EIN NEUER START INS LEBEN 6

Ihr Chef schickte sie natürlich sofort nach Hause, nachdem Anja den Arzt hatte überzeugen können, dass ihr nichts fehlte, was mit ein paar Tagen Ruhe zu Hause nicht wieder in Ordnung zu bringen wäre. Zu Hause legte sie sich auf die Couch ins Wohnzimmer, wo sie ihren Gedanken nachging. Sie konnte es nicht begreifen, was heute morgen geschehen war und ihr wurde nun zum ersten Mal bewusst, wie verletzlich sie doch war und dass es sie sehr wahrscheinlich umbringen würde, wenn sie ihre geliebte Susanna verlieren müsste; an wen, das war letztendlich egal. Sie dachte an das Leben, dass sie vor der Bekanntschaft mit Susanna geführt hatte. Gewiss, sie war kein Unschuldsengel, aber sie hatte sich in keiner Beziehung etwas vorzuwerfen. Als sie Susanna kennen lernte, war sie schon eine ganze Weile alleine gewesen. Sie kannte zwar jede Menge Frauen, die gerne mit ihr eine Beziehung eingegangen wären, und sei es nur für eine Nacht, aber dafür war Anja nicht der Typ. Geistige und körperliche Liebe waren für sie ein Einheit, nicht zu trennen, und wenn die Sehnsucht nach körperlicher Befriedigung auch noch so groß war, es kam für sie nicht in Frage, mit jemandem zu schlafen, den sie nicht liebte. Sie hatte sich auch niemals vorstellen können, dass sie sich Knall auf Fall verlieben könnte und schon beim ersten Treffen in den Armen der anderen liegen könnte. Bis sie Susanna traf. Aber Susanna war einfach nicht mit ihren bisherigen Beziehungen zu vergleichen. Sie war in jeder Beziehung anders. Susanna gab, ohne etwas zu verlangen. Und sie verlangte nur das, was sie selber zu geben bereit war. Alles war so schön, so ruhig, so voller Liebe und Zärtlichkeit, so voller Hingabe und Leidenschaft gewesen. Doch dann trat Christopher in ihr beschauliches Leben, und heute wäre sie beinahe von Susannas Mann vergewaltigt worden. Alleine bei dem Gedanken daran, dass er in sie eingedrungen wäre, kam in ihr der Ekel hoch und sie bestätigte sich selber, wie klug sie doch gewesen war, als sie den Männern und ihren harten Geschlechtsteilen, die brutal stoßend nur der eigenen Lust verschrieben waren, zu entsagen und sich den weichen Körpern des eigenen Geschlechtes zuzuwenden.
Und immer wieder sah sie das von Geilheit verzerrte Gesicht von Hans vor sich, und ihre linke Brust schmerzte; sie brannte wie Feuer, wo die Finger des Mannes sie berührt hatte. Anja ging in das Badezimmer, versuchte sich den Schmutz, den sie in Gedanken auf ihrem Körper sah, herunterzuwaschen, und beschloss, dass weder Susanna noch ihr Bruder die Wahrheit erfahren durften. Sie redete sich ein, dass Susanna es fertig bringen würde, alleine um sie zu schützen, wieder zu ihrem Mann zurückkehren würde. Und ihr Bruder, der, so glaubte sie ihn zu kennen, würde versuchen, sich auf eigene Faust zu Hans zu begeben und ihn zu verprügeln. Um des Friedens Willen wollte sie schweigen. So legte sie sich wieder auf die Couch und schlief ein, bis sie sanft von Susanna geweckt wurde.
„Anja, was ist los? Wieso bist du zu Hause? Und was ist mit dir geschehen? Hast du dich verletzt?”
Anja setzte sich auf, ließ sich von Susanna in die Arme nehmen und weinte ihren Schmerz heraus. Christopher stand daneben und wusste nicht so recht, wie er sich nun verhalten sollte. Obwohl er sich für einen toleranten Menschen hielt, wusste er nicht, was er nun tun oder sagen sollte. Irgend etwas wehrte sich gegen den Anblick der zwei Frauen, die dort saßen und Zärtlichkeiten austauschten, und war es doch nur, um dem anderen Trost zu spenden. Vor seinem geistigen Auge sah er, wie diese Zärtlichkeiten sich in Intimitäten verwandelten, wie diese beiden Frauen sich bis zur Selbstaufgabe und Besinnungslosigkeit hemmungslos liebten. Den ganzen Tag hatte er mit Susanna verbracht. Von einem Maklerbüro zum anderen waren sie gezogen; jede Menge Anzeigen beantwortet, um für ihn eine Wohnung zu finden. Sie hatten zusammen im Restaurant gegessen, geplaudert, gescherzt, und mehr als einmal hatte er sich dabei ertappt, wie er mit ihr zu Flirten begonnen hatte und hatte auch den Eindruck, dass Susanna es genoss und sogar erwiderte. Nun stand er da wie ein Spielzeug, mit dem ein Kind den ganzen Tag gespielt hatte und nun, da es ein anderes Spielzeug entdeckt hatte, beiseite geworfen und nicht mehr beachtet wurde. Eifersucht keimte in ihm auf, doch er schalt sich innerlich einen Narren. Wusste er doch zu genau, dass er sich nicht zwischen diese Liebenden stellen durfte und es wahrscheinlich auch gar nicht konnte. Stumm hörte er sich Anjas Bericht an. Er wurde bleich im Gesicht, als er hörte, dass der vermeintliche Dieb sie auch noch vergewaltigen wollte. Doch so sehr sie auch beide in Anja drangen, sie blieb bei ihrer Behauptung, den Mann noch niemals in ihrem Leben gesehen zu haben und ihn auch nicht wiedererkennen würde, da er ja eine Maske getragen habe. Susanna brachte Anja dann zu Bett und blieb neben ihr sitzen, ihrer Freundin die Hand haltend, bis dass sie endlich eingeschlafen war. Danach kehrte sie zu Christopher ins Wohnzimmer zurück.
„Du, hast du bitte mal eine Zigarette für mich?” fragte sie, nachdem sie zwei Gläser voll Cognac eingeschenkt hatte.
„Nanu, ich denke, du rauchst nicht?”
„Normalerweise nicht. Aber auf den Schock brauche ich jetzt eine.”
Christopher bot ihr eine an und gab ihr Feuer. Susanna zog kräftig daran und musste den Hustenreiz unterdrücken, der sie danach quälte. Schnell nahm sie einen Schluck Cognac, damit Christopher es nicht bemerkte, aber er grinste schon.
„Tja, wenn man es nicht gewöhnt ist, dann wird einem schlecht davon. Aber sag mal, was hältst du von dieser Geschichte?”
Susanna drehte den Cognacschwenker in ihren schönen, schmalen Händen.
„Du, ich glaube, dass Anja uns nicht die ganze Wahrheit erzählt hat.”
Christopher starrte sie entsetzt an.
„Wie kommst du darauf?”
Susanna starrte in den Cognac, als ob darin der Schlüssel der Weisen versteckt wäre, nur darauf wartend, dass jemand ihn herausfischt und die Tür zur Wahrheit aufschließt.
„Ich kann es dir nicht genau erklären. Es ist mehr so ein Gefühl, weißt du. Lach jetzt bitte nicht. Seitdem ich Anja kenne, hat sie noch niemals so ausgesehen.”
Christopher war in Versuchung, lauthals loszulachen, aber diese Situation war zu ernst, um darüber Witze zu reißen.
„Hör mal, ich halte zwar sehr viel von Gefühlen, und auch an gewisse Vorahnungen bin ich bereit, zu glauben, aber wenn dir das heute passiert wäre, dann hättest du auch sehr seltsam ausgesehen.”
Susanna starrte ihn wütend an.
„Das ist wieder einmal typisch Mann, die Krone der Schöpfung. Für euch gilt doch nur das, was ihr selber glaubt, und das ist herzlich wenig. In den meisten Fällen beschränkt sich euer Glauben an die fünfzig Gramm Fleisch, die ihr in der Hose tragt und von dem ihr glaubt, dass wir Frauen nur darauf warten, es in uns hineinlassen zu dürfen, damit ihr uns mal wieder demonstrieren könnt, was ihr doch für tolle Männer seid, wenn ihr wie verrückt zustoßt, um eure Geilheit zu befriedigen. Und von dir hatte ich eigentlich gedacht, dass du anders reagierst.”
Christopher sah sie an.
„Jetzt wird es wohl langsam Zeit, dass du auf den Teppich zurückkommst. Ich habe weder dich, noch Anja oder irgend eine andere Frau mit Gewalt in mein Bett geholt. Ich habe es dir erklärt, und ich wiederhole es jetzt zum letzten Mal: Ich habe kein Problem damit, wenn zwei Frauen sich lieben. Aber, verdammt noch mal, ihr solltet auch lernen, dass es in dieser Welt Frauen geben soll, die mit Männern schlafen und es schön finden. Denn du kannst mir nicht weismachen, dass es auf dieser, anscheinend total verrotteten Welt nur noch Vergewaltigungen geben soll. Und du solltest endlich einmal damit aufhören, dir selber Leid zu tun, damit kommst du nicht sehr weit. Wenn du willst, dass Frauenliebe hier akzeptiert wird, dann solltest du auch alles andere akzeptieren. Denn du bist wie jemand, der sich das Rauchen abgewöhnt hat und nun jeden bekehren will, es ihm gleich zu tun. Denn das sind die Schlimmsten. Jeden Tag zwei Packungen, dann Moralapostel, die keine andere Meinung gelten lassen. Denk mal darüber nach, und wenn du glaubst, dass du nun endlich Vernunft angenommen hast, dann können wir unser Gespräch fortführen, so, wie es sich für erwachsene Menschen gehört.” Er trank seinen Cognac aus und stand auf.
Susanna saß da, als wenn sie zur Salzsäule erstarrt wäre, der Unterkiefer klappte ihr herunter. Dann dämmerte es ihr, dass Christopher ja recht hatte, so verdammt recht, denn sie erging sich wirklich in Selbstmitleid; versteckte sich hinter Scheinargumenten, um ja niemanden an sich heranzulassen oder sie zu durchschauen.
„Bitte, Bleib.” sagte sie leise.
„Warum?”
Lauter als gewollt hatte er die Frage gestellt.
„Weil ich jetzt jemanden brauche. Bitte.”
Er setzte sich wieder.
„Also gut. Ich nehme an, du hast mir etwas zu sagen. Und ich habe dir versprochen, dass ich dein Freund sein werde. Und dieses Versprechen halte ich.”
Sie saßen sich schweigend gegenüber. Christopher wartete auf den Moment, in dem Susanna zu reden beginnen würde. Aber er spürte, dass sie erst die Worte, die sie aussprechen wollte, finden musste, sie in Gedanken kleiden, um sie dann artikulieren zu können.
Man konnte es sehen, in Susannas Kopf lief die Denkmaschine auf vollen Touren. Dann öffnete sie den Mund, und Christopher erschien es später, wenn er an diesen Moment dachte, als ob all das Leid, der Schmerz, die Demütigungen, nur auf diesen Abend gewartet hatten, um nun endlich aus ihr herauszubrechen.
„Du hast Recht, wenn du sagst, ich würde nun in einer Welt leben, die ausschließlich aus Selbstmitleid und Träumen aufgebaut ist.
Aber die Welt, in der ich gelebt habe, bestand nur aus Schmerzen, Leid und Elend. Die Welt meine ich, in der ich lebte, bevor ich Anja kennen gelernt habe. Es war wie ein Sonnenschein in einer totalen Finsternis. Ich weiß nicht, ob du es dir vorstellen kannst, aber als ich sie das erste Mal sah, es war wie ein Erdbeben, dass durch mein Herz lief und meinen gesamten Körper in Schwingungen setzte. Ich hatte niemals vorher auch nur einen Gedanken an die Möglichkeit verschwendet, dass ich eventuell lesbisch sein könnte. Und ich verstehe bis Heute nicht, wie alles gekommen ist. Sie war da, und als ich sie brauchte, wies sie mich nicht ab. Weißt du, dass es nicht sie war, die mich verführt hat, sondern dass ich sie damals dazu gebracht habe, das erste Mal mit mir zu schlafen?”
Christopher schüttelte den Kopf. Auf den Gedanken war er überhaupt noch nicht gekommen. Wenn seine Schwester ihm in irgendeinem Punkt ähnlich war, dann war es der Punkt, dass sie beide sexuell sehr aktiv waren.
„Nun, als sie mich damals besuchte, war ich von Kopf bis Fuß darauf eingestellt, von ihr verführt zu werden. Ich weiß nicht, warum ich das dachte, denn ich wusste ja bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie sich mehr zu Frauen als zu Männern hingezogen fühlt. Aber irgendwie spürte ich, dass da etwas war; etwas, was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht in Worte fassen konnte. Vielleicht habe ich es im Unterbewusstsein gefühlt. Und alles, was ich bis zu dem Zeitpunkt machte oder gedacht habe, war nur darauf gerichtet, von dieser Frau geliebt zu werden.
Aber, wie gesagt, ich rechnete eher damit, dass sie die Initiative ergreifen würde. Als sie aber dann neben mir saß, da habe ich sie darum angefleht, mich in diese Art der Liebe einzuweihen. Aber es hat mir noch nicht eine Sekunde leid getan. Und als mein Mann mich dann aus dem Haus gejagt hat, da hat sie mich sofort bei sich aufgenommen, mir geholfen.
Das hat uns zusammengeschweißt, vor allen Dingen als ich dann die erniedrigende Wahrheit über meine Eltern erfahren musste. Wir hatten gedacht, dass wir unser selbstgeschaffenes Paradies nur für uns alleine behalten könnten. Und es ist sehr schmerzhaft, zu erfahren, dass es nichts Vollkommenes gibt. du bist in unsere Welt eingedrungen. Nicht, dass du das jetzt falsch verstehst, ich mag dich wirklich, aber in unserer Welt war eigentlich kein Mann vorgesehen. Und dann das, was in der Bäckerei passiert ist. Ich muss zugeben, dass mich das aus dem Gleichgewicht gebracht hat, das ich mühselig wieder aufgebaut habe.”
Susanna schwieg erschöpft. Christopher saß da, betroffen über so viel Ehrlichkeit und Offenheit. Er wusste nicht, was er darauf entgegnen sollte.
„Ihr habt euch wie Adam und Eva im Paradies gefühlt und dabei vergessen, dass es keine Paradiese mehr auf der Erde gibt.”
Susanna sah ihm in die Augen.
„Im Prinzip hast du Recht, aber wir wollten ein Paradies, nur für uns alleine. Das muss doch möglich sein, dass man in Ruhe leben kann!” rief sie mit verzweifelter Stimme.
„Es wäre schön, wenn man in Ruhe leben könnte. Auch ich wollte nur in Ruhe leben, aber all das, woran ich einmal geglaubt habe, war nur eine Ironie des Schicksals, eine Farce, um mir dann auf einmal eins aufs Haupt zu geben, in dem Moment, in dem man nicht damit rechnet.”
„Schon, aber warum muss ich immer nur Unglück haben? Warum darf ich nicht einfach nur glücklich sein?”
„Siehst du, genau das meine ich. du bemitleidest dich schon wieder selber. Aber glaube mir, das ist der falsche Weg. du musst versuchen, deine innere Stärke zu finden. Nur dann kannst du in dieser Welt überleben. Denn niemand freut sich, mit einigen Ausnahmen, wenn es dir gut geht. Schon hat man Neider, die einem das bisschen Glück missgönnen, das man sich mühsam erkämpft hat. Aber wenn es dir dreckig geht, dann wirst du mitleidig belächelst und alle Welt hält dir vor, dass man dir das ja alles schon lange vorher gesagt hat oder aber hätte sagen können, aber du wolltest ja dann nicht hören und so weiter.
Sieh mal, hat sich jemand um dich gekümmert, als es dir dreckig ging? Als dein Mann Nacht für Nacht über dich herfiel? Kam da jemand und sagte: „Verlass ihn doch! Lauf weg! Such dir jemand anderes!” Ehrlich. Wer kam da und half dir?”
Susanna schüttelte nur traurig den Kopf.
„Siehst du. Aber als du ausgezogen warst, da sagten dir doch bestimmt einige, dass sie das schon lange hätten kommen sehen.”
„Ja, einige „gute Freunde” machten Andeutungen; Arbeitskollegen, die ein Auge auf mich geworfen hatten und die nun den Seelentröster spielen wollten, aber eigentlich nur ihre Lust an mir stillen wollten.”
„Genau das habe ich gemeint.
Und als dann herauskam, was der wahre Grund war, da fingen alle wieder an zu tuscheln.”
„Du hast recht.”
„Gut, das hätten wir, aber das bringt uns nicht weiter. Ich kann verstehen, dass du in deinem, gerechten, Zorn so weit gehst, alle Männer zu verteufeln. Aber du darfst nicht so weit gehen, eure Liebe als den Mittelpunkt der Welt anzusehen. du kommst mir vor wie jemand, der in einem Zimmer sitzt und aus dem Fenster sieht, nur den schmalen Korridor, den der Winkel erlaubt, aus dem er durch die Scheibe sieht. Aber das, was sich links und rechts des Fensters befindet, das sieht er nicht, weil er ja nicht aufsteht, das Fenster öffnet und nach links oder rechts schaut. So lebt er dann nur in seiner kleinen Welt, die ihm ja genügt, aber all das Schöne, was sich noch da draußen befindet, das sieht er nicht. Er kann nur über das urteilen, was sich in seinem beschränkten Blickwinkel befindet.
Susanna, steh auf, öffne das Fenster, sieh hinaus, erkenne das Schöne in den Menschen, denn ich glaube daran, dass es sehr viel Schönes auf dieser Welt gibt, was sich zu entdecken lohnt.”
Susanna war überrascht von dem Elan, mit dem Christopher diesen Vortrag gehalten hatte. Und sie erkannte in ihm einen Menschen, der trotz allem, was er erlebt hatte, den Glauben und die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatte, dass es sich lohnen könne, auf dieser Welt zu leben.
„Danke.” flüsterte sie leise.
„Wofür dankst du mir?”
Christopher sah sie erstaunt an.
„Dafür, dass es dich gibt. Und dafür, dass du mir die Augen geöffnet hast. Ich habe viel von mir in dem wiedererkannt, was du gerade gesagt hast. Und ich habe mich an jemanden erinnert, der noch schlimmer ist als ich.
Ein befreundetes Paar, beides Frauen, leben schon seit zehn Jahren zusammen. Die eine ist sehr lieb, und sehr offen. Sie kommt auch mit Männern unheimlich gut zurecht. Ich schätze, dass irgendwann wieder ein Mann in ihr Leben treten wird, der sie dann aus den Armen dieser Frau reißt. Und ich kann es nun verstehen, denn die andere lebt noch schlimmer als ich in ihrer Scheinwelt. Eifersüchtig bis ins letzte, misstrauisch und egoistisch. Wenn jemand anruft, vor allen Dingen ein Mann, dann wird sie zur Furie. Und ich war anscheinend auf dem besten Weg, genau so zu werden. Aber ich glaube, dass ich diese Gefahr nun erkannt habe und ihr begegnen kann.”
Susanna lacht plötzlich.
„Kannst du mir sagen, was du um Gottes Willen auf einmal so komisch findest?”
Sie schüttelte den Kopf, immer noch lachend.
„Nun ja, wenn ich dich wenigstens zum Lachen gebracht habe, dann ist das schon was.”
„Entschuldige bitte, aber mir kam gerade in den Kopf, dass sie genau die richtige Frau für dich wäre.”
Christopher kam sich etwas veralbert vor.
„Wer? Etwa diese eifersüchtige Xanthippe?”
„Nein, die andere, Sabrina. Sie wäre wahrscheinlich die Frau, in die du dich verlieben könntest, wenn sie dir über den Weg laufen würde. Und ich schätze, dass du der Typ Mann wärest, der sie schwach werden ließ.”
„Ach komm, verulk mich nicht. Lesben können nicht von Männern getrennt werden.”
„Du kennst sie nicht. Aber du hast recht, lassen wir das. Wir wollten über Anja und das reden, was ihr heute zugestoßen ist.”
„Stimmt. du sagtest vorhin, dass du ein komisches Gefühl hast. Worauf beruht dieses Gefühl? Ich meine, du musst doch einen Grund für diese Annahme haben.”
„Ja. Als sie uns die Geschichte erzählte, sah sie mich so seltsam an. Ich habe den Eindruck, dass sie uns etwas verschweigt, sei es aus Angst, aus Rücksicht auf jemanden oder sonst was oder alles zusammen.” Hattest du den Eindruck, dass sie sehr wohl weiß, wer sie in dem Geschäft überfallen hat?”
„Ich bin mir nicht sicher, aber aus ihrer Mimik und ihrer Körpersprache habe ich einige Folgerungen gezogen.”
„Gut, dann erzähl mal.”
„Erstens: Ich glaube nicht, dass der Mann maskiert war, denn sie sagte, dass sein Bart ihr im Gesicht gekratzt hat. Aber maskierte Männer können schlecht mit dem Bart kratzen.
Zweitens: Er kannte ihren Namen.
Drittens: Er wusste, dass sie lesbisch ist, das habe ich aus ihrer Erzählung entnommen, denn: Ich zitiere....” verzichtest ja lieber auf einen richtigen Ständer, der dich bis in den Himmel...” und „...wieder auf den Geschmack gebracht werden...”
Ich weiß, das sind nur Satzfetzen, die sie uns erzählt hat, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass einer von uns diesen Mann ebenfalls kennt und sie ihn nicht verrät, weil sie vor irgend etwas Angst hat.”
„Nun, diese Satzfetzen müssen nicht unbedingt etwas besagen, er kann auch damit gemeint haben, dass der Mann, mit den sie zusammen wäre, sofern es einen gäbe, ihm nicht das Wasser reichen könnte. Ihren Namen kann er aufgeschnappt haben. Und auch, dass sie lesbisch ist, um noch einmal auf das Gestammel zurückzukommen. Und dass der Bart gekratzt hat, das kann sie sich durch die Maske hindurch eingebildet haben.”
Aber Susanna ließ all das, was Christopher sagte, nicht gelten.
„Ich habe dir eines noch nicht erzählt.
Als ich sie ins Bett brachte und sie endlich eingeschlafen war, da rief sie im Schlaf immer wieder: „Susanna, geh nicht zurück, bitte Bleib bei mir.” Mehrmals.”
„Und was folgerst du daraus?”
„Dass der Mann, der sie im Laden überfallen hat, genau wusste, wen er vor sich hatte, wie er sie verletzen konnte und wie er ihr Angst machen konnte. Und das dieser Mann ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte, was er damit zu erreichen gedenkt und dass er genau weiß, dass Anja mir zuliebe nichts sagen wird, aus Angst, ich könnte etwas unbeherrschtes tun.”
„So, wie du redest, scheint es mir so, als ob du genau weißt, wer dieser Mann ist.”
„Nun, ich war im Zweifel, aber als ich mir die Blutergüsse auf ihrem Busen ansah, da wurde es mir klar. Denn ich habe diese Blutergüsse oft genug an mir selber gesehen, wenn ich morgens vor dem Spiegel stand. Sie waren genau so gezeichnet wie die auf Anjas Brust.”
Christopher schwieg verdutzt. Das musste er jetzt erst einmal verdauen.
„Du meinst,...”
„Ja, das Schwein in dem Laden war Hans, mein Altargeschenk, das mich wohl bis in mein Grab verfolgen wird.”
Christopher saß da, wie vom Blitz erschlagen.
„Das ist doch nicht dein Ernst.” stöhnte er.
„Doch.”
„Aber was will er damit bezwecken?”
Susanna steckte sich eine neue Zigarette an.
„Ganz einfach. Hans verdiente in seinem Job echt gut Geld. Und wir hatten uns ein schönes Sümmchen zusammengespart. Aber bei all seiner Cleverness hat er doch eine Sache übersehen. Als wir heirateten haben wir damals keine Gütertrennung vereinbart, sondern in einer Zugewinngemeinschaft gelebt. Und, wie du ja wohl selber weißt, wird dann im Falle einer Trennung alles geteilt. Und schon war die Hälfte der Summe weg.
Tja, und da er noch die Wohnung und den Hausrat behalten hat, musste er mich noch auszahlen, außerdem noch meine Anteile an den Aktien, den Wertpapieren und all dem anderen Schotter. Und da war er plötzlich nicht mehr so wohlhabend, wie er es einmal war. Und diese rothaarige Hexe, mit der er es trieb, die hat ihm dann, als sie bemerkte, dass nicht mehr viel bei ihm zu holen war, kurz und schmerzlos den Laufpass gegeben.
In der Firma ist dann auch rausgekommen, dass er es mit einigen aus seiner Kundschaft in Sachen „Geschäftsbeziehung” und Kundenbetreuung wohl etwas zu weit getrieben hat, denn einige der gehörnten Ehemänner haben wohl etwas rausbekommen und dann seinem Chef was gesteckt. Nun macht er Innendienst, ohne Prozente, ohne Provision und muss sehen, wie er zurechtkommt.”
„Moment mal, dann bist du ja eine echt gute Partie, wie man so schön sagt.”
„Um ehrlich zu sein, ich kann es dir nicht so genau sagen, aber es sind ein paar Mark, meine Altersversorgung, wenn ich das so sagen darf.”
„Also Rache?”
„Nun, ich glaube eher, dass er Anja dazu bewegen wollte, mich freizugeben.”
„Glaubt er etwa, du würdest zu ihm zurückkehren, nach allem, was er dir angetan hat? Der ist ja bescheuert, wenn er das denkt.”
„So bescheuert ist er nicht. Sieh mal, wenn er Anja droht, ihr etwas zu tun, und die einzige Möglichkeit, ihn davon abzuhalten wäre die, dass ich zu ihm zurückkehre, dann glaubt er, ich würde dies aus Angst um Anja machen. Und dann würde er mich schnell um mein Geld bringen, denn er sieht dieses Geld als das seinige an, das ich nicht verdient habe.”
„Ganz schön raffiniert. Also sagte Anja nichts, aus Angst, du würdest darauf eingehen.”
Er sprang auf und lief auf und ab.
„Aber, sag mal, was willst du nun unternehmen? du denkst doch nicht etwa ernsthaft daran, zu ihm zu gehen?”
Susanna zeigte ihm einen Vogel.
„Glaubst du, ich wäre Lebensmüde? Ich werde nämlich das Gefühl nicht los, dass ich dann, eines schönen Tages, die Kellertreppe herunterfallen und mir den Hals brechen werde, aber dazu habe ich keine Lust.”
„Dazu ist dein Hals auch zu schön.” entfuhr es Christopher.
Susanna errötete leicht. Das hatte schon lange kein Mann mehr zu ihr gesagt, allerdings kam sie ja auch selten mit Männern zusammen, die auf ihren Hals sahen. Oder auf die anderen weiblichen Attribute, dachte sie belustigt. Aber sie sagte ihm nichts auf diese Bemerkung, denn sie wollte nicht, dass er sich in etwas hineinsteigerte. Statt dessen überlegte sie laut.
„Nun, was kann ich tun? Ich könnte mit Anja reden, sie mit dem konfrontieren, was ich vermute und versuchen, sie dazu zu bewegen, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Die Frage ist nur, ob es Sinnvoll ist.
Oder aber ich könnte versuchen, mit Hans zu reden, ihm sein Geld wiederzugeben, um wenigstens Frieden vor ihm zu haben. Aber das ist Sinnlos, denn es ist wohl auch sein gekränktes Ego, was ihn dazu bringt, sich in den Kopf zu setzen, dass ich wieder zu ihm komme.
Dann könnte ich auf Verdacht Anzeige erstatten, aber das bringt wohl nichts, denn ich kann Nichts beweisen.
Oder ich hetze ihm ein paar Schläger auf den Hals, aber das will ich nicht, denn Gewalt halte ich für ein Werkzeug, dessen sich nur Primitive und Ungebildete bedienen dürfen.
Also, du siehst, es gibt im Moment nichts, was ich tun kann.”
Christopher nahm seine unterbrochene Wanderung wieder auf.
„Aber es muss doch einen Weg geben. Es darf doch nicht sein, dass durch einen Rachsüchtigen euer Glück zerstört wird.”
Er blieb stehen.
„Wie wäre es, wenn...ach, das geht ja nicht.”
Er wanderte weiter.
„Christopher, bitte setz dich, du machst mich nervös.”
Widerwillig nahm er Platz.
„Und wenn ihr fortgeht. Irgendwohin, wo euch keiner kennt?”
Susanna sah ihn entsetzt an.
„Du meinst, wir sollen fliehen? Irgendwohin gehen, wo wir niemanden kennen, alles aufgeben, was wir uns hier geschaffen haben? Job, unsere Freunde, die Wohnung, all das einfach zurücklassen? Nein. Niemals werde ich wieder vor ihm fliehen. Und mal ganz davon abgesehen, er wird uns suchen und finden. Und dann? Dann geht der ganze Mist wieder von vorne los. Also wieder auf und davon, wie Verbrecher, die sich vor der Polizei verbergen müssen. Nein, Christopher, es muss und wird einen Weg geben, ihn ein für allemal loszuwerden, glaub mir. Ich werde morgen meinen Chef fragen, ob er eine Idee hat, denn seine Ideen sind meistens echt gut.
Aber jetzt gehen wir schlafen. Gute Nacht, Christopher, und nochmals Danke dafür, dass du bei mir warst, als ich dich gebraucht habe.”
Als sie ausgeredet hatte, beugte sie sich vor und küsste ihn sanft auf die linke Wange, dann stand sie auf und verschwand. Christopher blieb noch eine Weile sitzen, verwirrt, alleine mit seinen Gedanken, die in seinem Hirn Achterbahn fuhren. Er tastete mit der Hand nach der Stelle, an der ihr Kuss ihn getroffen hatte, und es kam ihm vor, als ob diese Stelle brennen würde, und als ob dieser Brand sich durch seine Venen einen Weg in sein Herz gesucht hätte, das nun ebenfalls in Flammen aufzugehen drohte.
Am nächsten Morgen geschahen so viele Dinge gleichzeitig, dass der Tag eigentlich mehr als vierundzwanzig Stunden hätte haben müssen, damit alles seinen Gang hätte nehmen können. Doch da dies bekanntlich nicht geht, überschlugen sich die Ereignisse.
Nach einem wortkargen Frühstück, dass Susanna und Christopher gemeinsam einnahmen, trennten sie sich, denn über all das, was sich in letzter Zeit ereignet hatte, durfte man die Pflicht der Arbeit nicht vernachlässigen. Christopher eilte zu der Bank, in der er beschäftigt war, und Susanna ging in die Kanzlei. Dort angekommen, sah sie, wie jeden Morgen den Terminplan ihres Chefs durch, um ihn an wichtige Termine, die er gerne vergaß, erinnern zu können. Leise murmelte vor sich hin, hin und wieder einen Kommentar abgebend, denn mit der Zeit erkennt man gewisse Dinge auf Anhieb.
„9 Uhr Frau von Trebnitz, Familiensache. Ach ja, mal wieder eine „von”, die noch schnell ein paar Mark abstauben will.
10 Uhr Gerichtstermin in Sachen Zierges. Moment, das war doch der Alte, der den Nachbarssohn beim Kirschenklauen erwischt hat.”
Zu der Aushilfe sagte sie laut:
„Ich weiß nicht, was der will. Er lässt die Kirschen vergammeln, aber der Junge darf sie nicht essen. Schätze mal, dass der eine böse Überraschung erleben wird. Mal sehen, was noch?
Ach ja, halb zwölf Essen mit seiner Exfrau. Die will wohl mehr Kohle oder was weiß ich. Klar, jüngere Männer kosten Geld.”
Die Gehilfin lachte, wusste doch auch sie, dass die Ex ihres Chefs mit ihren fast fünfzig sich immer knackige, jüngere Männer ins Bett holte. Und, wenn man den Gerüchten Glauben schenken konnte, dann ließ sie sich sogar noch dazu herab, diejenigen ihrer Opfer, die erfolgreich ihren Verführungskünsten widerstehen konnten, mit Geld zu überzeugen, dass es sich doch lohnen könnte, den Seelentröster zu spielen.
„Um zwei Scheidungstermin Forler.
Um drei Termin beim Notar.
Oh je, um vier, das darf er auf keinen Fall vergessen. Dr. Schroeder, ein wichtiger Kunde.”
Sie umrahmte den Termin rot. Da flog die Tür auf und eine Frau, ach was, eine Furie polterte in die Kanzlei.
Susanna sah sie verwirrt an. Aber bevor sie auch nur ein Wort sagen konnte, wurde sie von dem Wortgewitter der Frau an die Wand geredet.
„Ich habe einen Termin, und ich habe es furchtbar eilig.
Also, Kindchen, rufen sie den Rechtsverdreher an und sagen sie ihm, dass ich da bin und überhaupt keine Zeit habe, denn ich muss noch zum Friseur und zum Kosmetiker und meine Schuhe abholen und, ach, was geht Sie das überhaupt an, was erzähle ich Ihnen denn. Also, was ist, wollen Sie nicht anrufen, oder muss ich mich über ihr impertinentes Benehmen erst beschweren, denn dann sind Sie ihren Job los, dann ist es aus mit Schoß sitzen beim Diktat; erzählen Sie mir jetzt nicht, dass es das hier nicht gäbe, ich weiß Bescheid, ich habe alle Folgen von „Dallas” gesehen, also, wie ist es nun?”
Susanna hatte ihre Fassung wiedergefunden und lächelte der Frau frech ins Gesicht.
„Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe leider ihren Namen nicht verstanden.”
Dabei war sie sich sehr wohl darüber im Klaren, dass es sich bei dieser Person nur um Frau von Trebnitz handeln konnte, Gattin von Karl-Rudolf von Trebnitz, Gutsbesitzer und recht wohlhabend. Wie es halt ihre Pflicht war, hatte sie ihren Chef bereits über alle wesentlichen Details, die sie in Erfahrung hatte bringen können, informiert. Herr von Trebnitz war nicht nur reich, sondern auch ein Hurensohn, wie er im Buche stand. Da er auf seinem Gut eine Reitschule unterhielt, war die Auswahl an frischem Fleisch recht groß. Und so sammelten die jungen Mädchen, alle so um die siebzehn bis zwanzig, nicht nur Erfahrung darin, wie man auf einem Pferd reitet. Diejenigen, die ihm gefielen, konnten bei ihm private Reitstunden nehmen, die allerdings nicht in der Reithalle oder gar auf einem Pferd gegeben wurden, er zog für diese Reitstunden sein Landhaus vor und stellte sich als Hengst zur Verfügung.
Frau von Trebnitz starrte Susanna an, als ob sie das achte Weltwunder wäre. Sie schlug theatralisch die Hände über ihrem Kopf, der von einem blauen, federgeschmückten Hut verziert wurde, der allerdings eher an einen Unfall eines Fasans mit der Windschutzscheibe eines Autos erinnerte, zusammen, drehte sich um und rief erbost aus:
„Das darf doch wohl nicht wahr sein.”
Sie drehte sich wieder zu Susanna um.
„Jetzt hören Sie mir mal gut zu. Ich bin Gerhilde-Aphrodite von Trebnitz, zur Zeit verheiratet mit Karl-Rudolf von Trebnitz, einem der reichsten Männer dieser Stadt. Und ich bin hier, damit ich mich von diesem Hurenbock scheiden lassen kann. Also, bewegen Sie ihre süßen Arsch zu ihrem Chef, damit es vorangeht hier.”
Susanna hatte sich diese Frau jetzt gut angesehen. Elegant, in einem fliederfarbenen Kostüm, mit passenden Netzstrümpfen und hochhackigen Schuhen, dazu die Handtasche, der Schmuck, alles aufeinander abgestimmt. Für das Kleid alleine muss ich einen Monat arbeiten, dachte sie, ich sollte mal nach einer Gehaltserhöhung fragen. Ihr Blick wanderte über die schlanke Figur.
Ob sie auch fliederfarbene Strapse trägt?
Doch als Susanna sich das Gesicht näher ansah, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Eine große, hakenförmig nach vorn auslaufende Nase, ein schmaler Mund, zusammengepresste Lippen, kalte, graue Augen und zu einem schmalen Strich gezupfte Augenbrauen wiesen auf jemanden hin, der es gewohnt war, immer und überall die Befehle zu erteilen, der einfach immer Dominant war. Keine Spur von einer zurückgehaltenen Zärtlichkeit zu erkennen.
Im Bett wird sie wohl mit Lack und Leder und einer Peitsche auftauchen, fuhr ihr der erschreckende Gedanke durch den Kopf.
Ein letzter Blick auf diese keifende Xanthippe bewies ihr, dass sie wohl ein besserer Mann geworden wäre. Das Leopardenjäckchen klappte auf, doch von einem Busen war noch nicht einmal Ansatzweise etwas zu sehen.
Höflich antwortete Susanna:
„Nun, Frau von Trebnitz, Sie werden sich noch etwas gedulden müssen. Ihr Termin ist um Neun, und es sind erst halb. Sie sind zu früh. Wenn Sie dann bitte noch Nebenan Platz nehmen wollen, dann werde ich sehen, ob er Sie etwas früher empfangen kann.”
„So, mein Kind, jetzt passen Sie mal auf. Ich bin es nicht gewöhnt, dass man mich warten lässt. Ich gehe jetzt da hinein”, sie zeigte auf die geschlossene Tür, „und werde mit ihrem Boss reden. Und wenn ich ihn vorher verführen und mit ihm schlafen müsste, ich würde es tun, wenn ich mir noch etwas aus Männern machen würde. Aber”, sie machte eine Pause, „da bin ich in diesem Raum ja wohl nicht die Einzige. Und...ich bekomme immer, was ich will.”
Sie fasste Susanna unters Kinn und strich ihr mit dem Zeigefinger über die Lippen, während ihre eigene Zunge zwischen ihren Lippen erschien und unbeholfene Zuckungen vollführte. Dabei schien es ihr gleichgültig zu sein, dass sie von der Aushilfe beobachtet wurden. Nur mit Mühe konnte Susanna ihre Fassung bewahren. Das war ja wohl eindeutig. Diese Frau hatte sich diese Kanzlei nicht nur wegen des, bekannterweise, guten Anwaltes ausgesucht, sondern weil sie in Erfahrung gebracht hatte, dass Susanna dort arbeitete. Und ihr einen so eindeutigen Antrag zu machen, dass sie es einfach verstehen musste. Dass es jemanden geben konnte, der nicht mit ihrem kantigen Körper und ihrem dominanten Wesen einverstanden war und nicht mit ihr ins Bett wollte, das konnte sie sich überhaupt nicht vorstellen. Doch sie kannte Susanna nicht. Sie ergriff die Hand, die immer noch ihr Kinn hielt und drückte sie zur Seite. Leise zischte sie.
„Wenn Sie hier sind, um über ihre Scheidung zu reden, dann setzen Sie sich bitte nach Nebenan, bis ich Sie rufe. Wenn Sie hier sind, um mir ein unverschämtes Angebot zu machen, dann verschwinden Sie, und zwar auf der Stelle.”
Frau von Trebnitz lächelte sie kalt an.
„Jetzt pass mal auf. Wenn ich jemandem ein Angebot mache, dann hat er das anzunehmen, denn sonst werde ich verdammt ungemütlich. Und dich kriege ich in mein Bett, weil ich das will. Und danach wirst du dieser Schlampe, mit der du jetzt in eurer miesen, kleinen Wohnung lebst, den Laufpass geben, denn bei mir wirst du erfahren, was Lust und Luxus wirklich bedeuten.”
„Wenn Sie mit Lust nur rüde Geilheit meinen, dann könnten Sie Recht haben, denn die kenne ich nicht und will sie auch nicht kennen lernen. Und auf ihren Luxus kann ich gut verzichten, denn ich werde mich niemals in einen goldenen Käfig sperren lassen, nur darauf wartend, bis Sie mich in ihr Bett holen, das ich garantiert unbefriedigt verlassen werde. Und wenn Sie darauf spekulieren, dass ich Angst vor ihnen habe, dann sind Sie schief gewickelt. Ich habe gute Freunde, und ich bezweifele, dass der Richter ihnen noch ein Wort glauben wird, wenn er hört, was Sie so in Wahrheit treiben.
Also, Nebenzimmer oder raus?”
Frau von Trebnitz starrte sie an. Das war ihr in ihrem ganzen Leben noch nicht passiert, dass sie keinen Erfolg haben sollte. Susanna registrierte mit Freude die Verblüffung in den Augen dieser Hexe. Vor wenigen Monaten noch hätte man sie ohne weiteres mit solch verbalen Attacken an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringen können, aber nun war sie an einem Punkt angelangt, an dem sie eine innere Stärke gefunden hatte, die man beinahe mit nichts mehr besiegen konnte.
„Nun, wie haben sie sich entschieden?”
Ohne ein weiteres Wort drehte sich Frau von Trebnitz um und rauschte ins Wartezimmer, nicht ohne die Tür geräuschvoll hinter sich zuzuwerfen. Susanna lächelte, als sie an der Tür ihres Chefs klopfte und mit dem Kalender hineinging. Er sah sie etwas verwirrt an.
„Was war denn gerade los, das hörte sich an, als ob eine Kreissäge jault.”
„Guter Vergleich. Frau von Trebnitz wartet. Und sie hatte wohl gedacht, dass ihr Erscheinen alles in Angst und Schrecken versetzt.”
„Oh je, auch das noch. Ich frage mich, welcher Teufel mich geritten hat, als ich ihren Fall angenommen habe.”
Er sah sie nun ernst an.
„Aber da war doch noch etwas? Oder irre ich mich da? Ich glaube, dass ich da etwas gehört habe. Also, erzählen Sie mal, was die Gewitterhexe von ihnen wollte.”
„Ach, sie hat mir ein ziemlich eindeutiges Angebot gemacht, und ich habe es ziemlich deutlich abgelehnt, das konnte sie nicht besonders gut ertragen, das ist sie wohl nicht gewöhnt. Doch damit werde ich schon fertig. Wenn Sie nachher einmal eine Minute Zeit haben, ich habe da ein anderes Problem, und ich würde gerne mit Ihnen darüber reden.”
„Susanna, setzen Sie sich, und erzählen Sie, was los ist. Die Zimtzicke da hinten”, er deutete mit der Hand auf die Tür, „die kann warten. So nötig habe ich ihr Geld nicht.”
Susanna setzte sich und erzählte ihrem Chef, was gestern mit Anja geschehen war. An der Art, wie er den Bleistift in den Händen drehte, konnte sie sehen, dass er sehr aufgeregt über diese Geschichte war. Als sie geendet hatte, warf er den Stift auf den Schreibtisch und stand auf, ging zum Fenster und sah hinaus.
„Susanna, ich weiß nicht, was ich davon halten soll.”
Er sah sie nun wieder an.
„Sehen Sie, Anja gerät in die Hände eines Mannes, der ihr an die Wäsche will, wenn ich das einmal so salopp ausdrücken darf. Und Sie kommen nun und verdächtigen Aufgrund einiger Indizien, die ja noch nicht einmal falsch sein müssen, ihren Mann. Was, glauben Sie, sollte ich ihrer Meinung nach jetzt unternehmen? Eine Anzeige erstatten? Einen Prozess führen? Auf welcher Grundlage? Die Tatsachen werden so aussehen, dass man Anja vor Gericht peinlichen Fragen aussetzen wird. Über die Art der Kleidung, die sie an diesem Morgen trug, ob der Rock nicht zu kurz war, die Bluse nicht zu tief ausgeschnitten oder zu weit aufgeknöpft war.
Ich habe es mal erlebt, dass ein Staatsanwalt einer Vergewaltigten sogar den Vorwurf machte, dass man ihre erigierten Brustwarzen durch das T-Shirt habe sehen können. An diesem Tag hatte es gerade geregnet, und das T-Shirt war nass geworden. Aber das interessierte den Staatsanwalt nicht. Er sah darin eine Provokation des Vergewaltigers. Man wird sie zu ihrem Sexualleben befragen, sie vor Gericht den Augen und Ohren des lüsternen Publikums preisgeben. Sie wären erstaunt, wie gut besucht Sittlichkeitsprozesse sind. Meistens alte Omas, die sich daran ergötzen, wie jede Kleinigkeit dort breitgetreten wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie das wollen.”
„Nein, aber ich brauche Hilfe. Soll dieses Schwein weiter mein Leben zerstören? Ich brauche einfach Ihren Rat, als Anwalt und als Mensch. Was kann ich tun, damit diese Bedrohung endlich aufhört?”
„Nun, das ist gar nicht so einfach. Das einzige, was ich im Moment für Sie tun kann, ist mit Anja zu reden. Nur wenn sie bereit ist, eine Anzeige gegen Ihren Mann zu erstatten, dann kann ich eine Verfahren wegen Körperverletzung und versuchtem Raub gegen ihn eröffnen lassen. Und selbst das steht auf wackligen Beinen, denn es gibt ja leider keine Zeugen. Also, um ehrlich zu sein, im Moment sehe ich da schwarz. Lassen Sie mir etwas Zeit, damit ich darüber nachdenken kann.”
„In Ordnung. Aber danke, dass Sie mir zugehört haben.”
„Ich bitte Sie, Susanna, ich hoffe doch, dass ich mehr bin als nur Ihr Chef.”
Er seufzte.
„Und nun schicken Sie mir mal diese von Trebnitz hinein.”
Susanna stand auf, drehte sich in der Tür noch einmal um und runzelte die Stirn.
„Ich frage mich nur, was die sich noch alles ausdenken wird, um mich in ihr Bett zu bekommen.”
„Machen Sie sich da mal keine Gedanken, die regt sich auch wieder ab.”
Susanna ging zum Wartezimmer.
„Frau von Trebnitz, der Anwalt erwartet Sie.”
„Na, das wurde ja auch langsam Zeit. Ich habe es nämlich nicht nötig, hier zu warten, wissen Sie, es gibt genug andere Anwälte.”
„Und es gibt genug andere Kunden. Bitte, diese Tür.”
Frau von Trebnitz verschwand im Büro des Anwalts. Susanna stieß den Atem aus. Regina,
die zweite Gehilfin, stieß ihr in die Rippen.
„Hey, die ist ja wohl nur geil, oder was?”
„Na, bist du nicht ein wenig jung für solche Reden? Aber das könnte stimmen.”
„Nun, so jung bin ich auch wieder nicht mehr. Aber sag mal, woher weiß die das denn? Ich meine, dass du, also, wie soll ich....”
Susanna unterbrach sie.
„Dass ich lesbisch bin? Das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr, so etwas verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Hast du ein Problem damit?”
„Nein. Das wollte ich nicht damit sagen. Es ist nur, ich meine, ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich dem eigenen Geschlecht zugewandt hat. Ich mag dich, weißt du.”
„Heyhey, mach mir hier keine Liebeserklärung. Ich bin in festen Händen.”
Regina wurde rot.
„Das sollte auch keine Liebeserklärung werden. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir egal ist, ob du Männer oder Frauen liebst.”
Susanna streichelte ihr das Gesicht.
„Du, das ist sehr lieb von dir. Danke.”
„Keine Ursache, ich bin zwar erst siebzehn, aber dumm bin ich nicht. Und, na ja, was soll´s? Von Jungs hab ich im Moment echt die Schnauze voll. Meinen Freund habe ich am Wochenende mit meiner besten Freundin erwischt, wie er sie gerade am Vögeln war.“
Susanna sah Regina in die Augen und fragte sich, warum sie ihr das erzählte. Vielleicht brauchte das Mädchen gerade jemanden, mit dem sie reden konnte, dachte sie.
„Regina, es gibt so viele nette Jungen, da soll es auf den einen nicht ankommen.“
„Ach Susanna, dabei hab ich gerade erst das erste mal mit ihm geschlafen. Ich wollte nicht, aber ich hatte Angst, dass er geht, wenn ich nicht mitmache. Nun hat er sein Ding in mich reingesteckt und schon ist er weg.“
„Es wird immer wieder Männer geben, die wollen nur ihr Ding in einen reinstecken. Das ist alles, was sie im Kopf haben.“
„Du meinst, sie denken nur mit ihrem Schwanz.“
Susanna nickte.
„Ja, genau das.“
In diesem Moment klingelte das Telefon und sie mussten ihr Gespräch unterbrechen. Dabei hätte Susanna gerne noch gewusst, was Regina dachte. Und was sie gefühlt hatte, als sie das erste Mal mit einem Mann geschlafen hatte. Ob es ihr doch ein wenig Spaß gebracht hatte oder ob es ihr nur unangenehm gewesen war. Sie nahm sich fest vor, das heraus zu finden.
Gegen Mittag hastete Christopher schnell zu einem Makler, den er von der Bank aus angerufen hatte. Er wollte seiner Schwester nicht länger als unbedingt nötig zur Last fallen. Sein neuer Chef war zum Glück verständnisvoller, als er gehofft hatte und gab ihm den Nachmittag frei. Allerdings unter der Auflage, an einem der nächsten Wochenende für eine Revision zur Verfügung zu stehen.
Aber das war Christopher egal, er hatte nichts geplant, was ihn davon abhalten könnte. Und eigentlich war es ihm Recht. So konnte er den beiden Frauen mehr Freiraum lassen.
Als er in das Haus trat, in dem der Makler sein Büro hatte, kam ihm eine hübsche rothaarige Frau entgegen. Er sah ihr in die Augen. Sie lächelte ihn an.
„Hallo.“
Nicht mehr. Und es fuhr ihm durch den Körper. Was für eine Frau. Er wollte noch etwas erwidern, aber er war unfähig, nur einen Ton herauszubringen. Sie ging an ihm vorbei, ihr Parfum stach ihm in die Nase. Er sah ihr hinterher, wie sie die Tür öffnete, herausging aber nur eine Sekunde später wieder hereingeschossen kam. Ihr Gesicht war panisch. Christopher eilte zu ihr.
„Alles in Ordnung? Ist Ihnen nicht gut?“
Die Frau schüttelte den Kopf.
„Nein.. .ganz und gar nicht. Aber ich fürchte, Sie können mir nicht helfen.“
„Meinen Sie?“
Die Frau sah ihn an. Dann sah er Erkenntnis in ihren Augen.
„Ich habe Sie schon mal gesehen. Sie wohnen bei Anja und ihrer Freundin, richtig?“
Christopher nickte.
„Anja ist meine Schwester. Ich bin solange bei ihr untergekrochen, bis ich ne Bude habe. Deshalb bin ich hier.“
Die Frau nickte, dann reichte sie ihm die Hand.
„Katharina. Ich denke, wir können „Du“ sagen, oder?“
Christopher nickte und hielt ihre Hand länger als nötig fest. Katharina wurde es warm ums Herz. Sie musste sich zusammenreißen, um nicht zu seufzen. Dieser Mann hatte etwas, das alle anderen Männer, denen sie bisher begegnet war, nicht gehabt hatte. Sanft entzog sie ihm die Hand.
„Ich war bei ihm, weil ich meine Wohnung verkaufe. Das Penthouse, dort wo Anja wohnt. Ich habe mir auf Gran Canaria eine Pension gekauft, ich werde bald dorthin ziehen.“
Christopher lachte.
„Das werde ich mir wohl nicht leisten können.“
Dass sie auch ihre Wohnung, in der sie ihre Freier empfing, zum Verkauf anbot, verschwieg sie ihm. Sie hatte die Wohnung am letzten Wochenende bereits geräumt, die Überwachungstechnik war ausgebaut und morgen würden die Handwerker kommen, um sie komplett zu renovieren. Innerhalb einer Woche würde dort nichts mehr an sie erinnern.
„Aber sag mir, was hat dich denn so erschreckt?“
Katharina sah ihm in die Augen.
„Da ist ein Kerl, dem ich nicht begegnen möchte. Hättest du was dagegen, wenn ich auf dich warte und mit dir dann rausgehe?“
Christopher lächelte.
„Es wäre mir ein Vergnügen.“
Sie setzte sich einfach auf die Treppe.
„Nun hoch mit dir, der Mann wartet.“
Christopher sprintete schnell die Treppe hoch. Oben bei dem Makler erläuterte er ihm, was er suchte. Eine kleine Wohnung, zwei Zimmer mit Bad und Terasse oder Balkon, vielleicht möbliert oder wenigstens mit Küche. Der Makler notierte sich alles und versprach, sich bald zu melden.
Nach fünfzehn Minuten war Christopher wieder auf dem Weg nach unten. Er hatte ein wenig Angst, dass Katharina ein wenig Angst, dass Katharina weg sein könnte, aber sie saß noch da.
„Das war ja schnell.“
„Tja, man muss nur wissen, was man will.“
Sie lachte.
„Ja, das hilft.“
Sie streckte ihm die rechte Hand entgegen, er nahm sie und zog sie hoch. Dabei stieß sie gegen ihn und er konnte ihren Körper fühlen. Sofort reagierte er darauf, er wurde hart. Katharina blieb einen Moment stehen. Er war sich sicher, dass sie es spürte, aber sie wich nicht zurück. Dann löste sie sich von ihm.
„Wollen wir vielleicht was trinken gehen?“, murmelte er.
Sie nickte.
„Ja, hier in der Nähe ist ein hübsches Bistro.“
Sie verließen das Haus. Katharina sah sich um. Ein Schatten verschwand um die Ecke. Litt sie bereits an Paranoia? Sie beschleunigte ihre Schritte, ihre Heels knallten auf den Boden.
„Hey, so durstig?“, stichelte Christopher. Sie sah ihn gehetzt an.
„Das erklär ich dir gleich.“
Im Bistro suchten sie sich einen Platz, der nicht direkt einzusehen war, von dem aus man aber selber einen guten Überblick hatte. Sie bestellten sich 2 Kaffee und eine Flasche Wasser. Katharina sah ihn an.
„Anja hat nie erwähnt, dass sie einen Bruder hat.“
Christopher schwieg. Was sollte er auch sagen?
„Ich kenne Anja schon lange.“, fuhr sie fort. „Und wir haben oft Probleme gewälzt. Und irgendwie glaub ich, dass du auch…. Probleme hast.“
Er nickte. Ja, er hatte Probleme. Bevor er überhaupt begriff, was vorging, erzählt er der wildfremden Frau, was er erlebt, was er durchgemacht hatte. Katharina war sprachlos. Konnte es sein, dass in einer Familie so viele persönliche Schicksalsschläge auftreten konnten. Sie hörte zu, hielt auf einmal seine Hand, streichelte sie sanft. Dann hörte der Redefluss auf.
„Und dann gestern das mit Anja.“
Katharina sah ihn entsetzt an.
„Was ist mit Anja?“
Er erzählte ihr von der Begegnung im Café und dass Susanna vermutete, wer dahinter steckt. Katharina wurde bleich. Sie sammelte sich, verdrängte alle Gefühle und begann zu reden.
„Christopher…. Ich muss dir was beichten...“
Und sie erzählte ihm, wer sie war, womit sie ihr Geld verdient hatte. Und die Geschichte von Hans. Wie sie ihn ausgenommen hatte. Und dass sie Angst hatte, dass er ihr auflauert.
Christopher wurde bleich.
„Was ist hier los? Meine Schwester wird fast von nem Typen vergewaltigt, der ihre Freundin fast umgebracht hat. Du bist, so siehts aus, mit schuldig. Was machen wir nun? Eigentlich müsst ich dich hier sitzen lassen.“
Katharina nickte.
„Ja, ich weiß. Aber ich will meine Schuld bezahlen. Susanna hat alles, was sie braucht, um ihn fertig zu machen. Und ich will euch helfen. Ich habe gute Verbindungen, ich werde sie einschalten, um ihre wahren Eltern zu finden.“
Christopher stand auf. Katharina rutschte das Herz in die Hose? Wollte er gehen? War es zu viel?
„Entschuldige bitte, ich muss mal eben auf die Toilette. Mir wird übel.“
Sie hielt ihn an der Hand.
„Kommst du wieder?“, flüsterte sie leise.
Er nickte.
„Ja, ich komm wieder.“
Als er verschwunden war dachte sie nach. Sie spürte etwas in sich, was sie noch nie gespürt hatte. Er zog sie an. Ein Mann zog sie an, eine Nutte, die Männer nur als Mittel zum Zweck genutzt hatte. Sie überlegte, ob sie jemals mit einem Mann geschlafen hatte, weil sie es wollte um etwas zu spüren. Gewiss, sie hatte ihre Orgasmen gehabt, aber gespürt hatte sie nie etwas Wahres. Aber dieser Mann, diese sanften Augen, ließen in ihr eine Saite erklingen, die sie noch nie gespürt hatte.
Vor dem Bistro stand Hans in einem Hauseingang. Er wartete und fluchte.
„Verdammt. Wer ist dieser Wichser, mit dem die Nutte da kam? Ein neues Opfer? Will sie den auch ausnehmen? Oder ihr Zuhälter?“
Hans hatte gehofft, Katharina abzufangen. Er folgte ihr schon den ganzen Morgen. Dummerweise hatte sie ihn gesehen, als sie aus dem Büro des Maklers gekommen war und dann mit nem Typen aufgekreuzt. Und Hans hatte den Verdacht, dass er den kürzeren ziehen würde. Er tastete nach dem Springmesser in der Tasche.
„Na gut, heute kommt die Fotze nochmal davon.“
Er verzog sich in Richtung Innenstadt. Es lief nicht gut. Anja war ihm entwischt, an Susanna kam er nicht ran, und Katharina schien auf einmal einen Beschützer zu haben. Doch Aufgeben kam nicht in Frage.
Katharina wartete auf Christopher. Als dieser kam schmiedeten sie Pläne, um alles in den Griff zu bekommen. Bis spät in die Nacht saßen sie im Bistro und hatten dann einige Entschlüsse gefasst, die sie in die Tat umsetzen wollten.
Zwischendurch rief er aber Anja an, damit diese sich keine Sorgen machen musste. Als er ihr sagte, mit wem er unterwegs war, sagte diese nur: „Du weißt… dass sie… „
„Ja“, lachte er, „sie ist ne Nutte. Aber das macht nix.“
„Ok“, sagte Anja nur.
Es war weit nach Mitternacht, als er Katharina dann nach Hause brachte. Da sie im selben Haus wohnten war es ja kein Problem und kein Umweg. Im Hausflur sahen sie sich an.
„Christopher, du bist ein netter Mann.“
Er wurde rot.
„Und du bist ne fantastische Frau.“
Sie lachte.
„Hey, ich bin das, was man ne Nutte nennt, vergessen?“
Er grinste sie schief an.
„Und wohl viel zu teuer für mich.“
Sie knuffte ihn.
„Das war nicht nett.“
Er kitzelte sie.
„Stimmt doch, oder?“
Sie sah ihm in die Augen.
„Christopher, wenn ich dir sage, dass ich aufgehört habe, glaubst du das?“
„Ja, du willst nach Gran Canaria.“
Sie lachte.
„Und wenn ich dir sage, ich …“
Sie beugte sich vor und küsste ihn. Er war erst überrascht, dann ließ er es zu, küsste zurück. Seine Zunge drang in ihren Mund ein, wurde empfangen. Sie presste sich an ihn. Ja, das war es. In ihrem Kopf begannen Glocken zu läuten. Sie löste sich von ihm.
„Komm.“
Er folgte ihr in ihre Wohnung. Dort angekommen küssten sie sich wieder. Sanft zog sie ihn aus, zärtlich streichelte sie ihn. Als er ihre Bluse öffnete, den BH abstreifte und ihre Brüste küsste seufzte sie auf. Sie zog ihn auf den Boden, zerrte ihm die Hose herunter, ließ ihren Rock fallen und setze sich auf ihn. Er drang in sie ein. Dann zögerte sie.
„Warte.“
Aus ihrer Tasche nahm sie ein Kondom, rollte es über seinen Schwanz.
„Was?“, stotterte er.
„Vorsicht ist besser, für uns beide.“
Dann ließ sie sich auf ihn gleiten und ritt ihn langsam, bis die Wellen über ihr zusammenschlugen und sie ihn auch kommen ließ.
Danach kuschelte sie sich an ihn.
„Du… ich glaub… ich hab mich in dich verliebt.“
Am nächsten Morgen wachte Christopher auf. Zuerst war er verwirrt, dann fiel ihm ein, was passiert war. Er lag nackt in einem herrlich weichen Bett, neben ihm schlief die Frau, mit der er die Nacht verbracht hatte. Er sah sie an.
In dem Moment machte sie die Augen auf. Sie lächelte.
„Guten Morgen.“
Er beugte sich vor und gab ihr einen sanften Kuss.
„Guten Morgen. Ich hoffe, es ist dir nicht unangenehm, dass ich noch da bin.“
Ihr Lachen war glockenhell.
„Nein. Sonst hätte ich dich schon lange rausgeworfen.“
Sie tastete nach seiner Hand.
„Weißt du…. Du bist der erste Mann, dem ich es erlaubt habe, bei mir wach zu werden.“
Er sah sie an und wusste, dass sie die Wahrheit sagte. Aber in seinen Augen sah Katharina wieder diesen tiefen Schmerz und sie zog ihn an sich.
„Vielleicht muss ich dir was erklären. Ja, ich war eine Nutte. Ich habe Männer ausgenommen, hab sie über mich gelassen. Ich habe damit mein Geld verdient. Aber ist es so schlimm?“
Er schüttelte den Kopf.
„Nein, das ist es nicht.“
„Christopher“, wollte sie fortfahren, aber da läutete es an der Tür.
Sie drehte sich um und nahm den Telefonhörer. Der Apparat war mit der Sprechanlage an der Tür verbunden und sie meldete sich.
„Oh. Ja, kleinen Moment.“
Sie legte auf und sah Christopher an.
„Deine Schwester und Susanna. Damit ist es wohl amtlich, dass du hier warst.“
Er zuckte mit den Schultern.
„Macht mir nix aus.“
Katharina stand auf, hüllte sich in einen weißen Seidenkimono und zog Christopher aus dem Bett.
„Komm, deine Schwester will mit uns reden. Zieh dir was an oder soll sie sehen, was du von mir willst?“, frage sie mit kokettem Augenaufschlag und streichelte zart über seinen harten Schwanz.
Schnell zog sich Christopher was an. Sein Dienst begann zum Glück erst am Nachmittag, er hatte also noch fünf Stunden Zeit. Als er in die Wohnküche kam saßen Susanna, Anja und Katharina bereits an der Küchentheke, vor sich heißen Kaffee. Auch für ihn stand eine Tasse da. Anja sah ihrem Bruder in die Augen.
„Na du Schlawiner.“
Er grinste.
„Hey… du kennst mich.“
Nun mussten alle lachen. Susanna stand auf und drückte ihn.
„Ich bin froh, dass es dir gut geht.“
„Hmm, ja. Aber was macht ihr hier?“
Anja lachte wieder auf.
„Haben wir etwa gestört?“
Katharina bekam fast einen Hustenanfall.
„Also… ehrlich? Ja, wenn ihr zwei Minuten später gekommen wärt.“
Die Stimmung war locker. Christopher sah seine Schwester an. Die Schwellungen gingen bereits zurück.
„Also, mal ehrlich: Was wollt ihr?“
Susanna ergriff das Wort.
„Ich habe letzte Nacht lange mit Anja geredet. Und ihr ist endlich klar geworden, dass wir was machen müssen.“
Anja nickte.
„Ja, wir müssen diesem Kerl das Handwerk legen. Er war es, der mich vergewaltigen wollte.“
Christopher nickte.
„Und mir lauert er auch auf.“
Als Katharina das sagte wurde ihm übel. Er hatte es verdrängt. Aber er musste sich dem stellen. Diesem Monster, das die Menschen, die ihm etwas bedeuteten, verfolgte.
„Was machen wir?“, fragte er.
„Ich werde ein paar Anrufe tätigen.“, sagte Katharina und verschwand mit dem Telefon im Schlafzimmer. Anja sah ihrem Bruder in die Augen.
„Dir ist schon klar, wer sie ist und was sie gemacht hat, oder?“
Er nickte.
„Ja. Sie hat mir letzte Nacht alles erzählt.“
„Und was hast du vor?“
Er zuckte wieder mit den Schultern.
„Ich weiß nicht. Sie will ja bald nach Gran Canaria. Und… na ja, sie tut mir im Moment einfach gut.“
Susanna legte ihre Hand auf seine.
„Christopher, wir wollen nur nicht, dass du enttäuscht wirst, dass dir wieder jemand weh tut.“
„Ich weiß. Aber, wie soll ich sagen? Sie ist einfach da, und sie ist eine Frau, die selber sehr viel mitgemacht hat. Vielleicht versteht sie mich dadurch. Und, wenn ihr denkt, ich hab ein Problem, dass sie mit hunderten Männern in der Kiste war, das hab ich nicht.“
Anja nickte.
„Lass uns abwarten, was die Zeit bringt. Wenn sie gut für dich ist und du gut für sie, dann solltet ihr es genießen.“
Katharina kam wieder in die Küche.
„Also, ich habe folgendes arrangiert: Ein paar Jungs, auf die ich mich verlassen kann, werden auf Anja und Susanna ein Auge werfen. Christopher, wenn du willst… kannst du bei mir bleiben. Dann bin ich nicht alleine und wir sind nah genug zusammen.“
Anja nickte nur.
„Und, wenn ich fragen darf, sind diese „Jungs“, die da auf uns aufpassen werden?“
„Ihr werdet sie gleich treffen. Sie sind in fünf Minuten hier.“
Susanna starrte sie an.
„Du fackelst aber nicht lange.“
Katharina lachte wieder.
„Ich hab zu lange gewartet. Das muss beendet werden, bevor noch schlimmeres passiert.“
Sie bereitete noch einige Kaffee zu. Sie hatten ihre Tassen noch nicht zur Hälfte geleert als es an der Tür läutete. Katharina hatte sich mittlerweile in Jeans und Shirt geworfen und ließ die Besucher ein. Drei große, aber sehr gut gekleidete Männer traten in die Küche. Katharina stellte die Neuankömmlinge vor.
„Das sind Peter, Peter und Peter.“
Anja sah sich die drei an.
„Ihr heißt nicht so, oder?“
„Unsere Namen sind unwichtig. Wichtig ist nur folgendes: Ihr werdet uns nie sehen, aber wir euch. Jede von euch bekommt nun ein Handy, auf dem ist eine Nummer fest gespeichert. Damit erreicht ihr immer einen von uns. Wo immer ihr hingeht, was eure Routine verlässt, müsst ihr uns sagen. Wenn Gefahr droht, nur die Ziffer 1 drücken. Dann gehen alle unsere Handys los und, egal wo ihr seid, wir hauen euch raus, verstanden?“
Anja und Susanna besahen sich die Handys.
„Sie sind mit Ortungschips ausgestattet. Wir wissen immer, wo ihr seid. Aber nochmal: Für eure Sicherheit, sagt uns, wo ihr hingeht.“
Damit verließen die drei die Wohnung wieder. Anja pustete durch die Lippen.
„WAS sind denn das für welche?“
Katharina sah sie an.
„Spielt das eine Rolle? Es sind KEINE Zuhälter, wenn du das glaubst. Aber es sind die besten Personenschützer, die ihr finden könnt.“
„Die kosten doch bestimmt ne Schweinekohle!“; rief Susanna.
„Lass das meine Sorge sein.“
In dem Moment läutete Susannas normales Handy. Sie sah auf das Display.
„Mein Chef? Ich hab doch heut frei.“
Sie meldete sich. Dann versteifte sie sich, ihr Gesicht wurde bleich.
„Was? Wann? Aber… Nein, bei mir nicht. Ja, ich komme.“
Sie beendete das Gespräch. Die drei anderen sahen sie an. Christopher ergriff das Wort.
„Susanna, was ist los?“
Tonlos antwortete sie.
„Wir haben eine Person bei der Personenschutzaktion vergessen. Aber damit konnte keiner rechnen.“
Verständnislos schauten die drei anderen sich an. Anja rief aus:
„Was ist denn? WEN haben wir vergessen?“
„Mein Chef hat gerade angerufen. Unsere Azubine ist verschwunden. Das letzte Mal ist sie gesehen worden, als sie aus dem Bus stieg, der nur drei Häuser von der Kanzlei entfernt ist. Zeugen haben ausgesagt, dass sie von einem Mann angesprochen wurde und mit ihm verschwand.“
Christopher unterbrach sie.
„Nun komm, vielleicht hat sie eine Affäre.“
Susanna sah ihn wütend an.
„Regina? Nein. Die nicht. Aber das ist noch nicht alles. Mein Chef hat gerade einen Brief erhalten. Darin steht: Wenn er seine Azubine wiedersehen will soll ich heute Abend um acht am Vorortbahnhof sein. Dort würde Regina freigelassen.“
„WAS? Wer macht denn sowas?“
„Wer wohl? Mein Altargeschenk hat einen Weg gefunden, um an mich ranzukommen.“
Hans war indessen in Hochstimmung. Nachdem er am Vortag die Beschattung aufgegeben hatte war er ziellos durch die Stadt gelaufen, bis er sich auf einmal vor der Anwaltskanzlei wiederfand, in der Susanna arbeitete. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass er sich genauso gut um sie kümmern konnte. Also suchte er sich eine Hausecke, in der er sich postierte. Nach einer Weile kam ein junges Mädchen aus der Kanzlei, die einen Packen Briefe trug. Hans überlegte nicht lange und folgte ihr.
Zwei Straßen weiter war ein Postamt, in dem das Mädchen die Briefe abgab. Hans stellte sich auch in eine der Schlangen und konnte sehen, dass sein Gefühl ihn nicht getrogen hatte, die Briefe waren aus der Kanzlei.
„Hallo Regina“, sagte der Schalterbeamte freundlich, „wieder nen Haufen Post heute?“
„Ja“, seufzte sie, „und alles Einschreiben.“
Der Beamte lachte und machte sich daran, die Post zu bearbeiten. Hans wusste nun genug und verzog sich aus der Schalterhalle, um draußen auf das Mädchen zu warten. Langsam reifte ein Plan. Nach wenigen Minuten kam das Mädchen raus, sah sich kurz um und stürzte zu einem der Busse, die vor der Post hielten. Hans spurtete hinterher und löste einen Fahrschein. Er suchte sich einen Platz, von dem aus er das Mädchen im Auge behalten konnte.
Nach ca. zwanzig Minuten stieg sie aus. Hans blieb jedoch sitzen, er wusste nun genug.
An der nächsten Station verließ er den Bus und fuhr auf der Gegenseite mit dem nächsten wieder in die Stadt zurück. Er wusste nun, was er zu tun hatte. Endlich hatte er eine Möglichkeit gefunden, seiner Frau habhaft zu werden. Er kannte Susanna.
Mit diesem Hochgefühl noch behaftet begegnete ihm einer seiner Kumpel. Der machte ein mürrisches Gesicht.
„Mensch Karl, was ist denn mit dir los?“
„Ach, Stress mit meiner Alten. Die zickt mal wieder rum.“
„Wie meinst du das?“
Karl verdrehte die Augen.
„Ach, sie will net mehr blasen, verstehst du?“
Hans grinste schmutzig.
„Wird Zeit für ne neue Lektion, meinst du nicht auch?“
Karl sah ihn an. Dann grinste auch er.
„Du meinst, wir sollten sie mal wieder so richtig rannehmen?“
Hans nickte.
„Ja, denke ich. Nach der letzten Lektion war sie doch danach richtig gut, oder etwa nicht?“
„Doch. Also gut. Wann?“
„Wie wäre es sofort? Du solltest es nicht zu lange auf die lange Bank schieben.“
„Gut, komm.“
Hans stieg zu seinem Kumpel ins Auto, das um die Ecke stand und sie fuhren zu Karl nach Hause. Als sie in der Wohnung ankamen stand Karls Frau im Wohnzimmer.
„Was will der denn hier?“; schimpfte sie los. Noch bevor Karl etwas sagen konnte war Hans auf die Frau zugetreten und gab ihr eine Backpfeife.
„Was ich hier will? Dir mit deinem Mann mal wieder Manieren beibringen. Wird wohl Zeit dafür, hast wohl vergessen, dass du nichts anderes bist als seine Eheschlampe.“
Die Geschlagene stand da wie vom Donner gerührt.
„Los, ausziehen!“, herrschte Karl sie an und griff ihr an die Knopfleiste der Bluse. Mit einem kräfigen Ruck riss er sie auseinander. Die Frau stöhnte auf. „Nein… bitte nicht…“
Hans lachte, als er ihr die Brüste massierte. Karl war mittlerweile auch näher gekommen.
„Das gefällt dir wohl, du mieses Stück.“, murmelte er und riss ihr den Rock herunter.
„Na sieh mal an“, brummte Hans, „das ist ja ein starkes Stück.“
Karl stutzte, als er sah, dass seine Frau ohne Slip da stand.
„Ja hallo, das ist ja mal was.“, murmelte er und griff ihr zwischen die Beine.
„Und nass ist sie auch.“
Hans stieß die Frau auf das Sofa.
„Los, zeig uns was.“
Trotzig schüttelte sie den Kopf.
„Petra, wehr dich nicht, es hat keinen Sinn.“, sagte ihr Mann als er sah, dass Hans zielstrebig auf den Schrank zuging und die Dildos aus der Schublade holte. Er warf sie zu ihr auf das Sofa, dann zog er sich aus. Er war hart und geil.
„Zuerst mal wirst du mir schön den Schwanz lutschen, verstanden?“
Er stellte sich neben sie und hielt ihr sein hartes Organ an den Mund. Als sie sich widersetzte öffnete er ihr den Mund, indem er mit Daumen und Zeigefinger gegen die Wangen drückte. Ihr Widerstand erlahmte, als ihr Mann seinerseits einen Dildo nahm und ihr den Gummischwanz in ihre Vagina drückte. Sie stöhnte auf und fing an, das harte Glied von Hans zu saugen.
„Ja, du geile Nutte. Lutsch ihn mir schön aus. Komm du Schlampe.“
Er stieß rhythmisch in ihren Mund, bis sie zu würgen begann. Er lachte auf, als sie keuchte.
„Ja, das gefällt dir, wie?“
Karl hatte sich indessen auch ausgezogen und begann, seine Frau zu ficken. Hart stieß er zu. Hans spürte, dass er dieses Mal nicht mehr lange aushalten würde und hielt den Kopf der Frau fest, stieß seinen Schwanz tief in den Mund und spritzte ihr seine Ladung hinein.
„Jaaaaaa….. los du geile Hure… schluck es…..“
Wiederwillig schluckte die Frau die Riesenladung, aber es war so viel, dass es ihr aus dem Mund tropfte.
„Los, Karl… den Fotoapparat.“, befahl Hans.
Schnell schoss dieser einige Aufnahmen.
„So“, sagte Hans, „damit das klar ist. Wenn du nicht brav das machst, was wir dir sagen, wirst du diese Bilder im Internet finden, mit deiner Handynummer. Und auch dein Chef wird die Bilder sehen. Und was das heißt, brauch ich wohl nicht zu erklären.“
Petra schüttelte den Kopf.
„Bitte… ich mach alles, was ihr wollt.“
Hans nickte.
„Gut. Du wirst jetzt deinen Mann ein wenig reiten, verstanden?“
Karl legte sich auf den Boden, seine Frau ließ sich auf ihm nieder und begann ihn zu reiten. Sie wurde sogar geil, genoss den Fick. Aber dann wurde sie brutal nach vorne gebeugt und etwas fuhr durch ihre Poritze. Dann wurde ihr klar, dass es nicht um sie ging. Sie hatte die Hoffnung gehabt, dass sie auch Vergnügen haben würde. Doch als Hans ihr seinen Schwanz in den Darm schob schrie sie auf.
„Ja, schrei ruhig.“
Hans begann, sie in den Hintern zu vögeln. Hart und tief kamen seine Stöße. Karl fühlte in der engen Möse die Reibung und konnte sich nicht mehr zurückhalten. Er spritzte mit einem lauten Schrei ab. Hans ließ sich nicht irritieren und rammte weiter seinen Schwanz in das enge Loch. Die Frau wimmerte, aber Hans war es egal. Er musste seinen Trieb abreagieren. Der Druck baute sich in ihm auf und dann besamte er den Darm, spritzte eine Ladung Sperma in sie.
Erschöpft wollte die Frau zusammensinken, aber Hans zog sie an den Haaren nach oben.
„Was denn? Wir fangen erst an.“ Er stieß die Frau nach unten.
„Blas ihm schön den Schwanz.“
Sie griff nach dem nassen, noch schlaffen Penis und leckte ihn. Schnell wurde er hart. Hans presste ihren Kopf wieder und wieder bis zu den Eiern herunter.
„So wird geblasen, vergiss das nicht.“
Dann holte er sich einen Dildo und schob ihn der Frau in ihre Spalte. Sie verdrehte die Augen. Wider Willen musste sie sich zugestehen, dass es ihr in gewisser Weise sogar Spaß machte. Sie mühte sich nach besten Kräften, ihren Mann zu entsamen, und es dauerte nicht allzu lange, da spritze er ihr alles in den Mund. Hans lachte.
„Na also, geht doch.“
Mittlerweile war auch sein Schwanz wieder hart und er nahm sich die Frau nochmal, dieses Mal von hinten.
„Ja, fick sie“, stöhnte Karl auf, der seinen Schwanz zu wichsen begann. „Ramm ihr deinen Schwanz ins Loch.“
„Ja, ich wird ihr das bisschen Hirn rausvögeln“, stöhnte Hans.
Karl stellte sich vor seine Frau und wichste weiter. Als er sah, dass Hans bald spritzen würde wichste er schneller und gleichzeitig besamten sie die Frau, Hans in die nasse Möse und Karl in das Gesicht.
Die Männer klatschten sich ab.
„Also, Petra, du solltest dir eines merken: Wenn du deinen Mann nicht brav befriedigst wirst du noch als Nutte enden, verstanden?“
Petra sah ihn hasserfüllt an, aber hütete sich, etwas zu sagen. Karl grinste.
„Hans, was denkst du, bleibst du über Nacht? Die Schlampe soll uns was kochen und dann machen wir sie so fertig, wie sie noch nie fertig gemacht wurde.“
„Ja, das ist eine gute Idee.“
Also blieb er über Nacht, ließ sich bekochen und gemeinsam mit seinem Kumpel nahm er sich dessen Frau vor, bis beide Männer nicht mehr konnten.
Am nächsten Morgen sah Hans die noch schlafende Frau an und wollte sie noch schnell besteigen, aber ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es Zeit wurde.
Er verließ die Wohnung, nahm sich einfach Petras Auto und eilte zu dem Postamt, wo er auf Regina wartete. Er hatte sich einen Plan zurechtgelegt und einen Brief vorbereitet, den er bereits in den Briefkasten der Kanzlei geworfen hatte. Jetzt gab es kein Zurück mehr.
Der Bus kam und Regina stieg aus. Sie war gut gelaunt, freute sich auf die Arbeit. Da wurde sie angesprochen.
„Regina?“
Sie drehte sich um und sah einen Mann, der ihr merkwürdig vorkam.
„Ja, was wollen Sie?“
„Ich komme von Susanna, sie braucht Ihre Hilfe.“
Sie wurde blass.
„Ist was mit ihr?“
„Schnell, komm. Sie muss dich sehen, mehr weiß ich auch nicht.“
Regina wurde es mulmig. Sie war bereits ein paar Schritte mit dem Mann gegangen, aber dann siegte ihre Vernunft.
„Ich denke, ich rufe sie erst mal an.“
Sie wollte sich abwenden, aber es war zu spät. Hans packte sie, drehte sie um und gab ihr einen Kinnhaken. Regina sackte bewusstlos zusammen. Er schnappte sie, öffnete die Tür des Wagens, den er so geparkt hatte, dass es nicht weit bis zum Bus war und stieß sie hinein. Als einige Männer auf ihn zuliefen sprang er hinter das Steuer, ließ den Wagen an und raste davon, in das Versteck, in dem er sich seit einigen Tagen aufhielt.
Dort fesselte und knebelte er das Mädchen und riss ihr die Kleider runter. Er hatte mal gelesen, dass Nackte nicht so schnell fliehen würden. Er pfiff leise durch die Zähne.
„Na, das ist ja was Hübsches.“
84% (12/2)
 
Posted by Swim_King
11 months ago    Views: 752
Comments (4)
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11 months ago
freut mich sehr, danke
11 months ago
freut mich sehr, danke
11 months ago
Die beste Geschichte die ich seid langem gelesen habe
flyer62
retired
11 months ago
Das wird ja ein Krimi.
Die Geschichte wird immer besser!