A dream of you

Es war Nacht. Nur noch 2 Stunden und das Unausweichliche würde geschehen. Die Gang von Antonio würde auf die Gang von Marwin treffen. Es würde blutig enden. Ob sie es überleben wird?
Wahrscheinlich nicht, aber konnte sie Julia mit reinziehen? Sie war noch so unerfahren, ja regelrecht naiv und würde doch nur als Kanonenfutter dienen. Sie wollte nicht, dass das ihrer Partnerin passierte. Wie konnte sie nur retten?
Eigentlich war sie ja selbst schuld an ihrer Situation. Sie hätte niemals Marwins Vertraute werden sollen. Er war zwar ihr bester Freund, aber trotzdem hätte sie ihm nicht helfen sollen.
Sie hatte, seitdem sie ihn getroffen hatte, zwei Leben die unterschiedlicher nicht sein konnten. Tagsüber war sie die brave, ordentliche und unauffällige Studentin auf der Universität von Salem, doch nachts, da legte sie diese trügerische Maske ab. Da war sie eine Jägerin und ein umbarmherziger Mensch, der über Leichen ging. Ja, sie war die gefürchtete Auftragskillerin des mächtigsten Mafiabosses der Stadt.
Die Auftragskillerin Venus, wie sie von ihren Feinden und Freunden in der Branche genannt wurde. Nur ihre Auftrabgeber kannten ihr wahres Gesicht und ihre neue Partnerin sowie auch Marwin.
Sie wusste in diesem Moment, dass die Entscheidung fallen musste. Sie hatte sie immer vor sich hergeschoben, aber sie konnte nicht mehr so weiter machen und musste sich endlich für eines der beiden Leben entscheiden. Das Leben einer Studentin war sicher sehr schön, aber manchmal einfach zu langweilig. Dafür war das Leben einer Auftragskillerin aber wiederum entschieden zu aufregend.
Hin und hergerissen wog sie ihre Entscheidung immer wieder ab. Als Venus wurde sie von sehr vielen Menschen bewundert und respektiert, doch als Studentin war sie ein normaler Mensch. Ihr Gehirn brannte und immer wenn sie sich für etwas entschieden zu haben schien, ergaben sich neue Aspekte und warfen alles wieder um. Mit einer unbewussten Handbewegung versuchte sie, die sie quälenden Gedanken zu verscheuchen und sie wandte sich wieder der anstehenden Gegenüberstellung der beiden Gangs zu, die heute um Mitternacht stattfinden sollte.
"Bin ich nervös!", seufzte Julia, die auf dem Sofa saß und Venus beobachtete.
"Mhm, bleib locker. Es ist nicht gut, wenn du deine Nerven schon vorher verbrauchst.", sagte sie kühl und stand von dem Sessel auf.
"Ich versteh nicht, wie du so cool bleiben kannst. Kannst du mir etwas davon abgeben? Könnte ich nämlich sehr gut gebrauchen. Was ist bloß dein Trick?", fragte sie verzweifelt.
"Da gibt es keinen Trick. Oder? ...denk einfach an Sex, das lenkt einen ab." , antwortete sie unbeirrt.
Ihre Gesprächspartnerin hob belustigt ihre rechte Augenbraue.
"Das meinst du doch nicht ernst? Kannst du etwa an Sex denken, wenn eine der brutalsten Auseinandersetzungen der zwei Mafiabosse Marwin und Antonio bevorstehen? Für mich hört sich das nicht sonderlich glaubwürdig an.", meinte sie grinsend.
"Soll ich dir zeigen, wie einfach das ist?", wandte sie nun ihren Kopf und musste selbst grinsen.
Julia schaute sie etwas verwirrt an, denn sie wusste offensichtlich nicht, worauf Venus aus war. Unschlüssig stand sie auf und ging auf die offensichtlich scherzende Venus zu. Julias kurze blonde Haare, die zu einem Topfschnitt geschnitten waren, verdeckten ihr halbes Gesicht, so dass Venus nicht mit Genauigkeit sagen konnte, was in ihrem hübschen Köpfchen vorging.
Als sie vor ihr stand, konnte sie deutlich die Aufregung und das Unbehagen in den grau blauen Augen ihrer Partnerin lesen. Sie zitterte schon fast. Anscheinend hatte sie bis jetzt all ihre Selbstbeherrschung aufbringen müssen um nicht ängstlich zu wirken. Diese Fassade, die Julia bis jetzt aufrechterhalten konnte, war nun in sich zusammen gestürzt und Venus wusste in diesem Augenblick genau, dass sie diese Frau auf keinen Fall mitnehmen konnte. In dieser Verfassung durfte sie nicht ins Kreuzfeuer geraten. Das wäre ihr sicherer Tod. Im selben Moment, als ihr das bewusst wurde, erkannte sie die Gefahr. Die Gefahr, dass dieser Mensch vor ihr sie schwach machte und das war überhaupt nicht gut. Sie war Auftragskiller, durfte keine Schwäche, keine Gefühle und schon gar kein Mitleid zeigen.
War sie etwa doch nicht für diesen Job geeignet, wie sie immer dachte?
"Wie hast du das gemeint?", riss Julias leise Frage sie aus ihren Gedankengängen.
Ihre Stimme klang zittrig, unsicher, wie die eines kleinen Kindes. Sie sahen sich tief in die Augen, während sich Venus nun ganz dicht vor Julis stellte, so dicht, dass sie den warmen Atem ihrer Freundin auf ihrer Haut spüren konnte. Unvermittelt griff sie in deren blonde Haare und zog ihren Kopf zwar nicht mit Gewalt, aber trotzdem bestimmend an den ihren.
"So", sagte sie und küsste sie leidenschaftlich auf die süßen Lippen.
Nur zaghaft erwiderte Julia ihren Kuss, doch die aufkommenden Gefühle wurde immer stärker, so dass sie für einen kurzen Moment alles vergaß und sich entspannte. Sich aufgebend und nach Liebe und Schutz suchend öffnete sie ihren Mund, ließ die plötzlich heranstürzende Zunge passieren, die wild und unbeherrscht in ihrem Mund tobte.
Auch Venus schloss ihre Augen, vergaß die sie zermürbenden Probleme, spürte nur noch die feuchte Wärme Julias Zunge, fühlte wie diese ihre Hände um ihre Taille legte, die sich stetig weiter nach oben schoben, unter den Stoff ihrer schwarzen Bluse. Aufgeregt verfolgte sie den heißen Weg der sie liebkosenden Hände, deren Finger liebevoll ihre Haut streichelten.
Es war ihr nun unmöglich sich weiter zurückzuhalten, zog den Kopf ihrer erregt atmenden Freundin in den Nacken und begann damit, Julias weiße Bluse zu öffnen. Ein ebenfalls weißer BH kam zum Vorschein, der zwei kleine Brüste versteckte, deren Brustwarzen unter der ständig wachsenden Erregung hart geworden waren. Venus küsste sich an dem schlanken Hals herunter, bis sie bei dem Stück Stoff angelangt war, welches die letzten Geheimnisse des begehrenswerten Oberkörpers verhüllte.
Ungeduldig, angetrieben von wild auflodernder Lust, entfernte sie auch diese letzte Barriere, legte den mädchenhaften Leib ihrer sich aufgebenden Partnerin frei und stöhnte bei dem Anblick der sie berauschenden Schönheit. In hemmungslos aufflammender Leidenschaft verschlangen ihre lüstern glitzernden Augen die märchenhafte Schönheit, saugten sich an den kleinen festen Früchten fest, die nur darauf zu warten schienen von ihren Lippen liebkost zu werden.
Julia spürte die knisternde Spannung, wölbte ihren begehrenswerten Oberkörper dem sich absenkenden Kopf ihrer Freundin entgegen, die vollen weichen Lippen von Venus mit jeder einzelnen Faser ihres Körpers genießend. Wie sehnte sie sich nach diesen Lippen, öffnete wie in Trance ihre schwarze enge Hose, während Venus sich ihrerseits sehr schnell auszuziehen begann.
Julia verfolgte die sich aus ihrer Hose schlängelnde Venus, indem ihr ein heißer Schauder über den Rücken lief, begann zu zittern. Dieses Mal aber nicht vor Aufregung, sondern vor Lust und hemmungsloser Erwartung.
Wie eine gewaltige Woge brach die explodierende Leidenschaft über beide zusammen, riss sie in einen Strudel purer Wollust, aus dem es kein Entrinnen gab. Die Hitze, die in den beiden weiblichen Körpern entflammte, schien bis in die Ewigkeit anzudauern.
Venus führte Julia auf das Sofa, wo sich beide niederließen. Julias Finger streichelten sie am ganzen Körper. Dieses prickelnde Gefühl der Finger auf ihrer Haut war so unbeschreiblich schön, dass es sich in ihrem Innersten eine Lawine der grenzenlosen Lust auslöste, die in Bruchteilen einer Sekunde ihren Körper bis in die letzte Faser überflutete.
Doch trotz dieses himmlischen Genusses musste sie die junge Frau spüren, sie berühren und ließ ihre Hand verführerisch über die schlanken Schenkel immer weiter nach oben gleiten. Ihr lüsternes Ziel war eindeutig, war sie doch schon an den Ausläufern der erregt aufgeworfen Schamlippen angelangt, die sie sanft zurück schob.
Ein Keuchen entwich dem verwöhnten Frauenleib vor ihr, der sich nun restlos auslieferte, um die aufreizenden Liebkosungen der kundigen Finger zu empfangen, die nun weiter über den schmalen Grad der Scham hoch zu dem brennenden Lustzentrum wanderten.
Endlich war der glühende Kitzler erreicht, wurde zärtlich gestreichelt, um dann immer fester gereizt zu werden. Julia wand sich, spürte das sehnsüchtig erwartete Ziehen in ihrem kochenden Schoß, keuchte. Von Sekunde zu Sekunde wurde sie feuchter, spürte wie sich die Säfte ihrer brodelnden Lust in ihrer glühenden Grotte sammelten, wartete ungeduldig auf diese göttlichen Finger, die sich jetzt auch schon wieder nach unten schoben.
Ihre Atem kam nur noch stoßweise, lechzte sie doch dem Moment... jaa, die Finger teilten die vollen Lippen, suchten sich den Weg in ihr kochendes Paradies... sie stöhnte, seufzte. Doch jetzt begann Venus ihr triebhaftes Spiel, bewegte die Finger erst langsam, dann immer schneller.
Schmachtend klammerten sich die nassen Schamlippen an die Finger, wurden bei jeder Bewegung ein Stückchen mit herausgezogen, was diesen kaum erträglichen Lustreiz noch verstärkte. Sofort ließ sich Julia auf diesen sie durchdringenden Rhythmus ein, lechzte schon dem nächsten Stoß entgegen, der sie wie ein Blitz traf und sie immer weiter ihrem wollüstig erwarteten Höhepunkt entgegen brachte.
Venus Augen funkelten, als sie sah, wie der Körper des bebenden Fohlens unter ihr zerfloss, beugte sich vor und umspielte mit geschickter Zunge, die empfindlichen Vorhöfe der aufgestellten Brustwarzen, was Julia förmlich explodieren ließ.
Ihre scharfen Fingernägel gruben sich ekstatisch in das Fleisch der sie verwöhnenden Frau, rissen tiefe Striemen und ein spitzer Schrei löste sich von den Lust verzerrten Lippen.
Venus spürte kaum den Schmerz, war wie besessen von dem Gedanken ihrer Freundin die höchsten Lüste zu verschaffen, die nun endgültig unter ihren Finger ausbrach. Sie beugte sich vor, küsste die sich in einem grellen Orgasmus windende Julia, die ihr in ihrer Geilheit die Lippen blutig biss.
Der Geschmack des Blutes wirkte wie eine Droge. Julia drückte Venus unter sich, setzte sich auf ihren Schoß und begann sie vom Oberkörper bis zu ihrem Schambereich zu küssen. An ihren Schamlippen angekommen setzte sie gezielt ihre Zunge ein, deren Berührung allein Venus fast wahnsinnig werden ließ. Ihr ganzer Körper sehnte sich nach dieser Frau, nach ihrer Zunge, die nun feurig in sie eindrang.
!!!Diese teuflische Zunge spielte mit ihren Schamlippen, saugte sie ein, streichelte sie um letztendlich gespannt in ihre kochende Hölle hinein zustoßen. Venus keuchte, spürte wie die anfänglich zaghaften Stöße immer fordernder, ja schneller wurden.
Glühendes Eisen rann durch ihre Adern, verteilte die tosende Wollust bis in die letzten Zelle ihres bebenden Körpers, brachte sie an den Rand gleißender Verzweifelung. Ein greller Blitz jagte durch ihren glühenden Schoß, ließ sie in den ersehnten Höhepunkt stürzen. Kreischend zuckte sie zusammen, spürte immer wieder diese grausame schöne Zunge, spürte diese unglaubliche Lust, diese Befriedigung und glaubte sich im siebten Himmel. Ein letztes Mal stöhnte sie laut auf und sank dann vor Erschöpfung in sich zusammen.
Julia lag über ihr, spürte den wild hämmernden Herzschlag, der sich immer noch nicht zu beruhigen schien.
"Jetzt verstehe ich, wie Sex ablenken kann. Gute Methode.", sagte Julia schwer schnaufend.
Venus grinste, sagte aber nichts dazu und schaute stattdessen auf die Uhr. Es war bald so weit. Sie mussten jetzt los.
"Julia du darfst nicht mitkommen.", sagte sie deshalb entschieden.
"Was?", fragte diese verwirrt und schaute ihr in die Augen.
"Ich will nicht, dass du mitkommst. Ich werde Marwin sagen, dass du verhindert bist. Er wird mir schon glauben. Du könntest sterben und das werde ich nicht riskieren.", antwortete sie und hoffte Julia würde verstehen.
"Ich kann schon selbst auf mich aufpassen. Ich brauche keinen Vormund, der mir sagt, was ich zu tun habe. Ich werde mitkommen.", beharrte diese aufgebracht und zog sich an.
Diese sehr trotzige und zugleich entschiedene Reaktion zeigte Venus, dass sie anscheinend immer noch nicht den Ernst der Lage erfasst hatte.
Warum mussten Frauen nur so starrköpfig sein und auch noch so schön aussehen wie diese hier. Warum konnte ihr nicht egal sein, was aus ihr werden würde?
Sie war wütend auf sich selbst, wütend darüber, dass sie solche Gefühle zugelassen hatte.
Vor ungefähr einem halben Jahr hatte das alles angefangen, da hätte sie es noch verhindern können. Aber nein, sie hatte sich einmischen müssen. Damals hatte sie herausgefunden, dass ihr alter Partner ein Polizist war und sie hatte ihn töten müssen. Seine Leiche war dann irgendwo im Zement gelandet. Alles wurde unglaublich eng und die Polizei war knapp davor, sie auffliegen zulassen. Seitdem waren sie in ständiger Gefahr entdeckt zu werden. Marwin hatte ihr daraufhin seine Cousine, die in der gleichen Branche tätig war, als Partnerin gestellt - Julia.
Von Anfang an hatte sie diese Frau gemocht und am Ende war aus dieser Sympathie Liebe geworden. So eine enge Verbundenheit und Zuneigung hatte sie nie zuvor für einen anderen Menschen empfunden. Daher konnte sie auch nicht zulassen, dass sie jetzt mitkam und womöglich auch noch in ihren Armen starb. Sie hasste sich zwar selbst dafür, was sie jetzt tat, aber es musste sein. Blitzschnell holte sie aus und streckte mit einem gezielten Schlag Julia nieder, die augenblicklich in das Land der Träume glitt.
Ohne noch mehr Zeit zu vertrödeln, fesselte sie ihre Geliebte und legte sie möglichst bequem auf das Sofa. Als diese wieder zu sich kam, war Venus schon angezogen und sah auf sie herab.
"Das kannst du nicht machen. Du musst mich losbinden.", protestierte Julia energisch.
"Es tut mir leid Julia, ich wollte nicht, dass es so endet. Glaub mir, aber das ist das beste für dich. Ich hoffe du verstehst mich irgendwann.", antwortete sie und drehte sich in Richtung Wohnungstür um. Sie hörte zwar noch, dass Julia nach ihr schrie, aber sie ignorierte es einfach. Schweren Herzens verließ sie die Wohnung, stieg in ihr Auto und machte sich auf den Weg zu der alten Lagerhalle, wo es stattfinden sollte.

"Da bist du ja. Ich habe dich schon vermisst.", herrschte Marwin sie an, als sie endlich eintraf.
"Hast du etwa gedacht ich lasse dich im Stich?", fragte sie ihn mit einem Anflug leichter Arroganz.
"Natürlich nicht. Ich vertraue dir mehr als meiner eigenen Familie. Du bist meine rechte Hand. Wenn ich dir nicht vertrauen kann, wem denn sonst?", lösten sich seine angespannten Gesichtzüge.
"Wo ist denn meine liebe Cousine?", fuhr er daraufhin fort.
"Sie ist aufgehalten worden, erledigt was für mich.", sagte sie möglichst beiläufig.
Abschätzend schaute er sie an, beschloss ihr jedoch nach nicht einmal zwei Sekunden zu glauben. Er drehte sich um und klatschte in die Hände, das Zeichen für seine Männer sich um ihn zu versammeln.
"Also heute ist also der Tag der Tage. Heute werden die Fronten ein für alle Mal geklärt. Heute wird sich herausstellen, wer der wahre König dieser Stadt ist und ich baue auf euch. Ich vertraue jedem einzelnen von euch und hoffe, dass ihr mein Vertrauen nicht enttäuschen werdet. Schießt auf jeden der Bastarde die Antonio mitbringt. Ich glaube, ich muss euch nicht beibringen, wie man eine Waffe benutzt.", sagte er mit einer derartigen Überzeugung, das jedem klar wurde, dass für ihn das Ergebnis längst feststand.
In der Runde ging ein schwaches Lachen um. Der Witz hatte sie alle etwas aufgelockert, selbstsicherer gemacht, womit Marvins Strategie aufzugehen schien. Unter Druck arbeitet man nicht sehr gut, wie er zu sagen pflegte und damit vollkommen recht hatte. Genau wegen dieser Intelligenz und dieses Gespürs für bestimmte Situationen bewunderte sie ihn auch. Damals, als sie Marwin das erste Mal getroffen hatte, war er noch ein kleiner Fisch im großen Teich gewesen. Doch schon da hatte sie ihn wegen seiner Raffinesse und seines Instinkts bewundert und an ihn geglaubt. Ihre Erwartungen sind auch niemals enttäuscht worden. Zwar war ihre Beziehung immer nur wie die zwischen Schwester und Bruders gewesen, aber trotzdem hatte er es geschafft, sie in seinen Bann zu ziehen und ihm zu folgen.
Ja, dieser Mann vor ihr war zu etwas höherem geboren und sie würde ihm dabei helfen, sein Ziel zu erreichen. Zwar hatte sie schon, bevor sie ihn kennen gelernt hatte, Menschen für Geld getötet, aber durch seine Hilfe war sie zu dem geworden, was sie ist - ein absoluter Profi.
Nun schickte Marwin alle an ihre Plätze, wies sie nochmals an, die Waffen zu überprüfen und dann begann es.
Als erstes erschienen einige Leibwächter von Antonio, dann er selbst. Er war ein hochgewachsener Mann fast so groß wie Marwin. Er hatte schwarze Haare, im Gegensatz zu Marwins blonden Locken. Antonios Kinn war durch eine lange und eklige Narbe entstellt.
"Marwin.", sagte Antonio eher herausfordernd als erfreut.
"Antonio.", gab Marwin im gleichen Ton zurück.
"Nette Halle, dein Geschmack wird immer besser.", bemerkte Antonio daraufhin abfällig.
"Tja, man will ja keinen schlechten Eindruck hinterlassen.", gab Marwin ernst zurück und man konnte erkennen, wie sich seine innere Anspannung verstärkte.
"Ich glaube, ich muss dich ein wenig in deine Schranken weisen, damit du weißt, wo du hin gehörst.", provozierte der Lackaffe unverhohlen.
"Verwechselst du da nicht etwas.", konterte Marwin zynisch .
"Du hättest dich nicht in meine Geschäfte einmischen sollen.", überhörte Antonio die eindeutige Herausforderung. "Ich muss doch wissen, was aus mir wird, wenn du mir meine Auftragsgeber erschießen lässt.", sagte er wieder sichtlich nicht sehr angetan von diesem Gespräch. "Du hättest Venus nicht einsetzten sollen. Ach, wo wir gerade bei ihr sind. Wer ist sie? Weißt du, sie hat mich schon von Anfang an fasziniert. Wie konntest du Flasche so eine Frau aufreißen?"
Venus, die alles ruhig mitangehört hatte, lächelte jetzt etwas schief. Antonio war sich anscheinend überhaupt nicht bewusst, in was für einer Situation er sich befand.
"Geschäftsgeheimnis.", setzte Marwin ein breites Grinsen auf..
"So, Schluss mit dem Smalltalk. Bringen wir es hinter uns.", zog Antonio blitzschnell eine Beretta und zielte auf Marwin.
Schon im Ansatz hatte Venus die Bewegung erkannt, griff mit unglaublicher Geschwindigkeit zu ihrer Waffe und schoss auf Antonio, bevor dieser überhaupt begriffen hatte, was passiert war. Am rechten Bein getroffen, sackte er zusammen und schrie auf.
Sofort fiel sein Blick auf sie und ihr wurde augenblicklich klar, dass er nun wusste, wer die ominöse Venus war. Seine Augen blitzten, während seine Männer eine lebendige Mauer um ihn bildeten, so dass Venus keine Chance hatte diesem Spektakel vorzeitig ein Ende zusetzen und eröffneten das Feuer.
Auf beiden Seiten fielen Männer, überall floss Blut. Sie selbst erledigte vier Männer mit einem Kopfschuss. Ihr war klar, dass sie Antonio erledigen musste, nicht nur um dem Gemetzel ein Ende zu bereiten, nein, fast wichtiger war, dass er nun wusste, wer sie war und sie keine ruhige Sekunde mehr hätte, wenn er lebend hier heraus kommen würde.
Ohne lange zu überlegen rannte sie aus der Halle, wollte dem sich zurückziehenden Boss den Weg abschneiden.
"Nicht mit mir Freundchen.", sagte sie leise zu sich selbst, sah noch, wie dieser die Wagentür hinter sich zuzog und davon fahren wollte.
Instinktiv hielt sie auf die Reifen und schon war sein Plan vereitelt. Sofort flogen die Autotüren auf und drei Männer hielten sie unter Dauerbeschuss. Wie eine Raubkatze hetzte sie von Deckung zu Deckung, erledigte einem nach dem anderen. Gerade hatte sie den letzten im Visier, da eröffnete Antonio das Feuer auf sie.
Zu spät sah sie ihn kommen, spürte einen dumpfen Schlag in der Magengegend, spürte sogar, wie die Kugel aus ihrem Rücken wieder austrat, bevor ein fürchterlicher Schmerz ihren Körper durchzog und sich ihr Bluse rot verfärbte.
"So, endlich treffe ich dich, Venus.", sagte Antonio, der jetzt über ihr stand.
Sie lag auf dem Boden und konnte ihre Waffe nicht finden, die sie bei dem Aufprall verloren haben musste.
"Ist das nicht die Ironie des Schicksals? Du hast schon so viele von meinen Männern getötet und nun wirst du durch meine Hand zur Strecke gebracht.", sagte er lachend.
Finster bohrten sich ihre Blicke in das Gesicht des widerlichen Mannes, der und da war sie sich sicher, jede Sekunde abdrücken würde.
"Das glaube ich nicht.", hörte sie eine ihr gut bekannte weibliche Stimme.
Gerade als Antonio sich umdrehen wollte, traf ihn die Kugel. Seine Augen waren weit aufgerissen, als er zu Boden stürzte und ein erstauntes "Nein" hauchte. Er wollte sich noch einmal aufrichten, doch dann war es vorbei und er starrte mit gebrochenen Augen in den Nachthimmel.
Venus schaute auf und sah Julia vor sich stehen, der die Tränen in die Augen schossen.
"Wer hat nun wenn beschützt?", kniete sie sich mit stockender Stimme neben ihre Geliebte.
"Wie....? Wie bist du aus den Fesseln rausgekommen?", fragte Venus, der nun ihr Blutverlust zu schaffen machte.
"Wirst du es schaffen?", zitterte Julias Stimme.
"Ich glaube ja, es ist ein glatter Durchschuss. Wird schon werden.", versuchte Venus ein klägliches Grinsen und stützte sich auf ihre Freundin, deren Gesichtszüge sich nun aufhellten.
"Also bitte, ich denke, du unterschätzt mich gewaltig. Außerdem warst du so freundlich in der Nähe ein Messer liegen zu lassen.", sagte sie nun erleichtert und lenkte Venus von der Verletzung ab.
"Danke, dass du mir geholfen hast. Du hast mir das Leben gerettet. Kannst du mir verzeihen?", sah Venus sie an, während sich ihr Gesicht vor Schmerzen verzerrte.
"Es ist schon längst verziehen. Ich weiß ja, dass du es nicht böse gemeint hast. Wir sollten dich jetzt lieber so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen.", legte sich Julia den Arm ihrer Freundin um ihre Schulter und brachte sie zum Wagen.

Zwei Wochen später, als Venus endlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, holte Julia sie ab.
"Ich glaube, ich hänge den Job an den Nagel. Das hätte auch anders ausgehen können und denke, dass ich durch den Zwischenfall endlich kapiert habe, dass mein Leben ruhig auch etwas langweilig sein kann. So werde ich wenigstens nicht ganz so schnell sterben.", sinnierte Venus, als sie im Auto saßen.
"Gute Idee! Den gleichen Einfall hatte ich auch schon.", meinte Julia grinsend und fuhr fort, "Wie wäre es, wenn wir ganz von vorne beginnen?"
"Wäre nicht schlecht.", lächelte Venus.
"Ok., dann kannst du mir ja gleich mal deinen richtigen Namen nennen. Ich glaube nämlich kaum, dass du weiterhin mit Venus angeredet werden willst.", drehte sich Julia in ihre Richtung.
"Klar, mein Name ist Loui Kimberley Rainwealth und deiner?", fragte sie.
Beide schauten sich an und grinsten. Sie würden Freundinnen bleiben, selbst wenn das hieß "keine Auftragsmorde mehr!"
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Posted by X2k10
4 years ago    Views: 491
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