Haus Salem 13

Aus dem Netz für das Netz.
Autor mir nicht bekannt.


Haus Salem 13

Nach dem Abendessen gingen wir in den großen Gemeinschaftssaal. Dort machten wir Mädchen oft Handarbeiten, oder wir lasen in einem Buch oder unterhielten uns einfach nur.
Schwester Roberta zitierte mich zu sich: „Hol den Riemen, Sigrid Schmidt!“
„Ja Schwester Roberta“, sagte ich brav. Ich lief zum Schrank an der Wand und holte den Riemen. So demütig wie möglich überreichte ich ihn der Nonne.
„Zum Podest!“ befahl die Schwester.
Gehorsam ging ich hin. Das Podest befand sich an der Seitenwand des großen Raumes. Es erhob sich dreißig Zentimeter hoch über den Boden und war mit einem dicken Teppich beklebt. Zwei Eisenrohre waren vorne eingelassen, eins links und eins rechts, im Abstand von zwei Metern.
„Zieh dich nackt aus“, verlangte Schwester Roberta. „Alle sollen deinen sündigen Körper sehen.“
Ich gehorchte und zog die Anstaltskleidung aus. Ich trug nur das knielange dunkelgraue Schulkleid mit dem weißen Kragen. Beim Ausziehen bekam ich Herzklopfen. Ich wusste, was Schwester Roberta mit mir vorhatte. Ich erlebte es nicht zum ersten Mal. Würde ich es schaffen? Würde ich der Schwester „entkommen“? Oder würde sie erkennen, wie weit ich war und mich kurz davor einfangen? Man konnte es im Voraus nie sagen, doch die „Erfolgsquote“ lag bei rund fünfzig Prozent. Gute Chancen also. Ich faltete mein Kleid ordentlich zusammen und legte es ins Wandregal.
„Leg dich nieder, Mädchen“, ordnete die Nonne an.
Ich trat zum Podest, stellte mich mit dem Rücken dagegen und ließ mich nach hinten nieder und streckte die Arme über den Kopf. Susanne Eiler aus der obersten Klasse stieg aufs Podest und richtete die Handfesseln ein. In einer Schiene, die ins Podest eingelassen war glitt ein beweglicher kleiner Schlitten vor und zurück, an dem direkt nebeneinander zwei lederne Handgelenksfesseln befestigt waren. Susanne fixierte meine Handgelenke damit und zog den Schlitten ein Stückchen weit nach hinten, so dass ich ausgestreckt auf dem Podest lag. Dann drehte sie die Halteschraube ein, so dass der Schlitten unverrückbar an Ort und Stelle blieb.
Anschließend packten Sonja Röder und Vanessa Dahl meine Füße und zogen mir die Beine auseinander. Sie legten mir lederne Schlaufen an die Fußgelenke und schlossen die Schnallen. An den Schlaufen waren Metallketten befestigt. An diesen zogen sie nun, so dass meine Beine weit gespreizt wurden, und hängten sie schließlich rechts und links in Halter an den beiden Rohren. Zum Schluss lag ich nackt und mit gespreizten Beinen vor dem Mädchen, meine Füße schwebten vierzig Zentimeter überm Podest. Mein Schoß lag genau am Rande des Podests und gewährte ungehinderten Einblick in meine Weiblichkeit.
Schwester Roberta stieg auf das Podest und stellte sich über mich, die Füße rechts und links von meinem Körper. Ich sah den Lederriemen in ihrer rechten Hand baumeln. Probeweise zog ich an meinen Fesseln. Sie hielten. Sie gaben mir Halt.
„Du bist ein unzüchtiges Mädchen, Sigrid Schmidt“, sprach die Schwester laut. Sie drehte mir den Rücken zu und schaute in den Raum hinaus. Meine Muschi lag genau vor ihr und war ihr hilflos ausgeliefert. „Du hast zugelassen, dass deine Klassenkameradin dir unterm Tisch heimlich unzüchtige Gefühle bereitete. Diese Gefühle werde ich dir austreiben. Du erhältst Schläge zwischen die Beine und bleibst anschließend bis zur Schlafenszeit liegen, damit alle dein sündiges Genital sehen können. Damit sie wissen, dass auch sie so ein verruchtes Körperteil haben.“
Ich musste mir ein Lachen verbeißen. Austreiben? Der Riemen weckte diese unzüchtigen Gefühle ja erst! Es war der Riemen gewesen, der sie mich zum ersten Mal fühlen ließ, damals vor vielen Monaten, als meine Weiblichkeit erwachte.
Die Schwester holte aus und schlug mir mit dem Riemen zwischen die Beine. Wie immer war der erste Schlag ein wenig fester geführt, gewissermaßen um mich aufzuwecken. Ich zuckte zusammen und zerrte kurz an meinen Fesseln. Dann folgten leichtere Schläge in regelmäßiger Folge. Wie alle Schwestern von Haus Salem war Schwester Roberta eine Meisterin mit dem Riemen. Wenn das Leder richtig geführt wurde, wenn der Riemen mit genau der richtigen Intensität auf die Muschi klatschte, verschaffte einem das ungeahnte Gefühlssensationen. Schon bald spürte ich ein lüsternes Kribbeln dort unten, das sich ständige verstärkte. Sanfte kleine Flammen loderten in meinem Schoß auf und leckten an meiner Möse. Ich reckte und streckte mich in meinen Fesseln.
Allmählich erhöhte Schwester Roberta die Stärke der Schläge. Es tat weh, gewiss, aber nur ein wenig und es erregte mich viel mehr als mir wehzutun. Ich versuchte gleichzeitig, die Beine zu schließen, um den Schlägen zu entkommen und mich möglichst weit aufzuspreizen, um den Riemen willkommen zu heißen, der rhythmisch auf mein erregtes kleines Fötzchen klatschte. Ich begann zu stöhnen. Ich konnte es nicht unterdrücken.
„Du unzüchtiges kleines Ding!“ rief Schwester Roberta und schlug ein klein wenig fester. „Du schamloses Mädchen!“
Ja ich bin unzüchtig, dachte ich, und schamlos. Ja! Züchtigen Sie mich, Schwester Roberta! Hören Sie überhaupt nicht mehr damit auf! Ich habe es verdient, Schwester! Schlagen Sie mich!
Die Schläge mit dem Riemen trugen mich immer höher hinauf zu der ersehnten Erfüllung. Ich begann zu schwitzen und stöhnte noch lauter. Schwester Roberta trieb mich mit dem Riemen voran, immer weiter dem süßen Ziel entgegen. Ich sah Hannahs erstaunten Blick, sah wie die übrigen Mädchen um mich herumstanden und neugierig auf mich herunter schauten. Sie wussten, was mit mir geschah und fragten sich, ob ich zum Ziel gelangen würde, oder ob die Schwester mich zuvor einfangen würde. Denn das war der Zweck der Behandlung: Ein Mädchen mit leichten Riemenschlägen zwischen die Beine fast bis zur Erfüllung zu erregen und es dann mit schnellen, sehr harten Schlägen zurückzuholen, es kurz vor dem wundervollen Ziel einzufangen und Schmerz dort regieren zu lassen, wo zuvor herrlichste Erregung aufgeflammt war.
Schwester Roberta beobachtete mich sehr genau und ich war nicht in der Lage, mich zu verstellen. Ich musste darauf hoffen, ihr zu entwischen, irgendwie. Dabei hatte ich absolut keine Kontrolle über die Situation. Nie fühlte ich mich hilfloser als wenn ich gespreizt auf dem Podest lag und es mit dem Lederriemen zwischen die Beine bekam. Mein Stöhnen wurde lauter und intensiver, ein wollüstiges Jammern nach mehr. Ich wollte den Riemen, ich hieß ihn dort unten eifrig willkommen, erfreute mich an seinem rhythmischen Klatschen, das mich in ungeahnte Höhen trug.
Bitte!, dachte ich inbrünstig. Bitte lass es mich schaffen! Ich werde sterben, wenn ich es nicht packe!
Ich spannte mich in meinen Fesseln an. Mein Körper wand sich auf dem Podest. Ich stöhnte und seufzte. Das stetige Klatschen des Lederriemens war wie das Ticken einer großen Standuhr im Hintergrund, einer Uhr, die nicht die Zeit sondern meine Erregung maß und genau abzirkelte.
Schwester Roberta beobachtete mich mit Argusaugen. Oh, sie würde mich nicht entwischen lassen. Ich wusste es. Gleich würde sie merken, wie weit ich war und mich mit grausamer Härte zurückholen. Ich wollte schweigen. Ich wollte still liegen, damit sie nicht mitbekam, wie nahe ich dem Höhepunkt meines stöhnenden Tanzes war, aber ich hatte keine Gewalt über meinen Körper, der langsam in den Fesseln zappelte und sich wand wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Abrupt begann der Anstieg. Ja! JA!!!
Und Schwester Roberta spürte es. Sie begann urplötzlich, mit großer Festigkeit zu schlagen. Nun knallte der Lederriemen mit gnadenloser Härte zwischen meine aufgespreizten Schenkel. Die Schläge waren so kräftig geführt, dass ich anfing zu schreien. Ich weinte. Ich wand mich heulend unter dem schrecklichen Biss des Riemens. Doch hinter dem Schmerz raste ich weiter bergauf. Zwei Gefühle stritten in meinem Schoß widereinander und es war die Lust, welche die Oberhand behielt. Ich wand mich zuckend unter dem Lederriemen. Ich schluchzte laut. Doch Schwester Roberta gelang es nicht mehr, mich einzufangen. Ich stieg auf wie eine abgefeuerte Sylvesterrakete. Die Flammen in meinem Schoß loderten hell und heiß auf. Schwester Roberta schlug mich noch fester, aber es war zu spät. Von dem Zug bekam sie mich nicht mehr herunter. Der fuhr zu schnell. Das Ziel war zu nahe. Ich arbeitete schwitzend und schreiend gegen meine Fesseln, Schmerz und Wonne stritten sich in meinem Schoß und dann passierte es. Mein ganzer Körper verkrampfte sich in lustvollen Schüben. Ich streckte mich in den Fesseln, mein Körper wurde steif. Ein Schrei löste sich aus meinem Mund, der nicht von Schmerz sondern von unbändiger Lust kündete, und es passierte. Heiße Wellen überrollten mich in kurzen, süßen Stößen und spülten jeglichen Schmerz fort. Ich spürte, wie der Riemen dort unten weiter zubiss, doch er konnte mir nichts mehr anhaben. Ich setzte meinen Aufstieg fort bis zur totalen Erfüllung, schrie meine Lust hinaus und gab mich ihr total hin. Für Sekunden verschwamm alles um mich herum, konnte ich nichts erkennen. Die herrlichen Kontraktionen dort unten raubten mir schier die Sicht. Selig seufzend gab ich mich den wundervollen Gefühlen hin.
Nur am Rande bekam ich mit, dass Schwester Roberta aufhörte, mich zu schlagen.
„Oh!“ stöhnte ich. „Ooooh!“ Ich wand mich in den Fesseln. Es dauerte eine kleine Ewigkeit.
Schließlich ließ es nach. Ich lag schwitzend und ermattet auf dem Podest und war froh um den Halt, den die Fesseln mir gaben. Mein hastiger Atem verlangsamte sich allmählich.
„Du unzüchtiges Mädchen“, hörte ich Schwester Roberta rufen. „Nun bleibst du gefesselt und gespreizt liegen bis du zu Bett gehst, damit alle Mädchen sehen können, wie unkeusch du bist. Alle sollen deinen sündigen Schoß betrachten und sich ihre Gedanken machen.“
Und ob die sich Gedanken machen würden! Oh ja!
Mein Schoß brannte von den Schlägen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Muschi auf doppelte Größe angeschwollen war. Bei jedem Herzschlag spürte ich das Blut dort unten hindurch treiben und manchmal zuckte mein erregtes Fleisch ganz von selbst.
„Danke Schwester Roberta“, sagte ich laut. „Danke.“
Die Nonne schnaubte. „Du Früchtchen!“ sagte sie. „Du verdorbenes Früchtchen!“ Sie übergab Sonja Röder den Lederriemen und dampfte ab.
Ich blieb gefesselt zurück. Der lodernde Schmerz in meinem Schoß wurde zu einem dumpfen Glühen, mehr Lust als Qual.
Gudrun Reiter beugte sich lächelnd über mich. „Ausgebüxt“, sagte sie fröhlich. „Du bist ihr entwischt. Glückwunsch, Sigi.“ Rundum erklang leises Lachen.
Die Mädchen gingen zu den Tischen und holten ihre Handarbeitssachen und ihre Bücher. Ich blieb gespreizt in meinen Fesseln liegen. Mein Herzschlag beruhigte sich allmählich.
Plötzlich fühlte ich eine sanfte Berührung an meinem linken Fuß, der gehalten von der Lederschlaufe in der Luft hing. Ich drehte den Kopf. Hannah saß am Rand des Podests und streichelte meinen nackten Fuß. Sie lächelte mich an. Sie revanchierte sich für mittags. Ich lächelte zurück. Sie schaute sich rasch um und als keine Schwester zu sehen war, kam sie nach vorne und beugte sie sich über mich. Ihr Haar streichelte über meine nackten Brüste, ihre Hand tastete schüchtern und unendlich zart über meine Muschi, um sich zu überzeugen, ob dort alles in Ordnung war. Ich schaute in ihre seelenvollen blaugrauen Augen. Dann beugte sie sich herab und gab mir einen flüchtigen Kuss auf die Lippen, bevor sie sich schnell wieder an ihren Platz neben meinem linken Fuß setzte.
Ein paar Mädchen kamen mit ihren Strick- und Häkelsachen herbei und setzten sich um mich herum, als sei es das Natürlichste der Welt, dass ein Mädchen nackt und ausgespreizt gefesselt in einem Schulgemeinschaftsraum lag.
„Du bist ja ganz schön abgegangen“, sagte Melissa Weiß und grinste mich an. „Du hast geschwitzt wie ein Rennpferd.“
Sonja Röder, die genau vor meinem Schoß auf dem Boden saß, ließ angelegentlich einen Finger in meiner Ritze auf und ab streichen. Ich zuckte zusammen. Sonja lächelte. „Ja, ja, wenn die Muschi erst einmal erwacht ist, hört sie überhaupt nicht mehr auf, zu miauen.“ Sie zwinkerte mir zu. Die Mädchen kicherten. Die meisten wussten, was Sonja meinte.
Ich lag still da, gab mich Hannahs Fingern hin, die sanft meinen nackten Fuß streichelte und versank in einer angenehmen Müdigkeit. Die Stimmen der Mädchen um mich herum wurden zu einem allgemeinen Gemurmel, das mich ganz schläfrig machte. Sie sprachen über die verschiedenen Behandlungen und die Instrumente. Was war wirksamer? Der Kochlöffel oder der Stock? Die Rute? Die biegsame Gerte? Die Peitsche?
„Ihr redet darüber, als sei es das Normalste der Welt“, sagte Hannah. „Ich kann das nicht glauben! Wir werden hier so schrecklich misshandelt und ihr tut so, als sei es das Gleiche wie Turnstunde.“
„Ist es auch“, sagte Gudrun Reiter. „Für uns ist es völlig normal.“
„Du wirst dich schnell daran gewöhnen“, meinte Sophie Birnstein. „Das geht fix.“
„Gewöhnen?!“ Hannah klang ungläubig. „An so etwas kann sich kein Mensch gewöhnen! Unmöglich!“
„Wir haben uns alle daran gewöhnt“, sagte Dorothee Fendt. Sie lächelte Hannah an. „Ich weiß, wie du dich fühlst. Mir erging es ebenso, als ich vor einem Jahr nach Haus Salem kam. Ich dachte, ich müsste eingehen wie eine vertrocknende Pflanze. Ich glaubte, die grauenhafte Unterdrückung nicht einen einzigen Tag länger aushalten zu können. Ich weinte viel und ich fing an, um Gnade zu betteln, wenn man mir befahl mich für eine Behandlung fertig zu machen. Ich bin regelrecht zusammengebrochen. Aber nach einer Weile ging es aufwärts.“
„Warte nur ab, Hannah“, sagte Gudrun. „In spätestens einem halben Jahr bist du so gefestigt, dass du alles klaglos aushältst.“
Hannah blickte die Mädchen mit weit aufgerissenen Augen an: „Ihr meint das ernst?!“
„Ja klar“, gab Dorothee zurück.
„Aber sie brechen unseren Willen!“ rief Hannah.
„Ja“, sagte Dorothee. „Und? Mehr können sie nicht tun. Die Knochen können sie uns nicht brechen. Wir gehorchen aufs Wort und doch ist tief in uns drinnen eine Rebellion, von der Normalschüler in ihrer Trägzeit nicht einmal träumen. Wir treten ohne mit der Wimper zu zucken an, die härtesten Auspeitschungen zu ertragen. Nur die ganz neuen Mädchen sind anfangs noch ängstlich und betteln. Aber nach einem halben Jahr haben sie eine Stärke ohnegleichen. Dann muss man sie gnadenlos auspeitschen, bevor sie um Gnade bitten, und es ist abgepresst; sie flehen nicht freiwillig oder aus Angst wie zuvor. Du wirst feststellen, dass keine von uns die Schwestern vor einer Behandlung um Schonung anjammert. Dazu haben wir viel zu viel Stärke. Wir gehören zu einer Elite. Wir besuchen die härteste Schule der Welt und können Dinge aushalten, da würde ein normales Schulmädchen schon bei der bloßen Ankündigung weinend zusammenbrechen und flehen, sie zu verschonen. Wir gehen bei fast jedem Wetter barfuss und halten einfach alles aus. Darauf sind wir stolz, Hannah, und das nicht zu knapp.“
„Sieh dir die kleine Janina Brill an“, sagte Gudrun. „Wie brav sie ist und wie sie prompt gehorcht, wenn man ihr etwas befiehlt. Und doch hat sie eine Art an sich, dabei schnippisch zu wirken, auf eine unbeschreiblich impertinente Art überlegen, sogar wenn sie nackt ausgezogen antritt, um die härteste Auspeitschung zu erdulden. Sie hat gerade weil sie so gehorsam ist, etwas an sich, eine fast unsichtbare Hochnäsigkeit, die die Schwestern zur Weißglut bringt. Ihr Gehorsam ist von einer so aufreizenden Art, dass die Nonnen ausflippen könnten, wann immer sie mit Janina zu tun haben.“
Janina Brill war eine aus der Fünften, ein schmales schwarzhaariges Mädchen mit haselnussbraunen Augen. Sie sah immer lieb und nett aus und gehorchte den Schwestern und älteren Schülerinnen aufs Wort, aber Gudrun hatte Recht. Wann immer Janina zu einer Behandlung antrat, war da ein Ausdruck in ihrem Gesicht, der ihren äußerlichen Gehorsam Lügen strafte. Mochte Janina auch noch so demütig sein, man spürte förmlich wie sie ihren Peinigerinnen ins Gesicht sagte: „Ihr könnt mich so fest und so lange schlagen, wie ihr wollt. Ich könnte mich zum Schreien und Weinen bringen. Mehr aber auch nicht. Mehr als Gehorsam könnt ihr mir nicht abverlangen. Ich bin innerlich frei und stehe weit über euch.“ Wie eine stolze Königin sah sie dann aus, wenn sie sich widerstandslos fesseln und auspeitschen ließ, egal wie oft die Schwestern und älteren Mädchen sie ran nahmen und das war oft. Janina war viel öfter an der Reihe als wir anderen Mädchen. Sie brachten sie zum Heulen. Sie schlugen sie so fest, dass sie sich nass machte. Aber sie konnten sie nicht wirklich brechen und das stank ihnen sichtlich. Ich nahm mir vor, so wie Janina zu werden. Ich wollte noch härter werden, noch mehr aushalten und in Zukunft nicht so schnell um Schonung flehen, wenn ich Schläge aushalten musste. Der Gedanke hatte etwas.
„Schau dir Sigrid an“, sagte Sonja Röder zu Hannah. „Sie sieht nicht so aus, als ginge es ihr schlecht.“ Ich grinste dümmlich. „Nicht immer sind die Schläge so fest, dass man weinen muss. Manchmal sind sie extra so sanft, dass ganz andere Gefühle entstehen. Auch das gehört zur Erziehung in Haus Salem, dass die Schwestern unsere Sexualität kontrollieren. Sie können uns zum Orgasmus zwingen oder ihn uns vorenthalten. Warte mal, bis du zum ersten Mal das Elektrogerät zu spüren bekommst. Sie werden dich dazu bringen, dass du um mehr flehst, statt um weniger. Und auch dabei wirst du gefestigter werden und sie schließlich still und brav anschweigen. Wer hat dann die Macht? Sie können dich dazu zwingen, zu kommen oder es dir vorenthalten. Aber zum Betteln können sie dich nicht zwingen. Das schafft höchstens der Stock oder die Peitsche oder eine besonders lang anhaltende schmerzende Fesselung. Du hast am Kartengalgen übrigens verdammt lange durchgehalten für eine Neue.“ Sonja klang bewundernd.
Hannah wurde rot. „So? Habe ich?“
„Klar hast du“, lobte Dorothee. „Ich habe damals schon nach einer halben Stunde gejammert. Wie eine von den Kleinen. Die sind übrigens tabu. Merk dir das gleich. Haue ja, Sex nein. Das geht nicht. Erst wenn ihre Weiblichkeit erwacht. Das ist bei jeder verschieden. So mit dreizehn etwa.“
„Diese Auspeitschungen“, sagte Hannah. „Das ist doch gefährlich. Was ist, wenn sie uns den Rücken in Fetzen schlagen oder einen Knochen brechen?“
„Spinnst du?!“ rief Gudrun. „Das dürfen die nicht! Mehr als Striemen und blaue Flecken sind nicht drin. Deswegen gehen ihnen ja auch irgendwann die „schlagenden Argumente“ aus, wenn eine wie die kleine Janina Brill daher kommt und alles aushält. Bei normaler Haue schreit die nie. Nein, Hannah, verletzen dürfen sie uns nicht. Nicht mal eine Ohrfeige ist gestattet. Unsere Gesichter sind tabu. Wenn du es schaffst, eine Nonne dermaßen zu reizen, dass sie dir eine klebt, hast du ein Wunder vollbracht und die ganze Schule wird dein Loblied singen.“
„Aber wir sind immer eingesperrt!“ rief Hannah. Sie klang verzweifelt, aber es kam mir so vor, als resultierte diese Verzweiflung darin, dass ihr die Argumente gegen Haus Salem ausgingen. „Ich hasse das! Wie im Kerker!“
„Nur die erste Woche“, sagte Dorothee. „Danach dürfen wir an manchen Nachmittagen raus.“
„Hinaus? Allein?“ fragte Hannah.
„Ja sicher“, gab Dorothee zurück. „Wir sollen viel barfuss in der Natur unterwegs sein und auf Bäume klettern und solche Sachen machen. Das ist gesund. Wir wandern umher, gehen im Weiher schwimmen und bauen uns Häuschen im Gebüschland. Damit wir nicht abhauen, tragen wir dünne Funkhalsbänder aus Leder.“
„Und da sind Jungs“, sagte Judith Ecker. Ihre braunen Augen blitzten schelmisch unter ihrem Bubikopf.
„Jungs?“
„Ja, Jungs“, gab Judith zurück. „Du wirst doch wissen, was Jungs sind, Hannah?“
„Ich bin ja nicht blöd“, gab Hannah zurück.
„Wir haben viel Spaß mit denen“, sagte Gudrun. Sie zwinkerte den Mädchen in der Runde zu: „Nicht wahr?“ Leises Kichern brandete auf.
Hannah staunte nicht schlecht: „Ihr macht mit denen doch nicht etwa …?
„Händchen halten?“ fragte Judith. Sie grinste. „Nein. Händchenhalten ist eine Todsünde! Lass dich dabei nicht von den Schwestern erwischen. Händchenhalten mit einem Jungen ist unzüchtig. Wenn das herauskommt, bist du reif.“ Sie griente in die Runde. „Aber von den anderen schönen Sachen haben die Nonnen nie auch nur ein Sterbenswörtchen erwähnt, oder?“
„Nöö!“ riefen die Mädchen scheinheilig. „Niemals!“
Hannah wurde rot. „Ihr …?“
„Klar doch“, sagte Judith. „Warum auch nicht? Es macht Spaß und ist gut für den Kreislauf. Gefällt es dir denn nicht?“
„Ich …“ stotterte Hannah und wurde rot. „Also …“
„Hast du denn noch nicht?“ bohrte Judith nach.
„Na klar, habe ich“, gab Hannah zurück.
„Na dann …“, sagte Judith.
„…kannst du dich auf nächste Woche freuen“, sagte Dorothee. „Aber Vorsicht! Die Jungs wissen, wie gehorsam wir sind. Das nutzen sie gerne aus.“
„Ausnutzen? Wie?“ fragte Hannah.
„Das wirst du schon erleben“, antwortete Dorothee.

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Posted by Knibbel2
2 years ago    Views: 2,254
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