London Calling 06

London Calling

By plusquamperfekt ©

Sechster Teil – Held der Arbeit


Ich flüchtete mich in Arbeit und Musik. Das Vakuum, das Chris hinterließ, war aber zunächst mit nichts zu füllen. Ich rauchte in Maßen auch wieder Dope und Grass, ging nicht mehr weg, wurde mehr und mehr in Arbeit eingebunden. Der deutsche Markt, der nicht lange vor meiner Ankunft in der Firma eröffnet worden war, expandierte irrsinnig schnell.

Dementsprechend wurden wir nun endgültig von der englischen Seite abgenabelt. Susan, meine Teamleiterin, bekam den Titel Supervisor und wurde mehr oder minder so etwas wie die persönliche Assistentin der etwas später eintreffenden Managerin, einer massigen und sehr mütterlich wirkenden Dame Ende Dreißig, die zuvor für Nike gearbeitet hatte. Ich mochte sie, geriet aber nichtsdestotrotz schnell mit ihr aneinander.

Durch die Umschichtungen war eine Teamleiter-Position freigeworden. Ich hatte mich mittlerweile so gut eingearbeitet, dass ich diese Position fast schon ausfüllte, Kollegen kamen mit allen Fragen zu mir, ich kannte mich mit dem System am besten aus und verhandelte mit all den schwierigen Kunden, die man heutzutage als Eskalationskunden bezeichnen würde. Trotzdem bekam eine junge Engländerin namens Sandra, die zwar gut Deutsch sprach und wie Chris Geschichte studiert hatte, aber erst einige Wochen in der Firma war und sich sonst auch nicht besonders hervorgetan hatte, den Job.

Ich fühlte mich übergangen und machte den Lauten, was sonst eigentlich gar nicht meine Art war. Aber ich fing an, mich auch über diesen Job zu definieren und wollte, was ich als Kränkung und Nichtanerkennung meiner mehr als überdurchschnittlichen Leistung dort empfand, nicht so einfach hinnehmen.

Ich erfuhr in diesem Gespräch, dass tatsächlich zwischen uns entschieden wurde, aber in einer zwei zu eins Entscheidung die Wahl auf sie fiel. Ich vermutete, dass neben der Managerin auch Beeke, unsere holländische Teamleiterin, für sie gestimmt hatte, weil ich mich mit Susan, der Supervisorin, so gut verstand, manchmal sogar den Eindruck hatte, dass sie ein wenig in mich verliebt war. Mit Beeke war ich ein paar Mal aneinandergeraten.

Zu meiner Überraschung hatte aber Beeke als einzige für mich gestimmt. Ich bekam zu hören, dass Sandra „die geborene Leiterin“ sei und dass deshalb für sie entschieden wurde. Das brachte mich natürlich noch mehr auf die Palme und ich verließ wutentbrannt das Büro. Es war bereits Anfang November und die ersten Vorboten der Hauptumsatzzeit für die Firma, der Weihnachtszeit, waren spürbar. Trotz Grummeln war ich auch weiterhin immer mit der erste, der sich für die nun fast regelmäßig anstehenden Überstunden anmeldete.

So erpicht war ich nämlich gar nicht mehr darauf, nach Hause zu kommen. Jamie kam nur noch zweimal herum, erzählte mir knapp, dass Chris gut in ihrem gewählten Exil angekommen sei, ohne mir zu verraten, wo das denn war. Entweder wusste sie es tatsächlich nicht, oder Chris hatte ihr aufgetragen, nichts zu sagen.

Ich besuchte Kev, den kanadischen Regisseur, der ja mein Stück lesen und korrigieren wollte, falls nötig. Er hatte im ganzen Stück gerade mal zwei unglückliche Formulierungen und einen Rechtschreibfehler gefunden, meinte aber, ich solle in einigen Abschnitten lieber mehr Handlung zeigen, als darüber in den Dialogen zu berichten. Bill war auch da und blätterte in meinem Manuskript, während er uns zuhörte.

„Und sonst hat es dir gut gefallen?“

„Es ist das beste Stück, das ich seit Jahren gelesen habe. Wenn du uns ein Theater findest, übernehm ich die Regie.“

Bills süffisantes Grinsen, das er habituell trug, gefror. Natürlich hatte Kev all seine Stücke gelesen. Bill hatte sich mal über ihn bei mir beschwert, weil er gehofft hatte, er würde bei seinem Stück über einen russischen Balletttänzer Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Regie führen, aber er wollte nicht. Das musste auf ihn wie Schlag ins Gesicht wirken.

Mit meinen Zen-Stories konnte er, obwohl er ein erklärter Buddhist war, nicht so viel anfangen. Viele davon waren zudem in einem etwas archaischen Englisch gehalten, mit dem er nicht so gut zurechtkam. Alle Engländer, denen ich die Geschichten vorlegte, waren von ihnen jedoch begeistert gewesen.

Ich erklärte ihm, dass ich eh ein wenig weiter daran arbeiten wollte und versprach „mehr Action“ einzubauen.

„Aber du meinst es ist gut? Ich darf mich also als Schriftsteller fühlen?“

„Was für eine bescheuerte Frage. Natürlich bist du ein Schriftsteller. Und du hast sogar das Zeug zu einem richtig Guten. Für ein erstes Stück, noch dazu in einer fremden Sprache, ist das fantastisch. Ich habe keine Lust mich um ein Theater zu kümmern, das müsstest du schon tun, aber wenn du mich im Erfolgsfall engagieren willst, sag ich gerne zu.“

Bill gab mir ein paar Tage später auch noch eine Rezension. Es war das erste Mal, dass er mich in meiner Wohnung besuchte. Wir rauchten und diskutierten kurz über das Stück. Er hielt sich relativ bedeckt, meinte aber auch, dass er „beeindruckt“ war. Dann beeilte er sich, das Thema zu wechseln. Die Frau, bei der er sich in Cornwall nach seiner Paranoia-Geschichte versteckt hatte, war wohl gerade in London und er war sich nicht sicher, ob er sie sehen wollte. Er war zwar bi, aber doch mehr auf Männer fixiert.

Am Anfang hatte er die „Abwechslung“ mit ihr wohl genossen, dann ging sie ihm aber etwas auf den Pinsel. Er teilte mir mit, dass ihm mehr nach Schwanz sei. Das Gespräch kippte sehr eigenartig. Ich war mir nicht sicher, ob er versuchte mich anzubaggern. War ich jetzt plötzlich interessant, weil ich ein halbwegs brauchbares Stück Literatur produziert hatte?

Ich wurde aus ihm nicht schlau. Der Professor hatte ihm mal in meinem Beisein, als ob ich gar nicht existierte, gesagt „Ich wäre noch nicht ganz in ihrer Liga“. Insgeheim hatte ich damals zugestimmt. Jetzt sahen wir beide das wohl anders. Trotzdem war mir bei seinen leichten Annäherungsversuchen nicht ganz wohl. Ich versuchte das Gespräch auf anderes zu lenken.

Von Chris hatte er nur über Dritte gehört, er war ihr selbst nie begegnet. Irgendwie kam das Gespräch auf Sara.

„Wieso seid ihr Zwei eigentlich nicht zusammen?“ fragte er, während er den vierten Spliff in dieser Stunde drehte. Wir waren beide ganz schön vorn.

„Verschiedene Gründe. Sie kommt einfach nicht aus der Höhle, ich hatte ihr ja nochmal richtig einen Antrag gemacht, davon hast du ja vermutlich gehört.“

„Der Krieg der Geschlechter, natürlich. Inklusive deiner Märchenattacke. Alle haben davon gesprochen.“

„Nun, es führte zu nichts, wegen ihrer gottverdammten Unentschlossenheit und ihrem Problem. Und dann kam Chris wieder in mein Leben, und …“

„Problem? Was denn für ein Problem?“

Scheiße. Das war mir so rausgerutscht. Ach, was sollte es denn, er und Sara sahen sich so gut wie nie, und als Tratsch-Tante hatte ich ihn auch nie erlebt.

„Also okay, ich erzähle es dir, aber du musst mir schwören, dass du das keinem anderen erzählst.“

„Na klar.“

„Sie ist noch Jungfrau.“

„Was? Du verarschst mich doch, oder?“

„Nein, sie hat da wohl irgendeine psychologische Blockade.“

„Du solltest das in das Stück einbauen.“

„Bist du bekloppt? Sie war eh nicht wirklich begeistert, sich eventuell auf der Bühne sehen zu müssen. Nochmal langsam und zum Mitschreiben: Sie hat mir das im Vertrauen erzählt.“

„Ich kann’s immer noch nicht glauben. Wie alt ist sie jetzt? Siebenundzwanzig?“

„Ja. Ich hab ja alles getan, was ich als Laienpsychologe mit ihr anfangen konnte. Jetzt ist sie vielleicht auch langsam so weit. Aber wie ich mein Glück kenne, wird wahrscheinlich jemand anders davon profitieren.“

Das Gespräch wanderte wieder in andere Bereiche ab.

Ich hatte diese Episode fast schon wieder vergessen, als es an einem Freitagabend wild und ungeduldig an meiner Tür bimmelte. Sara stand draußen und stürmte wie eine Furie herein.

„Wie konntest du das tun? Wie konntest du Bill davon erzählen? Weißt du, wie ich mich jetzt fühle? Ich hab dir vertraut. So sehr, dass ich dir alles von mir erzählt habe. Und was machst du?“

Geschockt hörte ich mir den Rest der Tirade an. So wütend hatte ich sie noch nie erlebt. Eine Welle der Scham lähmte mich. Es gab auch keine Rechtfertigung, die ich hätte anbringen können. Ich erzählte ihr zwar, wie es dazu gekommen war und entschuldigte mich tausendmal, aber ich fühlte deutlich, dass dies ein Bruch in unserer Beziehung werden würde, viel härter als alle, die ich bis zu diesem Zeitpunkt hatte herbeiführen können. Sie schrie noch „ich will dich nicht mehr sehen“ und stürmte wieder Türen knallend aus meiner Wohnung.

Na klasse. Das hatte ich ja sauber hingekriegt. Mal abgesehen davon, dass dieser Bruch vermutlich für uns Beide auf lange Sicht eine gesunde Entwicklung schien, war ich natürlich auch noch Tage danach emotional total verkatert. Erst diese Zurückweisung bei der Arbeit und dann das. Irgendwie lief gerade alles quer. Ich konnte mich nicht aufs Schreiben konzentrieren und setzte stattdessen einiges von dem Geld, von dem ich jetzt ja nun reichlich verdiente, in neue Musikinstrumente um.

Als einen symbolischen Akt verkaufte ich meine White Shadow. Stattdessen schaffte ich mir eine Fender Stratocaster und ein Yamaha DX9 Keyboard an. Dazu noch eine Drum-Machine. Auch meine Vierspurmaschine holte ich mir zurück. Die Musik war in dieser Zeit das Einzige, was mich neben der Arbeit noch fesseln konnte. Ich hatte gerade auch nach der Aktion mit Sara keine Lust, in den Falcon oder zu Bob zu gehen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort auf sie treffen konnte, war groß. Bill war für mich auch erstmal gestorben.

***

Meine Managerin holte mich Anfang Dezember in ihr Büro. Sie hatte meinen Ausbruch nicht vergessen und war von meiner Reaktion, einfach noch mehr und härter zu arbeiten, wohl richtig beeindruckt. Und hatte auch einen Weg gefunden, mich dafür zu belohnen. In unserem Lager saß die sogenannte Liaison-Abteilung, die zu dieser Zeit nur aus einer Deutschen und einer Belgierin namens Michelle bestand. Die beiden überwachten unsere Paketlieferungen und Logistikfirmen, überprüften Rechnungen und waren die Lagerschnittstelle zu den Kundenserviceteams vor Ort, in Paris und in München.

Die blonde Deutsche namens Doris, die ich nur ein paar Mal bei seltenen Besuchen in unserer Abteilung erlebt hatte und eher unsympathisch fand, war schwanger, und würde noch vor Ende des Jahres in den Mutterschutz gehen. Meine Managerin stellte sicher, dass ich verstand, dass diese Position weit über der eines Teamleiters anzusiedeln war und bot mir den Posten an. Nicht als Schwangerschaftsvertretung, da Doris, wenn überhaupt, nach dem Jahr nur noch halbtags zurückkommen wollte. Zudem würde ich fast das Doppelte verdienen. Natürlich nahm ich an.

Recht beschwingt ging ich nach Haus. Dort warteten zwei Polizeibeamte auf mich. Ich war froh, dass ich seit Bills Besuch nichts mehr geraucht hatte und ohne weiteres in meine sogar aufgeräumte Wohnung bitten konnte. Sie hatten entweder von Tina oder Jamie meinen Namen und Adresse erfahren. Obwohl ich eigentlich nichts zu befürchten hatte, weil ich wirklich nicht wusste, wo sich Chris befand, war ich schrecklich nervös, als sie mir eher routinemäßig Fragen stellten.

Da Chris sich nicht an ihre Kautionsbedingungen gehalten hatte, noch ausfindig gemacht werden konnte, war sie jetzt offiziell auf die Fahndungsliste gesetzt worden. Sie wollten nach einigem Geplänkel auch wissen, ob ich mit ihr Erstickungsspiele gespielt hatte. Ich sah nicht ein, wieso das für Ihre Ermittlung relevant sein könnte und verweigerte die Aussage. Die bis dahin noch sehr freundlichen Beamten wurden zusehends „dienstlicher“ und spulten den Rest der Befragung deutlich kühler runter. Mir war’s Recht. Trotzdem machte ich drei Kreuze, als sie endlich verschwunden waren.

Ich brauchte einen Spliff und Menschen um mich. Zum ersten Mal seit Wochen ging ich wieder in den Falcon. Ich traf nur Bob und ein paar Bekannte, ging mit ihnen aber hinterher noch in Bobs Haus. Er zeigte mir stolz sein nun fertiggestelltes Studio. Und er schien auch zunächst ganz gut Knete damit zu machen. Er trank jetzt nur jeden zweiten Tag und dann auch nur in Maßen. Insgesamt schien er erheblich ruhiger und ausgeglichener. Ich erzählte ihm in groben Zügen von der Sache mit Chris und dem Besuch der Polizei.

„Hab dir doch immer gesagt, dass sie eine Hexe ist. Sei froh, dass sie weg ist, sonst hätte sie dich vielleicht auch noch kalt gemacht.“

Er hatte Chris nie besonders gemocht und schien eher froh, dass sie nun von der Bildfläche verschwunden war. Ich wollte mich auf keinen Streit mit ihm einlassen, also verzichtete ich auf eine Entgegnung. Ich stellte in Aussicht, dass ich das eine oder andere Stück in seinem Studio einspielen würde und er machte mir ein generöses Spezialangebot für den Preis. Da ich am nächsten Tag noch arbeiten musste, verschwand ich kurz darauf.

Für den Rest des Monats stand nur noch Arbeit auf dem Programm. Wir bekamen so viele Aufträge rein, dass es auch mit einzelnen Überstunden nicht mehr zu bewältigen war. Ich arbeitete von sieben Uhr bis Mittag in der Bestellannahme, ging dann für einige Stunden rüber ins Lager, um für den neuen Job angelernt zu werden und kehrte dann wieder in die Bestellannahme zurück. Dort arbeitete ich bis neun, zehn und einige Male bis elf Uhr abends weiter.

Die Firma bezahlte uns Taxis nach Hause, wenn wir so spät noch arbeiteten und ließ uns Pizza kommen. Wir hatten zudem einen Wettbewerb laufen, wer die meisten Aufträge in einem Zeitraum von zwei Wochen bearbeitete. Trotz meiner halbtägigen Abwesenheiten hatte ich doppelt so viele Aufträge und im Schnitt dreimal so viele eingegebene Artikel wie alle anderen und gewann den Wettbewerb, wie gewöhnlich ziemlich ungefährdet. Das hing aber auch damit zusammen, dass ich wirklich immer mit unter den letzten war, die gingen.

Dieses Aufblühen von mir in Konkurrenzsituationen hatte mit meiner Jugend zu tun, die ich vornehmlich um Tartanbahnen rennend verbrachte. Es steckte irgendwie immer noch in mir drin. Ich jagte meine eigenen Rekorde, wie damals über fünf- und zehntausend Meter. Mir machte die Sache dadurch auch richtig Spaß. Es ging mir gar nicht darum, besser als andere zu sein. Ich wollte einfach sehen, was ich drin hatte.

Ich bekam eine ordentliche Prämie. Bei den Wettbewerben zuvor hatte es immer nur Kleinigkeiten gegeben, irgendwelche Gutscheine für einen Laden namens Marks and Spencer. Diesmal gab es fünfhundert Pfund. Zusätzlich konnte ich mir auch noch Schmuck in Höhe von zweihundert Pfund aussuchen. Ich nahm eine Armbanduhr, ein paar Broschen und Anhänger für meine Mutter. Über Weihnachten wollte ich ja wieder nach Deutschland.

Ich konnte es aber trotzdem nicht ertragen, dass Sara wütend auf mich war. Kurz vor ihrem letzten Auftritt hatte sie mir erzählt, dass sie jetzt zu einer Yoga-Gruppe bei einem indischen Lehrer ging, immer mittwochs. An dem ersten Mittwoch vor Weihnachten, wo ich nach nur acht Stunden nach Hause konnte, brachte ich ihr ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk ins Haus, als sie nicht da war.

Gianna ließ mich ein und unterhielt sich noch ein wenig mit mir, nachdem ich das Geschenk, eine Rose und meinen geliebten Teddybären in Saras Zimmer deponiert hatte. Dazu gab es ein paar Pralinen und einen ellenlangen Entschuldigungsbrief. Gianna wollte natürlich vornehmlich hören, was damals wirklich mit Chris passiert war, da wir uns seit dieser Zeit nicht mehr gesehen hatten. Sie erzählte mir, dass ein Freund von ihr namens Stan gerade aus Spanien zurückgekommen war und mit Sara anbändelte. Stan hatte wie sie in der Vicarage gelebt.

Ich sah ihn kurz in der Küche, bevor ich mich verabschiedete, ein nett wirkender Typ, der unnatürlich braungebrannt aussah. Auch Keylam war da und verschleppte mich kurz in sein Zimmer, um mir seine neusten Anschaffungen vorzuführen, zwei Decks, also Plattenspieler und einen Mixer – er versuchte sich nun als DJ, sehr zum Leidwesen seiner Mitbewohner. Er erzählte mir aber auch, dass er eventuell ebenfalls dort ausziehen würde, da er eine Zweizimmerwohnung nicht weit entfernt für einen wahnsinnig günstigen Preis aufgetan hatte.

Ich verabschiedete mich eilig, denn ich wollte nicht direkt auf Sara treffen, eigentlich wollte ich mit der ganzen Aktion wirklich nur mein Bedauern über meinen ganzen Fehltritt zum Ausdruck bringen. Sie wusste natürlich, wie viel mir an meinem Teddybären lag, also würde sie einschätzen können, wie sie das einzuordnen hatte.

Tatsächlich kam sie am Freitagabend kurz vorbei. Den Teddybären hatte sie wieder mitgebracht. Ich weigerte mich, ihn anzunehmen.

„Ich dachte, du wolltest ihn niemals weggeben?“

„Wenn wir uns weiterhin sehen, als Freunde meine ich, dann ist er schon in den richtigen Händen.“

„Ich sag es dir gleich, du hast viel kaputt gemacht mit diesem Vertrauensbruch. Aber es wäre schade, wenn unsere Freundschaft daran zerbricht. Ich will dir zugute halten, dass du wegen der Geschichte mit Chris durcheinander warst. Also gut, ich nehme deine Entschuldigung an.“

Ich atmete auf. Wir unterhielten uns kurz über die Leute im Haus, unter anderem über Stan, der vielleicht Keylams Zimmer übernehmen wollte, wenn dieser auszog.

„Ich hab gehört, dass du dich in ihn ein wenig verguckt hast?“

Sie lächelte versonnen.

„Er ist sehr nett. Ganz anders als alle Männer, die ich bis jetzt kennengelernt habe.“

„Ich hoffe für dich, dass dies wirklich so ist und dass ihr zwei glücklich miteinander werdet.“

„Soweit ist es noch nicht. Obwohl … egal, ich fliege morgen nach Italien. Du solltest übrigens auch zu der Yoga-Gruppe kommen, das ist hier ganz in der Nähe. Der Lehrer ist toll, sein Name ist Hari, ein Dozent an der Uni, der unheimlich viel erklärt. Aber die Stunden sind richtig hart … kein Vergleich zu dem was wir hier zusammen getan haben. Danach fühlt man sich aber fantastisch. Es würde dir gut tun.“

„Okay. Ich kann es mir ja mal angucken. Ist das nur mittwochs?“

„Montags und mittwochs. Ich gehe immer Mittwoch hin. Vielleicht guckst du dir Gruppe montags an? Ich hab dir zwar vergeben, aber ich weiß nicht, ob ich so tun kann, als ob nie etwas geschehen wär. Ich bin immer noch total sauer auf dich.“

„Okay. Ganz wie du willst.“

Sie erklärte mir noch, wo ich das Swanfleet Centre, wo der Unterricht stattfand, finden konnte. Wir umarmten uns zum Abschied und wünschten uns alles Gute zum Weihnachtsfest und Neujahr. Ich war froh, dass wir zumindest wieder halbwegs normal miteinander umgehen konnten.

Ich würde etwas später nach Deutschland fahren. Vorher stand noch die Weihnachtsfeier unserer Firma auf dem Programm, die in unserem Lager stattfand. Es wurde eine Anlage aufgebaut, wo ein DJ die schlimmsten Gassenhauer der letzten zwanzig Jahre an unsere gequälten Ohren brachte, aber da der Alkohol und das Essen umsonst waren, ließ sich selbst das ertragen. Ich hing vornehmlich mit meinen alten Kollegen aus der Bestellannahme ab, die ich seit dem Beginn der Woche mit meinem endgültigen Umzug ins Lager fast ein wenig vermisste.

Ich wurde von der zweiten Soldatenfrau, einer Deutschen, die mit Beeke befreundet war, ziemlich eindeutig angebaggert. Sie war nicht mein Typ, aber durch den reichlich genossenen Alkohol war ich drauf und dran, sie mir zu krallen. Beeke intervenierte aber, nahm mich zur Seite und bat mich, von ihr die Finger zu lassen, da sie zu besoffen und immerhin ja eine verheiratete Frau war.

Natürlich nahm ich von allen Aktionen Abstand, auch wenn mir ihre Klage „ich will dich doch ficken“ und anschließende Bettelei durch und durch ging. Beeke schien noch immer nicht davon überzeugt, dass ich ihr auf Dauer widerstehen könnte und setzte sie nicht lange danach zur Sicherheit in ein Taxi.

Ich seilte mich kurz darauf ab, da ich mittlerweile so breit war, dass alles Weitersaufen nur kniend vor der Kloschüssel hätte enden können. Oder im Bett irgendeiner Kollegin, da man natürlich meine Knutscherei mit der jungen Dame sehr wohl bemerkt hatte und mein Ruf, schwul zu sein, damit endgültig ins Reich der Fabeln verwiesen worden war. Nach den Erfahrungen mit Shirley wollte ich eigentlich von Kolleginnen tunlichst die Finger lassen.

***

In Deutschland tankte ich dann langsam wieder Energie auf, denn ich war völlig ausgebrannt, physisch, psychisch und vor allem emotional. Die ersten Tage schlief ich bald zwölf Stunden. Um zwölf Uhr an Sylvester gab ich mal wieder das Rauchen auf und beschloss, mich erst einmal von Frauen und anderen schädlichen Einflüssen fernzuhalten; mich stattdessen wieder meiner spirituellen und philosophischen Schiene zu widmen.

Ich ging tatsächlich regelmäßig zur Yoga-Gruppe. Sara hatte nicht übertrieben, der Lehrer war großartig und ich verbrachte die ersten Stunden damit, mir die von ihm geforderten „mentalen Notizen“ von den Feinheiten in den Übungen zu machen, die er uns im Detail erklärte. Er war Physiker und entsprechend wissenschaftlich liefen seine Stunden auch ab. Darüber hinaus übte ich nun wieder täglich und fand auch einen Kurs in Zazen, also Zen-Meditation.

Das Verhältnis zu Sara normalisierte sich bis zum Frühling des neuen Jahres, aber wir lebten nun, obwohl nur wenige hundert Meter auseinander, in völlig anderen Welten. Ich existierte nur noch bei der Arbeit und in meinen ernsthaften Versuchen, meinen Charakter und mein Leben zu reformieren. Ich rauchte nicht mehr, nahm keine Drogen und hielt mich auch von Frauen fern. Bis zum Sommer hatte ich nur zwei Rückfälle, wo ich mir ein Zehnerpäckchen Zigaretten und ein paar Schmuddelhefte gönnte, ansonsten wichste ich nicht einmal. Nachdem sie ihren Zweck einmalig erfüllt hatten, wanderten sie in den Abfall.

Mein Meditationslehrer war von meinen Fortschritten beeindruckt, warnte mich aber, dass ich noch zu viel unabgeschlossenes Material, das er als „Bodensatz“ bezeichnete, durchzuarbeiten hätte und mich meine Erfolge nicht darüber hinwegtäuschen sollten. Auch beim Yoga wurde ich nun immer öfter zur Demonstration herangezogen und Hari förderte mich auch ganz gezielt. Später würde er mir die Ausbildung zum Yoga-Lehrer ans Herz legen.

Bei den reichlich stattfindenden Partys in unserer Firma, die die Besitzerin als Dankeschön für unsere harte Arbeit durchzog und die in immer nobleren Gaststätten und Restaurants stattfanden, freundete ich mich mit zwei deutschen Mädels an, die in der Bestellannahme arbeiteten, aber nach meinem Ausscheiden dort angefangen hatten.

Karin war eine rheinische Frohnatur aus Bonn, die ihr Übergewicht durch eine herzerfrischende Art und ein witziges Lachen wettmachte, das immer in einem Schweinegrunzen endete, was natürlich bei allen anderen in Lachanfällen endete. Die erst zwanzigjährige Freundin von ihr, Maria, kam aus Schwaben. Dazu gesellte sich noch Andy, ebenfalls Schwabe und schwul. Wir waren ein witziges Quartett und hatten auch außerhalb dieser Partys viel Spaß miteinander.

Ich hatte derweil mein Stück in seine finale Fassung gebracht und einem Nachbarn vorgelegt, der im Haus neben meinem wohnte, ein im Ruhestand befindlicher griechischer Literaturprofessor. Er war völlig begeistert und legte das Stück einem seiner Freunde vor –dem Besitzer des griechischen Theaters nämlich, an dem auch Bill einst sein HIV-Stück aufgeführt hatte. Anfang Juni kam dann die elektrisierende Rückmeldung, dass er das Stück gerne aufführen wollte.

Das hatte den Effekt, dass ich aus meinen spirituellen Sphären wieder in das normale Leben zurückkehrte, denn nun traf ich mich wieder regelmäßig mit Kev, der die Regie übernehmen sollte und trieb mich auch wieder im Falcon herum. Ich fing das nächste Stück an, leider auch wieder das Rauchen, da Schreiben und Rauchen bei mir irgendwie untrennbar verquickt waren. Trotzdem ging ich weiter zum Yoga, wenn auch nicht mehr ganz so regelmäßig.

Meine Musik veränderte sich nun auch, da ich meine Gitarre fast gar nicht mehr nutzte, sondern nur noch das Keyboard. Ich hatte die elektronische Musik nun endgültig für mich entdeckt, kaufte mir einen Laptop und ein externes Soundmodul, mit dem ich ein zweites Keyboard betrieb, lernte Sequenzer Software am Anfang noch recht dilettantisch einzusetzen. Elektronische Mucke ohne Drogen war natürlich nur die halbe Freude, also besorgte ich mir auch wieder Dope und ab und zu Pillen, ging auch wieder auf Partys.

Sara war nun mit Stan zusammen und aus dem Haus ausgezogen, da sie sich auf die Warteliste einer Co-Op gesetzt hatte, dass waren Vereine, die alte und baufällige Häuser aufkauften, mit ihren Mietern instandsetzten und deshalb für ganz wenig Miete anbieten konnten. Sie kam eines Abends zu mir und erzählte mir, dass sie sich bei dem Schmuck-Design Kurs in der Royal Academy of Arts beworben und eine Zusage bekommen hatte. Das Problem waren für sie nur die Kursgebühren, die mit zweihundert Pfund monatlich von ihr eigentlich nicht zu bestreiten waren.

Ich bot ihr hundertfünfzig monatlich an, die sie mir dann irgendwann mal zurückzahlen sollte, wenn sie es konnte. Sie bedankte sich und küsste mich glücklich. Es war eigenartig, jetzt fühlte sie sich wirklich wie eine kleine Schwester für mich an. Sie hatte sich auch verändert, wirkte fraulicher. Ich hatte natürlich schon so meine Vermutungen, woran das lag.

„Bist du denn noch mit Stan zusammen?“

„Ja, aber er geht für ein halbes Jahr nach Afrika, wird da mit Touristen auf Abenteuerurlaub quer durch Afrika einen Bus fahren.“

„Aha. Und ihr seid … richtig zusammen?“

Sie lächelte und lief trotzdem rot an.

„Ja. Ich hoffe das ist okay für dich?“

„Natürlich. Ich freu mich für dich.“

Ein wenig an meiner sonst in dieser Zeit ziemlich ausgeprägten Selbst-Zufriedenheit zwackte es aber durchaus, dass konnte ich mir auch ohne weiteres eingestehen.

„Das Stück kommt jetzt übrigens auf die Bühne.“

„Oh … das ist ja fantastisch“, gab sie zurück. Aber ihr leicht irritierter Gesichtsausdruck ließ schon darauf schließen, dass auch sie durchaus ambivalente Gefühle wegen dieser Nachricht hatte.

„Ja, in demselben Theater, wo wir Bills Stück gesehen haben. Mein Nachbar drüben im Nebenhaus kennt den Besitzer gut. Der Literaturprofessor.“

„Wirklich, das ist doch ein großartiger Erfolg. Ich freu mich für dich.“

Sie gab mir ein Tape mit der Musik, die sie nun hörte, was sicherlich mit Stan zusammenhing, der dem Vernehmen nach ein DJ war. Elektronische Musik, die mir sofort gut gefiel. Ich spielte ihr meine neuen Stücke vor, die in eine ähnliche Richtung gingen. Sie versuchte sich auch kurz an den Keyboards. Es war ein sehr angenehmer Abend. Unser Verhältnis schien ein für allemal geklärt.

***

Die ersten richtig warmen Sommertage brachten einige meiner Nachbarn aus dem Haupthaus, mit denen ich sonst nichts zu tun hatte, zum Sonnenbaden in unserem Garten, unter anderem auch eine hübsche junge Frau Ende zwanzig, die optisch gar nicht so einfach zu ignorieren war, denn sie präsentierte recht freizügig einen wirklich spektakulären Körper in einem winzigen Bikini. Ich hatte aufgrund der Wärme meine Flügeltüren weit geöffnet und genoss meine wohlverdienten ersten Urlaubstage, die ich vornehmlich mit Komponieren verbrachte. Sie klopfte an meine Glastür.

„Hallo Nachbar. Ah, von dir kommt die Mucke, ich hatte dich öfter schon mal spielen gehört. Ich bin auch Musikerin. Ich bin Carol, nebenbei.“

Ich bot ihr einen Tee und dann nach kurzem Zögern auch einen Spliff an. Sie nahm beides an und lauschte meinen Aufnahmen, die ich ziemlich unbefangen vorspielte, weil ich ihre Sachen noch nicht gehört hatte. Sie lächelte und meinte, das wäre ja schon ganz nett, gab mir aber auch gleich Tipps, was ich besser machen könnte. Sie fragte mich, ob ich ihr vielleicht auch etwas zu Rauchen besorgen könnte, wenn ich das nächste Mal für mich selbst unterwegs war, da ihre Quelle versiegt sei und sie von der Qualität meines Dopes recht angetan war.

Da ich eh an diesem Tag für mich selbst loswollte, sagte ich zu. Sie nahm mich mit in ihr Zimmerchen im zweiten Stock. Ich hatte es mit meiner Souterrain Wohnung noch ganz gut getroffen, ihr winziges Kabuff mit Kochecke war da deutlich einfacher gehalten. Sie hatte aber einen fetten PC und zwei Keyboards dort stehen, arbeitete nicht mit einer Vierspurmaschine wie ich, sondern nahm direkt auf dem PC auf. Sie war ein Profi. Ihr augenblickliches Projekt war der Score für einen Film. Kein Vergleich zu meinen dilettantischen Versuchen.

„Wow, das ist ja klasse. Und du nimmst nur über PC auf? Ich muss mir wohl auch mal einen richtigen Rechner besorgen, mit dem Laptop klappt es ja nur über das externe Modul und auch das nur zum Ansteuern.“

„Ja, das ist auf jeden Fall leichter. Ich hab ein ganzes Musical auf dem Teil hier komponiert und eingespielt. Ich ziehe hier übrigens bald wieder aus, weil ich etwas Besseres in Tottenham gefunden habe, aber ich geb dir bis dahin gern etwas Unterricht, wie man Cubase richtig nutzt und was man damit alles machen kann. Hier sind dreißig Pfund. Eine Viertel-Unze für mich bitte, wenn es genauso gut wie das Zeug ist, was wir eben geraucht haben. Sonst nur ein Achtel.“

„Okay. Wollen wir denn noch einen rauchen, bevor ich mich wieder verpisse?“

„Gern. Es hilft mir, mich auf das Komponieren zu konzentrieren.“

Sie legte die Stelle, an der sie gerade arbeitete auf Loop, also eine Endlosschleife, während ich auf ihrem Bett sitzend einen Spliff baute. Dann zog sie zu meiner Überraschung ganz locker vor mir ihren Bikini aus. Sie grinste befriedigt, als sie meine fast ehrfurchtsvollen Blicke bemerkte, zog sich dann aber rasch etwas anderes an. Wie lange hatte ich jetzt keine nackte Frau mehr gesehen? Seit Jamie bei mir übernachtet hatte. Das war nun acht Monate her.

Nun gut, obwohl meine Jeans unerträglich eng wurden und die Temperatur in ihrem Raum zudem gleich ein paar Grade anstieg, hielt ich diese unerwartete Live-Show für eine eher natürliche Lockerheit, denn so schätzte ich sie auch ein. Wir rauchten und ich verließ sie kurze Zeit später, damit sie weiterarbeiten konnte. Ich hatte eigentlich auch vor, an meinem letzten Stück weiterzumachen, aber nachdem ich gehört hatte, was sie so alles drauf hatte, kamen mir meine Versuche doch eher lächerlich vor, also setzte ich mich stattdessen in die Sonne und las etwas.

Von draußen konnte man ihre Musik tatsächlich auch leise hören. Am Nachmittag besorgte ich ihr und mir dann das Gewünschte. Ich hatte für die Vordertür des Haupteingangs einen Schlüssel, weil dort unsere Post ankam. Als ich die Treppe hochging, traf ich sie beim Verlassen des gemeinsamen Badezimmers auf ihrer Etage, in einem kurzen japanischen Bademantel, der gerade mal den Hintern bedeckte, und einem Handtuch auf der Schulter.

„Hat’s geklappt? Super. Komm mit.“

Sie führte mich in ihr Zimmer. Ihr PC war noch an, aber sie versicherte mir, dass sie gerade eine Pause brauchte und warf den Heißwasserkocher an, um uns einen Tee zu machen. Während ich den nächsten baute, sah ich ihr verstohlen bei der Teezubereitung zu. Sie sah echt klasse aus, mittellanges, dunkelblondes Haar, eine Wespentaille und wunderschön geformte Beine. Sie kriegte natürlich schon mit, dass ich sie ansah.

Carol setzte sich mit dem fertigen Tee zu mir aufs Bett und nahm dankbar den fertig gebauten Spliff und ihren Anteil in Empfang.

„Und? Hast du noch an deinem Stück weitergearbeitet? Ich hab gar nichts mehr gehört.“

„Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich nachdem ich deine Sachen gehört habe, erst einmal geplättet war. Da bin ich noch himmelweit von entfernt.“

„Du fängst doch gerade erst damit an, ich mach das jetzt schon mehrere Jahre professionell. Und ich helfe dir gern, heute aber nicht, weil ich noch so viel zu tun habe. Ich hab Abgabetermine, die ich einhalten muss, sonst gibt es gleich eine Konventionalstrafe.“

„Ich verpiss mich auch gleich wieder, ich wollte dir nur dein Viertel bringen.“

„So eilig ist es nun auch wieder nicht. Ich brauch schon meine Pausen.“

Sie lehnte sich befriedigt gegen die Wand, nachdem sie mir den Spliff zurückgegeben hatte. Sie hatte ihre Beine zwar geschlossen, aber das seidige Material des Bademantels reichte ihr in dieser Stellung nur knapp über ihren Unterleib. Natürlich riskierte ich den einen oder anderen Blick, was nicht unbemerkt blieb.

„Pausen sind übrigens nicht das einzige, was ich brauche. Du brauchst mich nicht so heimlich anschauen. Eine Frau genießt es begehrt zu werden. Ich bin da keine Ausnahme.“

„Ja sorry, ich hab die letzten acht Monate praktisch im Zölibat gelebt. Eine so attraktive Frau wie du bringt mich da schnell aus dem Konzept.“

„Zölibat? Im Ernst? Warum das denn?“

Ich erzählte ihr in groben Zügen, dass sich meine Freundin ins Ausland abgesetzt hatte und dass ich mich mit Yoga und Meditation beschäftigte.

„Klingt ja schrecklich gesund. Und auch wieder nicht. Findest du nicht, dass du fürs Zölibat noch ein wenig zu jung bist? Mann, ich könnte das nicht, so ganz ohne Sex.“

Sie nahm den Spliff wieder entgegen und lächelte still in sich hinein, weil sie meine wachsende Erregung natürlich sehr wohl bemerkte.

„Nun … momentan bin ich ja in mancherlei Beziehung nicht mehr ganz so tugendhaft …“

„Mit anderen Worten, du willst, dass ich deine achtmonatige Trockenzeit beende?“

„Nun …“

„Nun mach doch nicht so ’n Staatsakt draus. Ich hab zwar einen Freund, aber wir genehmigen uns schon die eine oder andere Ergänzung auf unserem Menü. Man geht ja schließlich auch mal essen und kocht nicht nur zu Hause.“

Ich brach in ein albernes Gelächter aus. Das verstummte aber augenblicklich, als sie an ihrem Gürtel zog und den Bademantel offen fallen ließ. Ich gab ihr noch den Spliff, aber dann entwickelten meine Hände auch schon ein Eigenleben, strichen über ihre samtweiche Haut, die nach irgendeiner Creme roch, zogen die Bademantelteile zur Seite, um ihren Luxuskörper freizulegen. Sie zog noch rasch an dem Teil und drückte es dann schnell aus.

„Bist du eher der Vanille-Typ oder aufgeschlossen?“ erkundigte ich mich prophylaktisch und in Anlehnung an Chris, die für einen Moment vor meinem geistigen Auge auftauchte.

„Vanille? Aufgeschlossen? Ich versteh nicht genau, was du meinst … ich steh auf zärtlichen und fantasievollen Sex, wenn du das als Vanille bezeichnen willst, gut … dann bin ich wohl eher der Vanille-Typ.“

Und nach einer kurzen aufgeregten Pause:

„Wieso, an was hast du gedacht?“

„Ich stell mich schon auf dich ein, keine Bange. Entspann dich.“

„Meinst du … sowas wie Rollenspiele?“

„Zum Beispiel.“

Sie biss sich auf der Unterlippe herum.

„Ich … ich hab mir oft vorgestellt, wie das wäre, wenn ich gefangen wäre, gefesselt und die Augen verbunden hätte … und dann … na ja, mein Entführer meinen Körper verwöhnt und so …“

„Klingt doch sehr interessant. Soll ich das für dich tun?“

„Oh … klar … warum … nicht. Oh mein Gott.“

Dabei hatte ich gerade nur ein wenig meine Zunge über ihren Bauch toben lassen. In das fruchtige Aroma ihrer Creme mischte sich nun der betörende Duft ihrer Weiblichkeit. Ich entfernte gleichzeitig den Gürtel von ihrem Bademantel und richtete mich auf. Ich drehte sie nach links und bog ihre Arme zurück. Dann fesselte ich mit dem Gürtel, ließ ihn aber locker genug, dass er sie nicht in die Handgelenke schnitt. Ich machte allerdings mehrere Knoten, da das seidige Material, wenn es nicht gar echte Seide war, sonst schnell wieder auseinandergefallen wäre. Neben ihrem Bett auf einem Stuhl fand ich einen weißen Schal, den ich um ihren Kopf schlang.

Befriedigt betrachte ich mein Werk. Durch das Fenster drangen kräftige Sonnenstrahlen, die sie durch den Rauch im Zimmer wie in einem klassischen Gemälde beleuchteten. Das Bild, dass sie mit ihren gefesselten Armen und dem Schal über ihren Augen da abgab, wäre eines solchen auch würdig gewesen. Sie war atemberaubend schön.

Ich kniete mich hinter sie und atmete ihr in den Nacken. Sie atmete sehr flach und stockte oft, ihr Gesicht ein Ausdruck von Spannung, süßer Angst und alles beherrschender Erregung. Ich strich ihr den Bademantel von ihren Schultern, der ein Stück rutschte und dann von ihren gefesselten Armen gehalten wurde. Ich küsste mich von ihren Schulterblättern zu ihrem Nacken hoch, während meine Hände ihre entzückte Vorderseite hauchten.

Ich zog mich zurück und streifte mein T-Shirt ab. Öffnete meine Hose und entledigte mich dieser mitsamt Badehose, die ich darunter noch vom Nachmittag trug. Ein gewisser Körperteil war über diese Entwicklung besonders dankbar, reckte und streckte sich im gleißenden Sonnenlicht, während ich mich wieder diesem Kunstwerk von einem Körper vor mir annäherte. Ich postierte mich nun vor ihr und strich mit beiden Händen synchron von ihren Wangen hinunter bis zu ihrem Bauch, um dann in sanften Schwüngen über ihre Hüften bis zu ihren herrlichen Brüsten zurückzugleiten.

Ich umkreiste ihre steil aufragenden Nippel nur ganz leicht mit meinen Fingerkuppen. Gleichzeitig näherte ich mich ihrem Gesicht, hielt vielleicht drei Zentimeter vor ihrem leicht geöffneten Mund an. Zärtlich presste ich meine Lippen auf ihre, um dann der zarten Haut ihres Halses küssend und züngelnd meine Aufwartung zu machen.

Meine Hände schlossen sich um ihre Oberarme. Ich drückte sie mit sanfter Gewalt auf ihren Rücken, verlagerte meine Hände auf ihre superschlanke Taille und von dort unter ihre drallen Pobäckchen, um sie zurechtzurücken und bequem liegen zu lassen. Sie bebte am ganzen Körper, als ich ihre Beine sortierte und öffnete.

Sie hatte einen kurz getrimmten Busch, der dichter in der Mitte schien und sich zu den Seiten hin vereinzelte. Ich strich mit meinem Gesicht über ihre sehr formschönen Schenkel, ruhte dann nur wenige Zentimeter vor ihrer hitzigen Mu und atmete den Duft ihrer Weiblichkeit, der in ihrem Fall erstaunlich süß und betäubend war, ein. Meine Finger hauchten über die sanft gespannte Haut über ihren Beckenknochen, um dann tiefer und nach innen zu gleiten. Sie zitterte etwas. Ihr Mund öffnete und schloss sich, sprach in der lautlosen Sprache der Verzückung.

Diese steigerte sich zusehends, als ich mich in gerader Linie höher leckte und küsste, ihren Bauch hoch, an ihrem tiefen Bauchnabel eine kurze Erkundungstour einlegend, die ihr wohl ausnehmend gut gefiel. Oder es war eine Reaktion auf meine Hände, die meinem Vorhaben entsprechend, ständig so viel von ihrem Körper wie möglich einzubeziehen, von ihren Knien in Zeitlupe aufwärts wanderten.

Auf jeden Fall kam der erste fette Stöhner, als ich an ihren Brustwarzen züngelte, dann saugte und schließlich auch ein wenig knabberte. Ich stellte meine Knie etwas auf und ließ meinen erhitzten und in Bestform befindlichen Zauberstab über ihren Oberschenkel gleiten, so dass sie auf die falsche Fährte geriet, was nun wohl geschehen würde.

Ich gab ihr einen kurzen Kuss auf den Mund, der noch immer fast permanent offen stand und durch den sie nun hörbar stockend atmete. Als nächstes berührte ich sie mit meinem ganzen Körper, neckend, in ihr Körperfeld eintauchend, aber nur zufällig auf ihre Haut treffend.

Langsam ließ ich mich zwischen ihre Schenkel gleiten, küsste und leckte an ihren Innenseiten, immer näher an die zweite Hitzequelle neben der Sonne, die erbarmungslos auf meinen Rücken knallte, heran. Ich berührte sie nur mit der Zungenspitze, so leicht, dass sich nicht mal sicher sein konnte berührt worden zu sein. Als Reaktion darauf drängte sie mir ihr hungriges Mäuschen entgegen. Ich schleckte sie wie ein Hund, was ganz gut zu ihrem hechelnden Atem passte.

Ansonsten war sie aber ganz Pussy, also spielte ich mit ihr, verteilte ihren nach mehr schmeckenden Mösensaft munter an allen strategisch wichtigen Punkten, inklusive ihres süßen aber leicht haarigen Arschlochs. Offensichtlich schien das für sie eine recht neue, wenn auch begrüßenswerte Erfahrung gewesen zu sein. Ihr Geräuschpegel stieg mächtig, als ich zu ihrem Zauberdom zurückkehrte und dort allerhand Schabernack trieb.

Während ich mal testweise einen Finger in das vorab so bejubelte Loch einführte, gab ich ihr nun die stetigen Zungenschläge, die ihr erlaubten sich langsam zum Höhepunkt hochzuarbeiten, ihn lange kommen zu fühlen. Sie bäumte sich immer öfter auf, bis auf ihren gepressten Atem völlig lautlos, ihr Gesichtsausdruck eine Mischung aus Euphorie und Unglauben. Carol schraubte sich fast mit ihrem Arschloch auf meinen Finger, also machte ich dort auch ein bisschen mehr Alarm.

Die Reaktion folgte fast augenblicklich und eine Serie von sich überschlagenden Lauten, die nur entfernt wie Stöhnen klangen, mündeten in ein erlöstes „Ja“. Ich fand, dass man auf einem „Ja“ nicht stehen kann und gab ihr nun das volle Programm. Nun kam ihr Körper gar nicht mehr zur Ruhe, auch wenn sie viel Zeit in einer angedeuteten Brücke verbrachte. Sie bewegte ihren Kopf hin und her, auf ihren Lippen ein aus der Zeit gerissenes Lächeln.

Als sie dicht davor schien, nahm ich noch einmal etwas Tempo raus und brachte stattdessen etwas mehr Druck auf ihren Schwellkörper, um die Intensität für sie noch einmal zu erhöhen. Sie kam nicht lang danach mit einem überraschend lauten und kräftigen Stöhnen, kollabierte halb, als ich nach kurzer Nacharbeit von ihr abließ.

Sie sah aus, als ob sie Ruhe gebrauchen könnte, aber man kriegt eben nicht immer alles im Leben. Ich drehte sie auf die Seite und schob ihr ohne Ouvertüre meinen ächzenden Prügel in ihr durchaus vereinigungswilliges Loch. Ich ließ sie das Gefühl auskosten, ausgefüllt zu sein, zog nur langsam ein Stück ab und glitt ebenso gemütlich wieder hinein. Ließ die Bewegungen dann einfach geschehen, ruhig, fließend, sanft, auf sie getuned.

Es fing an, richtig Spaß zu machen und ich brachte probehalber mal ein wenig mehr Enthusiasmus ins Spiel. Auch darauf reagierte sie sehr angetan, aber ich merkte auch, dass ich da in etwa an ihrer Obergrenze angekommen war. Ich beruhigte mich daher wieder ein wenig und genoss das wohlige Gefühl einfach nur mit großer Freude zu ficken. Etwas überrascht merkte ich, dass diese langsame Gangart keineswegs vor schneller Erregung schützt, denn ich war ungewohnt früh an der Schwelle zum Glück.

Ich hielt kurz an, entschied mich dann zu einem Stellungswechsel und rutschte aus ihr heraus. Ich legte sie auf ihren Rücken, beziehungsweise ihre Arme und Hände. Ich befreite ihre Augen von dem Schal. Sie blinzelte noch irritiert in das Sonnenlicht, als ich erneut in sie eindrang. Ihre Augen weiteten sich kurz und fixierten sich dann in meinen.

Ich drückte ihre Schenkel weit auseinander und ließ sie wissen, wie tief ich da eigentlich in sie rein konnte. Sie stöhnte unterdrückt. Ihre Wangen waren feuerrot und ihr Haar klebte verschwitzt, als ich langsam wieder Fahrt aufnahm, doch ein wenig vorsichtig, da es sich schon verdächtig zu geil anfühlte.

Nicht ganz unerwartet verpasste ich dann kurz darauf den Moment, wo man noch abbrechen und von vorne anfangen kann. Ich zog schnell ab, robbte an ihr hoch und vollführte die letzte Wichsbewegungen kurz vor ihrem bildhübschen Gesicht. Sie öffnete folgerichtig den Mund und bekam das meiste meiner Frohsinnsladung auch dort hinein. Der Rest schmückte ihre Wange und ihr Kinn. Es war ein unglaublicher relaxter Orgasmus gewesen. Ich war nicht mal außer Atem.
Ich zog ab und löste ihre Fesseln.

„Und, war es so, wie du es dir erhofft hattest?“

„Besser. Ich schwebe richtig. Mir fehlen die Worte. Wow.“

Sie machte tatsächlich einen ziemlich weggetretenen Eindruck. Wir kuschelten noch eine Weile und dann machte sie sich wieder an ihren Score. Ich hörte noch eine Weile zu, bevor ich mich von ihr verabschiedete.

***

Carol verbrachte in den nächsten Tagen tatsächlich eine ganze Menge ihrer Pausen bei mir. Besonders viel über Musik oder das Programm, das wir beide benutzten, lernte ich dabei aber nicht. Dann wurde ihr die Zeit knapp, was auch meine Schuld war, denn im Gegensatz zu unserer ersten Begegnung, zogen sich unsere Pausen-Gestaltungen zum Teil über mehrere Stunden hin.

In meiner zweiten Urlaubswoche arbeitete sie dann auch meist tagsüber durch und ihr etwas nervös gewordener Freund, dem sie von uns berichtet hatte, nächtigte dann prompt auch entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten bei ihr.

An dem Montag, an dem ich wieder zur Arbeit musste, zog sie dann auch schon nach Tottenham, ohne dass wir uns noch einmal hätten treffen können. Sara, die ich zuvor nur zweimal kurz beim Yoga getroffen hatte, als sie auf „meinen“ Montag ausgewichen war, kam vorbei und lud mich zu einer Party ein. Die Whoop Whoops, wie sich diese Partyreihe nannte, fand zu dieser Zeit auf einem großen stationären Hausboot statt. Sie waren nicht frei zugänglich, man musste sich vorher Karten besorgen und die bekam man nur, wenn man die Leute kannte.

Sara war über Stan, der nun bereits in Afrika weilte, dort herangekommen und hatte zwei Tickets besorgt. Zum einen, weil sie unbedingt dorthin wollte und nicht der Typ war, die auf Partys alleine ging, zum anderen, um mir für meine finanzielle Unterstützung zu danken. Es wurde so etwas wie die Versöhnungsnacht, in der wir viel tanzten und alle negativen Residuen im Rausch der Musik und Liebe, die dort fühlbar durch das Boot wallte, hinter uns ließen.

Wir halfen am Ende noch beim Zusammenpacken und Einladen der Dekoration und Anlage und fuhren dann zu mir, um gemeinsam runterzukommen. Sie erzählte mir viel von Stan und ich war tatsächlich locker genug, um mich uneingeschränkt für sie zu freuen, da sie richtig verliebt schien und es ihr sehr gut dabei ging.

Ich war froh, dass unsere Freundschaft sich nicht nur normalisiert zu haben schien, sondern durchaus auch weiterentwickelte. Von Carol erzählte ich ihr zwar, ließ aber aus, dass wir sexuell miteinander involviert gewesen waren.

Am darauffolgenden Montag rief mich meine Kollegin Maria aus Deutschland an. Sie war dort auf Urlaub gewesen und hatte nun ein echtes Problem. Kurz vor ihrer Abreise hatte sie aus ihrer Wohnung gemußt. Ihre Mitbewohnerin hatte es dem Vernehmen nach nicht so mit Mietzahlungen, was ihr Vermieter gar nicht lustig fand. Sie hatte die letzten Tage vor ihrem Abflug bei Sandra und ihrem Freund im Wohnzimmer genächtigt, aber Sandras Freund war davon alles andere als begeistert gewesen.

Also fragte sie mich, ob sie bei mir übernachten könnte, bis sie etwas Eigenes gefunden hatte. Sie war vorher noch nie bei mir gewesen, also erklärte ich ihr kurz das Layout meiner Wohnung. Da sie das aber nicht zu schrecken schien und ich ja auch noch eine Matratze zur Verfügung hatte, die ich ihr anbieten konnte, sagte ich zu. Gleich nach der Arbeit besorgte ich noch ein zweites Deckbett und richtete die Wohnung entsprechend her, da sie am nächsten Morgen direkt vom Flughafen zur Arbeit kommen würde.

Der Gedanke, einen Gast zu haben, mit dem ich über kürzere oder längere Zeit mein Zimmer teilen würde, machte mich nicht nervös, im Gegenteil. Ich freute mich darauf, ihr eine schöne Zeit zu bereiten, mal wieder für zwei kochen zu können und jemanden zu haben, mit dem ich Alltag teilen konnte, denn irgendwie fühlte ich mich schon manchmal einsam in meiner Wohnung. Ich hatte mir sogar kurz davor einen Fernseher und einen Videorekorder besorgt, nachdem ich mehr als drei Jahre auch richtig gut ohne so etwas ausgekommen war.

Auch hatte ich ja einen langen Zeitraum mit Sara auf engstem Raum zugebracht, also machte ich mir insgesamt recht wenig Gedanken. Maria war mittelblond, jung und ein „Gute-Laune-Paket“ aus der Kategorie „mit-der-kann-man-Pferde-stehlen“, aber als Frau für mich bis zu diesem Zeitpunkt eher uninteressant gewesen. Wir fuhren mit ihrem Reisegepäck zunächst zu Sandra, wo sie wir den Rest ihrer Siebensachen in das Auto von Karins Freund luden und zu mir schafften.

Wir kannten uns ja eigentlich nur von den Firmenpartys und einigen Kneipentouren. Ich kochte für uns und wir machten uns einen richtig gemütlichen Abend, bevor wir dann ihre Matratze, die wir quer vor mein Bett legten, für die Nacht herrichteten und bald darauf schliefen wir dann auch schon.

Am nächsten Morgen hatten wir dann zum ersten Male die Duschaktion, die nun aufgrund der Lage der Dusche in meiner Küchenecke eine etwas seltsame Atmosphäre kreierte. Ich ließ ihr den Vortritt und bemühte mich dann, ein Gentleman zu sein und wegzugucken, während sie sich in der Küchenecke entkleidete und unter die Dusche sprang.

Der Duschvorhang war nicht völlig durchsichtig, aus milchig weißem Material, aber den Schemen ihres sehr ansprechenden Körpers konnte ich danach nun doch bewundern, bevor ich, durch das Abstellen des Wassers alarmiert, wieder artig zur Seite sah, bis sie sich nach dem Trocknen ihr Handtuch um den Körper geschlungen hatte.

Nichtsdestotrotz bemerkte ich schon eine leichte Schwellung in südlichen Regionen. Ich beschloss, einen auf natürlich zu machen, zog mich nicht nur ohne größere Warnung vor der Dusche aus, sondern trocknete mich auch außerhalb dieser hinterher ab, dabei meinen von der ganzen Aktion doch leicht vergrößerten Kumpel zur Schau stellend. Mit anderen Worten, Freundin und Kollegin oder nicht, ich fühlte eine deutliche sexuelle Spannung und mein Körper reagierte darauf.

Wie ich mit ein paar verstohlenen Seitenblicken bemerkte, sah sie sich das schon alles sehr genau an. Das hatte zur Folge, dass ich auch auf der Fahrt zur Arbeit noch von dieser Energie getragen recht unangenehm geschwollen war, sogar einen leichten Schmerz in meinen Eiern verspürte, zudem recht deutlich und süßlich nach „Vorsahne“ roch. Am Abend gingen wir völlig normal miteinander um, aßen, rauchten und schauten zusammen fern, bis wir wieder unsere Schlafgelegenheiten aufsuchten.

Ich hatte schon früher einmal Erfahrungen mit den unangenehmen Folgeerscheinungen des „Samenstaus“ gemacht und wusste das einzig probate Hausmittel dagegen – nämlich zu wichsen und zu kommen. Das war ja nun aber nicht so ganz einfach möglich. Wir löschten das Licht und ich wartete geduldig darauf, dass sie einschlief, lauschte ihren hörbaren Atemgeräuschen, dem Rascheln des Deckbetts, ihren letzten Vorbereitungen zur Nacht. Sie öffnete offensichtlich immer eine Cremedose und cremte etwas ein, schloss sie wieder und war dann zunächst still.

Ich dachte schon, dass sie eingeschlafen sei, aber dann raschelte ihr Bettdeck in merkwürdiger Gleichmäßigkeit. Erst dachte ich, dass ich mir das einbilde, aber als ihr Atem dann stoßweise ging und das Rascheln auch etwas lauter wurde, war mir eigentlich schon klar, dass auch sie da wohl ihre Bedürfnisse hatte, die sie zu befriedigen gedachte, da sie mich vermutlich bereits schlafend wähnte. Dadurch, dass sie deutlich tiefer vor meinem Bett lag, konnte ich nichts sehen, aber die Geräusche waren doch recht eindeutig.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich trotz Eierschmerzen nun richtig hart wurde, und nun wagte ich auch, mir so leise wie es eben ging an meinem Freudenspender zu zupfen. Das zog sich deshalb einige Zeit hin, lang genug, um das Verebben ihrer Tätigkeit mitzubekommen und zögerlich weiter wichsend, mit kräftigerer Stimulation zu warten, bis sie vermutlich tatsächlich eingeschlafen war. Trotzdem gelang es mir auch nach einer durchwachten Stunde nicht mehr, noch zu kommen.

Die nächsten Tage vergingen in demselben Muster. Schon beim Duschen wurde ich geil und musste manchmal etwas länger drunter bleiben, bis sich mein Kasperle auf vorzeigbare Dimensionen zurückentwickelt hatte, stellte ihn dann aber mit gespielter Nonchalance extra lange zur Schau. Sobald wir abends das Licht gelöscht hatten, begann sie ihre Routine, die Cremedose wurde geöffnet und wieder geschlossen, aber nun legte sie keine Pause mehr ein, sondern raschelte sozusagen sofort los.

Erst vermutete ich, dass ich mich dann vielleicht doch in der Herkunft dieser Geräusche getäuscht hatte, aber ihr schneller werdender Atem war dann doch zu eindeutig. Es war ihr offensichtlich egal, ob ich mitbekam, was sie da tat. Ich fand das ermutigend und irgendwie auch natürlich, schließlich waren wir zwei erwachsene Menschen mit gewissen Bedürfnissen, denen wir halt aufgrund unserer vordefinierten freundschaftlichen beziehungsweise kollegialen Beziehung selbst begegnen mussten. Durch ihren Mut angestachelt, spielte ich auch hörbar mit mir.

Das mag ein wenig vorpubertär klingen, aber es war wirklich abgefahren und geil. Am Wochenende gingen wir in den Falcon, sie lernte Bob und ein paar andere meiner Freunde kennen. Ich warnte sie ausdrücklich, sich nicht mit ihm einzulassen, aber es war wohl eben genau dieses Womanizer und Bad Boy Image, was Frauen anzog – sie bildete da trotz dieser Warnungen oder eben genau wegen dieser keine Ausnahme. Zunächst aber war dies folgenlos.

Zu unserer Routine hatte sich nun auch ein Spliff vor dem Zubettgehen eingebürgert. Da wir ja am nächsten Tag nicht so früh raus mussten, freute ich mich auch schon auf eine etwas längere Session, so sehr, dass ich schon während des Rauchens spürbar und tatsächlich auch sichtbar geil wurde. Ich bemerkte ihre verstohlenen Blicke auf die Beule in meiner Hose durchaus, auch lächelte sie sehr eigenartig, als ich bekundete, ich wäre zwar noch nicht richtig müde, wollte aber schon ins Bett.

Ich ging noch schnell aufs Klo. Als ich zurückkam, hatte sie die Matratze aufgebaut, aber diesmal anders, nun statt quer längs vor meinem Bett, mit dem Fußende zu den Glastüren weisend. Bevor ich das Licht löschte sah ich, dass ich so leicht aufgerichtet die untere Hälfte der Matratze im Blickfeld hatte. Sie mochte es, zu Tageslicht zu erwachen, also hatten wir die schweren samtenen Vorhänge vor meinen Glastüren offen gelassen.

In der Ferne war in einem gegenüberliegenden Haus noch Licht hinter dem Blätterwerk des großen Baums am Ende unseres Gartens zu erkennen und der Mond schien in dreiviertelvoller Pracht auf ihr Nachtlager. Ich sah wie gebannt auf die Bewegungen unter ihrer Decke, hörte das Zurückschnappen ihres Slip-Gummis, sah dann, wie sich ihre Hände bis zu ihren Füßen bewegten. Sie hatte sich offensichtlich ihres Schlüpfers entledigt. Ich tat es ihr nach, denn mein Dödel passte dort eh nicht mehr hinein.

Ihre fleißigen Hände sorgten für allerhand Bewegung unter dem Deckbett, unter dem es ihr offensichtlich auch zu warm wurde, denn sie schlug es zur Seite. Ihre Hände verdeckten zum größten Teil ihren für ihre Haarfarbe überraschend dunklen Busch, aber trotz des nicht viel Sehens war es ein Anblick, der mich richtig in Fahrt brachte. Auch ich schlug mein Bettdeck zurück, obwohl sie aus ihrer Position nichts sehen konnte, aber hören, wie hart ich an meinem Rudolf rupfte, konnte sie sehr wohl. Auch mit dem Stöhnen hielten wir uns nun beide nicht mehr zurück.

Sie kam ein ganzes Stück vor mir, aber spielte noch eine ganze Weile weiter, bis sie mich auch deutlich hörbar meine Erlösung erreichen wahrnahm. Sie nahm ihre Hände für eine Weile zur Seite und badete ihre Muschi im Mondlicht, bevor der Slip von ihren Knöcheln wieder auf den angestammten Platz zurückgezogen wurde. Erst dann deckte sie sich wieder zu.

Am Morgen wurden wir von Geräuschen im Garten wach. Mein Vermieter, übrigens ebenfalls ein Grieche, ein massiger, netter Kerl, der nicht besonders gut Englisch sprach, aber mich wirklich ins Herz geschlossen hatte, besorgte die Gartenarbeit selbst. Diese bestand vornehmlich aus Rasenmähen und manchmal Unkraut jäten. Das tat er meist an Samstagvormittagen wie diesem. Da er uns den Rücken zudrehte, sprang ich schnell auf, um die Vorhänge zu schließen.

Ich hatte meine Unterhose zum Aufwischen der ordentlichen Spermaladung, die Marias Vorstellung mir aus dem Schwanz getrieben hatte, verwendet. Also hüpfte ich gleich zwar im T-Shirt, aber mit blankem Hans und Zipfel ans Fenster. Mein Vermieter kriegte davon glücklicherweise nichts mit, aber als ich mich umdrehte, schaute ich der gerade erwachten Maria ins Gesicht.

„Oh sorry, ich wollt dich nicht wecken. Der Vermieter springt im Garten rum. Ich hab nur die Gardinen zugemacht.“

„Kein Problem. Guten Morgen. Gut geschlafen?“

„Ja, irgendwie schon. Und du?“

„Sehr gut, danke. Nicht, dass ich mich beschweren will, aber dir ist schon klar, dass du keine Unterwäsche trägst?“

„Oh verflucht, sorry.“

Ich beeilte mich, mir etwas überzuziehen. Wichsen war also wohl okay, Nudisten wurden wir dadurch nicht. Muss einem ja nur gesagt werden. Wir tauschten schon den einen oder anderen Verschwörer-Blick während des Frühstücks. Danach ging ich dann los, um ihr endlich einen Schlüssel für die Wohnung nachmachen zu lassen, da schon zu diesem Zeitpunkt klar wurde, dass sie einige Wochen bei mir verbringen würde.

Es blieb alles beim Alten, ich spielte jeden Morgen den Exhibitionisten und jede Nacht, mal mit, mal ohne Bettdeck, wichsten wir wie die Weltmeister. Sie lief dann tatsächlich auch allein im Falcon auf und versuchte sich an Bob, der aber nicht darauf ansprang, entweder, weil ihm unklar war, wie sie mit mir involviert war, oder weil er gerade wieder eine „ich hab’s gerade nicht nötig“ Phase zelebrierte.

Am nächsten Wochenende ginge wir mit Sandra und Freund in deren Stamm-Pub, den ich noch nicht kannte, der aber auch nicht unwitzig war, danach noch in eine Bar mit „Extended-Licence“, also dem Recht, nach elf Uhr auszuschenken. Wir waren beide ganz schön stokelig, als wir nach Hause wankten. Sie hakte sich bei mir ein und sie erzählte mir auf dem Nachhauseweg, dass sie sich wohl wirklich ein wenig in Bob verliebt hätte. Na toll. Ich bereitete sie vorsichtig darauf vor, dass sie sich die Sache wohl abschminken könne, wenn er nicht von allen unbemerkt ein völlig anderer geworden wäre.

Sie seufzte.

„Das hab ich mir schon gedacht. Er schien überhaupt kein Interesse zu haben, aber dann dacht ich, das ist vielleicht genau seine Masche.“

„Och Maria. Es gibt so viele passendere junge Männer … du hast mit deinem Aussehen doch mit Sicherheit keinerlei Probleme jemanden zu finden.“

Wir waren derweil an meiner Haustür angekommen.

„Danke schön. Ich gefalle dir also?“

Huch, das war ja eine geladene Frage. Ich schloss die Tür auf und ließ uns erst einmal hinein, bevor ich antwortete.

„Natürlich. Du siehst großartig aus.“

Sie lächelte befriedigt und setzte sich auf ihren Sessel. Ich setzte in meiner Bierseligkeit noch einen drauf, ohne groß über mögliche Folgen nachzudenken.

„Wenn ich zehn Jahre jünger und nicht gerade dein Kollege wär, hätte ich bei dir schon längst angeklopft.“

Was nicht so ganz stimmte, da sie nicht wirklich mein Typ war, aber zumindest ihre Persönlichkeit hatte schon etwas Exquisites.

„Ja, das ist dumm, dass wir Kollegen sind“, gab sie kryptisch zurück. Hoppala. Es knisterte plötzlich mächtig im Gebälk.

„Aber nun auch nicht mehr lange.“

Sie hatte in unserer Firma nur angefangen, um die Zeit bis zum Beginn ihrer Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin zu überbrücken; der Kurs sollte Ende August beginnen. Sie sah sich neben Wohnungen auch nach Jobs um, solchen, die sie noch nebenbei nach der Schule durchziehen könnte, zum Beispiel in Kneipen und Cocktail-Bars.

„Ja, schade. Erst einmal bist du ja aber noch bei uns … und bei mir … wie ist es, wollen wir noch einen Film vor dem Schlafengehen schauen, oder …“

„Ich will lieber gleich ins Bett“, kam wie aus der Pistole geschossen. Oh mei, da hatte aber jemand Druck. Ohne Steuerung kamen die nächsten Sätze über meine Lippen.

„Nun … ich seh uns nicht nur als Kollegen, sondern auch als Freunde.“

Sie nickte zustimmend.

„Um das mal so in den Raum zu stellen … ich helf Freunden gern aus … in jeder Beziehung …“

Es dauerte ein paar Sekunden, bis der Groschen bei ihr fiel, aber ihr verschmitztes Grinsen sprach eine eindeutige Sprache.

„Gut zu wissen.“

Ich glaube, sie wartete darauf, dass ich nachsetzte. Irgendwie wollte ich die Sache aber doch nicht forcieren. Nach einer Minute peinlichen Schweigens gab sie sich schließlich einen Ruck.

„Na, dann lass uns mal ins Bett.“

Das Fenster, meine Einladung in meines loszuwerden, schloss sich langsam. Ich ließ es geschehen. Kaum war das Licht gelöscht und wir auf unseren respektiven Nachtlagern, gingen beide Decken zurück und unsere Geschlechtsteile wurden auf Hochglanz poliert. Verdammt. Alles, was ich tun musste, war, ihr nun meine Hilfe anzubieten und sie wäre mit Sicherheit drauf angesprungen.

Ich verpasste den Moment und sie kam ziemlich schnell. Ich war deutlich weniger erfolgreich, zumal ich mich selbst ablenkte, indem ich mich pausenlos innerlich als Idioten beschimpfte. Ziemlich unbefriedigt schlief ich irgendwann ein, als sie schon lange schnarchte.

***

Im Verlauf der nächsten Woche hatte Maria ihren ersten Teilerfolg erzielt. Sie fand eine Stelle als Bedienung in einem Pub nahe Hampstead Heath. Am Donnerstag hatte sie ihre erste Schicht und ich holte sie danach ab, da es nicht völlig ungefährlich war, als Frau alleine durch Londons Straßen zu ziehen. Zumal sie auf mein Anraten hin auch etwas engere Klamotten trug, um ihr Trinkgeld hochzuschrauben. Was selbstverständlich gut funktionierte.

Am Freitag gingen wir dann aus. Im Falcon kriegten wir die Adresse einer House-Party. Als wir dort jedoch ankamen, erwies sich dies als Fehlinformation. Es war „Jungle“, die Vorform des Drum & Bass. Musik, die ich auch recht interessant fand, Maria hatte ebenfalls keine Einwände, als ich den etwas überraschten schwarzen Bouncern mitteilte, dass wir auch damit zufrieden wären. Der Grund für ihre Überraschung wurde uns drinnen dann einsichtig: Wir waren die einzigen Weißen.

Nach einigen Minuten, in denen wir uns ziemlich fehl am Platz fühlten und auch ziemlich oft angestarrt wurden, ließen wir uns einfach von der Musik mitreißen und tanzten lustig herum. Langsam gewöhnten sich auch unsere Mit-Tänzer an unsere exotische Hautfarbe und es wurde ein netter Abend. Auf dem Männerklo war richtig was los, bestimmt zehn Männer und einige Frauen hingen dort ab. Eine junge Dame war gerade damit beschäftigt, zwei Blow-Jobs zu geben und die anderen sahen sich das interessiert an. Auch von einem Klo drangen ziemlich eindeutige Sexgeräusche.

Ich beschränkte mich dort allerdings aufs Pissen. Beim Herausgehen kriegte ich jedoch einen Blick von der blasenden Dame, der ziemlich eindeutig zu transportieren schien, dass sie gegen ein wenig Farbvielfalt in ihrem Schwanzsortiment nichts einzuwenden hätte. Mir war aber nicht so ganz klar, wie ihre männlichen Freunde darauf reagieren würden, also stiefelte ich sicherheitshalber doch lieber an ihr vorbei. Auch Maria hatte in meiner Abwesenheit zwei Angebote zur Diversifikation erhalten. Wir beschränkten uns aber weiterhin aufs Tanzen, kehrten schließlich richtig müde zurück und schliefen sogar ohne unseren Abendsport selig ein.

Sara rief mich bei der Arbeit an, was nun deutlich einfacher war, da ich dort eine feste Telefonnummer hatte und teilte mir mit, dass das nächste Whoop Whoop am folgenden Wochenende stattfinden sollte. Sie war richtig aufgeregt, weil man ihr erlaubt hatte, Dekorationen dafür vorzubereiten. Ich bat sie um zwei Tickets.

„Zwei? Für wen ist das andere?“

„Maria, eine Kollegin, die gerade bei mir wohnt.“

Es wurde still am anderen Ende der Leitung.

„Nicht was du denkst. Sie war in einer ähnlichen Bredouille wie du damals. Sie sucht schon verzweifelt nach was eigenem, aber alles war sie sich bisher angeschaut hat, war entweder zu teuer oder zu klein. Sie wird dir gefallen, sie ist wirklich nett. Und sie passt gut auf die Party. Wir waren letztes Wochenende auf einer Jungle-Party. War witzig, wir waren die einzigen Weißen.“

Ich warf einen schnellen Seitenblick auf Michelle, die so tat, als ob sie nicht zuhörte. Ich musste mich ein wenig zurückhalten, schließlich waren nicht alle und jeder in der Party-Szene. Michelle war nett, aber eher „square“, also etwas spießig, hatte einen festen Freund und mit Partys und Drogen vermutlich gar nichts am Hut. Das mag merkwürdig klingen, aber bei all den Leuten die ich kennenlernte, war sie damit in einer Minderheitsgruppe.

„Verstehe. Okay, ich schaue, was ich tun kann, aber es dürfte eigentlich kein Problem sein. Ich werde ja auch schon da sein, wenn ihr kommt, wegen dem Aufbauen und so. Die Tickets bringe ich in den nächsten Tagen vorbei, ansonsten hinterlege ich sie an der Kasse, wenn ich es nicht schaffen sollte. Ich freu mich schon total auf die Party. Kannst du … was besorgen?“

Sie spielte natürlich auf Pillen an. Seitdem sie mit Stan zusammen war, war sie auch in dieser Beziehung auf den Geschmack gekommen.

„Ich denke schon. Wann wolltest du vorbeikommen? Ich bin heute beim Yoga und am Mittwoch am Theater, um denen die letzte Version vorbeizubringen.“

„Schreibst du immer noch dran rum? Ich dachte, du wärst fertig?“

Ich wurde immer nervöser, je näher die eigentlichen Proben rückten und korrigierte immer noch zwanghaft daran herum. Am Ende würden von der Originalversion noch ganze zwei Sätze enthalten sein.

„Na ja, ein wenig Feinschliff halt. Müsste dir als Juwelierin doch geläufig sein. Wollen wir Donnerstag festhalten? Da wär Maria aber am arbeiten.“

„Ja, Donnerstag ist gut. Ich muss jetzt Schluss machen, mein Boss ist gerade gekommen.“

Es waren für sie die letzten Tage regulärer Arbeit; sie hatte aber vereinbart, samstags fallweise bei Bedarf dort weiterzuarbeiten, denn ab August würde ihr Kurs bei der Royal Academy of Arts beginnen. Sie kam dann am Donnerstag vorbei, wir tauschten Geiseln in Form von Pillen und Karten aus und sie schien froh, als sie Marias Matratze entdeckte. Ich erfuhr auch schnell warum.

„Ist es okay, wenn ich nach der Party mit zu euch rumkomme? Ich will nicht auf E alleine nach Hause, verstehst du?“

„Logisch, selbstverständlich kannst du hier chillen, wie gesagt, Maria ist klasse drauf, das sollte kein Problem sein. Wir sind nur Freunde“, gab ich ihr noch zu verstehen.

Statt die Freitagnacht wie gewöhnlich im Pub zu beginnen, blieben wir zunächst zu Hause und machten uns für die Party fertig, um dann mit einem Taxi dorthin zu fahren. Da Sara beim Aufbauen und Dekorieren helfen würde, trafen wir sie erst dort. Wir hatten unsere Pillen schon vor unserer Abfahrt eingeworfen. Prompt wurde die Taxifahrt im letzten Drittel eine solche. Unerwartet früh spürte ich das unverwechselbare Kribbeln an meinem unteren Rücken, das die „Rushes“ ankündigte.

„Boah, es geht schon los. Kann ich mich bei dir anbucken?“ fragte ich Maria, die mich zwar merkwürdig ansah, aber zustimmte. Während ich also die ersten heftigen Euphorieschübe erlebte, genoss ich ihre weiche, kuschlige Nähe, die unter anderem auch durch ihre Plüschjacke verursacht wurde, die mich zudem etwas kitzelte. Als wir schließlich auf der Party ankamen, waren wir beide schon jenseits von Gut und Böse.

Die Whoop Whoops. Unvergleichlich und einzigartig unter all den Partys, von denen ich ja nun wirklich genügend frequentiert hatte. Sie fanden in unregelmäßigen Abständen mehrmals im Jahr statt und wurden im Wesentlichen von einem DJ namens Robert und seinen Freunden aufgezogen. Robert war aber zu dieser Zeit gerade im Knast , weil er für jemanden Pillen „gehalten“ hatte und damit erwischt worden war.

Die Atmosphäre, die man am besten als „familiär“ beschreiben könnte, hatte damit zu tun, dass es wirklich eine geschlossene Gesellschaft war. Man konnte sich sicher fühlen, egal wie breit und abgeschwommen man war. Man hätte eine Rolle Geldscheine auf dem Tisch liegenlassen können; niemand hätte sie angerührt.

Ich stellte Maria Sara vor, die uns dann zeigte, welche der witzigen Dekorationen von ihr stammten. Wir tanzten viel, wurden von Fremden umarmt und hatten einfach eine fantastische Nacht. Auch ich griff mir irgendwann Maria für einige Minuten und erlebte mit ihr dieses wunderbare Gefühl des Zeitstillstands mitten auf der Tanzfläche, während unsere engumschlungenen Körper und Seelen verschmolzen.

Als gegen sechs Uhr morgens dann die Musik leiser gestellt wurde und die Lichter angingen, war es wie das Erwachen aus einem herrlichen, liebevollen und gemeinschaftlich geträumten Traum. Wir halfen zunächst den Veranstaltern noch ein wenig beim Abbauen. Ich fragte Sara, wie lange es wohl dauern würde, da Maria es etwas eiliger zu haben schien, nach Hause zu kommen.

„Fahrt ihr schon mal vor, das zieht sich wahrscheinlich doch noch etwas. Ich nehme mir dann auch ein Taxi und komme in einer Stunde oder so nach.“

Wir kamen also zunächst alleine in meiner Wohnung an. Ich war noch immer gut vorn, hatte beim Tanzen auch ordentlich geschwitzt.

„Ich spring als erstes unter die Dusche, ich bin ganz schön durchgeschwitzt. Oder willst du zuerst?“

„Nee, später. Sag mal, glaubst du, dass Sara wirklich noch kommt?“

Etwas verwundert sah ich sie an.

„Ich denke schon. Wenn sie das sagt, dann macht sie das auch. Warum?“

„Nur so.“

Zum ersten Mal seit Chris hatte ich einen Empathie-Schub, was sicher auch an der Droge lag, die diesen Effekt manchmal hat. Sie war enttäuscht. Und geil. Verdammt. Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Meine Gedanken rasten. Wenn ich mich mit dem Duschen beeilte, könnten wir vielleicht noch einen Quickie durchziehen … aber nein, das war sicher nicht, was sie im Sinn hatte.

Unter der Dusche verfluchte ich meine Blindheit und rasche Zusage an Sara. Wie oft schon hatte sie mir die Chancen auf Sex vermasselt? Es war im Grunde wieder alles beim alten, auch wenn wir jetzt nicht mehr zusammenwohnten. Teufel auch. Aber was hätte ich denn auch tun können? Wenn einen die Frau, die man über alles liebt, fragt, ob sie die letzten Stunden auf E mit einem verbringen könnte, und man sagt nein, dann stimmt vermutlich etwas nicht mit der Persönlichkeit.

Marias Enttäuschung war deutlich fühlbar. Und dann war plötzlich die erste Stunde schon rum und es war nichts zu sehen von Sara. Wir warteten. Eine Viertelstunde hielten wir noch durch.

„Hm, scheinbar haben sich ihre Pläne geändert. Ich muss mir wohl wirklich mal ein Telefon anschaffen. Was hältst du davon, wenn wir ins Bett gehen?“

„Oh ja, das klingt gut.“

„Okay … ich finde, du solltest heute nicht alleine schlafen. Kommst du zu mir?“

Sie lächelte erlöst.

„Gern. Jetzt muss ich dann aber doch wohl erst duschen.“

„Nein, lass ruhig. Du wirst ohnehin gleich richtig schwitzen.“

Da klingelte es an der Tür. Na klasse. Was für ein Timing. Man brauchte nicht empathisch zu sein, um Marias Enttäuschung zu fühlen. Das tat auch die eintretende Sara.

„Hallo, sorry, dass es so lange gedauert hat. Ich hab am Ende noch mit saubermachen geholfen und so. Ich hoffe ich störe euch nicht bei irgendwas?“

Ja Kind, wir wollten gerade ficken. Nun komm, geh spielen.

„Nö, ist schon okay. Das war eine klasse Party. Natürlich auch und gerade wegen deiner Dekorationen.“

„Spinner. Aber trotzdem danke.“

Am Ende holte sich Maria doch ihre Matratze raus und ich lag mit Sara auf meinem Bett, während wir noch einen Film zum Chillen anschauten, ich glaube es war „Nell“ mit Jodie Foster. Langsam löste sich unsere Anspannung und wir genossen einfach nur die Nähe und die positive Energie der anderen. Auf einmal war da ein Gefühl grenzenloser, reiner Liebe. Physisch geschah gar nichts. Aber dennoch kamen wir uns alle ganz nah. Ich bedauerte nicht mehr, dass Sara gekommen war.

***

Als sie dann nach einem gemeinsamen Mahl mit uns am Sonntagabend ging, sahen wir uns lange an.

„Wonach ist dir? Filme, Musik hören, Sex … oder vielleicht Sex?“

„Ich weiß nicht.“

Na toll. Sie hatte Zeit zum Nachdenken. Ein Luxus, den man Frauen prinzipiell nicht gönnen sollte.

„Verstehe. Blieben also Filme und Musik. Was darf’s denn sein?“

„Ich meine nur … dann will ich vielleicht gar nicht mehr von hier weg. Verstehst du? Es wird so schon schwer genug.“

Äch. Jetzt hatte sie auch noch einen guten Grund. Dumm gelaufen.

„Niemand hat gesagt, dass du hier weg musst. Du kannst so lange bleiben, wie es dir gefällt. Und ich bin mir eigentlich schon sicher, dass es dir gut gefallen würde.“

„Mach dich doch nicht über mich lustig, ich mein das ernst.“

„Ich nehm dich auch ernst. Wenn es das ist, was du willst, ist das völlig okay. Ich hab dich gern. Und ich hab dich gern um mich. Du bist hier willkommen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

„Du machst es mir wirklich nicht leicht.“

Aha. Irgendwie war mir nicht ganz klar, worauf dieses ganze Gespräch abzielte, wenn es denn ein klar definiertes Ziel gab. Wir hatten also den Moment verpasst, wo es noch richtig gewesen wäre. Wir sahen tatsächlich einen Film, anstatt uns gegenseitig den Verstand raus zu vögeln. In diesen Momenten konnte ich sie leider nicht fühlen. Es war nichts, was ich irgendwie steuern konnte.

Auch miteinander zu masturbieren fühlte sich dann unerwarteterweise nicht mehr richtig an, so dass auch dies einschlief. Und trotzdem war es für beide hart, als sie schließlich bei der Wohnungssuche Erfolg hatte und mich dann mit zum Ansehen nahm. Die Wohnung war okay und auch nicht zu teuer. Ich sagte ihr sie solle zugreifen.

„Du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer mir das fällt. Ich bin dir so dankbar für alles.“

Ich half ihr noch beim Transport ihrer paar Klamotten. Wir trafen uns am Anfang noch öfter mal, aber irgendwann hatte sie sich einen Freund angeschafft und wir verloren uns ein bisschen aus den Augen. Die Wohnung war schrecklich leer ohne sie und ihr ansteckendes, lebensfrohes Lachen.

***

Aber außerhalb dieser gab es genug Dinge, die mich erst einmal beschäftigten. Ich traf die Schauspieler, die meine Protagonisten spielen würden. Eine französische Schauspielerin namens Sophie spielte Saras Pendent in meinem Stück, mein Held wurde von einem Griechen gespielt und die Psychologin von einer Engländerin.

Kev beeindruckte mich von der ersten Probe an. Bei den Lesungen hatten die Schauspieler fast nie das Timing und die Betonung verwendet, die ich im Kopf gehabt hatte. Bei den Proben trimmte Kev sie aus seinem Verständnis so, wie sie wirklich sein sollten, ohne dass ich eingreifen musste. Er hatte das Stück verstanden. Ich lehnte mich zurück und sah, wie mein Stück zum Leben erwachte. Es war ein eigenartiges Gefühl.

Wir saßen nach der zweiten Probe noch alle im Pub zusammen und diskutierten zunächst das Stück. Sophie versuchte mich über Sara auszufragen, aber es ging zu viel durcheinander, um ihr wirklich ein Bild vermitteln zu können. Sie war für die Rolle aber wirklich gut besetzt, sie ähnelte ihr sogar vom Aussehen etwas. Nach dem Pub gingen sie, Kev und ich zu Fuß nach Hause. Sophie lebte in Kentish Town, auf dem Weg zum Hampstead Heath Park. Nachdem wir Kev an seiner Kreuzung verabschiedet hatten, fing sie wieder an, nach Sara zu fragen.

„Nun, was soll ich dir erzählen? Es gab damals einen Grund, warum sie so war. Ich weiß aber nicht, ob ich dir das sagen kann, ich hab es einmal einem Freund erzählt, der hat es ausgeplappert und prompt hat’s uns fast die Freundschaft zerrissen.“

„Du meinst ihr seid immer noch befreundet?“

„Ja. Vor zwei Wochen hat sie mir in bester Tradition sogar wieder meine Aussichten auf Sex zermanscht.“

„Oh? Ich verstehe nicht.“

Ich erzählte ihr kurz die Geschichte mit Maria. Wir trafen gerade zum Ende dieser an ihrem Haus ein.

„Das war jedenfalls der Ablauf. Vielleicht hilft es dir ja ein wenig, ihren Charakter und den Charakter unserer Beziehung besser zu verstehen.“

„Ich weiß nicht. Ich würde gern noch mehr erfahren. Kommst du noch mit rauf?“

Nun, eigentlich musste ich am nächsten Tag früh raus. Aber da es um das Stück ging, konnte ich ja mal eine Ausnahme machen. Ich sagte zu und folgte ihr durch das dunkle Treppenhaus, da wohl das Licht kaputt war und keiner sich verantwortlich fühlte, die Birne zu wechseln, wie sie mir erklärte.

Ihre Wohnung war klein, aber recht nett eingerichtet, ein Schlafzimmer, in dem gerade mal ihre große Matratze auf der Erde Platz fand, ein Wohnzimmer mit einem Zweisitzersofa und einem Sessel, auf dem ich mich niederließ, ein Schreibtisch, vier große und vollgepackte Bücherregale. Der Couchtisch war aus Glas und hatte die Form einer Träne.

Sophie brachte uns Tee und räkelte sich auf ihrem Sofa. Sie war Ende Zwanzig und lebte ihren Erzählungen zufolge auch bereits sechs Jahre in London, wo sie ihre Ausbildung an einer lokalen Schauspielschule absolviert hatte.

„Also willst du mir Saras Geheimnis nicht verraten? Ich sage es auch bestimmt nicht weiter. Ich meine nur, es könnte mir helfen, sie besser zu verstehen und in ihren Charakter hineinzukommen, verstehst du?“

Nun, eigentlich … ihr „Problem“ war ja nun auch nicht mehr aktuell.

„Sie … war Jungfrau. Tatsächlich hat sie erst in diesem Jahr diesen Status verloren.“

„Ah … ich verstehe. Nun macht es viel mehr Sinn. Deshalb … und, warst du es, der …“

„Schön wär’s ja. Nein. Sie hat jetzt einen festen Freund, der aber gerade Abenteuertouristen durch Afrika kutschiert.“

„Wie grausam. Was für eine schreckliche Frau.“

Hm. Grausam? Vielleicht, aber zumindest nicht bewusst.

„Grausam ist ein wenig zu stark. Und als schrecklich würde ich sie auch nicht bezeichnen. Manchmal einfach etwas unsensibel … ich weiß nicht, wie ich das erklären soll …“

„Du liebst sie noch immer, nicht wahr?“

Ja, natürlich tat ich das. Auch das war mir nach dem Whoop Whoop mit Maria überdeutlich klar geworden.

„Irgendwie schon.“

„Du musst dich von ihr lösen, sonst wirst du nie glücklich werden.“

Einfacher gesagt als getan. Es wurde langsam spät. Ich trank meinen Tee aus.

„Da hast du wohl Recht, aber das ist nicht ganz so einfach, wie du dir das denkst. Sie ist halt auch noch meine beste Freundin.“

„Trotzdem …“

„Ja, du hast natürlich Recht. Wie dem auch sei … es ist spät und ich muss morgen früh zur Arbeit …“

„Bleib heut Nacht hier. Nicht alle Frauen sind wie sie, weißt du?“

Oho? Sie lächelte verführerisch und spielte mit ihrem Haar. Diese Wendung kam aber erst einmal ein wenig zu überraschend für mich. Bisher hatte ich sie als Frau gar nicht richtig wahrgenommen, nur in Bezug auf die Rolle, die sie verkörperte.

„Ich kann auch im Bett Sara spielen, wenn du willst.“

Das war so ziemlich das Letzte, was ich wollte. Wie war die denn drauf?

„Das ist nicht nötig. Ich weiß nicht … ich hab schlechte Erfahrungen mit Affären am Arbeitsplatz gemacht … und das wäre es dann ja wohl.“

„Nein, es wäre Sex. Einmaliger Sex. Keine Affäre. Oder schläfst du nur mit Frauen, die du liebst?“

„Das kann man so nicht sagen.“

Ich verstand mich in diesem Moment selbst nicht mehr. Da war eine attraktive Frau, die mir folgenlosen Sex anbot und ich zierte mich. Ich wurde wohl langsam alt. Sie fuhr jetzt stärkere Geschütze auf, indem sie sich ihre Bluse aufknöpfte.

„Na dann ist doch alles okay. Oder findest du mich nicht attraktiv?“

„Doch, sehr sogar.“

„Na dann zieh dich endlich aus. Nach all dieser Grausamkeit musst du jetzt die Güte der Frauen erleben.“

Irgendwie hatte sie ja schon einen kleinen Lattenschuss. Aber da sie mir nun ihre Titten präsentierte, hatte sie gleich zwei gewichtige und nebenbei formschöne Argumente geliefert, die mich fast schon überzeugten. Während sich mein Geist immer noch ein wenig sträubte, stand mein Körper bereits auf und gesellte sich grinsend zu ihr auf das Sofa, um dort nach einem kurzen Fühltest dann doch ihrer Aufforderung zu folgen und mich ebenfalls meiner Kleidung zu entledigen.

Sie trug einen G-String, den sie zunächst noch nicht ablegte. Sie zog mich an meiner Hand in ihr Schlafzimmer.

„Nun nimm mich. Nimm mir meine Unschuld.“

Ach du grüne Güte, die wollte tatsächlich absurdes Theater spielen. Obwohl mein inneres Kopfschütteln immer stärker wurde, fand Schwanz mein das alles völlig in Ordnung. Ich hoffte nur, dass sie mich nicht mit noch blöderen Sprüchen rausbrachte. Auch, um sie davon abzuhalten, küsste ich sie wild und leidenschaftlich. Wie heißt es doch so schön, der Appetit kommt beim Essen. Ich kriegte plötzlich richtig Schmacht. Im übertragenen Sinne natürlich. Sie wohl auch, denn sie löste sich von mir und brachte ihren Mund anderorts zum Einsatz.

Etwas ungestüm, aber sehr gekonnt tat sie sich an meinem schwellenden Schwengel gütlich. Ich entspannte mich langsam und schloss die Augen, während sie schleckte und leckte, dass es eine wahre Freude war. Ihre agile Zunge drehte sich immer schneller um meine erfreute Eichel, um die sich nach diesem wunderbaren Intermezzo dann ihre vollen Lippen stülpten.

Etwas irritiert erlebte ich dann, wie sie versuchte, ihre Zungenspitze in meinen engen Eichelspalt einzuführen. Sie war nur partiell erfolgreich und widmete sich dann meinem Bändchen, wo ihre Zungenfertigkeit deutlich mehr Furore auslöste. O la la, das war Französisch vom Feinsten.

Ich öffnete meine Augen wieder, um das Schauspiel auch visuell an mich heranzulassen. Gerade rechtzeitig, denn nun fing sie an, sich mit leichten schmatzenden Zwischenküssen an meinem Schaft entlang tiefer zu arbeiten. Sie leckte an meinem gespannten Säckchen, schaffte es trotz dieser Hautspannung ein Ei in ihren Mund zu saugen.

Mein Schwanz zuckte richtig Beifall. Sie strich ihr langes Haar zurück über ihre Schulter, wohl bewusst, dass es mir die Sicht versperrte, um dann die volle Länge meiner Lustwurzel mit ihrer ganzen Zungenoberfläche zu verwöhnen, immer und immer wieder, mit kleinen emphatischen Da Capos auf meiner Schwanzspitze.

Als sie dann das eigentliche Blasen anfing, war ich schon am Schweben, Stöhnen und Keuchen, krallte mich unwillkürlich in die Tagesdecke und das darunterliegende Deckbett. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Sara ähnliches drauf hatte, also null Punkte für Charaktertreue, aber hundert Millionen für die Performance an sich. Bis auf den eher grausamen Szenenwechsel.

„Ich will jetzt dein hartes Ding in mir fühlen. Oh Tom, nimm mich jetzt. Mach mich zur Frau.“

Ich hoffte nur, dass sie nie auf die Idee kommen würde, selbst Dialoge zu schreiben. Das ging ja gar nicht. Ihrer Aufforderung nachzukommen ging allerdings ohne Weiteres. Ich entfernte ihren scharlachroten Slip und entdeckte, dass sie der nun beginnenden Mode der Vollrasur gefolgt war, aber wohl seit einigen Tagen nicht nachrasiert hatte. Das war ja auch kein Beinbruch und ich war eh mehr darauf fixiert, mein aufgepumptes bestes Stück in ihrem schmal wirkendem darunterliegenden Schlitz unterzubringen.

„Bitte sei vorsichtig und tu mir nicht weh.“

Sollte ich ihr langsam sagen, dass mich diese Sprüche eher annervten? Ach, was sollte es, ich küsste sie einfach wieder und Ruhe war. Gleichzeitig drang ich ein Stück in sie ein. Sie war noch ziemlich trocken, also verzichtete ich auf ein tiefes Eindringen und erzeugte die notwendige Feuchtigkeit durch ein paar kürzere Stöße, die sie umgehend zum Stöhnen brachten. Erst dann gelang es mir, vollständig in sie einzudringen, wobei sie mir das letzte Stück entgegenkam.

„Oh … es ist geschehen“, ließ ich sie noch vermelden, bevor ich ihr wieder küssend die Möglichkeit nahm, dummes Zeug zu reden. Ich beeilte mich, sie durch kräftige und leidenschaftliche Stöße auf das Wichtige zu fixieren, was auch sehr gut gelang. Bald drangen nur noch enthusiastische Jas und Stöhnen von ihren Lippen. Sie hatte zunächst ihre Beine angestellt und zu den Seiten kippen lassen, was mir ein tiefes Eindringen ermöglichte, nun aber schlang sie sie um meinen Körper, was mich etwas bremste, aber sich großartig anfühlte.

Sie nutzte diese Verklammerung und schaffte es irgendwie, mich auf den Rücken zu rollen, so gekonnt, dass ich sogleich einiges an Vorerfahrung vermutete. Die Art, wie sie mich in der Folge ritt, ließ ebenfalls darauf schließen, dass sie gerne obenauf war. Ich hatte überhaupt keinen Grund, mich darüber zu beschweren, sie trabte sehr ordentlich an und verschaffte mir einen relaxten Genuss, der konstant war, aber zu keiner Zuspitzung der Lage führte.

Das schien bei ihr anders zu sein, denn etwas überraschend für mich kam sie wie aus dem Nichts, bog ihren Oberkörper zurück und verharrte kurz in dieser Stellung, während es in ihrem Inneren kurzzeitig richtig eng wurde. Dann beugte sie sich wieder vor, stützte ihre Arme neben meinen Hüften auf und machte weiter. Ihr gerötetes Gesicht sah unheimlich konzentriert aus, als sie nun ein wenig schneller und wilder zur Sache ging. Ich massierte ihr dankbar ihre schönen Titten, die lustig im Takt ihrer Bewegungen schwangen. Sie atmete schwer, als sie noch einmal schneller wurde.

Auch ich wurde langsam erregter, war mir aber ziemlich sicher, dass ich so nicht kommen konnte. Trotzdem wartete ich noch eine Weile ab, um nicht ihre Bemühungen, sich zum nächsten Höhepunkt zu arbeiten, durch einen Stellungswechsel zum Scheitern zu verurteilen. Aber sie schien nach kurzer Zeit ein wenig erschöpft und dankbar, als ich einen solchen dann doch vorschlug. Sie stieg ab und baute sich auf dem Bett auf allen Vieren auf, wie von mir gewünscht.

Da sie ja zum Schluss recht heftig zur Sache gegangen war, nahm ich den Geist ihrer Bemühungen auf und zog sich gleich ziemlich nachhaltig durch. Eine Serie von anfeuernden Oui’s war die Folge, von erstaunlich männlich klingendem Stöhnen begleitet, das meinem sehr ähnelte. Auch ich hatte zu diesem allen Grund, denn langsam hatte ich ein Ziel vor Augen. Da sie ja schon einmal vorgelegt hatte, sah ich auch keine Veranlassung, mich mit zu viel Selbstlosigkeit zu bremsen.

Das brauchte ich auch gar nicht, denn sie kam ein weiteres Mal, bevor auch ich endlich meinen Beitrag zu diesem Abend auf ihren Rücken klatschen lassen konnte. Sie informierte mich noch, dass ich auch ohne weiteres in sie hinein hätte kommen dürfen, aber das war eher Makulatur. Ich war auch so zufrieden. Ich besorgte uns dann schnell etwas Klopapier, um sie von meiner recht dicken Soße zu reinigen, bevor wir zum Kuscheln übergingen.

Sie hatte auch Gott sei Dank nicht mehr viel zu sagen oder fragen und so gelang es mir kurze Zeit später eng mit ihr verkeilt einzuschlafen. Auch am nächsten Morgen unterhielten wir uns wenig. Ich hatte es tatsächlich geschafft, ohne Wecker rechtzeitig aufzuwachen, aber ich musste ja noch etwa einen Kilometer nach Hause laufen, um mich umzuziehen und zu waschen, also konnte ich mit ihr nicht noch frühstücken oder so etwas. Ich gab ihr noch einen Kuss und verschwand.

***

Diese Begegnung blieb in der Tat folgenlos und die einzige dieser Art. Ihre Auslegung der Rolle profitierte aber sichtlich von den gelieferten Hintergrundinformationen. Sie schaffte es tatsächlich, eine Qualität der Unschuld und Unsicherheit zu transportieren, wie Sara sie zu der Zeit, um die es im Stück ging, ebenso gehabt hatte.

Bei der Arbeit ging es mit der Expansionspolitik unserer Firmenbesitzerin weiter. Die Schweiz, Österreich und die Beneluxländer wurden erschlossen. Wir interviewten Leute für die neu geschaffene Liaison Position für die Schweiz und Österreich, allerdings nur vier von insgesamt vierzig Bewerbern, davon zwei, die bereits in der deutschen Bestellannahme arbeiteten, unter anderem auch die Schottin, die sich wohl gute Chancen ausrechnete, weil sie mich noch aus der Bestellannahmekannte. Die zweite Dame war Engländerin, hörte auf den schönen Name Lilly und hatte eine französische Mutter, sprach also sehr gut Französisch, was für die Position auch immens wichtig war.

Wir entschieden uns für sie. Sie war klein, hatte dunkelblondes Haar und eine unglaubliche erotische Ausstrahlung. Wenn ich ihr etwas am Computer erklärte oder neben ihr stand, wehte mir ihre Weiblichkeit sozusagen um die Ohren. Ich bekam richtig Bedenken, ob das auf Dauer gut gehen würde.

Dann gab es allerdings eine weitere Firmenparty, um die Eröffnung der neuen Märkte zu feiern und sie verliebte sich dort in einen Typen aus der Finanzabteilung, kam mit ihm auch kurz darauf zusammen. Wir verstanden uns richtig gut, nur Michelle hatte öfter etwas an ihr auszusetzen, weil sie zum Teil die Dinge, die sie ihr auftrug nicht oder nur schlampig erledigte. Sie versuchte sie als Ihre Urlaubsvertretung anzulernen und irgendwie kam es auch dabei öfter zu Reibereien.

Ich hielt mich raus, denn ich hatte keinerlei negative Erfahrungen mit ihr, im Gegenteil, sie hielt mir den Rücken frei und übernahm einen Teil meiner Tätigkeiten, wenn ich Pappkartons voller Rechnungen kontrollieren musste. In Gedanken war ich auch die meiste Zeit bei der bevorstehenden Premiere meines Stückes.

Die letzten Proben hatte ich mir nicht mehr angesehen, da Kev alles im Griff hatte und auch die Schauspieler wirklich ein Gefühl für das Stück entwickelt hatten. Ich bekam für den Premiere-Abend nur zwei Plätze auf der Gästeliste, später dann mehr. Also lud ich Sara und nach einiger Überlegung Bill zur Premiere ein. Immerhin war durch ihn der Stein ins Rollen gebracht worden, ich glaube nicht, dass ich ohne ihn jemals darauf gekommen wäre, ein Theaterstück zu schreiben. Mit Filmskripten hatte ich schon mal geliebäugelt.

An einem Mittwoch Anfang November war es dann endlich soweit. Die Premiere war ausverkauft und Bill zeigte mir die anwesenden Pressemitglieder, an diesem Abend vom Independent, dem Evening Standard und der Times. Das Theater hatte einen guten Ruf, auch und gerade für ihre Aufführungen klassischer griechischer Dramen, deshalb zog es eben auch hochkarätige Kritiker dorthin. Während der gesamten Vorführung warf ich immer wieder Seitenblicke auf die drei Herren, um erste Reaktionen ausmachen zu können, aber bis auf das eine oder andere Grinsen an den etwas lockereren Stellen, war nichts abzulesen.

Es war eine eigenartige Erfahrung, mich und die neben mir sitzende Sara auf der Bühne dargestellt zu sehen. Vorher in den Proben hatte es alles noch künstlich und geschauspielert gewirkt. Jetzt hatte ich keine Schwierigkeiten in das Stück abzutauchen und gegen die vor meinem geistigen Auge auftauchenden Erinnerungsfetzen abzuwägen. Sara schien auch völlig gefangen und obwohl sie das Stück ja gelesen hatte, saß sie fast während der gesamten Vorstellung mit offenem Mund da.

Die letzte, dramatische Szene. Der Schlussdialog. Mir pochte wild das Herz, als die Darsteller sich zusammen aufstellten und verneigten, denn einen Vorhang gab es dort nicht. Wildes Geklatsche setzte ein und einer nach dem anderen stand auf. Als Sophie hervortrat und sich verneigte, schwoll der Beifallssturm deutlich an. Ich war viel zu überwältigt von den ganzen Eindrücken, spürte gar Tränen in meinen Augen. Kev eilte zu mir und klopfte mir auf die Schulter, was ich ihm denn auch gleichtat. Ich glaube nicht, dass es ohne seine hervorragende Regie so gut gelaufen wäre.

Wir feierten unseren Erfolg dann hinterher noch im Westend. Sogar Bill war voll des Lobes und schien über seinen leichten Neid recht gut hinweggekommen zu sein. Ich bedankte mich bei allen Beteiligten für ihre harte Arbeit und war selig und betrunken genug, um auch Sara für ihre Inspiration zu danken. Sie verzog etwas das Gesicht, aber bemühte sich, daran keinen Anstoß zu nehmen.

Ich hatte mir den Folgetag freigenommen und las ungeduldig die ersten Rezensionen. Der Mann vom Independent fand das Stück zu elitär und pompös, lobte aber die Vorstellung der englischen Schauspielerin, Claire, die meine Psychologin gespielt hatte und eine Freundin von Kev war. Sie war ansonsten auf größeren Bühnen und im Fernsehen zu Hause. Ich persönlich hatte ihre Performance als ein wenig überprofessionell eingeschätzt. Im Evening Standard stand zumindest „ein gutes Stück“ und dann wurden insbesondere Sophies und Claires Leistungen sehr gut bewertet.

Ausgerechnet in der Times fand ich dann völlig überraschend die positivste Kritik zum Stück, was vielleicht daran lag, dass der Kritiker leidenschaftlicher Schachspieler war und besonders von dieser Komponente begeistert gewesen war. Er pries mich als „das größte englische Dramatalent der letzten zwanzig Jahre“ an, obwohl in unserer Pressemappe recht eindeutig belegt war, dass ich Deutscher war. Überhaupt sparte er nicht mit Superlativen.

Wie dem auch sei, seine und auch spätere positive Kritiken in Veranstaltungsmagazinen und kleineren Zeitungen sorgten dafür, dass wir über die geplanten vier Wochen hinaus noch sechs weitere Wochen zunächst ausverkaufte und danach immer noch gut besuchte Vorstellungen hatten. Der Theaterbesitzer gab mir prompt zu verstehen, dass ich auch alle weiteren meiner Stücke dort zur Aufführung bringen durfte.

Ich aber war völlig leer. In einer eigenartigen Umkehrung der Euphorie schlug ich mental lang hin. Das neue Stück, was ich eher organisch entwickeln wollte, war an einer Stelle angelangt, wo nach echten Statements gefragt wurde. Ich saß da und dachte, nun da ich weiß, dass ich eine eigene Stimme habe, habe ich nichts mehr zu sagen. Auch Musik konnte mir für eine gewisse Zeit nichts geben.

Es war schon Anfang Dezember, als ich Sara in ihrem neuen Zuhause besuchte. Das Haus war klasse, sah nach gerade abgeschlossenen Renovierungsarbeiten zwar noch nicht ganz fertig aus, hatte aber einen Charme und Charakter, der irgendwie auch gut zu ihr passte. Ihr Zimmer war erneut recht klein, aber das hatte sie ja noch nie gestört.

Schlechte Nachrichten gab es aber auch. Oberon war ihr weggelaufen, kurz nachdem sie in das Haus eingezogen war. Er hatte wohl dauernd Zerch mit einem anderen massigen Kater gehabt, sich kaum noch aus dem Haus getraut und irgendwann war ihm die Sache wohl zu dumm geworden. Sie hoffte aber immer noch darauf, dass er von sich aus zurückkehrte.

Da der Kurs an der Royal Academy begonnen hatte und damit sie auch zu Hause an ihren Sachen weiterarbeiten konnte, hatte sie sich eine Werkbank mit Löt-Station und Gasflasche am Fenster aufgebaut. Daneben war ein Kamin, in dem ein echtes Feuer loderte. Sie hatte sich von der Tankstelle Pressholzrollen besorgt, also so etwas ähnliches wie Spanplatten, die Baumstammform hatten und eben genau für die i*****l betriebenen Kamine vorgesehen waren.

Eigentlich war das Heizen mit Kohlen oder Holz nämlich aufgrund der Abgasentwicklung seit Anfang des Jahrhunderts verboten, aber einige wenige hielten sich nicht daran. Wir tranken Tee und chatteten, bevor ich mich verabschiedete, während sie sich in der Küche im Erdgeschoss noch einen weiteren Tee zubereitete und mit ihren Mitbewohnern redete.

Den Ablauf nach meinem Abgang erzählte sie mir am nächsten Tag wie folgt: Als sie wieder nach oben in ihr Zimmer kam, stand das schon in Flammen. Eines der runden Holzstücke war aus dem Kamin gefallen, der kein Schutzgitter hatte und dabei sogleich eines ihrer vielen Tücher in Brand gesteckt. Sie versuchte noch schnell einen Eimer Wasser aus der Küche zu holen, ließ ihre Mitbewohner aber schon prophylaktisch die Feuerwehr rufen. So schnell, wie sich das Feuer ausbreitete, hatte sie auch keine echte Chance.

Die Feuerwehr war erstaunlich schnell da. Sie machten ihr nicht einmal direkt Vorwürfe, aber einer der Feuerwehrleute, die nach den Löscharbeiten die Brandstelle räumten, stellte ihr demonstrativ mit vorwurfsvollem Blick ihre Gasflasche vor die Füße. Sie hatte irrsinniges Glück gehabt, dass sich das Feuer zunächst vom Fenster weg ausgebreitet hatte. Auch bei ihren Rausräum-Aktionen vor dem Eintreffen der Feuerwehr hatte sie an die Gasflasche überhaupt nicht mehr gedacht.

Darauf beschränkte sich ihr Glück dann aber auch, denn ein Großteil ihrer Papiere und Zeichnungen war der Geschichte zum Opfer gefallen, einiges an Kleidung noch dazu. Ärgerlich war vor allem der Verlust ihrer Papiere, ihre Personalpapiere konnte sie über die Botschaft neu beantragen, ihren Führerschein würde sie in Italien unter hohen Kosten und mit langer Wartezeit neu ausstellen lassen müssen.

Ihr Zimmer war unbewohnbar. Die Co-Op versprach ihr zwar, sich sobald sie konnten um ein Ausweichzimmer und die nun erneut notwendige Renovierung zu bemühen, aber davon hatte sie natürlich in diesem Moment noch gar nichts. Selbstverständlich bot ich ihr an, erst einmal wieder bei mir zu wohnen.
Wir schleppten ihre Siebensachen in mehren Schüben in meine Wohnung. Alles roch nach Rauch und Desaster.

***

Wir reinigten ihr mitgebrachtes Bücherregal und die Platte ihrer Werkbank von dem darauf befindlichen Ruß und sie verbrachte den ganzen nächsten Tag in der Laundrette, einem Münzwaschsalon in der Nähe, um den Gestank aus ihren Klamotten zu bekommen. Wir bauten ihr ein kleines Eckchen neben meinem Bett auf, denn es war schon klar, dass sie für längere Zeit bei mir bleiben würde.

Ich hatte zwar schon die eine oder andere Befürchtung, aber im Grunde war ich richtig glücklich darüber, sie wieder um mich zu haben. Die Tatsache, dass sie in einer Beziehung steckte, schien dann ja auch alle Fronten ein für allemal geklärt zu haben. Wir genossen beide die Nähe des anderen, die Gemeinsamkeit und Liebe, die uns verband und zusammenschweißte.

Am Anfang hielt sich die sexuelle Anspannung bei mir auch in Grenzen. Es war wieder so, wie in Bobs Haus. Ich sah artig weg, wenn sie sich umzog oder duschte und da ich davon ausging, dass sich bei ihr in dieser Beziehung nicht viel verändert hatte, zog ich mich auch erst in der Dusche vollständig aus, im Gegensatz zu der Zeit, wo Maria bei mir genächtigt hatte. Auch mit dem Masturbieren hielt ich mich zurück. Von ihr kamen auch nur Schlafgeräusche in der Nacht.

Udo wollte mich zwei Wochen vor Weihnachten besuchen, auch um das Stück zu sehen, das weiterhin lief. Für eine Woche würden wir dann also sogar zu dritt sein. Sara hatte zwar angeboten, in dieser Zeit zu Gianna zu ziehen, aber ich meinte, wenn sie damit keine Probleme hätte, würde uns ihre Anwesenheit auch nicht stören. Also blieb sie tatsächlich. Insgeheim hatte ich gehofft, dass sie mit mir das große Bett teilen würde, während Udo auf der Matratze nächtigte, aber sie erkundigte sich gleich, ob das denn für uns zwei Männer okay wäre, in einem Bett zu schlafen. War es natürlich.

Udo ärgerte sich, weil sein Englisch zu schlecht war, um wirklich etwas von dem Stück zu verstehen, aber die Reaktionen des Publikums verstand er natürlich schon und auch der Handlung konnte er in groben Zügen folgen, da ich sie ihm zuvor erklärt hatte. Udo war mein bester Freund, trotzdem war ich froh, als ich mit ihm nach einer tollen Woche im Zug zum Flughafen saß. Wir hatten nicht so viel Zeit gehabt, über Sara zu reden, weil sie ja zumeist bei uns war.

Ich hatte ihn mitgenommen, als ich ihr Weihnachtsgeschenk besorgte, eine Karte zu einer Silvesterparty, „Return to the Source“, eine sonst in einem kommerziellen Club in Brixton stattfindende Trance-Geschichte. Das war nämlich die Musik, auf die ich mich langsam einschoss, Trance, in dieser Zeit vornehmlich in der Goa-Variante verbreitet und beliebt. Unter den Leuten von „Return to the Source“ waren viele DJs auch die Produzenten der Musik, die sie dort auflegten, was bei den Whoop Whoops übrigens nicht anders war.

Udo machte sich Sorgen um mich. Er kannte mich gut genug, um festzustellen, dass ich mich doch schon wieder in die Geschichte mit Sara hineinsteigerte, obwohl sie ja offiziell einen Freund hatte. Rational war mir das ja auch alles klar, aber gegen meine Gefühle konnte ich halt nichts unternehmen. Ich litt ja auch noch nicht unter der Wohnsituation.

Udo war richtig glücklich, denn er hatte eine neue Freundin, nebst Kind. Er zeigte mir Fotos und hatte auch Edelsteine mitgebracht, die er einmal aus Erbstücken seiner Oma entfernen ließ. Mit diesen brachte er für Sara den Auftrag, ihm daraus einen Anhänger und dazu passende Ohrringe herzustellen.

Sie war happy, dass sie einen Auftrag an Land gezogen hatte und gab sich extra viel Mühe, die Designs seiner Persönlichkeit anzupassen. Ich war mir schon relativ sicher, dass zumindest eines der Schmuckstücke bei seiner Freundin landen würde, aber hielt mich da bedeckt, um ihren kreativen Prozess nicht zu stören.

Sie wollte eine Woche nach Italien, zwischen Weihnachten und Neujahr aber schon wieder zurückkehren. Ich gab ihr die Karte also schon vor Weihnachten. Sie verzog das Gesicht.

„Danke, aber das hättest du nicht tun sollen. Weißt du, ich wäre eigentlich viel lieber mit meinen Freunden auf eine andere Party gegangen.“

Sie hatte sich mit dem besten Freund von Stan und dessen Freundin angefreundet und mir diese auch auf dem letzten Whoop Whoop vorgestellt. Meine Enttäuschung über ihre Reaktion stand mir wohl ins Gesicht geschrieben, denn sie beeilte sich, ihr Statement abzuschwächen.

„Aber ich freue mich natürlich und komme mit. Die Partys von denen sollen ja auch sehr gut sein. Die Karte war doch aber bestimmt sehr teuer. Bei der Party mit Dennis und Annie wären wir umsonst reingekommen.“

„Na, wenn du lieber da hinwillst, geh ich halt allein, oder frag Keylam oder Bob, die kommen bestimmt mit.“

„Quatsch. Sorry, das kam nicht so rüber, wie ich es meinte. Nochmal danke, ich komm natürlich mit.“

Wir machten auch ein Paket für Stan fertig, mit Tapes und ein paar T-Shirts, die Sara für ihn gekauft hatte. Da ich das bei der Arbeit ganz einfach tun konnte, schickte ich das Paket mit UPS raus und konnte auch genau verfolgen, ob und wann er es abholte. Seine Firma hatte eine Postadresse für die Angestellten hinterlassen, an der er aber nur zwischen Touren auftauchen würde. Nach zwei Wochen sah ich im Tracking-Status aber tatsächlich „geliefert“. Sara litt ein wenig darunter, dass er nicht einmal schrieb.

Er hatte kurz vor dem Zimmerbrand einmal kurz bei ihr angerufen und das war bislang das einzige Lebenszeichen gewesen. Später erfuhr sie dann von ihrer Mutter, dass nach ihrem Abflug aus Italien dort eine Karte für sie eintraf. Ich verstand erst hinterher, dass ihre Reaktion auch damit zu tun gehabt hatte. Mit seinen Freunden Sylvester zu verbringen, hätte so eine Art Fernverbindung bedeutet, außerdem hoffte sie wohl auf einen Anruf.

Trotzdem rumorte es mächtig in mir, als der Silvesterabend endlich da war. Wir wollten mit der U-Bahn losfahren und waren auch schon fast an der U-Bahn Station eingetroffen, als mir auffiel, dass keiner von uns einen Schlüssel mitgenommen hatte. Das fing ja klasse an. Gott sei Dank hatte ich ein kleines Kippfenster in meiner Küchenecke aufgelassen, man konnte dort durchgreifen und das danebenliegende aufmachen.

Als ich mich da durchzwängte und wie ein Käfer über meinen Herd und Kühlschrank kletterte, war die Sache aber schon wieder fast lustig. Wir kamen natürlich durch diese Aktion etwas später als geplant bei der Party an und mussten Ewigkeiten bei der Garderobe anstehen. Ich ließ sie schließlich schon mal die Party auschecken, während ich dort noch weiter anstand. Gerade als ich drangekommen war, kam sie zurück und teilte mir mit, dass sie überraschenderweise Josh, den Freund von Bob getroffen hatte, der für die Anlage im Chill-Out Raum zuständig war.

Wir besuchten ihn dort gleich und rauchten erst einmal einen mit ihm, fanden dort auch Kyoko, mit der er mittlerweile verheiratet war, da sie ohne diese Eheschließung zurück nach Japan gemusst hätte. So nett es auch war, mit ihnen zu plaudern, meine Pille fuhr ein und ich wollte nur noch in den Hauptraum, um abzutanzen. Ich war aber beruhigt, dass Sara so auch jemanden hatte, mit dem sie chillen konnte, denn im Gegensatz zu mir war sie nicht geneigt, die ganze Nacht durchzutanzen.

Die Party war spektakulär. Es gab eine Bühne mit Tänzern, Light- und Feuershow, mitten im Raum einen riesigen psychodelischen Totem-Pfahl und dazu eine fantastische Atmosphäre. Von einer Galerie aus schauten wir uns das Feuerwerk um Zwölf an, das in der letzten Minute auf zahlreichen Trommeln eingetrommelt wurde, bevor die Bühne in Sprühfontänen und Glitterschlägen explodierte.

Ich nahm Sara in den Arm und schlug ihr vor, wir sollten zusammen gute Gefühle in Richtung Afrika schicken. Wir umarmten uns bestimmt zehn Minuten. In diesem Moment konnte ich sie so deutlich fühlen und lesen, wie damals Chris. Ich fühlte Liebe. Nur Liebe. Ich konnte natürlich nicht nachempfinden für wen, war mir aber ziemlich sicher, dass sie sich auch auf mich bezog. Es war schon ein großartiges Gefühl, so das neue Jahr zu beginnen. Danach gingen wir über eine Treppe zur Tanzfläche, nachdem ich circa hundert Frauen auf dem Weg in den Arm nehmen und küssen musste. Eine Verpflichtung, der ich nur zu gerne nachkam.

Wir tanzten dann doch einen Großteil der Nacht, wenn wir nicht gerade mit Josh und Kyoko abhingen. Die Musik war absolut genial. Als ich mich alleine in eine Ecke verdrückt hatte, setzte sich eine Frau zu mir und fragte, ob sie mitrauchen dürfe. Die Art, wie das Gespräch dann ablief, erinnerte mich stark an Chris, an die ich sonst nur noch selten gedacht hatte. Nur, dass es diesmal von Sara unterbrochen wurde, die mich ausfindig gemacht hatte. Ich schickte aber trotzdem noch meine Liebe an den unbekannten Ort, wo sie sich aufhielt und hoffte, dass es ihr dort gut ging.

Um fünf Uhr morgens war die Party dann beendet und wir nahmen ein Taxi nach Haus. Ein neues Jahr hatte begonnen, ein Anfang, wie er schöner nicht sein konnte. Ich schwebte auf Wolke Sieben, als wir wieder in „unserer“ Wohnung ankamen.

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100% (10/0)
 
Categories: HardcoreMasturbation
Posted by plusquamperfekt
2 years ago    Views: 1,398
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2 years ago
Das ist wirklich super geschrieben, gefällt mir richtig gut.
2 years ago
Richtig gute Literatur mit Mehrwert, und ohne Rechtschreibirritationen.
Weiter so ...oder mehr davon.
Vielen Dank für deinen Müh3n Plusquamperfekt
2 years ago
schon gut - aber etwas zu wenig sex