Minuten danach

Sie stand am Fenster, blickte in den Regen, der heftig gegen das Glas prallte. Lange Schlieren liefen draussen an der Scheibe herunter, genau so wie auch die Tränen über ihr Gesicht liefen.

Es wurde langsam dunkel draussen und sie sah ihr eigenes Spiegelbild vor sich.
Sie stand nackt vor dem Fenster und es war ihr egal, ob draussen noch jemand sein könnte, der sie sehen würde.

Sie wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht und sah, dass er ganz schwarz geworden war von der tränenzerflossenen Wimperntusche.

Sie hörte die tiefen Atemzüge von IHM. Er lag hinter ihr im Bett und war eingeschlafen.

Ihre Gedanken wanderten zu dem, was passiert war. Wie er sie behandelt hatte, was er mit ihr gemacht hatte. Sie atmete tief durch, während die Gedanken durch ihren Kopf flitzten, völlig wirr, kaum geordnet, nicht strukturiert. Aber so waren Gedankenblitze eben, sie ließen sich nicht unmittelbar zuordnen.

Sie war in dieses Zimmer gekommen, wusste, dass ER sie erwartete. Sie hatten viele Gespräche vorher geführt, er kannte ihre Neigungen, ihre Leidenschaft, ihre Demut und auch ihren Masochismus.

Langsam glitten ihre Hände über ihren Hintern, sie spürte die aufgequollenen Striemen auf ihren Pobacken. Sie hoben sich wie kleine Wülste ab, waren heiß, glühten regelrecht.

Inzwischen war es draussen ganz dunkel geworden und so konnte sie im Glas des Fensters inzwischen den ganzen Raum hinter sich erkennen.

Sie sah diese Gerte, die auf dem Boden lag, daneben noch die Ledermanschetten, die sie getragen hatte. Beides wie achtlos einfach weggeworfen.
So fühlte sie sich oftmals auch, doch sobald sie in diese Welt von Unterwerfung und Schmerz eintauchte, dann spürte sie diese Befreiung in sich.

Ihre Hände hoben sich jetzt, umfassten ihre Brüste. Brüste? Nein, so hatte er sie nicht genannt. ER sagte Titten oder Euter dazu, bezeichnete diese wohlgeformten Brüste vermeintlich abwertend.
Sie liebte diese Erniedrigung, brauchte sie regelrecht wie die Luft zum Atmen.

ihre Hände streichelten über die Striemen auf ihren Brüsten, fast zärtlich strich sie darüber, tastete sie regelrecht ab. Und in diesem Moment sah sie im Spiegelbild auch ein Lächeln auf ihrem Gesicht.

Sie glaubte, einen Schatten draussen zu erkennen, dort unten auf der Straße, doch es war ihr egal.

Langsam wanderten ihre Finger über den Bauch, tiefer zwischen das blankrasierte Dreieck zwischen ihren Beinen. Auch hier fühlte sie dieses Glühen, welches ER durch die Gerte verursacht hatte. Sie strich fester über die Haut, denn sie spürte, dass noch einige Wachstropfen auf ihr klebten, die sie jedoch wegwischen konnte.

Es war nur ein leichtes anspannen der Haut, als sie das Wachs entfernte.
Schmerz fühlte sie nicht, so wie sie überhaupt wenig Schmerz in sich aufnahm.

Wieder lauschte sie auf dieses tiefe Atmen hinter ihr. Es hing noch Zigarettengeruch im Zimmer, fast schon erfüllten sie beide alle Klischees: die Zigarette danach, das Einschlafen von IHM. Sie musste innerlich grinsen.

Bis auf den Unterschied, dass es eben keine schnelle Nummer gewesen war, sondern es endlose Stunden gewesen war. Oder sogar eine Nacht? Sie wusste es nicht mehr, hatte jegliches Zeitgefühl verloren.

Ihre rechte Hand glitt langsam zwischen ihre Beine, an ihre Schamlippen, die ER einfach nur Fotzenlappen genannt hatte. Auch ihre Scheide bezeichnete er vulgär als Fotze. Noch immer fühlte sie die Einstiche, sie verursachten ein angenehmes Gefühl bei ihr. Vier Nadeln hatte er ihr in die Schamlippen gestochen und sie war jedesmal zusammengezuckt dabei, wenngleich sie bewegungsunfähig mit ihren Lederfesseln am Bett befestigt gewesen war.
Sie hatte auch nie vorher gesehen, was er machte, wonach er griff, denn sie hatte sich selbst bereits vor dem Betreten des Zimmers die Augen verbunden.

Ihre andere Hand senkte sich langsam auf ihre Pobacken, glitt tiefer, bis zu dieser Spalte, die ihren Hintern teilte, schob sich hinein und ihr Zeigefinger legte sich auf ihren After, welchen Er als ihre Arschfotze bezeichnete. Sie fühlte, wie der Anus immer noch zuckte, auch noch leicht offen stand. Sie spürte auch das Sperma, welches immer noch in ihr war und langsam aus ihr tropfte.

Er hatte ihr gesagt, dass er sie öffnen würde, sie anal zugänglich machen würde. Es klang im Vorfeld so abartig, pervers, doch sie hatte es liebevoll empfunden, auch wenn es wehgetan hatte. Doch sie wollte es, sie wollte für ihn einfach nur zugänglich und begehbar sein. Er sollte auf nichts verzichten müssen bei ihr.
Und so war es auch passiert.

"Was denkst du?" hörte sie plötzlich hinter sich im Zimmer. Sie erschrak nicht mal, obwohl sie so sehr in ihren Gedanken versunken war.
"Nichts" antwortete sie und im nächsten Moment: "an soviel, an alles, meine Gedanken überschlagen sich regelrecht" sagte sie leise, wie zu sich selbst, zu ihrem Spiegelbild, doch er hatte es gehört.

Sie sah im Glas, wie er plötzlich eine Kerze entzündete. Das Licht flackerte in der Dunkelheit und warf Schatten an die Wände.
"Komm her zu mir" hörte sie ihn wieder.
Sie drehte sich um und ging zu ihm, sah wie er die Bettdecke aufschlug und legte sich neben ihn.
Sie kauerte sich in seinen Arm, den er immer enger um sie legte und dann brachen die Tränen aus ihr.... der ganze Schmerz, den sie spürte, überflutete sie und sie spürte seine Hand auf ihrem Arm, sie sachte streichelnd.

"Du hast mir so weh getan" brach es aus ihr leise hervor.
"Nein, ich habe dir nicht wehgetan, ich habe dir deinen Schmerz genommen" antwortete er genauso leise.

Ihr Schluchzen wurde leiser, und dann hörte er, wie sich ihre Atemzüge verlangsamten, tiefer wurde und als er im Dämmerlicht auf ihr Gesicht blickte, sah er, dass sie eingeschlafen war, mit einem Lächeln im Gesicht.



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Categories: BDSM
Posted by Nylonfotze
2 years ago    Views: 2,331
Comments (21)
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1 year ago
Wundervoll geschrieben!!! Da kommen Erinnerungen hoch!
Schade, dass es so wenige solcher Geschichten hier gibt!

Und die 'Daumen runter' zeugen entweder von einem enttäuschten und bemitleidenswerten Stalker oder von den pubertären Möchtegern-Hengsten die eine Muschi nicht mal von einem Astloch unterscheiden können. So oder so sollten die negativen Daumen abgeschafft werden, denn es ist einfach sehr unfair etwas wunderbares negativ zu bewerten nur weil man es nicht versteht!
1 year ago
Ich habe sie wieder gelesen, Du beschreibst sehr gut, authentisch und eindringlich.
Man ist sozusagen ganz nah bei Dir. Kompliment
1 year ago
Habe jetzt mit "daumen-runter" gestimmt ...
damit Du ENDLICH die Fortsetzung schreiben kannst ;-)
Freue mich schon ganz riesig drauf
1 year ago
... verstehen können dies nur Personen, die mit SM Erfahrung haben, nicht diese überwiegend hier befindlichen Tastenwichser, aber leider müssen die ja auch ihren "Senf" dazu geben.
Und der Daumen-runter bedeutet für die ja nur, das sie nicht schnell genug abspritzen konnten.
1 year ago
oh.... die Bewertung neigt sich noch mehr dem ganz bösen "Minus" zu.... derzeit nur noch 30% Daumen hoch :-) Sprich: 70% stehen einfach nur auf rein-raus-abspritz-fertig-Stories und können nicht verstehen, was hinter dieser Geschichte steht.... schmunzelt...
Bei 90% "daumen-runter" schreib ich dann die Fortsetzung
1 year ago
danke... die meisten verstehen diese Geschichte nicht....... wissen nicht, worum es geht dabei...
1 year ago
danke dir!!!
1 year ago
... sehr gefühlvoll geschrieben. Denke, so etwas kann nur jemand auf das Papier bringen, der auch so fühlen kann.
1 year ago
Sehr schön und niveauvoll erzählt! Man muss es nicht mögen, aber man muss akzeptieren, dass manche diese Spielart mögen. Und man muss denken dürfen, auch wenn offenbar tatsächlich die meisten mit dem einfachen Rein-raus-Geschichten mehr anfangen können! Ich denke: Klasse ! *****
2 years ago
Enfach toll, einfühlsam und sensibel.
Ich liebe Deine gut geschriebene Geschichte.
Danke
2 years ago
Schön, dass es hier auch solche Geschichten gibt, die man wirklich gerne liest.....
2 years ago
Das ist einfach nur... schön.
Sicherlich schwer verständlich für viele und grenzwertig. Ich selbst fühle mich auch mit einigen Sachen aus meiner Komfortzone gezogen.
Aber die Introspektive ist wunderbar und die Dynamik ist mit ein paar wenigen Worten Am Ende wundervoll gefühlvoll auf den Punkt gebracht. Auch wenn er meinethalben gar nichts hätte sagen müssen, denn was er tat, sprach ja schon Bände.

Was du hier getan hast war ziemlich offensichtlich: Perlen vor die Säue.
Aber zwischen den Säuen sind offenbar doch wenigstens ein paar Andersartige... Also lass dich nicht unterkriegen.
2 years ago
Das wünsche ich Dir ebenso...
..und bleib' auf diesem Niveau
2 years ago
ich finde es sehr interessant, diese Gesamtbewertung "die Hälfte von very bad" :-)....
also ein halber Stern von 5....


das nehme ich NICHT persönlich, nur zeigt es mir, dass diese Story von der Masse definitiv nicht verstanden wird.....


90% tun sich leichter mit dem Lesen von Sätzen wie: und er fickte sie in alle Löcher.... er spritzte ihr ins Gesicht.....

als mit Sätzen wie ""Nein, ich habe dir nicht wehgetan, ich habe dir deinen Schmerz genommen" antwortete er genauso leise.".........

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gute Zeit hier :-)
2 years ago
Donnerwetter....
2 years ago
5* für diesen Einblick in die Gefühlswelt.

Das erinnert mich an einige Begebenheiten, in denen Weib auch ersteinmal Abstand brauchte um sich zu sortieren und später dann zufrieden in meinem Arm einzuschlafen......

Ich kann mir vorstellen, dass sich derartige Szenen oft bei selbstbewussten, geschundenen Vollweibern abspielen. Einfach ein Ausdruck des Zwiespaltes von Sehnsucht, Devotheit und ertragbarer Pein...

Sehr schön auf den Punkkt gebracht.
2 years ago
oh, wie toll. Auch Dein Profil ist sehr anregend. Arschfotzen sind die Besten.
2 years ago
Super geschrieben, danke dafür!!
2 years ago
... und zufriedener könnte ein Lächeln wohl kaum sein ... !
2 years ago
Sehr poetisch, gute Erzählung
2 years ago
Du hast es genau auf den Punkt gebracht, Respekt, geile Erzählung