber den Gefallen und geh dich noch kurz waschen. Du riechst ein wenig … zu männlich, wenn du verstehst was ich meine. Ich hole in der Zwischenzeit meinen Wecker.“

Natürlich verstand ich, was sie meinte. Das war schon ziemlich peinlich, aber dann hatte ich ja nun auch keine Gäste zur Nacht erwartet. Sie lag schon im Bett, als ich aus dem Badezimmer zurückkehrte, mit frischgewaschenem Lümmel und sogar die Zähne hatte ich mir noch schnell geputzt.

„Du schläfst innen. Ich stehe ja sowieso vor dir auf.“

Das war sehr wahrscheinlich; ebenso, dass es mir gar nicht so leicht fallen würde, überhaupt einzuschlafen. Sie drehte sich von mir weg und streckte ihren Hintern zur Bettmitte, eigentlich schon darüber hinaus. Ich kuschelte mich vorsichtig an sie, darauf bedacht, nicht direkt mit ihrem Po in Kontakt zu kommen, da ich schon alleine von ihrer Körperwärme eine wohlige Erregung mit moderater Schwellung verspürte. Prompt füllte sie die Anstandslücke, indem sie ihren Hintern weiter in meine Richtung drückte, bis wir wirklich vollständig aufeinanderstießen.

Ich war mir tausendprozentig sicher, dass sie mein halb erigiertes Glied deutlich spüren musste. Bis dahin hatte sie sich noch wühlend ihre optimale Schlafposition gesucht; jetzt bewegte sie sich plötzlich gar nicht mehr. Mein Herz pochte. Halb erwartete ich, dass sie empört das Bett verlassen würde, oder dass ich zumindest irgendeinen Spruch bekommen würde. Nichts dergleichen geschah. Sie änderte ihre Position nicht. Ich auch nicht. Das heißt, nicht die Teile, die steuern konnte. Aus moderat wurde akut.

Was da gegen ihre atemberaubenden Po-Backen drängte, erfreute sich zunehmender Härte. Nein, das war jetzt vermutlich auch für sie ein bisschen viel. Ich drehte mich zur Wand, weg vom Ort des Verbrechens, wie ein Dieb in der Nacht. Zu meiner Überraschung folgte sie meiner Bewegung und drehte sich ebenfalls in diese Richtung. Sie presste ihre Brüste gegen meinen Rücken, ich verging fast vor Wonne als ich diese wohlige Weiche an mir fühlte. Sie schmiegte sich enger an mich, zeichnete den Bogen meines Körpers mit ihrem nach. Sie legte ihren rechten Arm über meine Hüfte. Ich konnte ihren Atem in meinem Nacken fühlen.

Ihre Hand kam vielleicht zwanzig Zentimeter über meinem nun betonharten Prunkstück zum Ruhen. Oh mein Gott, wenn das ihre Art der Bestrafung für meinen vorwitzigen jugendlichen Mannesstolz sein sollte, dann Hut ab. Wirklich gelungen. Wenn sie so weitermachte, würde ich ohne jedwede Berührung kommen.

Und das tat sie dann auch. Sie erhöhte fast kaum wahrnehmbar den Druck auf mein Becken, ließ dann fast in Zeitlupe wieder nach, alles sehr subtil und doch deutlich fühlbar. Ich biss mir auf die Lippen, um nicht aufzustöhnen. Gleichzeitig sank ihre Hand etwas tiefer. Ihr Handgelenk konnte nur noch wenige Zentimeter von meinem Schwanz entfernt sein.

Was ich fühlte, war nicht mehr Geilheit, es war Delirium. Sie musste die Hitze meines ächzenden Schwanzes bereits spüren. Sie drückte etwas fester zu; ein Ziehen lief durch meinen ganzen Körper. Mir stockte der Atem, als ihre Hand plötzlich über meinen Ständer strich, dann über mein Bein zu meinem Hintern wanderte. Und dann drehte sie sich einfach um. Grausam, aber wahr. Ich war geschockt, aber irgendwie auch erleichtert.

Sie war aber noch lange nicht müde, mich da so süß zu quälen. Was sie vorher mit dem Becken vollführt hatte, erledigte sie jetzt mit ihrem Hintern und unteren Rücken, dabei auch noch etwas heftiger. Ich glaubte auch dort, wo ich ihre Zaubermaus vermutete, Hitze zu spüren, aber das hätte auch ein Effekt des Dopes sein können, das wirklich ganz schön auf den Körper ging. Ob das so war oder nicht, ich glaubte fühlen zu können, dass auch sie feucht und erregt war, und das war eine weitere Steigerung, die ich einfach nicht mehr ertragen konnte.

Ich versuchte so leise und mit so unauffälligen Bewegungen wie möglich mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das gelang mir recht gut. Ich konnte an meinem Freudenspender zupfen, ohne dass sie die Bewegung mitbekommen würde. Allerdings rieb meine Hand dabei am Zudeck, und das war hörbar. Aber das war mir in meiner Verfassung nun auch egal.

Sollte sie doch hören, was ich da tat. Schließlich war sie dafür verantwortlich. Vielleicht machte sie das ja auch an. Ihre wellenförmigen Stüber ließen jedenfalls nicht nach, trotz des verdächtigen Raschelns unter Decke und dem manchmal zumindest für mich hörbaren Glitschens meines Schwanzes. Nach vielleicht zwei Minuten wühlte ich mit der linken Hand unter meinem Kissen nach meinem Notfalltaschentuch, während ich meine rechte verkrampft aufrecht hielt, damit dass darin gefangene Sperma mir nicht auf die Klamotten tropfte. Ute lag nun ganz still.

Ich säuberte mich so gut es ging und horchte atemlos in die Stille. Ihr Atem war ruhig und gleichmäßig. Vielleicht war sie ja schon eingeschlafen. Auch ich wurde plötzlich schrecklich müde. Übergangslos schlief ich ein.

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Am nächsten Morgen weckte mich Ute erst, als es unbedingt sein musste. Wir redeten beim Frühstück nicht viel, aber ich hatte das Gefühl, wir versuchten beide im Verhalten des Anderen eine Reaktion auf die letzte Nacht aufzuspüren. Ich war schon etwas befangener als sonst; Ute schien sich auf anderes zu konzentrieren, nur manchmal war ihr Blick länger und hatte ihr Gesichtsausdruck wieder einen leicht belustigten Unterton. Verbal gingen wir mit keinem Wort auf das Geschehene ein.

Es war bereits Freitag, ich hatte nur vier Stunden. Wir sprachen ab, dass ich kurz nach der Schule unsere Mutter besuchen fahren würde und sie dann nach der Arbeit zu ihr ginge. Auf dem Esstisch stand der Blumenstrauß, den sie gestern mitgenommen, aber dann nicht abgegeben hatte. In der Schule konnte ich mich kaum konzentrieren, aber das ging im Grunde allen so. Nach den schriftlichen Prüfungen, deren Ergebnisse wir bereits erhalten hatten, war irgendwie die Luft raus. Ich hatte von Ute ja reichlich Geld bekommen und versuchte, noch etwas Rauchbares aufzutreiben, hatte aber kein Glück.

Insgeheim hoffte ich, dass sich die Rumspielerei mit Ute irgendwie fortsetzen ließ. In ihrer Nähe hatte ich mich befangen gefühlt; nun, da sie weiter weg war, war ich von ihrem subtilen „Mitmachen“ nachhaltig begeistert. Was für eine coole Schwester ich doch hatte.

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Der Besuch bei meiner Mutter riss mich kurzzeitig aus meinen Blütenträumen. Sie war wach, als ich in das Zimmer trat. Das Bett neben ihr, in dem gestern noch die alte Frau gelegen hatte, war leer. Eine Frau mittleren Alters räumte schweigend und mit geröteten Augen Sachen aus einem Schrank. Erfreut stellte ich fest, dass meine Mutter mich wiederzuerkennen schien.

„Hallo Mama.“

„Hallo … Steffen.“

„Du weißt wieder, wer ich bin?“

„Nein. Du hast gestern gesagt, du heißt Steffen. Die Schwester hat mir erzählt, dass ich zwei Kinder habe. Einen Sohn, und eine Tochter.“

„Das ist richtig Mama, Ute. Sie kommt nach der Arbeit.“

„Ich heiße Christine.“

„Ja, genau.“

„Sie konnte mir nicht sagen, was mit meinem Mann ist.“

„Vor vier Jahren gestorben. Herzinfarkt.“

„Ich habe Durst. Gibst du mir was zu trinken?“

Die Schwellung auf dem rechten Auge war leicht zurückgegangen, aber es sah immer noch schrecklich aus. Ich führte den Plastikbecher an ihre Lippen.

„Habe ich denn … jemand anderes?“

„Nein. Nur uns beide, Ute und mich.“

„Oh … warum, bin ich hässlich?“

„Nein, Unsinn, du bist wunderschön. Ich kann dir die Frage nicht beantworten. Vielleicht weil es mit Papa noch nicht so lange her ist, und dann war da ja noch Oma, bevor sie starb.“

„Oma? War das meine Mutter?“

„Ja, genau. Erinnerst du dich?“

„Nein. Es ist schrecklich … Ich suche und suche in meinem Kopf, aber da ist nur ein tiefes schwarzes Loch. Ich sehe Dinge und weiß … das ist ein Teller, das ist ein Stuhl … aber wenn ich versuche mir das Gesicht meiner Mutter oder eine Geschichte aus meinem Leben vorzustellen … nichts.“

„Das wird schon wieder, der Arzt hat gesagt, die Erinnerung kehrt meistens zurück.“

„Ja, das hat er mir auch gesagt.“

„Er hat uns auch gesagt, dass wir am Anfang nicht so lange bleiben sollen. Du bist noch sehr schwach.“

„Verstehe. Du kannst ruhig gehen. Musstest du denn heute nicht zur Arbeit?“

„Ich gehe noch zur Schule. Nächste Woche Dienstag habe ich meine letzte Prüfung fürs Abitur.“

„Abitur? So einen schlauen Jungen hab ich? Toll. Hab ich auch Abitur?“

„Nein Mama. Du hast Ute schon mit sechzehn bekommen und hast dann mit der Schule aufgehört.“

„Verstehe.“

„Ich will dann mal wieder. Ich komme bestimmt morgen zusammen mit Ute. Morgen ist Samstag, da habe ich frei. Ute kommt wie gesagt später noch.“

„Das ist schön, ich möchte gerne auch meine Tochter kennenlernen. Ist sie hübsch?“

„Nach dir die schönste Frau der Welt.“

Der Spruch kam so schnell und mit so viel Überzeugung aus den Tiefen meines Seins, dass ich mich erschrak. Ich meinte das auch so.

„Na, du bist ja ein Charmeur. Da muss ich dich wohl gut erzogen haben. So etwas hören Frauen gerne … glaube ich.“

„Kann sein … Tschüss, Mama.“

Ich küsste sie auf die Wange und ging deutlich beruhigter aus ihrem Zimmer.

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Ute kam kurz vor sieben, mit einer Plastiktüte, die einen unverwechselbaren Duft verströmte, der mir das Wasser um Mund zusammenlaufen ließ. Zwei Straßen weiter gab es eine Eckkneipe, die mit Abstand die besten Hähnchen der Stadt zubereitete – mit einer speziellen scharfen Soße, wie es sie nirgendwo anders gab. Mein Lieblingsessen zu dieser Zeit. Das wusste Ute natürlich genau.

Ich könnte in einer Kneipe nie Hähnchen genießen. Hähnchen muss man in die Finger nehmen, die kann man nicht mit der Gabel essen. Es ist Teil des Besonderen daran. Es hat fast schon eine primitive sinnliche Komponente. Mit Ute Hähnchen zu essen war eine Vorstufe des Sexes.

„Wie war dein Besuch bei Mama?“

„Okay. Sie scheint ja recht klar zu sein. Nur an mich konnte sie sich nicht erinnern“, antwortete Ute eher gefasst.

„Aber sie hatte bei mir vom Vortag behalten, wie ich heiße. Also scheint sie ja neue Erinnerungen ohne Weiteres zu speichern.“

„Ja, sie hat mir auch von deinem Besuch erzählt.“

„Oh?“

Sie schmunzelte.

„Ja, dem Vernehmen nach bin ich die zweitschönste Frau der Welt.“

„Ach das.“

Ich errötete leicht.

„Ich habe auch nochmal mit dem Arzt gesprochen. Sie kommt erst am Montagmorgen auf die neue Station. Rein körperlich macht sie sich aber gut, meinte er. Es gäbe keine Komplikationen und so, alles scheint gut zu heilen.“

„Na, das sind doch gute Neuigkeiten.“

„Ja. Willst du noch welche von meinen Pommes? Ich krieg die garantiert nicht weg.“

„Immer her damit.“

„Was machst du heute Abend?“

„Keine Ahnung. Warum?“

„Ich bin auf eine Party eingeladen. Vanessa, die kennst du doch? Ist ihr Geburtstag.“

Ich nickte stumm und widmete mich wieder meinem Hähnchen-Schenkel.

„Warum gehst du eigentlich nie weg? In deinem Alter war ich dauernd auf Achse.“

„Keine Ahnung. Seitdem ich mit Kevin nicht mehr abhänge … ist halt so. Alleine will ich auch nicht auf Partys gehen …“

„Verstehe. Das trifft sich gut. Willst du mit?“

„Wie, zu der Vanessa? Die kenne ich doch gar nicht wirklich. Ich bin doch gar nicht eingeladen.“

Ute lächelte spöttisch.

„Eingeladen? Das ist doch kein Kindergeburtstag. Klar kannst du da mit. Ganz lockere Geschichte. Und vermutlich hauptsächlich Frauen.“

„Ich weiß nicht …“

„Komm, ich glaube, das würde dir gut tun. Du kannst ganz sicher ein wenig weibliche Gesellschaft vertragen … die meisten, die da auflaufen werden, haben keinen Freund … verstehst du?“

„Und das hilft mir wie?“

„Wer weiß … nach ein paar Gläsern Wein kann bei manchen von ihnen so ziemlich alles passieren …“

Na, das waren in der Tat verlockende Aussichten. Sie verstand es wirklich, mir die Sache schmackhaft zu machen.

„Und dir wäre das nicht peinlich, da mit deinem kleinen Bruder aufzulaufen?“

„Nee. Ganz im Gegenteil. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust, da alleine hinzugehen, aus verschiedenen Gründen. Eigentlich überhaupt nicht, nach der Geschichte mit Mama. Aber es ist halt ihr Geburtstag. Also, was ist nun? Kommst du mit?“

„Okay, meinethalben. Fahren wir mit dem Auto?“

„Nee, ich will natürlich auch was trinken können. Ist doch nur eine Viertelstunde mit dem Bus. Zurück nehmen wir halt ein Taxi.“

„Und wann?“

„Na, wir können hier ja so um neun, halb zehn los.“

„Muss ich da noch was besorgen, für Vanessa meine ich? Blumen oder so?“

„Du bist ja süß. Nee, lass mal, ich schenke ihr eine CD, die ist dann halt von uns beiden. Eine Flasche Wein aus dem Keller könnten wir ja auch noch mitnehmen. Mama hat da noch den Chablis; den kannst du raufholen. Genau, verpack den noch mal in Geschenkpapier und dann hast du auch was in der Hand.“

Das tat ich dann auch, duschte und verbrachte endlose Minuten vor dem Spiegel beim Klamottenaussuchen. Wie ein Mädchen. Schande sowas. Aber ich wollte halt auch gut aussehen. Nicht das ich ernsthaft glaubte, wirklich in den Genuss weiblicher Zuwendung zu kommen, oder gar meine Jungfräulichkeit zu verlieren, aber irgendwie stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Es wurde auf jeden Fall langsam Zeit.

Ich kam mir ja schon richtig zurückgeblieben vor. Ich stopfte die für den Ernstfall erworbenen Kondome in mein Portemonnaie, zur Sicherheit. Man hatte ja auch schon Pferde kotzen sehen. Auch blinde Hähne ficken mal ein Huhn, hatte Kevin immer gesagt. Bei ihm schien der Spruch ja Wahrheit geworden zu sein.

Ute erschien nicht wie sonst im ständerfreundlichen Röckchen, sondern einer einfachen Jeans und einem Hemd, was mich schon wunderte und mir eigentlich den ersten Fingerzeig hätte geben müssen, dass diese Party nicht mit erotischen Tänzen und halbbekleideten Frauen, wie ich es mir insgeheim vorgestellt hatte, ablaufen würde.

Selbst in diesem fast langweiligem Outfit sprühte Ute vor Sex-Appeal, was auch daran lag, dass sie ein bis zwei Knöpfe am Hemd mehr geöffnet hatte, als polizeilich erlaubt sein sollte. Ihre prallen Brüste atmeten sozusagen, um im Gegenzug allen männlichen Betrachtern den Atem zu verschlagen. Sie musterte mich mit einem befriedigten Gesichtsausdruck. Anscheinend war auch ich passend angezogen.

Vanessas Wohnung war eine Vierer-WG, alles Frauen, und die Party sollte sich in dreien der vier Zimmer abspielen. So war der Plan, aber es kamen einfach nicht so viele Leute, wie sie erwartet oder erhofft hatte. Und Ute hatte recht gehabt; fast nur Frauen, außer mir war noch ein anderer Mann dort, so Mitte Vierzig, der Freund der dreißigjährigen Schwester Vanessas. Ansonsten zehn bis fünfzehn zum Teil klasse aussehender Frauen, von der sich aber keine richtig aufgebrezelt hatte.

Die hatten sich alle auf einen Frauenabend eingerichtet, wie es schien. Es wurde schon getrunken, aber ich fing sehr schnell an, mich zu langweilen, denn die Frauen unterhielten sich über Leute und Dinge, die ich nicht kannte. Der Höhepunkt war dann noch eine Dia-Show am Computer, von irgendeinem Urlaub, den Vanessa mit ihrer Schwester gemacht hatte.

Ein wenig anklagend sah ich Ute an, die mir gegenübersaß. Sie legte den Kopf schräg und lächelte. Dann unterhielt sie sich leise mit Carmen, die ich als eine ihrer besseren Freundinnen einschätzte und die auch öfter rumkam. Sie grinsten beide und sahen demonstrativ zu mir herüber.

Carmen sah mich von oben bis unten an. Mir wurde heiß und kalt. Dann kicherte sie und nahm ihr Gespräch mit Ute wieder auf. Na denne, das war wohl nichts. In eine wilde Orgie würde sich dieser Totentanz auch nicht mehr verwandeln, es sei denn, ich war auf ein Lesben-Nest gestoßen. Ich nahm mir noch ein Glas Wein.

Plötzlich stand Carmen auf und setzte sich auf den freien Platz neben mir. Ute zündete sich eine Zigarette an und lehnte sich genüsslich zurück.

„Na Steffen … amüsierst du dich?“

„Na, hält sich in Grenzen.“

„Nicht so ganz die Party, die du dir erhofft hast?“

„Ach, weiß nicht, was ich erwartet hab. Ute hat nicht so viel erzählt.“

„Wie alt bist du jetzt? Achtzehn?“

„Ja.“

Carmens dunkle Augen blitzten im Kerzenlicht. Sie sah gut aus, keine Frage, keine Schönheit, aber durchaus hübsch. Ihr langes braunes Haar trug sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie roch leicht nach Parfum, das verwirrte und erregte mich etwas. Das war eine Frau, kein Mädchen. Und sie flirtete mit mir, zumindest ansatzweise.

„Deine Freundin wollte nicht mit?“

„Ich hab gerade keine.“

„Schwer zu glauben. So ein süßer, kleiner … shit, Ute, ich bring das nicht.“

Sie grinste albern und tätschelte zu allem Überfluss auch noch mein Haar.

„Nichts für ungut Kleiner.“

Na, ich war ganz schön bedient. Bis auf Ute waren nur wenige der Aktion gefolgt. Trotzdem wäre ich am liebsten aufgesprungen und rausgelaufen. Ute sah auch ein wenig enttäuscht aus, und nahm nach kurzer Zeit Carmens Platz ein.

„Sorry, so sollte das eigentlich nicht laufen.“

Ich war zu angefressen, um ihr zu antworten und klaute mir stattdessen eine Zigarette aus ihrem Päckchen.

„Echt. Sie findet dich niedlich und so. Aber du bist ihr wohl doch ein wenig zu jung.“

„Mmmh.“

„Wir können auch bald abhauen, wenn du willst. Ich bin auch schon etwas müde.“

„Ja, los, lass uns abhauen. Die ganze Party ist nicht mein Ding.“

„Okay. Na, ich habe von Lissy ein bisschen Grass bekommen, nicht viel, aber für eine Tüte für zwei wird es reichen. Das können wir uns dann zur Belohnung zu Hause noch reintun, so tapfer, wie du hier durchgehalten hast. Was hältst du davon?“

„Ja, klingt gut. Soll ich uns ein Taxi rufen? Wo ist das Telefon?“

„Im Flur. Ich mach das schon.“

Ich war mehr als nur erleichtert, dass wir endlich da weg kamen. Die Taxifahrt war kurz und schmerzlos. Wir gingen in Utes Zimmer. Sie legte etwas Musik auf und baute dann den Joint auf ihrem Bett. Ich saß auf einem Bean-Bag davor. Sie hatte sich auf den Bauch gelegt. Ihre Brüste sprangen halb aus ihrem Hemd; ihr BH war wohl auch nur zur Zierde da.

„Nochmal sorry wegen Carmen. Ich war mir echt fast sicher, sie würde dich … versorgen.“

„Da kannst du doch nichts für. Acht Jahre sind auch eine ganze Menge halt.“

„Aber gefallen hätte sie dir?“

„Weiß nicht, schon, sieht ganz gut aus. Vom Charakter her ist sie aber komisch …“

„Na, du solltest sie ja auch nicht heiraten … nur … weißt schon. Spannungen abbauen.“

„Mmmh.“

Sie gab mir ihr Werk zum Anrauchen. Ich saugte heftig an dem Teil, aber es war wirklich nicht viel drin. Ich schmeckte hauptsächlich Tabak.

„Und du rauchst jetzt wieder richtig?“

Ich reichte ihr den Joint.

„Nee. Auch mit den Zigaretten sollte ich mal ganz schnell wieder aufhören. Ist diese ganze Geschichte. Geht mir doch mächtig unter die Haut.“

Sie schwieg dann, um möglichst lange den Rauch in der Lunge zu behalten. Als ich wieder dran war, gähnte sie ein paar Mal.

„Erst halb zwei und ich bin schon völlig hin. Na, ist wohl wegen der letzten Nächte, da habe ich echt nicht viel geschlafen.“

„Ich lass dich gleich ins Bett, wenn wir aufgeraucht haben.“

„So meinte ich das nicht. Wenn du mir gestern nicht ausgeholfen hättest, wäre ich bestimmt die ganze Nacht wachgeblieben.“

„Oh … bist du denn danach schnell eingeschlafen?“

Sie lächelte amüsiert.

„Nein, nicht unbedingt schnell.“

Mir wurde heiß und kalt. Sie ließ mich wissen, dass sie sehr wohl alles mitbekommen hatte. Meine Stimme klang plötzlich belegt.

„War ja auch etwas eng in meinem Bett.“

„Ich fand das eher schön.“

„Und ich erst.“

Das rutschte mir einfach so raus. Ihr Lächeln machte mich wieder völlig nervös. Ich drückte die Tüte aus. Besonders viel merkte ich noch nicht.

„Das war’s dann wohl.“

„Du kannst heute Nacht hier bei mir mit schlafen, wenn du willst.“

Mit diesem Angebot hatte ich nun gar nicht gerechnet.

„Meinst du das ist eine gute Idee?“

Wo kam der Satz denn her? Idiot, Idiot, Idiot. Natürlich hätte ich mich in diesem Augenblick nichts Schöneres vorstellen können. Sie schien von dieser Frage ebenfalls überrascht und leicht aus dem Konzept gebracht.

„Nun … wenn du … lieber alleine in deinem Zimmer schlafen willst …“

„Nee, ist schon okay. Klar, warum denn nicht. Gerne. Wirklich. Überhaupt kein Problem. Echt.“

Das klang schon wieder zu enthusiastisch, zu erwartungsfroh. Hoffentlich kriegte sie jetzt nicht Bedenken.

„Gut. Ich wollte aber wie gesagt gleich ins Bett.“

„Okay.“

Sie rollte postwendend auf ihren Rücken und öffnete ihre Jeans, zog sie rasch herunter. Sie trug einen Hauch von einem Slip und der war zudem so kurz, dass einige vorwitzige Härchen von ihrer Einflugschneise sichtbar wurden. Dann setzte sie sich wieder auf und begann an ihrem Hemd zu knöpfen. Sie sah nicht in meine Richtung, aber musste meine geweiteten Augen auf sich spüren. Sie sprach trotzdem weiter.

„Willst du in Klamotten schlafen?“

„Oh … ich ziehe mir dann wohl besser einen Pyjama an.“

„Mach was du willst, ich schlafe jedenfalls nackt.“

Meine Kinnlade fiel nach unten. Erst als sie sich grinsend umdrehte, wurde mir klar, dass sie mich nur aufzog.

„Sehr witzig.“

Als Antwort streifte sie ihr Hemd ab und öffnete ihren BH, zog ihn aber nicht runter.

„Na dann zieh dir mal schön deinen Schlafanzug an.“

Mit anderen Worten: ich war vor der Krönung ihres Striptease entlassen. Ich wollte noch einen Spruch machen, aber mir fiel nichts Sinniges ein. In meinem Zimmer zog ich mich zwar rasend schnell um, aber mein Schwanz nutzte die neue Freiheit, um im Nachhinein mit voller Wucht auf das Gesehene und Geschehene zu reagieren. So traute ich mich doch noch nicht auf ihr Zimmer. Also sprang ich noch schnell zum Zähneputzen ins Bad. So ganz runter kriegte ich ihn trotzdem nicht.

Ute lag schon im Bett und rauchte eine Zigarette. Für eine Nichtraucherin schlug sie ganz schön zu. Sie trug wieder das Nachthemd von letzter Nacht. Im Schein ihrer Nachttischlampe konnte ich ihre Brustwarzen sehen. Ich beeilte mich, unter die Decke zu schlüpfen.

„Kann ich auch noch eine haben?“

„Klar.“

Wir zitterten beide ein wenig, sie, als sie mir die Schachtel hinhielt, ich, als ich mir die Zigarette herausnahm. Die Luft knisterte mit Elektrizität. Plötzlich drückte sie ihre Zigarette nur halb geraucht aus.

„Ich muss noch mal pullern. Bin gleich wieder da.“

Sie bewegte sich eigentlich sehr rasch, aber trotzdem sah ich für einen exquisiten Moment die Kontur ihres göttlichen Körpers im Gegenlicht der Lampe. Und meinte auch zu sehen, dass sie diesmal nicht wie gestern Nacht ein Höschen drunter trug. Sie verschwand und ich schaute mich schnell um, um festzustellen, ob ich mir das nicht nur eingebildet hatte. In der Tat lag ihr Schlüpfer achtlos neben ihren Söckchen auf Erde. Es waren kleine Häschen drauf. Mein Herz fing wild an zu hämmern. Ich konnte ihre Rückkehr kaum erwarten.

Ute schloss die Tür und legte noch eine andere CD auf. Jetzt schien sie es überhaupt nicht mehr eilig zu haben. Ihre Bewegungen waren anmutig und zielgerichtet. Ich konnte meine Augen kaum von ihr lösen. Sie ging noch zum Fenster, stellte es auf Kipp und zog dann die Jalousien herunter.

Ich musste mein Knie anziehen, damit mein Ständer keinen offensichtlichen Zelt-Bau vollzog. Sie setzte ihre Live-Show erbarmungslos fort, bückte sich nach ihren Klamotten und spielte die gute Hausfrau, faltete ihre Jeans und was weiß ich was; alles um mein Blut zum Kochen zu bringen, denn natürlich war sie sich bewusst, was sie mir im Zuge da fürs Auge bot.

Meine einzige Sorge war die Größe ihres Betts. Es war eines dieser französischen Dinger, bestimmt anderthalb Meter breit, also mit Zwangskuscheln würde es hier nichts werden. Vielleicht war diese Vorstellung ja als Ersatz dafür gedacht. Ich war auf jeden Fall etwas enttäuscht, als sie dann doch unter die Decke schlüpfte. Prompt drehten wir uns beide erst mal in respektvoller Entfernung auf die Seite und sahen uns an.

„Soll ich das Licht ausmachen?“

„Wie du willst.“

„Dann lasse ich es noch einen Moment an. Kann ich mir bei dir die Füße wärmen? Die sind eiskalt.“

„Ja, mach ruhig … huch … du hast nicht übertrieben. Hast du immer solche Eis-Beine?“

„Nicht immer, aber immer öfter. Und immer, wenn ich rauche. Irgendwas mit der Durchblutung.“

„Aha, verstehe.“

„Du kannst sie mir ja vielleicht ein bisschen warmreiben, wenn du willst.“

„Oh … wie soll ich …“

Zur Antwort ließ sie ihren rechten Fuß langsam an meinem Bein hochgleiten, was ob der Kälte und der Erregung, die ineinander übergingen, meinen ganzen Körper erschauern ließ. Ich entließ meinen Atem mit einem gehauchten Stöhnen. Sie hielt auf meinem Oberschenkel an. Ihr Gesicht war das perfekte Pokerface.

„So müsstest du drankommen.“

Das stimmte, also ich rieb und knete an ihrem kalten und erstaunlich kleinem Fuß herum, bis er fühlbar wärmer wurde.

„Das machst du richtig gut. Jetzt den anderen.“

Sie veränderte ihre Position und brachte ihren linken Fuß an mein Becken, parallel zu und nur wenige Zentimeter entfernt von meinem knüppelharten Zepter. Ihr feines Lächeln hatte einen leicht durchtriebenen Unterton. Sie wusste genau, wo sie da gelandet war. Und um ihr zu zeigen, dass ich wusste, dass sie wusste, nahm ich ihn da nicht gleich weg, um sie zu massieren, sondern sah ihr einfach nur tief in die Augen.

„Nicht einschlafen.“

„Immer mit der Ruhe.“

Auch diesen Fuß bearbeitete ich mit Hingabe und positivem Ergebnis. Sie sah sehr zufrieden aus.

„Danke. Soll ich jetzt das Licht ausmachen?“

„Ja, mach ruhig.“

Sie löschte das Licht. Dann kam sie ganz dicht an mich heran.

„Ich bin jetzt aber wieder alles andere als müde. Was ist mit dir?“

„Geht so.“

„Mir ist immer noch etwas kalt. Du bist so schön warm. Ich komm dir mal näher. Ist das so okay für dich?“

Es war ziemlich völlig und vollständig jenseits von okay. Sie presste ihre Titten gegen meine Brust und ihr rechtes Bein drückte sie zwischen meine, zog dann den Oberschenkel an. Mein Ständer drückte gegen ihren Bauch.

„Klar doch.“

Ich glaubte ihr Schamhaar auf meinem Oberschenkel durch den Stoff meiner Hose spüren zu können. Ihre Brustwarzen waren ebenfalls deutlich fühlbar. Sie legte ihren rechten Arm um mich. Ihr Gesicht war mir so nah, dass ich ihren Atem spüren konnte.

„Ja, so ist das schön.“

Das konnte ich nur bestätigen. Quälerei, natürlich. Aber die Schönste, die man sich denken konnte.

„Deine Schlafanzughose kratzt.“

„Echt? Merke ich bei mir nicht.“

„Ich schon. Meine Haut ist vielleicht etwas empfindlicher. Zieh sie aus.“

Ich konnte im Dunkel ihren Gesichtsausdruck nicht lesen.

„Du willst mich jetzt hochnehmen, oder?“

„Nein, im Gegenteil, ich will dir einen runterholen. Für all die Frustration von heute Abend. Weil du für mich da warst, dafür will ich jetzt für dich da sein. Wenn du das möchtest, heißt das natürlich.“

Ich traute meinen Ohren kaum. Sie zog ihr Bein zurück und wartete auf meine Entscheidung. Ich zog meine Schlafanzughose aus. Ich sah ihre weißen Zähne im Dunkeln blitzen.

„Guter Junge. Du wirst es nicht bereuen.“

Ihre wohltuend kühlen Hände wickelten sich um meinen heißen Schwanz, nahmen sozusagen erst mal Maß.

„Oh, das ist ein Prachtexemplar. Junge, Junge, der platzt ja gleich, so aufgepumpt wie der ist.“

Das hatte sie sehr fein beobachtet, und ihre nun langsam einsetzende Handarbeit mit der rechten bei gleichzeitiger Eiermassage mit der linken sorgte dafür, dass sich diese Situation schnell noch verschärfte.

„So gut?“

„Oh Wahnsinn. Ja. Au!“

Sie zog etwas Haut zwischen zwei Fingernägel und kniff mich kurz hinein.

„Sollst ja auch was davon haben. Du warst doch schon kurz davor, oder?“

„Ja.“

„Na siehst du. Lass dein großes Schwesterchen mal machen, lehn dich einfach zurück und genieße es.“

Das tat ich dann auch. Was sie mit meinem Schwanz anstellte, war unglaublich. Ich übte ja nun jeden Tag, aber diese Art von Expertise hatte nicht mal ich. Sie wechselte Druck und Tempo, schüttelte mich langsam kurz vor den Höhepunkt, um dann wieder anzuhalten, die Tropfen meiner Vorfreude ausquetschend und an meiner Eichel verreibend einzumassieren.

Ich verging fast vor Wonne, keuchte und stöhnte, während sie mich nach allen Regeln der Kunst wieder dem Höhepunkt entgegen rubbelte, dann wiederum anhielt. Sie schnippte schmerzhaft gegen meine Eichel, und schon hatte ich erneut einige Minuten gewonnen, aber dann halfen auch ihre Tricks nichts mehr. Ich kam richtig heftig, mein heißes Sperma klatschte auf das Nachthemd meiner Schwester.

Sie warf kurz die Bettdecke auf. Ich sah wie sie sich das Nachthemd abstreifte und es neben das Bett warf. Dann kuschelte sie ihren nackten Körper an mich.

„Und du hast mir nicht geglaubt, als ich sagte, ich würde nackt schlafen.“

„Ich kann überhaupt noch nicht glauben, was hier gerade passiert ist.“

„Wieso, hat es dir nicht gefallen?“

„Natürlich hat es mir gefallen. Soll ich … willst du … soll ich auch bei dir…“

„Nein. Wir kuscheln und dann schlafen wir. Ich wollte dir nur einen Gefallen tun, okay?“

„Okay. Und danke.“

„Keine Ursache. Und nun lass uns ruhig versuchen, zu schlafen. Ich bin jetzt doch ganz schön müde.“

Sie küsste mich auf die Wange. Trotz des nackten Körpers neben mir, der sich an mich schmiegte und samtweich meinen eigenen umspielte, wurde auch ich langsam von einer bleiernen Müdigkeit ergriffen. Ich hatte eigentlich geplant wach zu bleiben, bis sie entschlummert war, um vielleicht doch die nackte Terra Incognita streichelnd zu erforschen, aber mein eigener Körper spielte einfach nicht mit.

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Ich erwachte völlig desorientiert und wusste erst einmal überhaupt nicht, wo ich war. Eine Hand strich mir durchs Haar. Utes grinsendes Gesicht tauchte über mir auf.

„Morgen. Ist schon halb zwölf. Wir sollten langsam aufstehen.“

Dagegen war prinzipiell nichts einzuwenden. Die Erinnerung an die letzte Nacht kehrte vehement fühlbar zurück. Also war es opportun, dass sie als erste aufstand.

„Morgen. Ja, gleich. Ich brauch noch ein paar Minuten.“

Sie zuckte mit den Schultern und kroch aus dem Bett. Ihre Nacktheit verbarg sie nicht vor mir, suchte sich in aller Seelenruhe frische Wäsche heraus, badete sozusagen in meinen begehrlichen Blicken. Ich hatte eh bereits eine leichte Morgenlatte gehabt, nun wurde ein Steifer draus, dass es ärger nicht ging.

„Ich spring dann mal unter die Dusche. Wenn du vor mir fertig bist, kannst du ja schon mal Kaffee aufsetzen.“

Amüsiert quittierte sie die sichtbare Erhöhung des Deckbetts mit einem anzüglichen Grinsen, bückte sich dann mit theatralischer Geste nach ihrem Nachthemd und warf es mir zu.

„Das muss sowieso in die Wäsche. Bis gleich.“

Von mir aus hätte sie noch Stunden nackt vor mir herumspringen können. Zwingend notwendig war das aber nicht, denn das eben Gesehene tanzte noch immer vor meinen Augen, im schwankenden Rhythmus meiner euphorischen Wichserei. Ich warf das Zudeck ab, um ihr nicht die schwarze Satinbettwäsche zu versauen, obwohl ich hinterher feststellte, dass dort ohnehin schon deutliche Spuren der letzten Nacht vorhanden waren. Sie hatte kaum das Wasser in der Dusche angemacht, da musste ich schon ihr Nachthemd bemühen.

Das Denken setzte erst wieder in meinem eigenen Zimmer ein. Was für eine klasse Schwester ich da hatte. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass ich viele große Schwestern gab, die ihren kleinen Brüdern diese Art von „Gefallen“ taten.

Es war nun schon fast Mittag und irgendwie immer noch nicht richtig hell. Dunkle Wolken am Horizont deuteten auf einen starken Regenguss hin. Die Dächer der umliegenden Häuser, die ich aus dem Küchenfenster sah, waren bereits nass. Ich warf die Kaffeemaschine an, tat ein paar Aufback-Brötchen auf den Toaster-Aufsatz und deckte den Tisch. Ich stank wie ein alter Ziegenbock, also würde auch ich gleich nach dem Frühstück duschen müssen.

Ute kam herunter und wir frühstückten gemeinsam. Außer einem feinen Lächeln hin und wieder, war nichts an ihrem Verhalten oder Ausdruck anders als sonst. Wir sprachen die vergangene Nacht mit keinem Wort an. Stattdessen war sie ganz die alte, legte einen Tagesplan für uns aus.

Ich sollte duschen, dann wollten wir gemeinsam einkaufen gehen, danach ins Krankenhaus. Und dann sollte ich wenigstens ein paar Stunden lernen. Ich glaube, ich hätte normalerweise gegen diese Bevormundung protestiert. So aber hatte sie doch ein hübsches Punktekonto der Gunst bei mir angelegt, von dem sie erst einmal zehren konnte.

Nach der Dusche machte ich noch schnell einige Telefonate, um herauszufinden, ob ich nicht irgendwo doch etwas zum Rauchen auftreiben konnte. Nichts. Die wenigen, die etwas hatten, wollten davon nichts abgeben und konnten mir auch nicht sagen, wo noch etwas aufzutreiben war. Ich rauchte eher selten und hatte keine festen Quellen. Mir war schon klar, dass ich irgendwie hoffte, Ute mit weiteren Raucheinlagen zur Fortsetzung unserer Spielchen zu animieren.

Der letzte Mitschüler, den ich anrief, riet mir, doch einfach im Head-Shop in der Innenstadt eine der legalen Alternativen zu besorgen, und nannte mir auch gleich verschiedene Marken, die sich lohnen würden. Ich hatte diese Sachen nie probiert, hatte nur die ganze „Spice“-Diskussion mitbekommen, als dieses schon i*****l geworden war.

Ute drängelte ein wenig, als ihr Zeitplan in Gefahr geriet. Der große Supermarkt, in dem wir einkaufen gingen, war brechend voll, und wir mussten Ewigkeiten in der Schlange vor der Kasse warten. Auf der Fahrt dorthin hatten wir ihre letzten Zigaretten geraucht. Nun, da wir vor dem Zigarettenregal an der Kasse standen, griff sie erst schnell zu einem Päckchen und warf es aufs Band, besann sich dann aber anders und tat es zurück.

Ich weiß nicht, welcher Teufel mich da ritt, aber ich trat hinter sie, so dass unsere Körper sich berührten, griff an ihr vorbei und legte das Päckchen wieder aufs Band.

„Eh … ich hab doch gesagt, ich will nicht wieder richtig anfangen.“

„Du sagst viel, wenn der Tag lang ist.“

„Ach was. Komm lass mich …“

Sie wollte zum Päckchen greifen, aber ich hielt ihre Hand fest. Sie wehrte sich spielerisch und drückte mir ihren Hintern gegen mein Becken; ihre Nähe war unglaublich erregend.

„Sakra, könnt ihr zwei vielleicht aufhören zu turteln? Es geht weiter.“

In der Tat hatte die Kassiererin bereits die Hälfte unserer Waren über den Scanner gezogen. Der Opa mit dem ungesund roten Gesicht, der uns darauf aufmerksam gemacht hatte, strahlte zu viel natürliche Autorität aus, um einen dummen Spruch zur Entgegnung zu wagen. Er setzte noch einen drauf:

„So was gehört sich auch nicht in aller Öffentlichkeit.“

Na, wenn der wüsste. Wir tauschten einen kurzen, verschwörerischen Blick und fingen dann an, die Sachen in den Wagen zu schmeißen. Die Zigaretten kamen mit und ich steckte sie vorsorglich in meine Jackentasche. Sie hatte von der Fleischtheke Mett besorgt und schickte mich zum auch in dem Markt befindlichen Bäcker, um Brötchen und Brot zu holen, während sie sich ans Bezahlen machte. Wir trafen uns auf dem Parkplatz. Sie ging schnell noch einmal ihre Einkaufsliste durch.

„Ich glaube, wir haben alles. Oder fällt dir noch was ein? Getränke haben wir noch, fast eine ganze Kiste, ich habe vorhin nachgeschaut.“

Ich sah auf die Uhr. Es war kurz vor drei. Um drei wollten wir im Krankenhaus sein. Der Head-Shop war nicht weit von hier.

„Ich wüsste noch was. Tobias hat mir von legalen Alternativen erzählt … weißt doch, wie Spice, nur halt noch legal. Gibt es im Head-Shop an der Marktstraße. Ich würde das gerne mal probieren.“

„Mann, bist du bekloppt? Du sollst für die Prüfung lernen und dir nicht die Hucke vollkiffen. Soweit kommt’s noch.“

Sie schlug energisch den Kofferraumdeckel zu.

„Ich lerne schon genug. Außerdem kann ich das Meiste auch schon. Und das Zeug wäre für hinterher.“

Wir stiegen in das Auto, gerade noch rechtzeitig, da es schon wieder zu regnen anfing.

„Schweinewetter. Schnall dich an, ab ins Krankenhaus.“

„Head-Shop.“

Sie wollte schon das Auto starten, aber nahm die Hand wieder vom Zündschlüssel.

„Kommt nicht in Frage. Ich hab dir doch gesagt, wir müssen vernünftig sein, du ganz besonders. Weil wir … in den letzten Tagen beide ein wenig über die Stränge geschlagen haben, heißt das noch lange nicht, dass das so weitergehen kann.“

„Und warum nicht?“

„Was ist das denn für eine Frage? Es hat sich nichts verändert, verstehst du? Okay, wir haben … Dinge getan, die … vielleicht … etwas ungewöhnlich sind … für Geschwister jedenfalls …“

„Hast du Schiss, dass du die Kontrolle verlieren könntest? Dass es dir zu gut gefällt?“

„Na, jetzt fährst du ja wohl völlig ab. Was bildest du dir eigentlich ein? Ich wollte nett zu dir sein, nicht mehr und nicht weniger, weil ich das Gefühl hatte, du brauchst das. Hätte ich gewusst, dass du das so in den falschen Hals kriegst …“

„Nun komm mal runter. Ich hab gar nichts in den falschen Hals gekriegt. Ich fand es einfach toll, was du gemacht hast. Und wie du dich mir gegenüber verhältst … so verständnisvoll und lieb und so weiter. Wirfst du mir vor, dass ich mir wünsche, es würde so bleiben und wir kehren nicht zu unserem Hund und Katze-Verhältnis zurück?“

Sie seufzte.

„Nein, natürlich nicht. Aber das heißt noch lange nicht, dass wir … das war gestern eine einmalige Sache, verstehst du? Wir sind beide ein bisschen durcheinander … wir müssen uns jetzt zusammenreißen. Punktum.“

Sie startete den Wagen.

„Es ist doch nur fünf Minuten von hier mit dem Auto. Du brauchst nicht mal großartig parken, ich springe einfach schnell raus und hole das Zeug.“

„Leck mich. Ich leiste dem keinen Vorschub. Und ich rauche auch nicht mehr mit dir, damit du es weißt. Wir fahren jetzt ins Krankenhaus. Was du danach machst, ist deine Sache. Ich will davon nichts wissen, schließlich bist du ja volljährig.“

Sie klang ganz schön sauer und ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass jeder weitere Überredungsversuch zwecklos war. Einem kurzen Geistesblitz folgend zog ich das Päckchen Zigaretten aus der Tasche, öffnete es, zog eine heraus, rauchte sie an und hielt sie ihr demonstrativ hin. Sie schüttelte erst energisch den Kopf, musste dann aber wohl wider Willen grinsen und schnappte sie sich dann doch.

„Du bist mir so eine Marke.“

Wir fuhren tatsächlich direkt zum Krankenhaus. Meine Mutter sah müde aus und war auch etwas unkonzentriert. Sie schien sich über unseren Besuch trotzdem zu freuen.

„Kommt ihr zurecht?“

„Ja, mach dir mal um uns keine Gedanken. Wie fühlst du dich?“

„Müde. Frustriert. Mir tut alles weh. Aber das wird schon. Heute ist Samstag?“

„Ja. Wir waren gerade schon einkaufen, fürs Wochenende.“

„Schön, dass ihr so gut miteinander klar kommt. Ich muss wohl noch eine Weile hierbleiben. Ich hoffe nur, dass ich mich bald wieder erinnern kann. Das ist schlimmer als die Schmerzen … ich weiß, dass ihr meine Kinder seid … aber … es ist … als ob ich euch gerade erst kennenlerne. Ich strenge mich an, aber …“

Sie seufzte verzweifelt. Ute streichelte ihr zärtlich das Haar.

„Lass man, Mama, das wird schon. Reg dich bitte nicht auf. Der Arzt hat gesagt, die Therapie fängt schon am Montag an, wenn du auf die andere Station kommst.“

„Ist mein Auto denn kaputt?“

Wir tauschten einen schnellen Blick aus.

„Kannst du dich denn daran erinnern?“

„Nein … aber der Arzt hat gesagt, ich hatte einen Autounfall.“

Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Ute offensichtlich auch nicht. Sie beeilte sich, die Macherin wieder herauszukehren.

„Ich rufe gleich Montag bei der Polizei an und frage, was damit ist. Aber das ist doch alles nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass du jetzt schnell wieder gesund wirst.“

„Hast recht, Kind. Dein Bruder hat das ganz richtig gesagt, du bist wirklich eine Schönheit. Hast du denn auch einen Freund?“

Das Thema schien Ute eher unangenehm zu sein.

„Im Moment nicht. Wir wollen dich jetzt aber auch nicht überanstrengen. Ruhe dich erst mal aus. Wir kommen morgen Nachmittag wieder um dieselbe Zeit.“

„Bleibt ruhig noch eine Minute. Und du, lernst du schön für deine Prüfung?“

„Na klar, ich werde heute noch einmal alles durchgehen, aber ich bin eigentlich schon fit. Ein paar Stunden höchstens noch, und am Montag noch einmal eine Auffrischung, und dann klappt das schon.“

„Prima. Ich drücke dir jetzt schon mal die Daumen. Kann dir Ute nicht beim Lernen helfen?“

Wir schüttelten beide synchron den Kopf.

„Nein, damit nicht. Ansonsten tut sie alles für mich, was sie kann. Sie ist die beste Schwester, die man sich wünschen kann.“

Ute biss sich auf die Unterlippe. Das hatte gesessen.

„Das freut mich. Passt man gut aufeinander auf. Ich bin so müde …“

„Ja, komm, wir lassen dich jetzt auch schlafen. Bis morgen.“

Wir küssten sie beide zum Abschied und gingen schweigend zum Auto. Erstaunt stellte ich fest, dass Ute nicht in Richtung unserer Wohngegend fuhr.

„Zünd mir noch mal eine Kippe an. Also gut, ich fahre dich zu deinem Scheiß Head-Shop, aber nur unter der Bedingung, dass du wirklich bis heute Abend ordentlich lernst. Versprichst du mir das?“

„Klar. Danke.“

Ich besorgte schnell das Päckchen „Bonzai“, was mir Tobias besonders empfohlen hatte und wir fuhren rasch nach Hause. Ich hielt mich an die Abmachung und lernte fleißig, obwohl meine Neugier fast unerträglich war. Ute brachte mir sogar einige Mettbrötchen aufs Zimmer, mit Zwiebeln und allem drum und dran.

Wenige Minuten später kam sie mit einem Wäschekorb herein, und sammelte meine Schmutzwäsche ein, auch meine verkrusteten Schlafanzughosen, die sie mit spitzen Fingern und einem anzüglichen Grinsen in den Korb packte. Sie rumorte auch noch weiter im Haus rum, saugte und putzte, machte sich dann ans Kochen.

Nach dem gemeinsamen Mahl, Spaghetti mit einer klasse Bolognese Soße, machte ich dann unaufgefordert den Abwasch, was sie mit einem befriedigten Nicken quittierte. Danach zogen wir uns wieder auf unsere Zimmer zurück, aber sie kam kurz darauf noch einmal zu mir.

„Ich gehe kurz zum Kiosk. Brauchst du noch was?“

„Was willst du denn beim Kiosk?“

„Zigaretten kaufen.“

Sie schien etwas verlegen, aber ich ließ die Gelegenheit sie damit zu piesacken, ungenutzt verstreichen.

„Wir haben doch noch welche.“

Die hatte ich immer noch in meinem Besitz.

„Das sind deine. Also, brauchst du was?“

„Große Blättchen vielleicht.“

„Na klasse. Wie peinlich ist das denn, Filterzigaretten und große Blättchen? Was soll Herr Schmidt denn von mir denken?“

„Um diese Zeit ist eh nur noch seine Aushilfe da. Warum fragst du mich, wenn du dann so ’n Aufstand machst?“

Sie grummelte vor sich hin und verschwand dann. Als sie zurückkam, warf sie mir die King Size Blättchen auf das Bett und machte auf dem Absatz kehrt, um mein Zimmer zu verlassen.

„Willst du nicht mitrauchen?“

„Ich habe dir doch gesagt, ich mach das nicht mehr mit dir.“

„Na, ich hab mein Tagewerk getan und werd das jetzt testen. Ich bin echt neugierig, wie gut das wirklich ist.“

„Ist da auch das künstliche THC drin?“

„Nee, sonst dürften sie es hier ja nicht mehr verkaufen.“

„Hm. Na dann viel Spaß.“

„Kann ich dich wirklich nicht zu ein paar Zügen verführen? Ist ja nun kein echtes Grass.“

Sie rollte theatralisch mit den Augen.

„Also gut, damit du endlich Ruhe gibst. Wenn du aber glaubst, dass ich dir nochmal einen runterhole, hast du dich geschnitten.“

„Hab ich irgendwas von Sex gesagt?“

„Das war kein Sex. Das lief unter Service.“

„Du bist ja witzig. Na, aber es war ein erstklassiger Service. Du hast zumindest einen völlig zufriedenen Kunden.“

„Red nicht, bau.“

Dazu hätte es keiner weiteren Aufforderung bedurft. In Ermangelung anderer Sitzgelegenheiten, abgesehen von meinem Schreibtischstuhl, ließen wir uns auf meinem Bett nieder. Sie trug eine enge schwarze Adidas-Trainingshose und ein weißes Sweatshirt. Weggehen wollte sie wohl nicht mehr.

„Wie kommt das eigentlich, dass du keinen Freund hast?“

„Eh, fang du nicht auch noch an. Das geht dich gar nichts an.“

„Sorry, war nur so ’ne Frage.“

Sie seufzte leise.

„Ist kompliziert. Ich habe jetzt keine Lust, dir das zu erzählen. Und was ist mit dir? Du siehst doch gut aus und bist gar nicht so verkehrt, von einigen nervigen Macken mal abgesehen. Achtzehn war das Alter, wo ich meine Beine kaum noch zusammengekriegt habe. Was guckst du mich so entsetzt an? Meinst du ich wollte bis zur Ehe warten und mich aufsparen, oder was? Sex ist genial, so was versagt man sich nicht. Also, warum holst du dir Schwielen an den Händen, anstatt dich in reichlich vorhandenem Teeniefleisch auszutoben?“

„Keine Ahnung. Mir ist halt noch nicht die Richtige vor die Flinte gekommen.“

„Die Richtige? Schraub deine Ansprüche einfach auf „die Mögliche“ runter, und fertig ist die Laube. Hab doch erst mal richtig Spaß. Wie lange hast du denn nicht mehr mit einem Mädchen geschlafen?“

„Ich … ich hab noch gar nicht … es hat sich einfach noch nicht ergeben.“

„Machst du Witze? Du bist Jungfrau?“

„Ja, peinlich, nicht wahr? Peinlich, aber wahr.“

„Ach Quatsch, das muss dir doch nicht peinlich sein. Ist irgendwie fast süß. Und ich bin mir sicher, du wirst ein Mädchen finden, die das genauso sieht.“

„Man wird sehen. Ihr macht es mir aber auch nicht einfach, Mama und du.“

„Was meinst du denn damit?“

„Na ja, wenn man jeden Tag solche Schönheiten vor sich hat, kann man nicht anders als vergleichen. Und die meisten kommen da halt schlecht weg. Hm … eigentlich alle.“

„Genau, so macht man das. Wäre ich nicht deine Schwester, hätte mich ein Spruch wie dieser sicher angewärmt. Oder willst du jetzt ernsthaft mit mir flirten?“

„Und wenn?“

„Na, sagenhaft. Dann leg dich mal ordentlich ins Zeug. Gib mir das volle Programm.“

Ich überhörte ihren Spott geflissentlich und legte richtig los.

„Du hast eine Ausstrahlung … wie soll ich das sagen … so unglaublich sinnlich und fraulich, es ist kaum auszuhalten.“

„Du Armer.“

„Und dein Körper … ist eine echte Augenweide. Makellos. Wie eine griechische Göttin.“

„Jetzt kommst du ins kitschige Terrain, aber das gibt nur Abzug in der B-Note.“

„Wenn du dich bewegst … es ist als ob du dir deiner Weiblichkeit und deines Körpers voll bewusst bist … und auch deiner Wirkung. Das ist wie eine unausgesprochene Herausforderung.“

„Bravo. Das geht schon fast in Richtung nützlicher Beobachtungsgabe. Und sehr schmeichelhaft ist es noch dazu.“

„Und anscheinend musst du immer das letzte Wort haben.“

„Ja genau. Boah, das Zeug ist echt heftig.“

„Allerdings. Mit deinem von gestern überhaupt nicht zu vergleichen.“

Sie räkelte sich auf dem Bett und lächelte mich an.

„Aber hallo. Mir geht es saugut, das geht voll auf den Körper, ich find das echt geil. Los, komm, sag weiter schöne Sachen über mich.“

„Was willst du denn hören?“

„Sag mal was zu meinen Titten. Du hast mir gestern ja ausgiebig genug in den Ausschnitt geguckt.“

„Echt? Kann mich nicht mal mehr erinnern, wie die aussahen. Zeig doch mal.“

„Das könnte dir so passen. Durchtrieben auch noch, so ein Früchtchen, tsss.“

„Spaß beiseite. Deine Titten sind absolut göttlich, perfekt in jeder Beziehung. Gestern Nacht und heute Morgen warst du doch auch nicht so spröde.“

„Na, da wollt ich dich ja auch heiß machen.“

„Das ist dir auch mehr als gelungen.“

„Man tut, was man kann.“

Ich beschloss nachzusetzten.

„Wie war das eigentlich für dich?“

„Was?“

„Na, an mir rumzuspielen. Hat dich das angemacht?“

„Auch das musst du noch lernen … Frauen können Sex mit minimaler Eigenbeteiligung ausführen oder über sich ergehen lassen.“

„Mit anderen Worten, es war so und sogar richtig.“

„Ach, jetzt bist du hier der Frauenkenner oder was? Einbildung ist auch ‘ne Bildung.“

„Und jetzt willst du mir deine Titten zeigen.“

„Träum ruhig weiter. Weck mich, wenn du beim Blow-Job angekommen bist.“

„Hatte ich übrigens auch noch keinen.“

„Das kann ja jeder sagen. Auf so’n Bauerntrick falle ich nicht rein.“

„Im Ernst. Ich hab‘s mal selbst versucht, aber da muss man wohl ein Gummimensch sein oder dreißig Zentimeter haben.“

Ute bekam einen Lachanfall, in den ich bald einstimmte, weil er einfach ansteckend war.

„Wenn du das noch mal versuchst, sag Bescheid. Ich ruf all meine Freundinnen an und verlang Eintritt. Wir machen dann halbe, halbe.“

„Das könnte dir so passen. Ich weiß übrigens noch nicht, wie sich deine Titten anfühlen und das ist eine echte Bildungslücke.“

„Junge, Junge, elegant die Kurve gekriegt, als Überleitung gar nicht schlecht. Ich fühle mich für deine Bildung allerdings nicht verantwortlich. So wirst du wohl dumm sterben müssen.“

„Wenn alle Frauen so schnippisch sind wie du, dann werde ich wohl nie landen können.“

„Außer dieser hier wird keine deine Schwester sein, es sei denn, Mama legt noch mal eine nach.“

Sie stützte sich auf ihren Ellbogen und sah mich mit schräggelegtem Kopf und fröhlichem Lächeln an.

„Nebenbei hast du dich sehr ordentlich gemacht. Ich seh da keine Probleme für dich. Aber du musst dran denken, dass du Frauen mit Worten auf Dauer nicht beeindrucken können wirst. Da musst du schon Taten folgen lassen.“

„Etwas so?“

Meine Hände griffen ins volle Menschenleben. Sie reagierte sofort, packte meine Handgelenke und drückte meine Arme lachend zurück.

„Ja, aber so haben wir nicht gewettet, Bursche. Das war eine theoretische Ausführung gerade.“

„Deine Titten fühlen sich aber praktisch großartig an.“

„Davon bin ich überzeugt, aber du hast da keinerlei Begehungsrechte, ist das klar?“

„Ich will sie nicht begehen, ich will sie nur begreifen.“

„Ich hab gar nicht gewusst, dass du so witzig sein kannst.“

„Muss wohl in der Familie liegen.“

„Wie so vieles. Hörst du vielleicht mal auf, auf meine Titten zu starren?“

„Ich kann ja einen auf blind machen.“

Mit diesen Worten schloss ich meine Augen und ertaste mit ausgestreckten Armen ihre Glocken. Sie kicherte, aber nahm diesmal meine Hände nicht weg. Darauf war ich nun nicht vorbereitet gewesen.

„Was ist los, blind und feige?“

„Nur vorsichtig. Hast du irgendeinen spitzen Gegenstand in der Hand?“

„Nein, das ist wohl eher umgekehrt.“

„Das heißt du bist spitz?“

„Finde es doch heraus.“

Nun war ich wirklich sprachlos, trotzdem entschlossen, die Gunst der Stunde zu nutzen. Ich massierte ihre gloriosen Brüste mit wachsendem Gusto und Gustav. Plötzlich wich sie zurück. Ich wollte die Augen öffnen, aber sie erstickte diesen Versuch im Ansatz, indem sie mir ihre Hand darauflegte.

„Lass die Augen mal schön zu. Und jetzt mach ruhig weiter.“

Sie hatte sich ihr Sweatshirt und den BH ausgezogen, wenn sie überhaupt einen getragen hatte; so sicher war ich mir da nicht. Das war auch eine völlig irrelevante Frage in diesem Moment. Ich spielte mit den nackten Brüsten meiner Schwester, rieb vorsichtig an ihren harten Nippeln.

„Und, wie fühlt es sich nun an?“

„Himmlisch. Unglaublich. Traumhaft. Deine Titten sind echt der Hammer.“

„Okay, mit himmlisch hast du dir einen Blick verdient. Wage aber ja nicht aufzuhören. Du machst auch das sehr ordentlich.“

Sie sah in der Tat sehr zufrieden aus, als ich meine Augen öffnete. Und auch schon ganz angeregt. Ihr Gesicht war leicht gerötet, eine vorwitzige Strähne lief quer über ihre Stirn. Ihre Augen glänzten, als sie sich in stummer Faszination an meiner sichtbaren Begeisterung ergötzte. Ich streichelte ihre schmalen Schultern, um dann meine Hände wieder an ihre Brüste zurückzuführen, sie aneinanderzudrücken, von unten zu umfassen. Ich ließ meine Hände tiefer gleiten, irgendwie erwartend, dass sie mich stoppen würde, aber das tat sie nicht. Ich zeichnete ihren Bauch über dem Elastik der Trainingshose mit meinen Fingerkuppen nach.

„Vorsicht. Du bist am Todesstreifen. Mit Stacheldraht und Selbstschussanlagen muss gerechnet werden. Wenn du schlau bist, kehrst du jetzt um.“

Ich wollte aber nicht schlau sein. Ich spürte langsam, dass auch sie in Wallung kam. Ich hakte mich mit beiden Händen am Elastik ein. Ihr Gesichtsausdruck war irgendwo zwischen Belustigung und vielleicht uneingestandener Erwartung und Sehnsucht. Sie hob sogar das Becken an, als ich ihre Hose herunterzog. Als ich den Slip nachfolgen lassen wollte, hielt sie meine Hände fest.

„Fang nicht an, was du nicht zu Ende bringen willst.“

„Wenn du mir zeigst wie, dann bringe ich das zu Ende.“

„Lass mich raten, in diesen Regionen warst du bist jetzt auch noch nicht unterwegs?“

„Na und?“

Sie seufzte.

„Okay. Tu, was du nicht lassen kannst. Ich komm mir vor wie Mrs Robinson.“

Auch diesmal hob sie ihr Becken leicht an, um es dann neckend wieder auf das Bett zu drücken, gerade als ich ziehen wollte. Das Spiel wiederholte sie noch zweimal, bevor ich sie dann endlich in ihrer Vollendung vor mir hatte. Sie drehte mir ganz langsam ihr Becken zu und öffnete ihre Beine für mich. Es war das erste Mal, dass ich ein weibliches Geschlechtsteil in Fleisch und Blut so dicht vor mir sah.

Ute zog das Kopfkissen hinter ihren Kopf und öffnete ihre Schenkel noch etwas weiter. Ihre linke Hand bewegte sich aufreizend langsam herunter bis an ihr Schamhaar. Sie spreizte ihre Finger um das Haar herum und glitt tiefer. Sie zog mit dem Mittelfinger ganz leicht an dem Hautlappen über ihrem Kitzler, so dass dieser deutlich sichtbar wurde.

„Gefällt dir was du siehst? Schau genau hin. Dieser hübsche kleine Knubbel ist ab heute dein Freund. Behandel ihn immer gut und du wirst nie alleine sein. Ich will keine Fingerei, damit das klar ist, ich steh da nicht drauf und außerdem sind deine Fingernägel zu lang. Ich nehme an, du hast dich zumindest mit der Theorie des Leckens vertraut gemacht?“

Als Antwort ließ ich mich zwischen ihren Schenkeln nieder und fuhr mit meiner Zunge auf und ab an ihrer leicht feuchten Spalte. Sie wimmerte leise. Ich ließ meine Zungenspitze auf dem kleinen Schwellkörper tanzen. Auch das schien ihr sehr gut zu gefallen, da sie kurz aufstöhnte.

Ich züngelte vorsichtig etwas tiefer, war neugierig auf ihren Geschmack und überrascht von der einzigartigen Konsistenz ihres Sekrets, das sich wie Samt auf meiner Zunge anfühlte. Ich transportierte einiges davon herauf an ihrem kleinen und erwartungsfrohen Knöspchen, das sich bald schneller Auf- und Abwärtsbewegungen meiner Zunge erfreute.

Ute stöhnte nun unaufhörlich, hob und senkte ihr Becken, während sie mir über mein Haar und meine Schultern strich. Ich war mir unsicher über die Geschwindigkeit, in der dies stattfinden musste, aber in Pornos leckten die meist schnell, also gab auch ich von Anfang an Gas. Ute keuchte, aber bremste mich dann.

„Komm, treib mich nicht so. Etwas langsamer. Ja... So... Das ist es. Oh.. ja... Oh mein Gott.“

Ich war für diese Hilfe dankbar, ich wollte ja auch alles richtig machen. Ich machte kurze Pausen, in der ich meine Zungenspitze diagonale Kreuzmanöver vollführen ließ. Auch davon war sie richtig angetan, da sie stoßartig ihren Atem entließ und wild stammelte. Es war, als würde ich ein neues Instrument erlernen; ich spielte einen Rhythmus, der immer wieder von kleinen Soli durchbrochen wurde.

Auf der Gitarre war ich schon gut, hier brauchte ich sicher noch etwas Übung, aber ein so begeistertes Publikum hatte ich überhaupt noch nicht gehabt. Und beim Gitarre-spielen wurde ich mit Sicherheit nicht so geil; in meiner Jeans wurde es jedenfalls unerträglich eng, vor allem jetzt, da ich ihren verstärkten Lauteinsatz sehr richtig als Zeichen dafür wertete, dass sie sich ihrem Höhepunkt näherte. Ich fragte mich gerade, ob man das irgendwie auch an ihrem Geschlecht spüren konnte, als sie mit einem begeisterten „Aaaah“ kam.

Ich tauchte kurz zwischen ihren Schenkel auf, um in ihr Gesicht zu sehen, bekam aber sofort die Order, an den Ort des Geschehens zurückzukehren.

„Mach da noch ein bisschen weiter … Spiel noch ein bisschen damit … Du kannst auch mal dran saugen … oh ja … so … mmmh … ja, das machst du gut.“

Nun, da ich dies ohne Druck tun konnte, probierte ich so einiges, auch meine Zunge in ihr kleines Loch zu schieben, so tief es eben ging, mich dabei aufs Neue an diesem wunderbaren Gefühl und Geschmack ihres schleimigen Sekrets erfreuend.

„Okay. Das reicht. Hey … du bist ein Naturtalent. Und jetzt komm hoch und halte mich ganz fest.“

Wir verklammerten uns ineinander, sie klemmte meinen Oberschenkel zwischen ihre Beine, rieb ihr Gesicht an meinem, zögerte kurz und küsste mich dann auf den Mund, drang mit ihrer Zunge in meinen Mund-Raum ein. Ein langer Kuss folgte; mir wurde richtig schwummerig.

Ich spürte, wie sich auf dem Oberschenkel meines eingeklemmten Beines ein feuchter Fleck bildete. Ich beschloss diese Jeans nie wieder waschen zu lassen, sondern sie als Andenken an den ersten Orgasmus, den ich bei jemand anderem zustande gebracht hatte, aufzuheben. Nur langsam kehrten wir in die Normalität zurück.

„Das war toll. Wirklich, kein Scheiß, das hab ich so nicht erwartet. Und jetzt lass uns eine rauchen, ja? Es gibt nichts Schöneres, als die Zigarette danach.“

Wir lösten uns voneinander und rauchten schweigend. Ihre Hände wanderten zärtlich streichelnd über meine Vorderseite, zeichnete mit einem liebevollen Lächeln die Beule in meiner Hose nach.

„Keine Sorge, ich kümmere mich da gleich drum. Das hast du dir auch ehrlich verdient.“

Der Meinung war ich auch, und ich konnte es gar nicht erwarten. Endlich hatten wir die Zigaretten ausgedrückt. Sie zog mir meinen Pullover über den Kopf, strich dann sanft über meine nackte Haut, bedeutete mir, dass ich mich nun in die Ecke legen sollte.

Ich verschränkte die Arme hinter meinem Kopf und verging in wohligen Schauern, als sie mich auf den Bauch küsste und ihre Zunge in kleinen Zickzacklinien rauf und runter schlängeln ließ; bei meinen Brustwarzen angekommen, küsste sie erst die rechte, dann die linke und saugte sogar ein bisschen daran. Ich war verblüfft, wie gut sich das anfühlte. Darauf wäre ich überhaupt nicht gekommen. Ich hatte gedacht, das wäre nur bei Frauen so.

Dennoch war ich dankbar, als sie sich küssend und leckend wieder nach unten bewegte, immer wieder zu mir aufsehend, als wollte sie sich in meinen Augen Beifall für ihre grandiose Performance abholen. Mit beiden Händen öffnete sie den Knopf meiner bis ans Zerreißen gespannten Jeans, zog dann quälend langsam den Reißverschluss herunter. Mein in Vorfreude getränktes und leicht schmerzendes Glied lugte bereits vorwitzig aus der Unterhose hervor. Ich machte eine Minibrücke, damit auch sie mir meine Hose problemlos ausziehen konnte.

Fast erwartete ich weitere Neckereien, aber sie ging jetzt nur noch konzentriert und zielgerichtet vor. Und tat etwas Eigenartiges. Sie schob ihren rechten Arm fast bis zum Ellbogen unter meinen Hintern und hob dann mit sanfter Gewalt mein Becken an, ließ mich in dieser gespannten Position für einige Sekunden und löste dann den Bogen wieder auf. Ein Gefühl der Wärme und Entspannung in meinen unteren Rückenmuskeln blieb zurück.

Sie rieb ihr Gesicht an meinem pochenden Walter, drehte leicht ihren Kopf und knabberte vorsichtig an meinem Schaft, um dann in schlängelnder Linie von unten nach oben bis fast an meine Eichel zu züngeln. Ihr Mund formte ein O und nahm meinen Schwengel halb beißend auf, drückte so meine Vorhaut zurück; ging mit ihrer Zunge auf mein Bändchen los, bevor sie mit dem Saugen anfing.

Unter ächzendem Stöhnen fühlte ich Schübe von Euphorie und Lust wie in der Achterbahn; fühlte mich angehoben und weggespült in der Flut der unfassbaren Empfindungen. Mein Schwanz jubilierte in diesem feucht warmen Paradies, das meine Schwester mir da so großzügig zur Verfügung stellte.

Die Blicke, die sie mir zuwarf, als sie genüsslich daran sog und züngelte, gingen mir richtig unter die Haut. Alter Verwalter, wie geil war das denn? Ihre linke Hand spielte kurzzeitig mit meinem gespannten Säckchen und meinen Eiern, aber unvermittelt griff sie tiefer und bevor ich auch nur ahnen konnte, was sie vorhatte, schob sie mir einen Finger in mein Po-Loch.

Gleichzeitig fing sie an wie eine Wilde zu blasen und ich war kurz davor um Gnade zu winseln; das war alles ultrahart an der Grenze des Erträglichen. Ich fragte mich, ob man vor Geilheit den Verstand verlieren könnte, und war mir ziemlich sicher, dass ich mich just vor den Toren dieser Erkenntnis befand. Als sie dann auch noch mit der freien Hand meinen Schaft dicht über dem Ansatz drückte und quetschte, rief ich ihr mit dem letzten bisschen Klarheit eine Warnung zu.

„Vorsicht, ich komme.“

Das schien sie nicht weiter zu irritieren, denn sie entließ mein sich entladenes Rohr nicht, bevor auch der letzte Tropfen in ihren gastfreundlichen Mund gewandert war. Ich hätte heulen können, so fertig war ich vor Glück und Wonne. Sie streckte mir die Zunge raus, die noch eine ordentliche Menge meiner Sperma-Spende auf ihrer rauen Oberfläche hatte; dann schluckte sie auch das herunter.

Erfreut stellte ich fest, dass sie offensichtlich ein ausgeprägtes Gefühl für Fairness hatte, da auch sie mir ausgiebig das Runterkommen von Wolke Sieben verschönerte. Erst als mein tapferes Männlein langsam an Spannung verlor, ließ sie nach. Sie gab mir einen Zungenkuss, was irgendwie eigenartig war, weil sie nach meinem Schwanz und Sperma schmeckte.

Sie grinste mich verschmitzt an.

„Und? Zufrieden?“

„Das war unglaublich. Ich kann das gar nicht in Worte fassen … Wahnsinn.“

„Brauchst du auch nicht. Du strahlst ja wie ein Honigkuchenpferd. Begreifst du jetzt, warum du dir eine Freundin besorgen solltest?“

„Ein gewichtiges Argument.“

Ich war froh, dass mir etwas eingefallen war, was meine wahren Gedanken in diesem Moment verbarg, denn sie lächelte nur und schmiegte sich an meine Brust. Ich wollte keine Freundin. Ich wollte niemanden anderen. Ich war drauf und dran mich zu verlieben. In Ute, meine Schwester.

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Umso enttäuschter war ich, als sie sich dann nach einer halben Stunde anzog und in ihr Zimmer zurückzog. Ich hatte natürlich gehofft, dass sie die Nacht bei mir im Bett verbringen würde, und dass wir eventuell zumindest noch einmal unsere Oralfreuden wiederholen würden. Es war unerträglich einsam und leer in meinem Zimmer. Nach einer Weile öffnete sich ihre Tür wieder, und sie marschierte durch den Flur. Sie ging aber weiter zum Badezimmer. Ich hörte, dass sie duschte.

Nackt, wie ich immer noch war, klaubte ich mein Rauchwerk zusammen und schlich zu ihr ins Zimmer, kroch in ihr weiches und etwas kühles Bett. Ich begann unkontrolliert zu zittern, wohl als Reaktion darauf. Als sie zur Tür hereinkam, trug sie ein Handtuch um ihren wunderbaren Körper. Sie stutzte, als sie mich sah und setzte sich zögernd zu mir aufs Bett.

„Ich dachte, wir rauchen vielleicht noch einen zusammen.“

„Nein, ich möchte nicht mehr. Und ich möchte jetzt eigentlich auch lieber allein sein, okay?“

Meine Enttäuschung stand mir vermutlich im Gesicht geschrieben, denn sie verzog mitleidig das Gesicht. Aber die erhoffte Änderung ihrer Haltung kam nicht.

„Warum, was ist denn los? Hab ich was falsch gemacht?“

Sie schüttelte langsam den Kopf.

„Nein, aber wir sollten es für heute gut sein lassen. Versteh mich nicht falsch. Das war sehr schön … und sehr aufregend … aber gerade darum müssen wir jetzt aufpassen, dass das nicht nach hinten losgeht, verstehst du?“

„Nicht wirklich.“

Sie seufzte.

„Na, dann denk mal ‘ne Weile drüber nach. Ich will jetzt auch nichts zerreden. Aber ich wäre dir dankbar, wenn du meinen Wunsch respektierst und mich jetzt bitte in Ruhe lässt, okay?“

Hatte sie etwas von meiner Verliebtheit gemerkt? War mir das anzusehen? War es das, was sie ängstigte? Ich hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend, als ich aus ihrem Bett kletterte. Sie nahm mich noch kurz auf der Bettkante in den Arm und küsste mich auf die Wange.

„Schlaf schön. Tut mir leid. Aber ich glaube, das ist besser so.“

Nach Nachdenken war mir aber nicht mehr. Ich gab mir noch richtig die Dröhnung und schlief dann musikhörend ein.

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Als ich erwachte, war es noch relativ früh, kurz nach neun erst. Utes Tür stand weit offen, ihr Bett war bereits gemacht. Ich fand sie auch in der Küche nicht, aber sie hatte schon Kaffee aufgesetzt. An Wochenenden joggte sie öfters, und das tat sie dann vor dem Frühstück. Ich hatte großen Hunger, also fing ich schon zu essen an, obwohl ich lieber mit Ute zusammen gefrühstückt hätte.

Ich schüttete mir gerade meine zweite Tasse Kaffee ein; Rauch von der in meinem Mundwinkel hängenden Kippe gelangte in mein rechtes Auge, welches zu tränen begann, und das andere aus Sympathie gleich mit. Da tauchte sie unvermittelt in meinem verschwommenen Blickfeld auf.

Ihr graues enges Sweatshirt war sichtbar verschwitzt und sie holte sich gerade das Ohrstück ihres MP3-Players aus dem Ohr.

„Brauchst doch nicht zu weinen, ich bin doch schon wieder da.“

„Was? Quatsch. Das war doch … Oh Mann!“

„Guten Morgen. Oh, du hast schon gefrühstückt? Hättest ja auch die paar Minuten warten können.“

„Morgen. Ich wusste ja nicht, wann du los bist und hatte Hunger. Ist das draußen so warm, dass man schon vom Gehen schwitzt?“

„Sehr witzig. Ist aber wirklich schön draußen. Könnte richtig warm werden.“

Bislang war der Frühling eher kühl und verregnet gewesen.

„Na vielleicht gehe ich nachher auch mal raus. Vielleicht nach dem Krankenhaus.“

„Oder vorher. Ich wollt so auf ein Uhr Mittag machen. Wir könnten danach ja von hier zu Fuß zum Krankenhaus. Man kann doch durch den Park.“

„Von mir aus. Und was kochst du heute Schönes?“

„Habe ich doch gesagt. Jägerschnitzel und Kroketten.“

„Du verwöhnst mich ja richtig.“

Plötzlich schlug die lockere Atmosphäre um, als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte. Sie schüttete sich ihr Müsli in eine Schale und schnippelte Obst rein.

„Darüber müssen wir uns gleich nochmal unterhalten.“

„Über das Verwöhnen?“

„Über dessen Grenzen.“

Sie beendete ihre Vorbereitungen an der Arbeitsplatte und setzte mich zu mir an den Tisch. Ich schüttete ihr Kaffee ein.

„Danke. Nicht ganz so voll. Noch ein bisschen mehr. Ja, das reicht jetzt.“

Ich konnte gar nicht anders, ich musste an gestrigen Abend denken, und wie sie mich beim Lecken dirigiert hatte. Sie schien meinen Blick zu verstehen und biss sich kurz auf die Unterlippe. Danach aß sie ruhig und schweigend, aber eine gewisse Nervosität konnte ich schon an ihr feststellen. Ich hatte Angst vor diesem Gespräch, und ich wusste nicht einmal genau warum.

Als sie fertig war, zündete sie sich eine Zigarette an, betrachtete diese dann allerdings mit leichtem Missvergnügen.

„Ich habe das beim Laufen schon richtig gemerkt, kaum Luft gekriegt, glaubste? Na ja, diese Packung noch zu Ende, und dann ist Schluss.“

„Wer’s glaubt wird selig.“

„Nein, glaub‘s man. Ich zieh das durch. Und das bringt mich gleich zum Thema. Was in den letzten Tagen passiert ist, wird sich nicht wiederholen. Wir sind uns in einer Weise nahegekommen, die so nicht richtig ist, verstehst du? Es war mein Fehler. Ich hätte das nie so eskalieren lassen dürfen. Es tut mir leid, ich will dir auch nicht weh tun ... Es war schön, ich habe jede Sekunde genossen, und ich schäme mich auch nicht dafür. Aber das ändert nichts daran. Damit ist Schluss.“

Mein Magen verkrampfte sich. Sie sah an mir vorbei und sprach weiter.

„Ich fände es aber gut, wenn wir uns auch weiterhin zusammenraufen und uns gegenseitig den Rücken stärken. Das wird noch schwierig genug, wenn Mama erst einmal nach Hause kommt. Wir können gerne Sachen zusammen unternehmen, wie Geschwister halt. Ist das okay für dich?“

Nein, es war nicht okay für mich. Es gab einen Stich in meinem Herzen. Ich fühlte mich zurückgewiesen, verraten, daran konnten ihr Zuckerguss aus Vernunft und der Olivenzweig der Geschwisterliebe nichts ändern. Ich schwieg beharrlich. Und verletzt.

„Ach Mensch, nun komm, zieh doch nicht so eine Flappe. Hey!“

Sich strich mir sanft über mein Gesicht.

„Steffen, bitte. Das musst du doch einsehen …“

„Ist schon okay. Ich kann’s ja eh nicht ändern. Reden wir nicht mehr darüber.“

Sie krauste ihre Stirn und schien mit meiner Reaktion unzufrieden, seufzte dann aber und räumte den Frühstückstisch ab. Ich floh in mein Zimmer. Mir war hundeelend. Ich fiedelte eine Weile auf meiner Gitarre rum, laut genug, um sie damit zu ärgern, aber diesmal sprang sie nicht darauf an. Nach einer Weile kam mir mein Verhalten allerdings kindisch vor, und selbst das Gitarre-spielen machte keinen Spaß mehr.

Außerdem hatte ich mich etwas beruhigt. Ich redete mir ein, ich hätte eine Schlacht, aber noch nicht den Krieg verloren. Sie war in den letzten Tagen ständig umgefallen; ich musste bloß auf den richtigen Moment warten. So entschlossen und hart, wie sie sich jetzt gab, war sie einfach nicht.

Beim Mittagessen machte ich dann mit voller Absicht auf sterbenden Schwan, von ihren besorgten Blicken begleitet. Na ja, großartig verstellen brauchte ich mich aber auch nicht.

„Schmeckt es dir nicht?“

„Doch, ist schon okay.“

„Ich habe auch Mousse gemacht, die mit Kokos.“

„Schön.“

„Bist du sauer?“

„Nein.“

Sie stand auf, um die Mousse aus dem Kühlschrank zu holen. Sie stand einen Augenblick wie angewurzelt hinter mir. Ich konnte sie fast fühlen; ebenso ihren Kampf gegen die eigene Widersprüchlichkeit. Sie strich mir wiederum leicht übers Haar. Als sie sich wieder setzte, sah sie ziemlich durcheinander aus, aber immer noch entschlossen, ihre „business as usual“-Haltung so aufrechtzuerhalten.

Ich löffelte lustlos die Mousse, die aber sehr gut schmeckte. Sie bemühte sich, die Situation durch plappern zu entschärfen.

„Also, was machen wir? Mit dem Auto ins Krankenhaus, oder zu Fuß? Ich habe auf dem Balkon aufs Thermometer geschaut: Zweiundzwanzig Grad schon. Ich würde auch ‘ne Decke mitnehmen und unser Federballspiel. Was hältst du davon?“

Ich warf ihr einen betont leidenden Blick zu.
„Meinethalben. Ich mache den Abwasch.“

„Ist aber eine ganze Menge. Das können wir doch auch zusammen machen, dann geht’s schneller. Ich wasche ab, du trocknest ab.“

„Nee, lass mal, ich mache das schon alleine. Du hast doch gekocht und alles. Lass mich doch auch mal was tun. Fair ist fair.“

„Wie du willst. Ich bin dann auf meinem Zimmer. Sag Bescheid, wenn wir los können.“

Ich ließ mir ganz viel Zeit mit dem Abwasch. Sollte sie ruhig ein wenig ungeduldig werden. Ich würde sie schon wieder weichkochen. Vielleicht war der Park eine gute Gelegenheit, wieder an der Demontage ihres Schutzpanzers zu arbeiten.

Erst einmal war ich es aber, der die Fassung verlor. Sie lag in einem weißen dünnen Sommerkleid auf ihrem Bett und las, als ich reisefertig war. Ich stand an dem Türrahmen ihrer weit geöffneten Zimmertür und glotzte wie ein toter Fisch.

Sie sah hinreißend aus, lag auf dem Bauch, die nackten Beine angewinkelt in die Luft gestellt, die kleinen Füße in weißen Söckchen und Segeltuchturnschuhen. Es dauerte fast eine Minute, bis sie mich bemerkte. Unsere Blicke trafen sich. Sie badete in meiner Bewunderung, das fühlte ich genau, riss sich dann aber los und machte auf geschäftig und verstaute schnell ihr Buch in einem vorbereiteten Korb.

Das Wetter war in der Tat herrlich; nur wenige malerische weiße Wolken durchbrachen das tiefe Blau des Himmels. Die Sonne umschmeichelte das satte Frühlingsgrün, als wir auf die lange, von Bäumen umrahmte Allee einbogen, die zum Park führte. Wir sprachen lange nicht. Ute sah auf ihre Uhr.

„Ist schon fast halb drei. Wir sollten vielleicht gar nicht großartig anhalten und gleich zum Krankenhaus. In den Park können wir dann ja hinterher.“

„Mir egal.“

Ich konnte sehen, dass es in ihr arbeitete. Sie hatte sich offensichtlich zur Rücksichtnahme entschlossen, ansonsten hätte ich nun mindestens einen Spruch bekommen.

Wir fanden unsere Mutter etwas aufrechter im Bett sitzend, die Schwestern hatten die Rückenlehne höher gestellt. Sie trug noch immer die Halsmanschette, aber die Schwellung am Auge war weiter zurückgegangen. Sie lächelte froh, als sie uns sah. Ute hatte im Blumenladen, der sich direkt vor dem Krankenhaus befand, noch einen Strauß besorgt.

„Hallo ihr zwei. Blumen? Das ist ja lieb.“

Wir küssten sie beide zur Begrüßung auf die Wange. Ute schoss dann erst einmal los, um eine Vase zu besorgen.

„Wie fühlst du dich?“

„Etwas besser. Ich habe immer noch ziemliche Schmerzen, aber das geht schon. Und du? Hast du schön für deine Prüfung gelernt?“

„Ja, klar.“

„Das freut mich. Habt ihr denn was Ordentliches zu Mittag gegessen?“

„Ja, Jägerschnitzel. Ute hat gekocht.“

Diese kam gerade wieder herein, mit einer Vase in der Hand. Meine Mutter betrachtete sie anerkennend.

„Kochen kann sie auch … Du siehst hinreißend aus, Kind. Das Kleid steht dir wunderbar. Ist es denn draußen schon so warm?“

Ute schien das Kompliment eher peinlich zu sein, vor allem, weil mein Blick den Kommentar meiner Mutter bekräftigte.

„Ja, echt tolles Wetter. Steffen und ich wollen hinterher noch in den Park.“

„Das macht ihr ganz richtig. Ich wollte, ich könnte mit. Es ist so langweilig hier.“

Ute reagierte sofort.

„Sollen wir dir vielleicht morgen was zum Lesen mitbringen? Der Kiosk unten ist jetzt aber zu, glaube ich.“

„Ja, das wäre lieb.“

„Du hast doch ein Buch mit. Gib das doch Mama.“

Ich war völlig überrascht von dem bösen Blick, den Ute mir zuwarf.

„Ich glaube nicht, dass das was für Mama ist.“

„Wieso, was ist es denn?“

„Was geht dich das denn an?“, schnappte Ute mit mühsam kontrolliertem Zorn.

Meine Mutter sah verblüfft von einem zum anderen.

„Was ist denn mit euch los? Habt ihr euch gestritten? Macht doch nicht so einen Aufstand wegen einem Buch. Wenn Ute mir das Buch nicht geben will, ist das ihre Sache. Sie hat es bestimmt auch noch nicht zu Ende gelesen, sonst hätte sie es doch wohl nicht dabei. So, und jetzt vertragt euch wieder.“

Wir grummelten aber beide weiter. Auch diesen Besuch gestalteten wir so kurz, wie der Doktor es empfohlen hatte. Wir wagten beide nicht nachzufragen, ob sich unsere Mutter besser erinnern konnte. Irgendwie waren wir viel mehr mit uns selbst beschäftigt. Mich beschäftigte vor allem dieses geheimnisvolle Buch. Bevor wir die Station verließen, hielt Ute kurz an.

„Ich gehe noch mal schnell pullern. Im Park geht das ja nicht. Hier, halt mal solange.“

Mit diesen Worten drückte sie mir den Korb in die Hand. Kaum hatte sich die Tür zur Toilette hinter ihr geschlossen, ließ ich mich auf einer kleinen Bank daneben nieder und kramte in ihrem Korb nach dem Buch. Der Titel und das Cover warfen mich fast um. „Wilde Liebe“. Auf dem Cover waren zwei nackte Frauen, die sich leidenschaftlich küssten. Mir wurde heiß und kalt. Ich blätterte immer noch darin, als Ute vom Klo zurückkehrte. Sie riss es mir fast aus der Hand.

„Spinnst du? Was fällt dir ein, in meinen Sachen zu kramen?“

Ich stand noch unter Schock. Ich lief rot an.

„Tut mir leid. Ich wollte nicht …“

Sie zitterte und bebte am ganzen Körper, als sie das Buch wieder in den Korb steckte und auf dem Absatz kehrt machte. Ich trottete hinter ihr her. Im Fahrstuhl wagte ich kaum sie anzusehen. Erst langsam kam mir zu Bewusstsein, das sie natürlich damit hatte rechnen müssen, dass ich das Buch spätestens im Park zu sehen bekam.

Vielleicht war das sogar geplant gewesen, um mir etwas mitzuteilen? Als wir die Glastür nach draußen aufschoben, schien sie sich auch schon wieder etwas beruhigt zu haben. Ich fragte trotzdem vorsichtig nach.

„Gehen wir denn jetzt noch in den Park?“

Sie vermied es, direkt in meine Richtung zu sehen.

„Ja natürlich. Meinst du, ich schleppe den Korb den ganzen Weg umsonst?“

„Ich kann ihn ja auch tragen.“

„Geschenkt. Ich mach das schon.“

Bis wir uns im Park niederließen, fiel kein weiteres Wort. Ute breitete die Decke aus, ein wenig abseits von den reichlich vorhandenen anderen Besuchern des Parks, die sich an dem herrlichen Sonnenschein erfreuten. Einige nervige Kinder rannten hin und her und spielten Fangen. Ute reichte mir wortlos eine Wasserflasche aus dem Korb. Dann zündete sie sich eine Zigarette an und sah mich abwartend an. Mir war nicht klar, was sie von mir erwartete.

„Na los, spuck‘s aus.“

„Was meinst du?“

„Die Frage, die dir unter den Nägeln brennt.“

Natürlich bezog sie sich auf das Buch. Ich zuckte mit den Schultern.

„Ich habe kein Problem mit deinem Lesestoff. Du hast ganz recht, das geht mich nichts an.“

Ute schien enttäuscht von meinem Rückzug. Sie setzte einige Male zum Sprechen an, hielt sich dann aber zurück. Sie schnaufte hörbar. Schließlich nahm sie doch ihren Mut zusammen.

„Gut, dann sage ich es eben einfach. Ja, das ist ein erotisches Buch über lesbische Liebe. Und ja, das ist mein dunkles Geheimnis. Ich liebe Frauen. So, jetzt weißt du’s.“

Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte. Eine Lesbe konnte sie schließlich nicht sein. Lesben gaben keine Blow-Jobs. Leicht schockiert war ich trotzdem, zugegeben. Mein Schweigen schien sie völlig aus der Fassung zu bringen.

„Nun sag doch was.“

„Was soll ich dazu sagen?“

„Was weiß ich, wie du darüber denkst … was jetzt in dir vorgeht … ob du verstehst … ach Mensch …“

Sie sah ein richtig verzweifelt aus. Sofort tat sie mir schrecklich leid. Ich rückte näher an sie ran und legte meinen Arm um ihre Schulter.

„Komm … mach doch nicht so einen Aufstand. Wir sind im 21. Jahrhundert. Ich verstehe nicht mal, warum du das so lange für dich behalten hast. Ich hab da kein Problem mit.“

„Glaubst du, das ist so einfach? Außer dir wissen das nur ganz wenige von mir.“

„Hast du denn eine Freundin?“

„Nein, im Moment nicht. Ich war aber mit Lissy zusammen. Fast drei Jahre.“

Ich kannte Lissy natürlich. Ich hatte sie allerdings bislang nur für ihre beste Freundin gehalten. Jetzt, im Nachhinein, wurde mir natürlich schon so einiges klar. Auch, warum sie sich zum Schluss so oft gestritten hatten. Das hatte ich am Rande sehr wohl mitbekommen.

„Weiß … wusste Mama davon?“

Ute seufzte und starrte auf die Rauchkringel, die sich vor ihr in den Nachmittagshimmel reckten.

„Das ist ja das Frustrierende. Ich habe so lange gebraucht, bis ich es ihr sagen konnte. Sie hat ganz komisch reagiert, als ob sie das überhaupt nicht interessierte. Das war erst Anfang letzter Woche. Ich hatte vermutet, sie brauch halt ‘ne Weile, um damit klarzukommen. Und jetzt weiß sie natürlich von nichts mehr.“

„Ich verstehe.“

„Ich hab so die Schnauze voll. Alles ist für mich immer so schwer, alles geht schief, alles ist immer nur Drama, Angst und Trauer. Ich dreh echt bald durch.“

Ich drückte sie fest an mich.

„Hey, nun komm runter. Das wird schon alles.“

Sie schluchzte leise. Ich küsste sie zögernd auf ihre Wange, suchte fast automatisch ihren Mund. Sie drehte sich erschrocken weg.

„Bitte Steffen … Mach es nicht schlimmer, als es ist. Ich bin völlig durcheinander. Das wäre echt mies von dir, wenn du versuchst, das jetzt auszunutzen.“

„Das wollte ich doch gar nicht. Meinst du, ich bin nicht völlig überfordert? Ich bin achtzehn Jahre alt, ich stehe vor meinem Abitur, Papa ist tot, Mama ist eine Fremde, die im Krankenhaus liegt und sich an nichts erinnert, und ich verliebe mich in …“

Oh verflucht. Das war einfach so aus mir herausgesprudelt. Daran änderte auch das Abbrechen des Satzes nichts mehr. Die Katze war aus dem Sack. Ute schluckte hörbar. Dann schien sie sich überraschenderweise zu sammeln.

„Sag das nicht. Das bildest du dir nur ein … weil … weil wir intim miteinander waren. Ich hätte das niemals zulassen dürfen.“

Jetzt war auch mir zum Heulen zumute.

„Ich weiß genau, was ich fühle.“

Sie setzte wieder zu einer Entgegnung an, besann sich aber erneut anders. Stattdessen sah sie mich lange stumm mit ihren verweinten Augen an. Ein Fußball rollte auf unsere Decke. Ein kleiner Junge von vielleicht vier oder fünf Jahren hetzte dem Ball hinterher. Er starrte auf Ute, auch als ich ihm den Ball in die Hand gedrückt hatte, blieb er noch stehen. Sein Vater kam hinzu.

„Warum weint die Tante denn?“

Der Vater beantworte die Frage nicht, sondern griff den Jungen um die Hüfte und spielte „Flieger“ mit ihm. Er ließ ihn erst ein wenig weiter von uns entfernt wieder auf den Boden. Das Kind jauchzte und trat sogleich wieder gegen den Ball. Ute zündete sich die nächste Zigarette an. Ich folgte ihrem Beispiel. Sie zog sich kaum merklich von mir zurück. Für einige Minuten waren wir mit unseren eigenen Gedanken beschäftigt und sprachen nicht mehr. Die Stille wurde langsam unerträglich.

„Wollen wir denn ein wenig Badminton spielen?“

„Ja, das ist eine gute Idee.“

Sie nahm etwas Wasser aus der Flasche auf eine Hand, und spülte sich damit schnell ihre verlaufene Schminke von den Augen; wischte mit einem Taschentuch nach.

„Geht das so?“

„Na klar. Du siehst ohne Schminke eh besser aus.“

Ihr Lächeln wirkte ein wenig gequält.

„Dann lass uns spielen. Aber locker, ich habe keine Lust zu viel zu laufen. Mir tun noch die Gräten von heute Morgen weh.“

Das Spiel war zunächst befreiend. Es fing rasch an, richtig Spaß zu machen und wir lachten auch beide viel dabei. Das änderte nichts daran, dass ich gar nicht anders konnte, als bewundernd und sehnsüchtig auf ihren wunderbaren Körper zu starren, wenn sie sich nach dem Federball bückte oder ihm anmutig hinterher sprintete. Ich war nicht der einzige, dem es so ging. Wir hatten mehr Zuschauer, als mir lieb war. Wenn sie meine und die Blicke der anderen wirklich bemerkte, zeigte sie es jedenfalls nicht.

Der Park leerte sich langsam, da die Sonne auch hinter den hohen Bäumen, die die Wiese umrahmten, verschwand. Auch wir nahmen dies als Zeichen zum Aufbruch.

Ich bestand darauf, den Korb auf dem Rückweg zu tragen. Wir blödelten ein wenig herum, als wir wieder zu Hause angekommen waren. Wir aßen unser Abendbrot gemeinsam im Wohnzimmer. Ich hatte es mir auf meinem Lieblingssessel bequem gemacht und schaute fern. Ute lag auf dem Sofa, hatte sich ganz lang gemacht und fing an, in ihrem Buch zu lesen. Ich warf ihr verstohlene Blicke zu; das Kleid hatte sich bis kurz vor ihren Slip hochgeschoben.

Sofort wurde was auch immer da im Fernsehen lief, völlig bedeutungslos. Ute fing einen meiner Blicke auf, aber ihr Gesichtsausdruck war der einer Sphinx. Ganz langsam und unmerklich änderte sie die Position des Buches in ihrer rechten Hand so, dass sie mich nicht mehr sehen konnte.

Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ. Ich starrte sie nun unverblümt an. Ihre linke Hand strich in sanften Bögen über ihre eigenen Brüste. Zudem bewegte sie ihre Beine ganz, ganz langsam hoch und runter. Ich vergaß für einen Moment zu atmen. Ihre Beine waren nun ständig in Bewegung, sie öffnete sie leicht und schloss sie dann wieder, während ihre Hand unerträglich langsam tiefer glitt.

Sie streckte ihre Hand weit aus und berührte das nackte Fleisch ihrer Oberschenkel. Ihre Beine öffneten sich sehr langsam. Sie zog das Kleid am Saum ein Stück hoch. Mit ihrem Zeigefinger zeichnete sie ihre Spalte an dem kleinen weißen Höschen nach, das nun sichtbar wurde. Ihr kleiner Finger wanderte unter das Elastik und zog den Slip dann ganz leicht zur Seite. Ich dankte Gott, dass ich vergleichsweise weite und bequeme Hosen trug, denn der Effekt dieser Vorstellung war knüppelhart in jedem Wortsinn.

Ihre Hand kehrte zu ihren Schenkeln zurück, während sie langsam ihr Becken kreisen ließ. Ich sehnte sie an ihre Pussy zurück, fühlte mich in dieses Spektakel trotz der Ferne direkt einbezogen. Ihre Hand tat mir den Gefallen, rieb kräftig auf ihrem Slip herum, bevor sie sich mit drei Fingern unter dem Gummi einschob und den Slip soweit zur Seite schob, dass ihre Muschi nun fast frei lag.

Diese Sicht wurde mir aber schnell von ihren fleißigen Fingern verdeckt, die auf und ab an ihrem Geschlecht glitten, sehr ruhig und gelassen, dann wieder etwas intensiver. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass sie das Buch zur Seite gelegt hatte, mein Blick und meine Aufmerksamkeit waren völlig an dieses Schauspiel gebunden. Ihre Stimme war daher wie ein Schock.

„Mach doch den Fernseher aus bitte.“

Ich sah ihr direkt ins Gesicht. Sie lächelte nicht einmal, als ich in rasender Eile den Aus-Knopf auf der Fernbedienung drückte. Ute sah aus wie die leibhaftige Versuchung, jeder Pore ihres Körpers entströmte eine energetische Manifestation ihrer Weiblichkeit und Lust. Ich machte Anstalten, mich zu erheben, aber sie schüttelte nachdrücklich den Kopf. Dann aber zog sie in aller Seelenruhe ihren Slip aus. Sie winkelte ihr linkes Bein auf der Couch an und ließ das rechte auf den Boden gleiten. Sie spielte mit ihrer Maus, langsam und geduldig, und wurde mir klar, dass sie dies für mich mindestens ebenso sehr wie für sich tat.

Das Warum wollte sich mir nicht erschließen. Immer wieder stieß sie mich zurück und zog mich danach erneut mit vollem Bewusstsein an. Wie dem auch war, ich hielt es einfach nicht mehr aus. Mit zitternden Fingern öffnete ich meine eigene Hose und schob sie herunter, bis in die Kniekehlen. Mein Schwanz hüpfte vor Freude, als er endlich aus seinem engen Gefängnis entkommen war. Sie beobachtete mich lauernd, wie mir schien, abwartend, ob ich die von ihr gesetzten Spielregeln verstand und annahm.

Das war nicht Masturbieren, wie ich es kannte, zielgerichtet auf den Höhepunkt zustrebend, das war etwas ganz anderes. Ein sanftes Gleiten, in einem Meer der Lust und des Vertrauens, ohne Eile, ohne Ziel, nur den Moment in seiner Gänze genießend. Bald sah ich nicht mehr auf ihre kreisenden Finger an ihrer Klit, sondern mitten in ihre Augen. Ihr Stöhnen wurde trotzdem immer lauter, ihre Ekstase riss mich mit.

Die plötzliche Steigerung war wie eine Urgewalt, jetzt wollte sie kommen, und rieb wie wild an dem Punkt, der mir gestern als mein Freund vorgestellt worden war. Sie schloss die Augen, als sie kam, tauchte ab in die reine und auflösende Empfindung, während ich mit aller Macht versuchte, ihr so schnell wie möglich nachzufolgen. Rechtzeitig zu meinem Erfolg öffnete sie wieder die Augen, geleitete mich auf den Gipfel, nahm Anteil an der krampfhaften Entladung, die endlos zu dauern schien.

Mein Herz hämmerte noch lange nach dem verspritzten Glück. Die wieder einsetzenden Fragen wurden nicht weniger, als sich Ute schnell wieder ihr Höschen anzog und aus meinem Paket eine Zigarette nahm. Ich folgte zögernd ihrem Beispiel, reinigte schnell so gut es ging meine Hand und mein Glied, zog meine Hose wieder hoch. Wir rauchten schweigend. Erst danach begann Ute wieder zu sprechen, mit einer Nonchalance, die mich irritierte.

„Jetzt kannst du ruhig wieder den Fernseher anmachen, wenn du möchtest.“

„Aha. Möchte ich aber nicht. Ich würde eigentlich viel lieber wissen, was das jetzt gerade war.“

„Was soll das gewesen sein? Selbstbefriedigung halt.“

„Na, soviel habe ich nun auch mitgekriegt. Ich verstehe dich echt nicht. Fällt dir nicht mal auf, wie widersprüchlich dein Verhalten ist?“

„Wenn’s dich stört, dann gehe ich halt beim nächsten Mal auf mein Zimmer. Ich dachte, du hättest auch was davon gehabt. Eigentlich bin ich mir da sogar ziemlich sicher. Du hast einen Tropfen auf der Armlehne vergessen.“

Ich beeilte mich, das Versäumte nachzuholen, was sie mit einem spöttischen Grinsen quittierte. So leicht wollte ich sie aber nicht wegkommen lassen.

„Und warum?“

„Warum was?“

„Warum fandst du es plötzlich okay hier vor mir mit dir selbst zu spielen?“

„Weiß nicht. Weil sich unser Verhältnis in den letzten Tagen dramatisch verändert hat vielleicht. Ich war erregt und habe darauf reagiert. Genau wie du.“

„Aha.“

Ich wurde aus ihrem Verhalten echt nicht schlau. Und ihre „Erklärungen“ klärten erst einmal gar nichts für mich. Sie sah mich mit schräggelegtem Kopf an.

„Das ist aber auch in etwa alles, worauf ich mich noch einlassen werde. Verstehst du?“

„Hm.“

„Vielleicht schaffst du es dann am Ende auch, Geilheit und Liebe auseinanderzuhalten.“

Also da lag der Hase im Pfeffer.

„Du nimmst mich immer noch nicht ernst, oder?“

„Im Gegenteil. Ich nehme dich schrecklich ernst. Und ich verstehe dich besser, als du denkst. Ich war auch mal achtzehn. Und auch jetzt habe ich noch Bedürfnisse. Wie du gesehen hast.“

Ich wollte protestieren, ihr versichern, dass ich sie wirklich liebe. Aber irgendwie hatte sie mich nun verunsichert. Und genau das hatte sie wohl auch erreichen wollen. Sie nahm ihr Buch und ihr Feuerzeug und wollte sich aus dem Staub machen.

„Okay, gibst du mir noch mal eine Zigarette? Meine sind alle.“

„Bedien dich.“

Ich hatte das Päckchen auf der Armlehne des Sessels abgelegt. Sie musste sehr dicht an mich herantreten, und das machte sie sichtlich und fühlbar nervös.

„Danke.“

„Dafür nicht. Weißte … ich glaube nicht, dass du begreifst, was ich fühle. Und ich glaube, das ist auch gar nicht das Problem. Ich glaube, dein Problem ist, dass du nicht begreifst, was du selber fühlst.“

„Was soll das denn heißen?“

„Denk mal drüber nach.“

Sie krauste missmutig ihre Stirn, setzte ein paar Mal zum Sprechen an, schüttelte dann aber nur den Kopf. Nachdenklich wirkte sie aber schon, als sie wortlos das Wohnzimmer verließ.

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Am nächsten Tag beschäftigte uns beide mehr der Alltag. Wir waren beide ein wenig spät dran und sahen uns nur kurz beim Frühstück. Ich hatte sechs Stunden, aber nach der vierten ließ ich Sport ausfallen und ging von dort lieber gleich ins Krankenhaus. Meine Mutter war am Vormittag auf die andere Station verlegt worden. Ich brachte ihr ein paar Zeitschriften, die sie immer gerne gelesen hatte und ließ ihr auch einen Kuli da, für die Kreuzworträtsel, die sie zuvor auch leidenschaftlich gerne gelöst hatte. Sie schien recht munter und lächelte viel.

„Also, morgen ist dein großer Tag? Die letzte Prüfung?“

„Ja. Ich bin das auch im Griff. Das Abi hab ich eh schon, jetzt geht es nur noch um den Schnitt.“

„Na, ich drücke dir ganz fest die Daumen. Hast du dich mit Ute denn wieder vertragen?“

„So richtig gestritten haben wir uns gar nicht.“

„Ich weiß nicht … ich … kenne euch ja kaum, aber ich merke schon, dass da irgendetwas ist, was ihr besser ehrlich klärt.“

Ich sah auf den Boden.

„Und ich sehe auch, wie du deine Schwester ansiehst. So liebevoll und voller Bewunderung ... Ihr habt es beide nicht leicht jetzt, ihr müsst euch aber zusammenraufen und nicht jedes Wort des anderen auf die Goldwaage legen. Verstehst du?“

„Mmmh.“

Das war alles schon recht unangenehm. Wenn sie wüsste, was wirklich vorging … Nachdenklich schaute ich meine Mutter an. Der Bluterguss über dem Auge verunstaltete ihr schönes Gesicht etwas, aber dennoch war sie für mich auch weiterhin der Inbegriff alles Guten und Schönen. Und Vertrauten. Aber das war eher äußerlich.

Sie redete anders, als sie es vor dem Unfall getan hatte, sogar der Tonfall war etwas anders, irgendwie befreiter, jünger, leichter. Sie versuchte die Rolle anzunehmen, die sie in dem Nichts, in das sie da gestoßen worden war, vorfand, und so gut wie möglich zu interpretieren. Und tat dies anders als zuvor. Einerseits war sie genau die Vertraute, andererseits völlig fremd.

„Ich habe sie schrecklich lieb.“

„Na siehst du, das ist doch schön. Vergiss das nicht, wenn ihr wieder miteinander streitet.“

Ich seufzte und verabschiedete mich von meiner Mutter. Trotz des Chaos, das in meinem Gefühlsleben herrschte, gelang es mir, meine Auffrischung am Nachmittag in voller Konsequenz durchzuziehen. Als ich meine letzten Übungen beendet hatte, stand Ute in meinem Zimmer. Ich hatte sie nicht einmal hereinkommen hören.

„Das Essen ist fertig. Wenn du weitermachen willst, stelle ich es dir warm.“

„Nö, ich bin durch. Ich hab dich gar nicht kommen hören.“

„Na, das zeigt doch, wie konzentriert du gearbeitet hast. Und, hast du ein gutes Gefühl für morgen?“

„Ja, das wird schon. Wenn ich auf zehn Punkte komme, schaffe ich den Schnitt unter zwei. Und die müssten eigentlich locker drin sein.“

„Prima. Ich war auch kurz bei Mama. Wir haben ihr beide dieselben Illustrierten mitgebracht. Vielleicht müssten wir uns da besser absprechen.“

„Na klasse, ja, kann schon sein. Sag mal … fällt dir das auch auf, dass sie so anders ist … ich meine, so gelöst … wie soll ich das sagen …“

„Ich weiß genau, was du meinst. Wundert’s dich? Viele Sachen, an die sie sich jetzt nicht erinnern kann, waren ja wohl alles andere als schön. Ich habe übrigens bei der Polizei angerufen. Der Wagen ist ein Totalschaden. Sie hat sich mehrfach überschlagen. Ein LKW ist ihr auf ihrer Spur entgegengekommen, der Fahrer hatte wohl einen Sekundenschlaf oder so etwas. Alles in allem hat sie wohl noch ein unwahrscheinliches Glück gehabt. Es war auch ein Bild in der Zeitung, einer meiner Chefs bringt es mir morgen mit. Ich habe auch schon bei der Versicherung angerufen, das geht alles seinen Gang. Kommst du jetzt mit runter? Das Essen wird kalt.“

Wir besprachen noch das eine oder andere beim Essen, was in den nächsten Tagen zu tun war und so weiter. Sie hatte auch wieder mit den Ärzten gesprochen, wir sollten in den nächsten Tagen Familienfotos und vertraute Gegenstände für ihre Therapie mitbringen. Sie überließ mir erfreut den Abwasch und holte einige Fotoalben hervor und sah sie auf dem Sofa an. Ich setzte mich dazu.

„Schau mal, auf dem Foto sieht sie fast genauso aus wie du.“

„Findest du? Na, ich weiß nicht. So gut sehe ich nun auch wieder nicht aus.“

„Spinnst du? Du bist atemberaubend schön.“

„Du kannst es echt nicht lassen, eh?“

„Als ob dich das stören würde. Das geht dir doch runter wie Öl.“

Sie kicherte vergnügt.

„Ja, zugegeben. Ich glaube wir nehmen dieses und das Braune. Da sind noch mehr Bilder von Papa drin, auch von ihrer Hochzeit und so.“

„Und da bist du auch schon drauf zu sehen.“

„Ja. Das muss der sechste Monat gewesen sein. Hm, Opa schaut da ganz grimmig. Aber das tat er eigentlich immer. An ihn kannst du dich wohl gar nicht mehr erinnern?“

„Nein, wie alt war ich, als er starb? Vier?“

Sie rechnete kurz unter Zuhilfenahme ihrer Finger, was unheimlich niedlich war.

„Nee, drei. Ich war elf.“

„Okay. Nimmst du die Alben mit, oder soll ich das machen?“

„Mach ich schon. Wann ist die Prüfung?“

„Um zehn. Ich gehe gleich hinterher ins Krankenhaus, ich treffe mich am Nachmittag mit einigen Mitschülern in der Stadt zum großen Besäufnis. Betrunken möchte ich ihr dann auch nicht unter die Augen treten.“

„Wunderbar. Langsam wirst du doch vernünftig. Ich drücke dir auch ganz fest die Daumen.“

Sie gab mir einen Kuss auf die Stirn und schlang ihre Arme um meinen Hals. Plötzlich war die Lockerheit aber wieder wie weggeblasen. Bei beiden. Fast fluchtartig lösten wir uns wieder voneinander. Die Unbefangenheit, mit der wir sonst auch körperlich miteinander umgegangen waren, war definitiv ein Stück Vergangenheit, wie die Fotos in unserem Familienalbum. Wir zogen uns beide rasch auf unsere Zimmer zurück.

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Vor meiner ersten schriftlichen Klausur war ich noch etwas nervös gewesen, bei der zweiten und dritten war es bereits halb so wild. Auch die mündliche schreckte mich nicht, vor allem, als ich die Aufgaben zur Vorbereitung bekam. Ich löste sie leicht und locker. Meine Erklärungen an der Tafel vor den gutmütigen Augen der Prüfer waren zwar teilweise etwas konfus, aber mehr als zureichend. Ich bekam dreizehn Punkte. Nun war ich wirklich in Feierlaune.

Beschwingt traf ich im Krankenhaus ein. Meine Mutter freute sich mit mir, nachdem ich ihr das Punktesystem und meinen zu erwartenden Endschnitt erklärt hatte. Sie wollte mich auch drücken, aber die Schmerzen ihrer Rippenbrüche ließen uns diesen Versuch sehr schnell wieder abbrechen.

Stattdessen schlang ich meine Arme um ihren Hals und sie küsste mich, erst auf die Wange, dann auf den Mund. Das hatte sie noch nie getan. Es fühlte sich schon etwas komisch an in diesem Moment. Die Tür schwang auf und ein Schwarm Weißkittel kam herein. Einer von ihnen wies mich an, dass nun Visite sei, und ich bitte hinausgehen sollte.

Der feucht-fröhliche Nachmittag mit meinen Mitschülern war klasse, wir hatten echt viel Spaß. Ich trank zwar etwas mehr, als gut war, aber volltrunken war ich nicht, als ich mit dem Bus nach Hause fuhr. Auch die befürchtete Kotzerei, die ansonsten mit ärgerlicher Regelmäßigkeit meinen Alkoholexzessen folgte, blieb diesmal aus. Stattdessen schlief ich auf dem Sofa im Wohnzimmer ein.

Als ich erwachte, hatte sich Ute zu mir aufs Sofa gesetzt und streichelte mir das Haar. Sie lächelte verschmitzt.

„Du stinkst wie ‘ne ganze Brauerei. Und, hattest du wirklich Grund zum Feiern?“

„Hat Mama dir das nicht erzählt? Dreizehn Punkte! In Worten: Dreizehn Punkte!“

„Eh, klasse.“

Zum zweiten Mal an diesem Tag wurde ich auf den Mund geküsst. Diesmal wollte meine hungrige Zunge in das Spiel einbezogen werden, aber Ute zog ihren Mund blitzschnell wieder zurück.

„Das könnte dir so passen. Werd erst mal wieder nüchtern, Bursche. Aber Hut ab, das hast du sauber hingekriegt. Ich bin echt stolz auf dich. Ich mach jetzt schnell Essen und dann trinken wir zwei auch noch ein Glas miteinander auf deinen Erfolg. Wie du siehst, habe ich volles Vertrauen in deine Fähigkeiten gehabt.“

Sie hob demonstrativ eine Flasche Sekt aus ihrem Einkaufskorb, der neben dem Sofa stand.

„Ich stelle sie gleich kalt. Kannst du denn noch etwas vertragen, oder muss ich dich dann die ganze Nacht am Haar aus der Kloschüssel halten?“

„Sehr witzig. Angetrunken bin ich schon noch. Ich hab auch leichte Kopfschmerzen. Aber das wird sicher nach dem Essen besser. Hunger hab ich wohl schon.“

„Okay, ich zieh mich schnell um. Es gibt Lasagne, selbstgemacht, nicht die fertige, die Mama immer kauft.“

„Du kochst eh echt besser als sie.“

„Quatsch, das stimmt so nun auch nicht. Sie hatte in letzter Zeit einfach immer weniger Lust zum Kochen. Verstehen kann ich das schon.“

„Egal. Du kochst jedenfalls klasse. Alles was du machst, machst du richtig gut.“

„Na, das ist ja beruhigend. Vielleicht solltest du mal den Kopf unter kaltes Wasser halten. Was grinst du denn so? Ich weiß genau, woran du jetzt denkst. Schäm dich. Ne kalte Dusche wäre dann vermutlich besser.“

Sie wollte aufstehen, aber ich klammerte mich an ihr fest. Es gelang ihr dennoch, sich lachend zu befreien.

„Du bist mir so ’ne Marke. Jetzt lass mich aber, ich hab auch echt Schmacht.“

Der letzte Satz bezog sich auf meinen Versuch, sie an ihrem Bein festzuhalten. Sie trug Nylonstrümpfe, da sie noch ihre Arbeitsklamotten anhatte. Sie wirkte so fraulich und reif in dieser Kleidung. Und unglaublich aufregend.

Der Regen prasselte gegen die Fenster. Bis zum Abend war es eigentlich noch fast schön und warm gewesen, aber das sollte laut Wettervorhersage nun wieder schlechter werden. Ute hatte sich selbst übertroffen. Lasagne, Salat, Wein, Tiramisu und all das mit Kerzenschein, der ihre Erscheinung fast ins Überirdische entrückte.

Sie trug eines ihrer edelsten Kleider, ein schwarzer trägerfreier Einteiler, der sich wie eine zweite Haut um ihren Luxuskörper schmiegte, um dabei den seltenen Effekt zu erzielen, einen Körper durch Bekleidung nackter erscheinen zu lassen. Sie trug nichts drunter, wie sie mir sehr gelungen offenbarte; ich hatte hernach große Schwierigkeiten mich aufs Essen zu konzentrieren.

Es war, als hätten wir wie Tiere unsere Witterung aufgenommen, als Anfang eines Prozesses der Angleichung unserer Wahrnehmung. Es war kaum auszuhalten. Ich konnte nicht mal mehr richtig das Tiramisu genießen, in meinem Körper zog und drängte es zu ihr hin, aber noch saßen wir uns stumm gegenüber. Dann endlich war auch der letzte Löffel geschafft und wir zogen uns mit dem Sekt auf das Sofa zurück. Wir stießen symbolisch auf mein Prüfungsergebnis an.

„Du solltest Jura studieren. Meine Anwälte jammern zwar immer, aber die machen nicht schlecht Kohle, glaub’s man.“

„Jura? Na, ich weiß nicht. Hm, aber wenn ich Anwalt wär, könnte ich dich einstellen. Aber da würde ich vermutlich gar keine Arbeit zustande kriegen und Klienten würden mir weglaufen, weil ein Anwalt mit ’m Dauerständer wenig vertrauenserweckend wirkt.“

„Das freut mich ja, dass du so eine hohe Meinung von meiner Wirkung hast, aber in der Realität habe ich bei jedem von ihnen höchsten drei bis vier Steife verursacht. Also das scheidet als Gegenargument schon mal aus.“

„Du würdest also lieber für mich arbeiten?“

Bisher hatte sich Ute in der Sofaecke geräkelt, mit züchtig angezogenen Beinen, nun richtete sie sich gemächlich auf, streckte ihr rechtes Bein über meine Beine und kam so auf mir zum Sitzen. Sie schlang ihre Arme um meinen Hals und rieb ihre Pussy an der Schwellung in meiner Hose. Ich dachte, mir gehen gleich die Lichter aus.

„Vielleicht möchte ich ja lieber auf dir arbeiten?“

„Aber hallo … in dem Fall betrachte dich schon jetzt als eingestellt.“

Sie streckte sich höher, umfasste meinen Kopf und drückte mir ihre Titten ins Gesicht.

„Das ist jetzt der Moment wo du deine Hose öffnen kannst. Du hast zwanzig Sekunden, dann setzte ich mich wieder drauf.“

Ich zerrte und riss an meiner Hose während sie gleichzeitig ihr Kleid mühsam höher schob; es saß wirklich hauteng. Dann senkte sie sich in Zeitlupe ab, drückte mit ihrer fühlbar warmen und feuchten Weiblichkeit auf meinen heißen Betonpfeiler von einem Schwanz.

„Für den Fall, dass du mir nicht gerade den grausamsten Streich aller Zeiten spielen willst und gleich April, April rufst - ich habe Kondome in meinem Portemonnaie.“

„Die brauchen wir nicht, ich nehm die Pille. Und fühlt sich das vielleicht wie ein Streich an?“

Ihre Hand ergriff meinen Schwengel und sie dirigierte meine Eichel an ihre Öffnung. Millimeter für Millimeter drang ich in ihr Inneres ein. Ich war fassungslos vor Begeisterung und Überraschung, überwältigt, den Tränen nahe vor Dankbarkeit und Liebe. Sie küsste mich leicht auf die Lippen, spielte mit ihnen während sie tiefer und tiefer sank und mich völlig in sich aufnahm.

Sie gab mir Zeit, mich der Einzigartigkeit dieses Momentes zur erfreuen, aber dann fing sie an sich zu bewegen, genüsslich gleitend zunächst; dann kurz in einem moderaten Tempo. Plötzlich drückte sie meine Arme hinter meinen Kopf und fing an, Geschwindigkeit aufzunehmen. Sie drängte ihre Zunge in meinen Mund, mein uriges Gestöhne dämpfend in sich aufnehmend.

Hätte sie ihren wilden Ritt noch eine Minute länger durchgezogen, wäre ich wahrscheinlich schon nach wenigen Minuten gekommen, aber sie schien meinen Körper lesen zu können, wie ein offenes Buch, nahm wieder Geschwindigkeit heraus, hielt gar kurz an, ließ ihr Becken kreisen, verwöhnte mich nach allen Regeln der Kunst. Anfänglich versuchte ich mich im Mitmachen, aber ihre Bewegungen waren so fließend und koordiniert, dass ich ihr einfach nicht dazwischen stümpern wollte und ihr die Leitung völlig überließ.

Sie unterbrach den Kuss und nibbelte an meinem Ohrläppchen, zog ihr Becken höher und ließ für eine Weile nur ein kleines Stück meines Glieds in sich eindringen. Ihr Stöhnen in meinem Ohr brachte mich fast um den Verstand. Utes Bewegungen wurden nun wieder schneller, die Stöße tiefer und härter; unsere Körper klatschten hörbar aufeinander. Diesmal schien sie die Zeichen meines nahenden Höhepunktes entweder nicht zu lesen, oder bewusst zu ignorieren. Laut genug wurde ich in jedem Falle; Augenblicke später füllte ich ihren ohnehin klatschnassen Kanal mit meiner heißen Ladung.

Zurück blieb eine tiefe, befriedigte Wärme, ein euphorisches Glücksgefühl, dem ich mit fassungslosem Gestammel Ausdruck verleihen wollte, auch mit den berühmten drei Worten, die diesmal keinen Widerspruch erfuhren, nur ein tiefes, zufriedenes Lächeln war ihre Antwort. Die physische Verbindung endete kurz darauf; das Gefühl der tiefen Verbundenheit hielt auch noch Stunden danach an, die wir kuschelnd und träumend auf dem Sofa verbrachten.

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Natürlich hatte ich gehofft, dass dies ein Auftakt und eine Kehrtwende in unserer Beziehung werden würden. Ute machte aber bereits am nächsten Tag klar, dass diese besondere Gunst einmalig bleiben würde. Sie hielt sich nach all den vorausgegangenen Beteuerungen allerdings diesmal bedeckt, was die Gründe anging. Das Erstaunliche aber war, dass sich in mir kein Widerspruch regte. Zu verliebt, zu dankbar für alles, was sie für mich getan hatte und noch weiter tat, war ich in diesen Momenten.

Denn anstatt sich zurückzuziehen oder mir auszuweichen, wie sie es zuvor getan hatte, beantwortete sie nun mein Schmachten und meine Sehnsucht mit Nähe und Zärtlichkeit. Wir schliefen in der folgenden Woche einige Nächte engumschlungen in ihrem Bett, masturbierten auch zweimal zusammen, als es gar nicht mehr auszuhalten war.

Die folgenden Wochen vergingen wie im Traum. Meiner Mutter ging es körperlich zusehends besser, sie konnte bald wieder für kurze Zeit aufstehen und alleine zur Toilette gehen, was sie als besondere Erlösung empfand. Sie hoffte, das Krankenhaus noch vor unserer Abiturfeier mit Zeugnisübergabe verlassen zu können und war schwer enttäuscht, als sie diesen Termin am Ende doch um zwei Tage verpasste.

Ute nahm ihre Stelle ein, dabei wäre es fast noch zum Fauxpas gekommen, als sie mich mit dem Zeugnis in der Hand in die Arme nahm und drückte. So selbstverständlich war unser körperlicher Umgang miteinander geworden, dass ich sie vor allen Eltern, Lehrern und Mitschülern leidenschaftlich küsste, ein Kuss, den sie erwiderte, bis uns beiden gleichzeitig unsere Umgebung wieder ins Bewusstsein rückte und wir uns schnell trennten. Im allgemeinen Chaos schien dies jedoch niemandem aufgefallen zu sein.

So gut die körperliche Heilung verlief, so schlecht ging es mit der Rückgewinnung des Gedächtnisses meiner Mutter voran. Die Ärzte meinten zwar immer noch, dass vielleicht die vertraute Umgebung unseres Hauses zum Durchbruch führen könnte, aber die Art, wie sie versuchten uns auf den gegenteiligen Fall vorzubereiten, sprach eine deutliche Sprache. Viel Hoffnung gab es offensichtlich nicht mehr. Meine Mutter jedenfalls schien sich damit nach einigen dunklen Tagen der Frustration und Depression kurz vor ihrer Entlassung ebenfalls mit dem Status Quo arrangiert zu haben.

Sie wollte einfach nur nach Hause, empfand die letzten Tage ihres Krankenhausaufenthalts wie eine Gefangenschaft. Und so sehr ich mich auch auf ihre Rückkehr freute, einen kleinen Wermutstropfen gab es natürlich auch.

So, wie Ute und ich auch in den letzten Wochen miteinander umgegangen waren, schmusend im Wohnzimmer lagen, Nächte exquisiter Zärtlichkeit und spannungsfreier Lust miteinander verbrachten, ohne dabei die unsichtbare Grenze noch einmal zu überschreiten, konnten wir natürlich nicht weitermachen. Meine Mutter erinnerte sich zwar an fast nichts, aber dass dies nicht der „normale“ Umgang zwischen Geschwistern war, würde sie vermutlich schon mitbekommen.

Erst einmal jedoch überwog die Freude über ihre Rückkehr. Ute nahm sich zwei Wochen Urlaub, um sich ganz auf Mama konzentrieren zu können und ich hatte außer den Fahrschulstunden auch nicht viel auf dem Programm. Meine Zivildienststelle bei einem Dritte Welt-Laden würde ich erst Anfang August antreten.

Mein Vater hatte neben größeren Ersparnissen das Haus und eine happige Lebensversicherung hinterlassen. Außer einigen Stunden als freiwillige Helferin in einer Altenbegegnungsstätte war meine Mutter keinerlei Beschäftigungen nachgegangen. Sie hatte zwar vor dem Unfall mit dem Gedanken gespielt, zumindest aus Interesse einige Volkshochschulkurse zu besuchen, aber bislang war es bei dem Vorhaben geblieben.

So konnte sie ohne größeren Druck von außen langsam und in Ruhe wieder an ihr Leben herangeführt werden. Selbstverständlich wollten Ute und ich alles in unserer Macht stehende tun, um ihr dabei zu helfen. Wir putzten am Vorabend ihrer Entlassung noch einmal die Wohnung, unterbrochen von einer ziemlich heftigen Kuss- und Wichseinlage, mit einem fast nostalgischen Beigeschmack einer gemeinsamen Zeit, die so nun in der Tat zu Ende gehen sollte. In der Nacht schlief Ute noch ein letztes Mal in meinem Bett, wo alles angefangen hatte.

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Categories: First TimeTaboo
Posted by plusquamperfekt
2 years ago    Views: 5,531
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2 years ago
woooooow...
Danke für die Geschichte einfach Klasse
Respekt
2 years ago
mann oh mann, ist das eine tolle Geschichte
2 years ago
wirklich gute Geschichte!
thx davür
2 years ago
Leider geklaut:(

http://german.literotica.com/stories/memberpage.php?uid=1185000&page=submissions
2 years ago
Hi, super Geschichte bin schon auf die Fortsetzung gespannt
2 years ago
Das ist das beste was ich bisher hier an Storys gelesen habe und freue mich schon auf die weiteren Teile dieser Story.
2 years ago
Hallo PQP,

WOW! - welch unerwartetes Nachweihnachtsgeschenk!
Bin echt gespannt auf die Änderungen und natürlich den Schluss!
Deine Storys sind mir mit die Liebsten, lese gerade London Calling nochmal.

Danke für Deine Mühe!
Gruß, Dein Fan
Lo